Neue Eskalationsstufe im Krieg gegen das Bargeld

Nun geht es den Verteidigern des Bargelds an den Kragen: Die Deutsche Bank kündigt das Konto einer Pro-Bargeld-Initiatve.

Die Deutsche Bank hat Hansjörg Stützle, Initiator einer erfolgreichen Pro-Bargeld-Petition an das EU-Parlament, ohne Angabe von Gründen das Geschäftskonto gekündigt, mit dem dieser Spenden einsammelt, berichtet der bekannte Geld-Blogger Norbert Häring.

Die Petition Stützles an das EU-Parlament, bei der derzeit verhandelten Bargeld-Verordnung dafür zu sorgen, dass Bargeld weiter breit verwend- und verfügbar bleibt und nicht gegenüber dem geplanten digitalen Euro benachteiligt wird, haben bereits 314.000 Menschen, überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, unterschrieben.

Es handelt sich bei dem Konto um ein seit fünf Jahren bestehendes Konto bei Fyrst, einer Marke der Deutschen Bank für Geschäftskunden. Auch Die Zeit versucht in einem manipulativen Artikel, Stützle in die rechte Ecke zu stellen; bekanntlich gehört da jeder hin, der nicht bei jeglicher neuen Maßnahme von Impfzwang bis Bargeldabschaffung auf Befehl Hurra ruft.

Ironischerweise hat der Mitorganisator der Petition, Hakon von Holst, eine Chronik der vielen gekündigten Bankkonten von Regierungskritikern erstellt, die laufend aktualisiert wird. In diese muss er nun seinen Mitstreiter Stützle eintragen. Hakon von Holst hat aber auch ein Buch geschrieben, in dem es um die Vorteile des Bargelds geht – und welche Gefahren durch den digitalen Euro drohen.

Digitaler Euro
Dominik Kettner schreibt ein Buch für seinen Sohn Louis
Nein, das Bargeld wird offiziell nicht abgeschafft. Diese Beteuerung von Politik, Bundesbank und EZB stimmt zwar und ist doch nur die halbe Wahrheit. Es wird nicht abgeschafft, es verschwindet nur. Es verdampft sozusagen.
Beispielsweise durch die Abschaffung von Bargeldautomaten, verringerte Bargeldhaltung bei den Banken, Bargeldobergrenzen, die immer enger gezurrt werden. Bargeld verschwindet, weil die Rechtsprechung sich geändert hat: ein kleines, verknittertes Schild an der Ladentür „Nur Kartenzahlung“ reicht völlig aus und der Kunde hat beim Betreten schon die bargeldfreie Zone erreicht.
Nicht nur in Berlin sind Fahrkarten für Bus und Bahn im Nahverkehr nur noch mit Karte erwerbbar. Wegen der Kriminalität, sagt man. Das mag ja für Berlin sogar zutreffen.

Wer nicht mehr einer Geldkarte würdig ist oder – wie viele ältere Menschen – damit nicht umgehen kann, soll dann nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen. Oder wer seine PIN verlegt hat – was angesichts der Komplexität der Zugänge bekanntlich immer wieder mal vorkommen kann. Normale Menschen werden als Kollateralschäden im Krieg gegen das Bargeld, der mit fragwürdigen Begründungen geführt wird, einfach hingenommen.

Lange wurden Barzahler als potenzielle Steuerhinterzieher und Geldwäscher denunziert – jetzt sind es die Berliner Kleinkriminellen, die für die Abschaffung des bargeldes herhalten müssen.

Wer hat eigentlich ein Interesse an der schleichenden Abschaffung des Bargelds? Geht es tatsächlich um die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismus? Oder steckt viel mehr dahinter? Welche Akteure in Politik und Finanzwirtschaft verfolgen dieses Ziel und welche Methoden nutzen sie? Und welche Folgen könnten sich durch eine weltweite Einführung staatlicher Digitalwährungen ergeben?

Diese und weitere Fragen stellt, beleuchtet und beantwortet das kleine und kompakte Werk „Krieg gegen das Bargeld“. Seinem Autor Hakon von Holst ist es damit gelungen, sachkundig die erheblichen Risiken, die mit einer Bargeldabschaffung verbunden wären, darzulegen und gleichzeitig zur Trendwende zu ermutigen.

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Der Urvater des Antifaschismus Hayek warnt vor der Knechtschaft
Auf nur 80 Seiten entkräftet er die vorgeschobenen Begründungen, entlarvt die realen Motive der Protagonisten und potenziellen Profiteure des Primats digitaler Zahlungssysteme und zeigt auf, was wir gegen die Einschränkung unserer Freiheit tun können.

Denn klar ist: Großes Interesse haben auch die Handelskonzerne. Wenn sie erst einmal wissen, was wir wo kaufen,wieviel wir kaufen und wie hoch unser Budget ist, dann sind wir als Kunden gläsern. Und in der Ferne wartet der Staat mit dem Digitalen Euro. Der verschafft uns nämlich keine Freiheit, sondern stattdessen eine Fußfessel. Wird uns per Knopfdruck das Geld stillgelegt, sind wir zur Bewegungslosigkeit verdammt und können nur noch darauf warten, dass wir abgeholt und mitgenommen werden.

Eine moderne Diktatur braucht nicht mehr mit dem Knüppel daherzukommen; sie kommt mit dem Handy und bargeldloser Bezahlung daher, und das viel wirkungsvoller als jemals gedacht.

Auch wenn es uns privatwirtschaftliche, staatliche und kommunale Einrichtungen immer schwerer machen: Wir haben es selbst in der Hand, indem wir weiterhin mit Bargeld bezahlen! Ich jedenfalls wähle aus, wo ich einkaufe oder meinen Kaffee hole. Es gibt nämlich auch die anderen Schilder, nämlich die mit „Nur Bargeld“. Diesen Händlern sollten wir unser Vertrauen schenken.


Hakon von Holst, Krieg gegen das Bargeld. Warum wir Münzen und Geldscheine für unsere Freiheit benötigen. Verlag Hintergrund – Wissen kompakt, Klappenbroschur, 80 Seiten, 10,90 €.


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Kommentare ( 10 )

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10 Comments
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LiKoDe
1 Monat her

Es gab/gibt auch technische Entwicklungen, die dazu führten/führen, seitens der Banken und Unternehmen den Bargeldverkehr einzuschränken. Ende der 1950er Anfang der 1960er wurden Lohntüten abgeschafft und die Beschäftigten bekamen/bekommen ihren Lohn/ihr Gehalt auf ein Konto überwiesen. Ende der 1970er wurden Geldautomaten eingeführt und verbreitet. Das führte/führt dazu, dass Banken ihren Bargeldverkehr automatisierten. EC-Karte sowie Kreditkarte wurden/werden ebenso verbreitet und als Bezahlmöglichkeit im Einzelhandel genutzt. Mit den ‚Smartphones‘ ergab/ergibt sich zudem die Möglichkeit, Bargeldlos zu zahlen. Banken übertrugen/übertragen den Bargeldverkehr mehr und mehr auf grosse Einzelhandelsketten und mittelgrosse Einzelhändler folgten/folgen dem. Bargeldverkehr wird möglicherweise für kleine Beträge und technische Notsituationen [Störung/Ausfall… Mehr

curryculum
1 Monat her

Ich habe als Kind den Umgang mit Bargeld gelernt. Mit wöchentlichem Taschengeld und einem echten Sparschwein. Wie sollen die heute jüngsten das denn mit virtuelllem Geld erlernen, da wird eine Generation von Finanzanalphabeten gezeugt.

bkkopp
1 Monat her

Ich teile die Bargeld-Präferenz aus Überzeugung als notwendigen Teil einer liberalen Wirtschafts- und Sozialordnung. Wir müssen nur ehrlich sein, dass wir dafür die Kosten tragen müssen, und dies möglichst nahe am Nutzer. Bei der Kritik der Digitalisierung von allem, mit elektronischen Spuren von allem, sollten wir aber nicht übersehen, dass es die Tech-Giganten sind die mit dem Argument der Kosteneffizienz die Digitalisierung und damit die elektronischen Kontrollnetze vorantreiben. Krypto soll dann auch Teil der Freiheit von Fiat-Geld sein wir Libertäre es geren postulieren, und Mächtige mit Einfluß auf Nicht-Reglementierung, gerne zur schnellen Reichtumsvermehrung nutzen. Es wäre wenig überzeugend einerseits die… Mehr

ceterum censeo
1 Monat her

Es ist doch sonnenklar, worum es geht: mehr Geld für den Staat. Der Schüler, der den Rasen mäht, soll am Besten noch Steuern darauf bezahlen. Unliebsame Bürger bekommen das Konto gesperrt. Der Weg zu „Social-Points“, wie in China, ist da nicht mehr weit!

Peter Pascht
1 Monat her

„Die Deutsche Bank kündigt das Konto einer Pro-Bargeld-Initiatve“
Das darf sie nicht. das ist eine Straftat, für die Staatsanwaltschaften „Ermittlungszwang“ und „Strafverfolgungzwang“ haben – weil die Straftat das Grundgesetz verletzt.
Man darf also davon ausgehen, dass Staatsanwaltschaften und Gerichte ihre Pflicht der Strafverfolgung erfüllen werden – und die Kündigung verbieten werden.
Man darf von vielem ausgehen, was nicht heißt dass es zutreffen wird.

Berlindiesel
1 Monat her

Es mag ja so sein, dass EZB oder die Geschäftsbanken und natürlich die EU und ihre Befehlsempfänger in den nationalen Regierungen ein vitales Interesse an der Beseitigung des Bargeldes haben. Aber die Hauptschuld liegt bei jenen Bürgern, die immer und alles per Karte bezahlen wollen. Jeden Morgen beim Bäcker, nicht mal der Becher Kaffee für 1,60 € oder zwei Brötchen für 80 Cent werden noch bar bezahlt, immer Karte oder Handy. Immer mehr vor allem jüngere Menschen verfügen über überhaupt kein Bargeld mehr, zahlen alles per Karte und wundern sich, dass sie ständig im Dispo hängen oder Klarna sie ruiniert.… Mehr

Marcel Seiler
1 Monat her

Die Kontokündigungen (Debanking) gehören zu den neuen Repressionsinstrumenten des Regierungsapparats. Die Banken machen das (nach meiner Einschätzung, ich hätte hier gern mehr Informationen), weil man ihnen sonst viel Ärger macht mit Auskunftsersuchen usw. – möglicherweise nicht rechtmäßig, aber das ist der Obrigkeit ja zunehmend egal. Früher war eine Bank eine Institution meines Vertrauens, jetzt sind die Banken zu Schnüffelinistituten geworden.

In den USA gibt es ein Trump-Dekret gegen solchen Kontokündigungen. Das sollte es bei uns auch geben. Das fordert etwa – ja, wer wohl – die AfD-Bundestagsfraktion.

WeltbegaffenderRumReisender
1 Monat her

Es ist ja nicht nur die Anonymität die das Zahlen mit Bargeld mitbringt (um nicht als ‚transparente Glasscheibe‘ fuer Datensammler und Werbewuetige „zu enden“ und so eben nicht durch permanente, digitale Werbe- und Verkaufsgespraeche belaestigt zu werden. Das vielleicht auch ein Grund, warum heute viele junge Leute schnell gereizt und mit kurzer Zuendschnur im Alltag auftreten.) Es ist weiter, dass ich mit Zahlen via Bargeld einen sofort nachvollziehbaren Ueberblick ueber meinen Kontostand habe, als wenn ich jedes Kinkerlitzchen per Karte bezahle. Wie wir wissen, werden die Betraege bei Kartenzahlung auch mal ein paarTage spaeter nach Kauf/Bezahlung abgebucht. Hab‘ ich 50… Mehr

hansgunther
1 Monat her

Ein Scheißsystem, ein Scheißstaat scheißt auf seine Bürger, jeden Tag mehr. Es ist alles unerträglich. Es geht nicht um ein normales Leben, es geht um betreutes Denken, kontrolliertes Handeln und gezielte Ausbeutung, Überwachung und Kontrolle. Nichts bringt dem Bürger Erleichterung und eine gewisse Prosperität und Entfaltung, alles steht nur noch unter Vorbehalt und staatlichen Zwängen. Nichts zielt mehr ab auf ein zwangloses, freies, ungezwungenes Leben, wo jeder seinen Beitrag nach seinen Möglichkeiten leisten kann und den Rest in Erfüllung leben kann. Jeder nach seinem Gusto. Nein, der Moloch Staat greift bis in die letzte Ritze, um den Bürger schamlos zu… Mehr

Last edited 1 Monat her by hansgunther
K. Sander
1 Monat her

Ende der 1990er Jahre wurde bereits in Fachzeitschriften die Zahlung mit Karten kritisiert. Dadurch sind damals schon viele pleite gegangen, weil sie einfach eingekauft haben ohne eine Übersicht über ihr Konto hatten. Bei der Zahlung ohne bargeld hat der Staat schon Übersicht über die Ausgaben. Da kann dann das Jobcenter sagen: „Du kriegst doch Arbeitslosengeld. Und gestern hast Du dir 10 Kartoffeln gekauft Das darf doch nicht sein.“ Und wie ist das bei Strom- und Netzausfällen? Dann funktioniert die Zahlung mit Karten und Handy auch nicht mehr. Und wenn man älter wird, wird die Haut der Hände immer trockener. Mit… Mehr