Bei Louis Klamroth tauschen sich die Gäste über die Chancen für die iranische Zivilbevölkerung aus. Während der Iran zurückschlägt, träumen die Studiogäste in Köln von einem selbstbestimmten, freien Land. Von Franka Haase
Screenprint: ARD / hart aber fair
„Wohin führt der neue Krieg im Iran?“, fragt Louis Klamroth seine Gäste bei hart aber fair. Nach langer Pause darf er seit der vergangenen Woche wieder in der ARD seine Talkshow abhalten. Die Iraner jubeln, berichten die ARD-Journalistin mit iranischen Wurzeln Isabel Schayani und die Iranerin Daniela Sepehri, Journalistin und Social-Media-Beraterin. Doch zeigen kann die ARD das nicht, denn sie hat zwar Bildmaterial, darf dieses aber nur im Fernsehen, nicht im Internet zeigen.
Die anwesenden Iranerinnen selbst hoffen auf die Befreiung. Historiker Michael Wolfssohn zeigt sich vorsichtiger: Die Minderheiten der Azeris und der Kurden könnten diese Gelegenheit nutzen, um nach Autonomie zu streben; eine Destabilisierung der Region wäre die Folge. Aber diese Bedenken darf er nur kurz ansprechen, bevor Klamroth ihn abbügelt. Nichts darf den Optimismus stören. Der Hydra hat man den Kopf abgeschlagen – den Obersten Führer des Iran und weitere Führungspersönlichkeiten getötet. Doch offensichtlich agiert die iranische Hydra mit einem Kopf weniger immer noch wirkungsvoll: in den vergangenen zwei Tagen wurden mehrere Militärbasen der USA im Nahen Osten angegriffen. Auch ein britischer Militärstützpunkt auf dem europäischen Teil Zyperns wurde attackiert.
Im und um den Persischen Golf sitzen nach den Angriffen um die 30.000 Deutsche fest. Obwohl die Vereinigten Arabischen Emirate keine offizielle amerikanische Militärbasis haben, stellen sie wichtige Infrastruktur für die US-Luftwaffe und -Marine im Nahen Osten.
Bei hart aber fair sieht man diese Folgen nicht. Hier schaut man lieber in die Wahrsagekugel und träumt davon, dass nun das iranische Volk selbstbestimmt agieren könne. Die Revolution gegen die schwerbewaffneten Revolutionsgarden soll die Freiheit bringen; doch nach Jahrzehnten unter dem Joch der Mullahs gibt es keine schlagkräftige Opposition im Land mehr. Der Reflex der deutschen Talker: Die Grenzen nun für iranische Asylsuchende zu öffnen.
Einziger Miesmacher in der Runde: Ralf Stegner, Bundestagsabgeordneter der SPD. Er fragt, ob dies nun nach dem Angriff auf Venezuela die neue Norm werde und ob die Folgen des Angriffs auf die Zivilbevölkerung überhaupt bedacht wurden. Und natürlich bringt er das Völkerrecht ins Spiel, das Trump mit diesen Aktionen gebrochen haben soll.
Die Völkerrechtsfrage ist von biegsamer Natur, wird der SPD-Politiker von dem emeritierten Geschichtsprofessor Michael Wolffsohn aufgeklärt. So wie es von der SPD vor sich hergetragen wird, dient das Völkerrecht nur zum Schutz brutaler Regime, die ihre eigene Bevölkerung in Geiselhaft nehmen. Stegner will „alles was man kann“ tun, „um die Opposition zu stärken und Druck auf den Iran auszuüben“, aber keine Gewalt.
Nur: Lassen sich die Mullahs von Sanktionen aus dem verhassten Westen beeindrucken? Wie soll die Opposition gestärkt werden, solange die Revolutionsgarden Massenexekutionen durchführen? Das kann Stegner nicht sagen.
Der anwesende CSU-Politiker Stephan Mayer hat zwar viele Zahlen zum Iran auf Lager, ansonsten erweist er sich als guter Bundespolitiker und versucht es allen Seiten recht zu machen. Das fällt sogar Klamroth auf, welcher lachend feststellt: „hätte ich bloß nicht nochmal nachgefragt, gerade waren sie noch kritischer“.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
„Und natürlich bringt er das Völkerrecht ins Spiel, das Trump mit diesen Aktionen gebrochen haben soll.“ SOLL?! Es ist kaum ein klarerer Bruch des Völkerrechts vorstellbar, als in diesem Fall. Begangen durch Israel und USA. Aber Herr Wolffsohn erklärt uns zum Glück warum Gesetze doof sind, wenn Israel sich nicht an diese halten möchte: „das Völkerrecht [dient] nur zum Schutz brutaler Regime, die ihre eigene Bevölkerung in Geiselhaft nehmen.“ Achja! Mazeltov, Herr Wolffsohn! Herr Netanyahu würde sich sicherlich für diese Hasbara bedanken, würde er von ihr erfahren; aber er ist momentan damit beschäftigt in allen umliegenden Völkern Amalekiter zu sehen… Mehr
> So wie es von der SPD vor sich hergetragen wird, dient das Völkerrecht nur zum Schutz brutaler Regime, die ihre eigene Bevölkerung in Geiselhaft nehmen. Gemeint sind allerlei „Gottesstaaten“, Teokratien? Es sind nicht zwingend muslimische Länder: „Wird der Irankrieg von zionistischen und christlichen Wahnvorstellungen angetrieben?“ > „… The Cradle berichtet, dass aus den US-Streitkräften Stimmen zu hören sind, die kritisieren, dass Kommandeure den Iran-Krieg als „Gottes Plan“ darstellen. Wie der unabhängige Journalist Jonathan Larsen als erster berichtete, erklärte ein Kommandeur einer US-Kampfeinheit Unteroffizieren, der Krieg gegen den Iran sei Teil von „Gottes göttlichem Plan“. Er behauptete angeblich, Präsident Donald… Mehr
soso von einem sebstbestimmten freien Land träumen die also, da stimmt sogar, wird wohl aber immer ein Traum bleiben. Endet wohl so wie in Lybien, Irak, Syrien. Also im kompletten Chaos. Da war es vorher geordneter und berechenbarer. Aber gut, wenn ich erst dann dort ein Fahnenmeer von Regenbogenfarben und Querenfahnen sehe, dann lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Aber bis dahin träumt weiter.
Dem Rezensenten kann es wohl keiner Recht machen. Ja, es besteht Hoffnung, daß das Terrorregime gestürzt wird. Und nein, eine Garantie gibt es nicht. Ebenso wenig dafür, daß es im Falle eines Sturzes gelänge, schnell eine stabile Ordnung herzustellen. Sollte das Regime stürzen, wüßten wir zumindest, wer sich da als Schutzsuchender auf den Weg macht: Anhänger, Unterstützer, Mitläufer des Regimes. Sie haben allesamt hier nicht verloren.
deutsch-iranische Social Media-Beraterin und Studentin Daniela Sepehri
„Bedrohte Menschen im Iran werden von Herrn Dobrindt diesen Tätern ausgeliefert.“ Sie kritisiert: „Warum werden diese Menschen nicht in Deutschland aufgenommen?“
Das nimmt SPD-Politiker Ralf Stegner aber dennoch höchst willfährig auf: „Wir können uns da nicht abschotten, wenn es Fluchtbewegungen gibt.“
https://www.focus.de/politik/ausland/in-wirrem-iran-talk-erhebt-gast-dreisten-dobrindt-vorwurf_be7975d8-0764-4817-a613-ff4365bc9023.html
Diese Talkshows sind die Vorbereitung der Bevölkerung für die nächste Aufnahme und großzügigste Versorgung. Wir haben Platz. Nach dem aus Syrien nur Ärzte kamen, aus Afghanistan nur Physiker, aus der Ukraine ausschließlich Ober-/ Chefärzte – kommen aus dem Iran dann welche „dringend benötigten Facharbeiter?
soll die Freiheit bringen….der koran wurde nicht geschrieben damit man frei ist! Egal wer da kommt in einem muslimischen land gibt es keine freiheit so wie wir sie verstehen.