Allein von September bis Ende Dezember 2023 schrumpfte die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent

Deutschland hat Schulden, die Regierung macht immer weiter neue und es reicht immer noch nicht. Wer arbeitet, muss mit steigenden Preisen und wachsenden, neu erfundenen Steuern zurechtkommen. Den Empfängern von Bürgergeld gleicht die Bundesregierung die höheren Preise voll aus.

IMAGO / Maximilian Koch

Das Bruttoinlandsprodukt ist der grobe Maßstab unseres Wohlstands. Das ist von Ende 2022 auf Ende 2023 um 0,4 Prozent zurückgegangen. Allein von Ende September des vergangenen Jahres auf Ende Dezember ist die deutsche Wirtschaft um 0,3 Prozent geschrumpft. Trotz Rekord-Zuwanderung in den beiden vergangenen Jahren verfügen wir über deutlich weniger Güter und Dienstleistungen pro Kopf – wir müssen sparen und auf medizinische Behandlung warten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Januar um 189.000 gegenüber dem Vorjahresmonat, die Bundesagentur für Arbeit registrierte 169.000 Arbeitssuchende mehr als im Dezember.

Wie sieht da der Haushalt aus, den Finanzminister Christian Lindner (FDP) vorlegt? Von 2019 auf 2024 sind die Ausgaben des Bundes von 357 auf 477 Milliarden Euro gestiegen. Um mehr als ein Drittel also. In den gleichen fünf Jahren ist aber die Wirtschaftskraft nicht einmal um ein Fünftel gewachsen. Die deutsche Bundesregierung lebt über unsere Verhältnisse. Der Staat gibt mehr Geld aus. Woher hat er es? Von uns Steuerzahlern. Kommt zurück, was man uns genommen hat? Bei den meisten jedenfalls geht die Rechnung schlecht aus.

Dazu passt, dass Lindners Haushalt für das bereits laufende Jahr auf 39 Milliarden Euro an neuen Schulden beruht. Selbst das sei noch schöngerechnet, werfen ihm die Zahlenspezialisten der Opposition vor. Rechne man alle Nebenhaushalte mit, also das, was unter dem Tisch verborgen wird vor uns, dann soll die Neuverschuldung in diesem Jahr sogar 97 Milliarden Euro betragen. Mit den Neuverschuldungen, die Deutschland wegen der Finanzpolitik der EU übernehmen müsse, seien es sogar 111 Milliarden Euro neuer Schulden in Deutschland. Diese Zahl muss man kennen, wenn die Aufhebung der „Schuldenbremse“ gefordert wird.

Wir haben Schulden, die Regierung macht immer weiter neue – und es reicht immer noch nicht. Wer arbeitet, muss mit steigenden Preisen und wachsenden, neu erfundenen Steuern zurechtkommen. Den Empfängern von Bürgergeld gleicht die Bundesregierung die höheren Preise voll aus.

Zahlen zeigen das Schicksal einer Nation.


Unterstützung
oder

Kommentare ( 22 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

22 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
giesemann
21 Tage her

An den Schutzgeldern darf natürlich nicht geschraubt werden – zu gefährlich für die Schrauber.

Franz O
21 Tage her

Schön, dass es erwähnt wird. Der stärkste Treiber ökonomischen Wachstums auf volkswirtschaftlicher Ebene ist meiner Meinung nach nicht (mehr) Produktivitäts- und Effizienzsteigerung der Prozesse, sondern schlichtweg Bevölkerungswachstum. Ich habe immer den Eindruck, dem wird von Ökonomen viel zu wenig Beachtung geschenkt. Man schaue dabei auf das seit 30 Jahren stagnierende Japan. Allerdings muss man sich auch die Frage stellen, ob diese Stagnation jetzt für die Mehrheitsbevölkerung etwas Schlechtes sei. Das glaube ich nämlich nicht. Unter Eindruck der Korrelation Bevölkerungsgröße und Wirtschaftsgröße ist es geradezu bemerkenswert, wie die deutsche Regierung es schafft trotz millionenfacher Massenmigration negatives Wirtschaftswachstum zu erzeugen. Muss man… Mehr

Last edited 21 Tage her by Franz O
GrafZahl04
21 Tage her

Eigentlich eine Schande, dass sowas als Randnotiz gestern in der seriösen Tagesschau zu sehen war. Normal hätte man in den Tagesthemen doch dazu Robert H. fragen müssen. Oder C. Lindner – wie er die Mindereinahmen verkraftet….
Eigentlich müssten HIER die Menschen auf die Straße gehen dafür. Es ist ja nicht wirklich eine bessere in Sicht. Da kann Robert H doch noch seine Liebe zum Vaterland entdecken ….solange das Umfeld nicht stimmt – investieren die Firmen lieber woanders.

johnsmith
21 Tage her

Ist ja logisch dass das BIP sinkt wenn alle energieintensive Produktion wegen der höchsten Gas- und Stromkosten der Welt ins Ausland verlagert wird (wie bei BASF, die hier die Produktion herunterfahren und in China ein Werk bauen).

November Man
21 Tage her

Deutschland ist Dank den Roten, Gelben und Grünen die einzige Wirtschaft der G7 die schrumpft. Wegen der Ampel sitzen wir in einer tiefen Rezession fest. Unser Land entwickelt sich weiter nur rückwärts. Wegen der Co2-Steuer und der Verdoppelung der LKW-Maut steigen die Preise und Kosten für die Verbraucher täglich ohne Ende in Sicht. Die Industrie macht zu, entlässt die Arbeitnehmer oder geht wegen der linken Ampel gleich ins Ausland. Die Sanktionen gegen Russland sind fehlgeschlagen, Russlands Wirtschaft wächst um 4%, und haben Deutschland selbst am stärksten schwer getroffen. Wir haben mit RotGelbGrün nicht nur die Dümmste, sondern auch die für… Mehr

Der Ingenieur
21 Tage her

Am Wochenende meldete das Handelsblatt:

„Nicht nur in Kiew, sondern auch in frontnahen Städten sind Restaurants und Kinos wieder offen, an den Plakatsäulen hängt neue Werbung. 

Die ukrainische Wirtschaft ist nach dem Einbruch von 2022 im vergangenen Jahr um etwa fünf Prozent gewachsen, wie das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) schätzt.“

Die Wirtschaft der Ukraine wuchs 2023 also um +5%, während gleichzeitig die Wirtschaft in Deutschland mit durchschnittlich -0,5% ins Minus fiel und zum Schlusslicht Europas geworden ist.

Warum wohl? Und demnächst will die Regierung nochmals 22 Mrd. Euro den deutschen Bürgern entziehen und sie in die Ukraine transferieren.

Last edited 21 Tage her by Der Ingenieur
Ulric Viebahn
21 Tage her

„Den Empfängern von Bürgergeld gleicht die Bundesregierung die höheren Preise voll aus.“ Eine bewährte Variante, Stimm- und Demonstrationsvolk zu korrumpieren“

BK
21 Tage her

Wenn sie sich Gehör verschaffen wollen, müssen die Verbandsmitglieder aufhören, die Steuern ihrer Angestellten an die Finanzämter zu überweisen.

Dieter Rose
21 Tage her

Abef die Aktionäre dürfen lt. Presse hohe Divisenden erwarten. Mag ja alles so seine Berechtigung haben, auch wenn die nächste Nachricht heißt: Bizerba baut Stellen ab…

Reimund Gretz
21 Tage her

Die schlechte Politik der Ampelregierung ist real in Deutschland wahrnehmbar.
Von der #Ampelregierung ist die nächsten zwei Jahre nichts Vernünftiges für Deutschland und die Bevölkerung zu erwarten, die volle Konzentration und Einsatz verbrauchen sie für ihre AFD – Hysterie!
Vieles bei der Bedrohung von rechts sind reine fiktive Szenarien!

In Deutschland hat sich schlechte Politik und schlechter Journalismus verbrüdert, man darf gespannt sein wie lange das Ablenkungsmanöver mit der AFD durch Politik & Medien noch funktioniert, denn die ungelösten Sachprobleme sind wie ein „Pulverfass“.