Bei Anne Will: Die Stunde der Verlogenen

Erst Elfmeterschießen in Russland, dann sogar bei Merkel : Seehofer. Und das letzte Spiel ist immer noch nicht vorbei! Daniel Günther zeigte schon mal, wofür seine CDU noch steht: Für gar nichts.

Wenn Sie in der Christlich Demokratischen Union Deutschlands nach oben kommen wollen, mit Spitzengehalt und Superrente, empfehlen wir Ihnen als Einsteigerkurs „Politisches Yoga – Dehnen mit Daniel“. Bei Daniel Günther, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein lernen Sie alles vom „Gottesbezug in der Verfassung“, „Schweinefleisch in der Kita“ bis „Ja zum Familiennachzug“ und „Ehe für alle“ mühelos unter einen Hut zu kriegen. Günther gelingt sogar die Inklusion von FDP und Grünen – regiert wird nach dem Motto „Wir kennen keine Prinzipien, wir kennen nur Posten!“

Daniel Günther ist das, was dabei herausgekommen wäre, wenn Kardinal Woelki und Merkel einen gemeinsamen politischen Sohn hätten – fromme Verlogenheit in Person. „Angela Merkel hat auf dem Gipfel viel erreicht“ (gar mehr als vorher vorstellbar) spricht der Holsteiner in die Kamera, obwohl er genau weiß, dass Merkel gar nichts erreicht hat. Später versucht er die Worte seiner Vorgesetzten exegetisch zu interpretieren: „Merkel hat nie von festen Abkommen gesprochen, sondern nur von politischen Absichtserklärungen.“ Und er spricht schon in ihren Worten mit den vielen Schatten, die versehentlich Wahrheiten enthalten, wenn er formuliert „wir sind uns in dem Ziel einig, dass es Missstände und Probleme gibt.“ Missstände und Probleme scheinen in der Tat Merkels Ziel zu sein.

Immer noch keine Einsicht
Wie tief ist die Regierungskrise?
Die Tagesschau sprach von einem historischen Tag, weil das Spiel Merkel : Seehofer ins Elfmeterschießen ging, und in Erwartung eines solchen Finales hatte Anne Will vorsorglich ihren Urlaub unterbrochen. Da saß sie nun mit Giovanni di Lorenzo („Zeit“), Robin Alexander („Welt“), Olaf Scholz (SPD), Günther (CDU) und Kathrin Göring-Eckardt (Grüne) und wusste nichts Genaues. Also ließ man die unmittelbare Vergangenheit Revue passieren.

Giovanni di Lorenzo, der sich immer nach allen Seiten absichert, erkannte an, dass die CSU ein „Sachproblem“ („Flüchtlinge“) und seine Wirkung auf die Bevölkerung intensiver gespürt, und folglich „etwas in Bewegung gesetzt“ habe. Merkel wiederum habe in „Europa etwas geschafft, was an ein Wunder grenze“. Außerdem gehe es bei dem Streit um eine „Bagatelle“, um ein paar Hundert im Monat. Gewinner der Auseinandersetzung seien AfD und Grüne. Deren Bundestags-Fraktionsvorsitzende mit abgebrochenem Theologiestudium konnte das christliche Verbot der Schadenfreude nicht einhalten, zu schön waren die Aussichten an Stelle der CSU Merkel zu Diensten sein zu dürfen. Schuld an der Lage seien allein „testosterongesteuerte Männer“, was eigentlich eine Tautologie wie Weißer Schimmel ist, aber wir wissen ja, was die Anführerin der Grünen meint, deren Männer den Statuten gemäß östrogengesteuert sein müssen. In übermütiger Vorfreude auf künftige Posten warf sie den Unions-Innenministern vor, mit den Maghreb-Staaten keine Rückführungsabkommen geschlossen zu haben. Was kümmert sie das monatelange hysterische Geschrei ihrer Partei von den Maghrebstaaten als unsichere Herkunftsländer, das noch allen Deutschen in den Ohren dröhnt? Gar nichts.

Die Summe aller Wünsche
EU: Alles und Nichts
Wir wollen das ganze nutzlose Gipfelgerede hier nicht wiederholen, vielleicht nur noch die Anekdote, die Robin Alexander beisteuerte: Die Griechen hätten schon zweimal Hotspots versprochen. Wahrheit ist im Griechischen („alitheia“) ein launisch Wort. Die Kanzlerin könne froh sein, dass ihr in Brüssel nicht die andere Union um die Ohren geflogen ist. An dieser Stelle müssen wir zum Spiel Merkel : Seehofer umschalten. Horst wolle vom Platz gehen, melden Reporter, er habe seine Auswechselung angeboten.

„Kann er gar nicht, er muss entlassen werden“, platzte es aus Göring-Eckardt heraus, die zeigen wollte, was sie alles im Parlamentarismus gelernt hat. „Dann wackelt die Republik“, sagte Robin Alexander, und di Lorenzo setzte bereits zum Nachruf an: „Auch die CDU hat Fehler gemacht. Das Drohen mit der Richtlinienkompetenz ließ Seehofer kaum eine Wahl. Daniel Günther, der noch vor wenigen Minuten stolz seine Inkompetenz unter Beweis gestellt hatte (von 2.400 Rückkehrpflichtigen nach Dänemark habe sein Bundesland in sechs Monaten 200 abgeschoben), schwurbelte er nun in Merkelsprech von „unseren Grundsätzen als Europa-Partei“ vor sich hin, bis ihn Robin Alexander aufgebracht unterbrach: „Das klingt, als wenn Sie froh sind, wenn die CSU geht, Herr Günther, Sie müssten Rettungsanker werfen, stattdessen schimpfen sie immer weiter …“ Der log darauf irritiert, „wir arbeiten den ganzen Tag daran, die Union zusammenzuhalten“, so dass selbst Will leichtes Spiel hatte, ihm einen einzuschenken: „Eben haben Sie noch gesagt, es gebe keinen Kontakt.“

Olaf Scholz, im Zweifelsfall Kanzlerkandidat, wenn wir wieder an den Wahlurnen abrechnen dürfen, sagte in seiner gebremsten Art, er habe „mit Horst Seehofer ganz gut zusammengearbeitet.“

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Kommentare ( 82 )

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„Politisches Yoga – Dehnen mit Daniel“

Ich konnte vor lachen nicht weiterlesen und musste erst einmal 4 Sonnengrüße praktizieren, um wieder halbwegs geschemidig zu werden.

Den Polit-Yoga-Meisterkurs gibt es dann nach deftiger Kost bei Peter Altmaier:
„Deutschland hat Hunderttausende Angela Merkels“
https://www.welt.de/politik/deutschland/article157957991/Deutschland-hat-Hunderttausende-Angela-Merkels.html

Derelei Praktiken habe ich das letzte Mal bei „Meet the Feebles“ gesehen, „Passage to India“: https://www.youtube.com/watch?v=HBB-UVyMA_M

Herr Paetow, ausgezeichnet beschrieben. Nur Ihre Überschrift trifft auf Daniel Günther nicht ganz zu. So viel Wahrheit von einem Politiker im ÖR ist außerordentlich selten. Daniel Günther hat einen Blick in sein Innenleben erlaubt: „wir sind uns in dem Ziel einig, dass es Missstände und Probleme gibt.“ Welch ein Satz! War Herr Günther etwa besoffen? Man sagt Betrunkene und kleine Kinder sagen immer die Wahrheit. Missstände und Probleme sind also tatsächlich das Ziel, auf das man sich geeinigt hat. Zu klären wäre nur noch, wer sich mit wem geeinigt hat. Waren es Frau Merkel und Herr Günther, war auch KGE… Mehr

Die Will-Sendung gestern war in der Tat erneut pure Zeitverschwendung und plätscherte mit viel Bla-Bla so vor sich hin. Zum einen lag es natürlich daran, dass in dem Unionsstreit noch nichts entschieden war. Vor allem lag es aber daran, dass wieder mal kein AfD-Vertreter oder anderer echter Oppositioneller zugegen war. Wieder mal Regierungsfernsehen wie es leibt und lebt und in dieser Form sicherlich überflüssig.

Soll dieses Land als führungs Nation Europa sein????? Hahahahahahah die SED Kanzlerin mit solchen Schwachlöpfe wie diese Günther????? Ein Innenminister Seehofer/CSU der sich zu nichts traut??? Wer wählt noch diese sogenannante „Volksparteien“?????

Robin Alexander und Daniel Günther: zwei Vertreter der 70er Jahre und größer könnten die Gegensätze nicht sein. Robin Alexander wirkt mit seiner Klarheit wie aus der Art geschlagen, Daniel Günther ein typischer Vertreter (und ich dachte, wir 50er wären die Schlimmsten) seines Jahrzehnts. Der passt das Evangelium so lange an, bis es seiner inneren Verdrehtheit entspricht. Wir malen den Jesus mit Buntstiften auf ein weißes Blatt Papier, bis er uns gefällt. Das sist übrigens typisch für die Emanze in der Kirche. Meine Vermutung deshalb auch hier: ein Muttersöhnchen. Trifft sich öfters mit Macron zum Tennis oder Golf. Perfekt Ihr Bezug… Mehr

Leute wacht auf! Und vergesst nicht auch wir die Bürger unseres Landes – unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Zukunft gehören zum Preis den Merkel und Anhänger bereit sind zu zahlen. Bei den kriminellen Delikten jeglicher Art, die von Menschen verübt werden, die hier unkontrolliert in unser Land kommen kann es Jeden von uns treffen. Ja ich weiss … Statistik und Wahrscheinlichkeit … ich bin nicht bereit Opfer dieser desaströsen Flüchtlingspolitik zu werden.

Das ist doch das Problem – wenn / falls Merkel irgendwann, irgendwie geht oder gegangen wird, hat sie in den letzten 12 Jahren in der cdu eine talent- und widerspruchsfreie Zone etabliert. Alle potentiellen Nachfolger sind stromlinienförmig auf Merkel Kurs gebracht und entsprechend wie aus der Propaganda Kiste entsprungen.
Die SPD – oh, mein Gott! … über die Grünen möchte ich nicht mal nachdenken…
Hier gibt es keinen Kurz oder Macron ( zumindest hat er die altforderen Parteien aufgemischt und Enthusiasmus entfacht) oder einen Trump in smart, der das establishment aus dem Tiefschlaf reißt.

Kontrastprogramm Schweiz: wie man das Asylverfahren gemäß Dublin-Abkommen intelligent und korrekt und unter Berücksichtigung des Wohles des eigenen Landes handhaben kann. Zitiere aus „Epochtimes“ vom heutigen Tag: „Die Schweiz legt die Kriterien für die Übernahme von Asylbewerbern selber fest und hat 2015 freiwillig ca. 1500 Asylsucher aus griechischen und italienischen Lagern übernommen. Doch die Schweiz legte von vornherein fest, nur solche Asylbewerber aufzunehmen, bei denen nach einer Vorabprüfung klar war, dass deren Asylanträge positiv beschieden werden könnten. Die Schweiz wendet seit 2009 das Dublin-Abkommen an, nach dem Asylanträge dort behandelt werden müssen, wo ein Antragsteller zuerst europäischen Boden betreten hat.… Mehr

Daniel Günther: noch die andere Zahl, Merkels Hoffnungsträger von der Waterkant hat die Chuzpe von 5oo erfolgreich Intergrierten zu populisieren, ja was ist denn mit den anderen 2.ooo.ooo.ooo GOldstücken und wieviel Messerträger sind unter den 5oo?

Mir hat in der Runde nur Herr Alexander leid getan, der sollte sich sowas auch nicht mehr antun…

Wir wollen bei aller berechtigten Aufregung über die zu große Zahl an „Goldstücken“ lieber nicht über die Stränge schlagen. Unsere politischen „Hoffnungsträger“ ala Claudia Roth oder Kathrin Göring-Eckhardt nehmen Ihre Zahl sonst noch als Maßstab für ihre Anstrengungen.

Also bitte 3 Nullen streichen. Dann bleibt es immer noch zu viel.

Stimmt, der Eifer des Gefechts sry:-))

der lebt davon! der Alexander.

Nicht zu Unrecht heißt es: „Wer die Wahrheit nicht kennt, ist nur ein Dummkopf. Wer sie aber kennt, und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“ (Brecht, „Leben des Galilei“) Während man bei Göring-Eckardt noch auf ein ganz besonderes Exemplar des Erstgenannten schließen kann, noch gepaart mit totaler ideologischer Verblendung, ist dies bei den parteieigenen Merkelhuldigern wohl nicht mehr allein darauf zurückzuführen. Hier Herr Paetow, stimme ich mit ihnen überein. Diese Leute verdrehen bewusst die Wahrheit, vor allem um ihre Posten und Pensionen nicht zu gefährden oder in Merkels Gunst zu sinken. Sie haben zu lange wider besseres Wissen gute… Mehr