Die Schuldenorgie sei für Investitionen gedacht und nicht für Luxusprojekte. So haben es Friedrich Merz und Lars Klingbeil versprochen. In der Realität verteilen die beiden das Geld an ihre Freunde – und für den Schienenbau fehlt es nach wie vor.
picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski
Die Deutsche Bahn ist in einem verheerenden Zustand. Der Vorstand kündigt offen an, dass die Verspätungen mindestens dieses Jahr noch außer jeder Kontrolle sein werden. Während der Fußball-Europameisterschaft wurde der deutsche Schienenverkehr zum Gespött aller anderen Nationen auf dem Kontinent. Keine andere Baustelle legt das Versagen bisheriger christ- und sozialdemokratischer Bundesregierungen so offen wie auch das Versagen der aktuellen schwarz-roten Regierung.
Christ- und Sozialdemokraten versagen nach allgemeinen Maßstäben ebenso wie nach denen, die sie selbst festgelegt haben: Um den Grünen nach dem Mund zu reden, führten Angela Merkel (CDU), Olaf Scholz (SPD) und führt Friedrich Merz (CDU) den Umstieg vom Auto als zentrales Anliegen im Munde. Dieser Umstieg scheitert aber am miserablen Zustand des Schienennetzes. Während die Straßen ebenfalls verfallen und Brücken gesperrt werden müssen, weil Merkel, Scholz und Merz auch in diesem Bereich versagt haben. Die Infrastruktur, einst ein Vorteil der deutschen Wirtschaft und eines der Argumente, die das hohe Lohnniveau hierzulande rechtfertigten, wird allmählich zum Problem für den Standort.
Alle Kritiker haben davor gewarnt, dass Finanzminister Klingbeil einen Bauerntrick anwenden wird. Klingbeil hat das mit aller Energie dementiert – um dann den Bauerntrick halt doch anzuwenden: Er hat Ausgaben für den Bau von Straßen und Schienen ins „Sondervermögen“ verschoben, um so behaupten zu können, die Schulden seien eben zu diesem Zweck gedacht. Den dadurch frei gewordenen Spielraum im eigentlichen Haushalt nutzt der Finanzminister für alles, was der Regierung Merz-Klingbeil wichtig ist: die eigene Gehaltserhöhung, die Zuschüsse für die Projekte der Parteifreunde oder die drastisch erhöhten Zahlungen an die nachweislich korrupte ukrainische Regierung.
Das Geld für die Schiene fehlt immer noch. Das ergab die Antwort auf eine Anfrage, die Matthias Gastel, Tarek Al-Wazir und Victoria Broßart (alle Grüne) im Bundestag gestellt haben. Demnach fehlen im laufenden Jahr 100 Millionen Euro, um wenigstens die Bauprojekte umsetzen zu können, die der Bund als wirklich dringend eingesteht. Im nächsten Jahr fehlen dann 300 Millionen Euro, darauf 500 Millionen Euro und 2029 – am Ende der Wahlperiode – sind es schon 1,1 Milliarden Euro. Der Fehlbetrag im Schienenbau steigt ebenso wie die Bezüge der grünen und roten Parteigänger in den NGOs. Das nächste Versprechen, das Friedrich Merz gebrochen hat.
Schnieder hält nun mit einer Jubelmeldung dagegen. Zumindest soll: „Mittel für Erhalt und Sanierung in 2025 vollständig verbaut“ eine Jubelmeldung sein. Die insgesamt 32 Milliarden Euro für Straßenbau, Schienen und Wasserstraßen zusammen seien bereits zu 95 Prozent verarbeitet. Die Summe fällt auch dadurch höher aus als gedacht, weil es nach dem Aus der Ampel unter der rot-grünen Minderheitsregierung einen faktischen Ausgabenstopp gegeben hat. „Dennoch ist es gelungen, mit Beginn der Legislaturperiode einen sofortigen Hochlauf der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zu starten“, lobt sich Schnieder.
Das Bundesverkehrsministerium geht gezielt den Abbau des infrastrukturellen Nachholbedarfes an, sagt Schnieder – ohne die Unterfinanzierung zu erwähnen. Dafür verspricht der Minister: „Mehr Tempo aufnehmen muss die Digitalisierung der Schiene sowie des rollenden Materials.“ Und Schnieder ist keiner, der Tempo aufnehmen vortäuscht, indem er einen Arbeitskreis gründet oder eine Kommission, oder der einen Gipfel inszeniert.
Nein. Patrick Schnieder gründet einen „Runden Tisch“. Das ist was ganz anderes als ein Arbeitskreis, weil … Lesen wir, was das Ministerium selbst schreibt: „Auf Basis dessen werden die Sektorvertreter bis Ende dieses Jahr beraten, wie die bundeseigene Schieneninfrastruktur insgesamt digitalisiert werden kann. Der Bund wird anschließend seine Digitalisierungsstrategie für die Schiene konkretisieren …“
Immer, wenn die Regierung Friedrich Merz Tempo verspricht, ziehen sich Beamte zum Reden zurück und dann passiert erstmal nichts mehr. Noch so eine Baustelle, die typisch für die Kanzler Merkel, Scholz und Merz ist.



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Wer auch immer zurzeit auf der politischen Karriereleiter ganz nach oben steigt und oben verbleiben will, muss an der unteren Sprosse bereits alles zurücklassen, was das Menschsein charakterlich im positiven Sinne noch ausmacht. Der haftungsfreie Aufenthalt hoch oben im Wolkenkuckucksheim muss und darf nur noch der politischen Verwahrlosung dienen.
In diesen Sphären gibt’s nur noch Ideologiegetriebene Zielsetzungen, die nur noch Vaterlands – und Kulturverrat neben umfassender Gemeinwohlzerstörung kennen und zulassen. Unsere führenden Angestellten im Staatsdienst sind den Mostrich nicht wert, den man auf sie streichen müsste, um sie genießbar zu machen.
Schuldenorgie….warum wird diese hier in deutschland so kritisiert? Ständig lese ich das Trump (die USA) und China es richtig und besser machen dabei ist deren verschuldung noch viel höher bzw die verschulden sich weiterhin noch viel mehr als wir es tun. So würde China jetzt einfach mrd auf mrd in die bahn pumpen und dafür einfach mehr schulden machen.
Nun ja, warum sollten ausgerechnet die Kanzler-Lusche Merz (CDU) und sein „Luschen-Stallvertreter“ Klingbeil (SPD) an den Schienenbau interessiert sein und dafür die durch Schulden gemachten Steuergelder frei- und hergeben wollen? Denn im Gegensatz zu manch Bürger, haben es doch diese beiden Polit-Luschen und Versager Merz und Klingbeil nicht nötig mit der blöden und zu meist verdreckten, besonders seit 2014/15 oft überfüllten und immer öfter verspätet kommende Bahn zu fahren weil sie doch sooo schön und bequem und auf Staatskosten in „ihren“ gepanzerten Staatskarossen kutschiert werden oder bequem den Flugbetrieb nutzen können. Sollen sich doch Wir, der gemeine Pöbel, an dem… Mehr
Stichwort „Digitalisierung von Schieneninfrastruktur“:
Und ich Dummerle dachte immer, Produktion und Verlegen von Schienen sei eine analoge Angelegenheit…
Sollte eine Schiene aus Materialermüdung brechen, kann man immer sagen, Putin hätte sie gesprengt. So wie in Polen letztes Jahr – dabei sind sich sogar PO und PiS einig.
Der Krug geht so lange zu Wasser bis er zerbricht. Und die Risse im Gefäß sind schon deutlich sichtbar.
An der Bahn hat sich schon so manch politisches Schwergewicht verhoben. Dass so eine trübe Tasse wie Schnieder da scheitern würde, war doch vorprogrammiert. Ich habe manchmal das Gefühl, man wolle die Bahn gar nicht auf Vordermann bringen. Anders sind mir die Besetzungen der Verkehrsministerposten mit solch politischen Leichtmatrosen ohne Sachkenntnis nicht zu erklären. Schnieder ist Jurist. Einen Mathematiker, Ingenieur oder Informatiker, die strukturell denken und entwickeln können, würde ich mir auf diesem Posten wünschen. Juristen sind die absoluten Fehlbesetzungen in (fast) jedem Amt. Und was Merz und dessen Forderung vom Umstieg vom Auto auf die Bahn angeht, so kann… Mehr
„Ein Großteil des Sondervermögens Infrastruktur wird für Regelaufgaben des normalen Etats verwendet. Das Ifo-Institut hat errechnet, dass 93% zweckentfremdet werden.“ (TE 2/26 Seite 46)
Netzfund. Hier unterschreibe ich Wort für Wort! Herr Bundeskanzler der zweiten Wahl… erlauben Sie mir eine Frage. Ganz direkt. Ohne das übliche diplomatische Weichspülmittel, das Sie so schätzen. Wann genau eigentlich… ist in Ihren Kreisen der Entschluss gefallen, dass die Menschen in diesem Land nur noch eine lästige Ressource sind? Etwas, das man melkt, das man diszipliniert, das man von oben herab moralisch belehrt – aber das man unter keinen Umständen mehr ernst nimmt? Sie stehen dort oben, exemplarisch für eine Kaste, die sich eine Arroganz antrainiert hat, die ihresgleichen sucht. Ein geschlossener Zirkel. Man applaudiert sich auf Podien gegenseitig… Mehr
Wenn Merz und sein Sozius nicht wollen, soll er sich doch Geld von Selensky leihen, denn dort kommt vieles von uns an, was wir dringenst selbst benötigen und der Wahnsinn dieserhalb keine Grenzen kennt.