Haus, Auto? Schämen Sie sich!

Ein Auszug aus dem wichtigsten Buch unserer Tage. Cora Stephans „Lob des Normalen“. Unbedingt kaufen, lesen. Stephan räumt auf mit der Zensur der Schwätzer. Von Hans-Hermann Tiedje

Normalsein ist out – wenn man den öffentlich wirkenden sprachlichen Trendsettern folgt. Reihenhaus mit Vorgarten, Auto, Urlaub auf Mallorca, Barbecue… Alles Relikte von gestern und vorgestern. Falls Sie, lieber Leser, das alles mögen, sollten Sie sich schämen.

Dazu folgende Richtigstellung:

Erstens – »Warum gibt es in Deutschland um die 200 Lehrstühle für Genderforschung, aber noch nicht einmal die Hälfte für Wissenschaftler, die sich mit einem neuartigen Virus auskennen? Warum meint der Staat, alles besser zu können als der eigentliche Souverän, das Volk, und zwar von der Kindererziehung bis zum Unternehmertum? Warum scheitert dieser Staat an seiner ureigensten Aufgabe, nämlich der, für den Schutz der Bürger zu sorgen?«

Zweitens – Ja warum? Ein Auszug aus dem wichtigsten Buch unserer Tage. Cora Stephans »Lob des Normalen«. Unbedingt kaufen, lesen. Stephan räumt auf mit der Zensur der Schwätzer.

Drittens – Und zwar so: »Ob es einem gefällt oder nicht, die meisten Menschen sind heterosexuell, möchten eine Familie mit Kindern und haben keine Zeit, sich lustig zu machen über das Reihenhaus, das sie teuer genug kommt. Die meisten Frauen wollen nicht sofort nach der Entbindung wieder an den Arbeitsplatz eilen, egal ob das jemand von den Sozialdemokraten reaktionär findet. So sieht sie halt aus, die Normalität.« Gott sei Dank.

Viertens – Und weiter: »Die Genderista sorgt nicht für Respekt, sondern für das Gegenteil. Zum Beispiel wenn sie meint, uns widerspenstigen Normalos Saubersprech einbläuen zu müssen. Diese Minderheit versucht, die gesamte Bevölkerung ihren Vorlieben zu unterwerfen.« Fazit: »Es ist Zeit, dass wir intolerant werden gegenüber intoleranten Minderheiten.«

Hans-Hermann Tiedje war Chefredakteur von »Bild« und Berater von Kanzler Helmut Kohl; er ist Vorstand der Kommunikationsagentur WMP EuroCom AG in Berlin.
Seine Kolumne »Richtigstellung« erscheint regelmäßig in €uro am Sonntag – diese in Ausgabe 13/21. Wir danken Autor und Verlag für die freundliche Genehmigung zur Übernahme.


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Kommentare ( 15 )

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alter weisser Mann
5 Monate her

Wenn er dort jetzt noch „Heia Safari“ singt, dann gehen paar Leute wohl in den Rhein.
https://www.youtube.com/watch?v=AEGET2JtfIU

giesemann
5 Monate her

Zu „Erstens“: Das Ziel ist, Aufnahme der Bevölkerung ins Beamtenverhältnis bei vollem Lohnausgleich – schon löst sich alles in Wohlgefallen auf.
Zu „Viertens“: Da sag ich nur: Gehst weg mit de Finger!

Skeptischer Zukunftsoptimist
5 Monate her

Es wird kein Umdenken einsetzen, nicht bevor wir es schaffen, dass auch solche Kommentare wieder in den Kommentarspalten der „tagesthemen“ und „heutejournals“ ganz selbstverständlich ihren festen Platz haben.

Wilhelm Roepke
5 Monate her

Vaporisiert werden Sie sicher nicht, aber Ihnen ist schon klar, dass es Leser gibt, auf die Ihr Beitrag etwas großspurig wirkt?

FionaMUC
5 Monate her
Antworten an  Wilhelm Roepke

Ach, ganz ehrlich: Nach all dem deutschen Kleinmut mit Schuldkomplex wegen Hitler, Klima, Autoproduktion und dem ganzen Fleischessen finde ich so ein bisschen aus der Reihe tanzenden Großmut sehr charmant und erfrischend.

StefanH
5 Monate her

Hihi, Sie Schlingel aber auch! Wenn die Grenzen mal wieder offen sind, komm ich Sie besuchen, falls Adressaustausch (und nachfolgender Meinungsaustausch) möglich und erwünscht. Liebe Grüße ins Nachbarländle!

old man from black forrest
5 Monate her

Das Buch habe ich (noch) nicht gelesen. Aber wie weit sind wir gekommen? Bedarf es des normalen Lebens, das wirklich die meisten der jungen oder alten Leute leben, einer Erläuterung? Oder gar einer Rechtfertigung? NEIN. Wir kritisieren zwar, lassen uns beschimpfen und ausnutzen. Aber wir können unser Leben immer noch selbstbestimmt leben. Wer nicht arbeiten will wird nicht verhungern. Genderquatsch ist zwar unerträglich – aber im Alltag ist er egal. Fazit: intolerante Minderheiten sind uns egal. Allerdings spricht nichts dagegen, deren Engagement in produktive Arbeit zu lenken.

Frank v Broeckel
5 Monate her

Das Rückzugsgebiet für bedrängte Indigene Alteuropäer, die zukünftig auch weiterhin Ihren gesunden Menschenverstand behalten wollen, ist auch weiterhin der Landkreis Osterzgebirge Sächsische Schweiz!

Denn durch bloßes Herumnörgeln ihrerseits verschwindet die linksgedrehte Nomenklatura und die Partyszene bei Ihnen vor Ort ja TROTZDEM niemals wieder!

Sie wissen nun, was Sie selbst persönlich als nächstes zu tun haben!

Boris G
5 Monate her

Ja, „Normalität“ umfasst eben die Glocke der Gaußschen Normalverteilung und es stimmt nachdenklich, dass die Ausreißer links und rechts von maximal einer Standardabweichung in Deutschland eindeutig den Ton angeben. In den öffentlich-rechtlichen Medien ist es gar eine winzige links-grün gestimmte Minderheit.

Epouvantail du Neckar
5 Monate her
Antworten an  Boris G

Ach der Gauß, auch wieder nur ein alter weißer Mann. Mathematische Wissenschaften gehören auf den Index.

Holger Wegner
5 Monate her

„Die meisten Frauen wollen nicht sofort nach der Entbindung wieder an den Arbeitsplatz eilen.“ Ja, aber Elterngeld oder Kinderkrankengeld wollen sie doch mitnehmen. „Unentgeltlich“ wie früher (finanziert vom Partner) wäre ja noch schöner. Schliesslich hat man das Kind ja rein für die Gesellschaft als Rentenzahler geboren. Und nach einer Weile das Kind möglichst ganztags abgeben wollen viele auch. Das kostet die Kommune dann mehr als die Frau in der Zeit für sich verdient, aber was soll´s. Sonst könnte ja die Karriere als Nageldesignerin oder an der Frischetheke leiden.

giesemann
5 Monate her
Antworten an  Holger Wegner

Nachwuchs kostet nun mal Geld. Die alleinig wichtige Frage ist also: Wer zahlt? Geh‘ mir an dein Konto oder an meins? Aber mit unseren 1,5-Kind-Frauen hier ist das kein Problem – das Problem ist allerdings da, wenn die Hyperfertilen an mein Konto gehen, dann schon. Und sie tun das, mit Wonne und in voller Absicht. Soll die Kartoffel doch ihre eigene demographische Verdrängung bezahlen. Mit den einheimischen Frauen hat das nichts zu tun. Und der Versuch, dagegen anzukarnickeln verschärft die Sache nur noch. Fazit: Die Hyperfertilen müssen fern bleiben, basta. Sollen in ihrem eigenen Saft schmoren, auf eigene Kosten und… Mehr

GWR
5 Monate her

Es ist einfach ganz einfach. Der politische und gesellschaftliche Kompass ist verloren gegangen. Das was früher Feministinnen waren sind heute die woken. Allerdings sind sie intellektuell nicht in der Lage zu verstehen, wohin sie ihr Wahnsinn bringt. „Gesunder Menschenverstand“ ist nicht mehr gefragt. Und woher kommt das mit den Genderlehrstühlen? In der Politik war man der Meinung, dass man mehr Professorinnen braucht. Da das in den „MINT-Fächer“ nicht möglich war, musste man etwas anderes erfinden. Wo gibt es in den Fächern Physik, Mathematik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Informatik etc. Frauen, die das mit Verve machen und gut sind, so dass sie… Mehr

Schwabenwilli
5 Monate her
Antworten an  GWR

Es ist der Hadmut Danisch der darüber schon jahrelang anschreibt und aufzeigt auf welchem lausigen Stand deutsche Universitäten sich befinden.