Merz-Strohfeuer bereits abgefackelt: Kalte Dusche für Bundesregierung

Jüngste Zahlen aus der deutschen Industrie deuten darauf hin, dass sich der wirtschaftliche Abstieg weiter beschleunigt. Besorgniserregend ist dabei der Befund, dass selbst die gigantischen Schuldenprogramme der Bundesregierung wirkungslos zu verpuffen scheinen.

picture alliance / dts-Agentur

Staatliche Konjunkturprogramme sind traditionell kostspielige politische Vehikel zur Stabilisierung der Wählerbasis regierender Parteien. Sie folgen ausschließlich politischer Logik, und sie sollen vor allen Dingen den Konjunkturzyklus verkürzen und die Last der Arbeitslosigkeit als entscheidendes Kriterium künftiger Wahlen möglichst reduzieren.

Gesamtwirtschaftlich erzeugen staatliche Konjunkturpakete, wie das von der Bundesregierung unter Friedrich Merz initiierte Rüstungspaket oder die dauerfinanzierte grüne Kunstökonomie, keinerlei substanzielles Wachstum oder gar Wohlstand. Die politische Praxis, ideologische Projekte zu bevorzugen und deren Umfang ins schier Unermessliche zu skalieren – wie es im Rahmen der grünen Transformation geschieht – verursacht gigantischen Kollateralschaden, da knappe Ressourcen fehlgelenkt werden und somit als Investitionsmittel in den produktiven Bereichen der Ökonomie fehlen.

Fortsetzung des Zerstörungswerks
In der Krise erweist sich die Ökotransformation als wehrhaft
Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes für Januar bestätigen diesen Befund und zeichnen ein klares Bild der Lage in der deutschen Industrie.⁠ Wir erinnern uns: Im Dezember feierte die Bundesregierung die vermeintliche Wiederauferstehung der deutschen Industrie, die seit 2018 unter dem Druck von Überregulierung, hohen Fiskallasten und astronomisch hohen Energiekosten in die Knie geht. Damals stand ein Auftragsplus von über neun Prozent zu Buche, künstlich angeschoben durch einen Großauftrag für die Rüstungsindustrie.

Nun bescherte das Statistische Bundesamt der Bundesregierung die kalte Dusche: Im Vergleich zum Dezember 2025 sank der Auftragseingang der Industrie um 11 Prozent. Bereinigt um Großaufträge lag das Minus lediglich bei 0,4 Prozent im Vormonatsvergleich. Insgesamt lag der Auftragsbestand immerhin 3,7 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Auch die Industrieproduktion fiel erneut zurück, 2,5 Prozent weniger im Vergleich zum Dezember 2025. Die Dezemberaufträge wurden zudem revidiert und zeigten nur noch einen Anstieg von 6,4 Prozent zum Vormonat. Besonders hart traf es die bislang krisensichere Pharmaindustrie mit einem Produktionsrückgang von 11,9 Prozent, während die Metallerzeugung um 12,4 Prozent zurückging.

Erwartet waren lediglich ein Rückgang von 4,5 Prozent beim Auftragsbestand und ein Produktionszuwachs von 1 Prozent. Die deutsche Industrie verfehlte damit erneut die zu optimistischen Konsensschätzungen von Staatsökonomen und Politik. Dies deutet darauf hin, dass man weder im Regierungsviertel noch unter den staatsnahen Ökonomen wahrhaben will, dass die Realität der Wirtschaft längst Einzug gehalten hat.

Handelspolitik und Geostrategie
Strukturverschiebungen im Handel decken strategische Fehler auf
Auf den Zauber von Habeckonomics und Green Deal folgen nun Insolvenzrekorde im Mittelstand und Massenentlassungen in der Großindustrie. Etwa 300.000 Industriejobs wurden in den vergangenen Jahren bereits abgebaut. Es ist ein bedenklicher Befund, dass diese ökonomischen Fakten bei entscheidenden Landtagswahlen zumindest in den westdeutschen Bundesländern keine Rolle mehr zu spielen scheinen.

Die aktuelle Krise in der Straße von Hormus, mit stark steigenden Energiekosten, mag, wenn alles gut läuft, nur ein vorübergehendes Phänomen sein.

Strukturell zeichnet sich jedoch bereits die nächste Gewitterwand für die deutsche Industrie ab. Gelingt es den USA, die Energieverteilung in dieser Region unter ihre geopolitische Kontrolle zu bringen, werden sie gemeinsam mit Russland und den Golfstaaten künftig als Preissetzer der globalen Energie auftreten.

Welche Rolle die von externer Energie abhängige deutsche Industrie dann noch spielen wird, bleibt angesichts der feindseligen deutschen Politik gegenüber Washington abzuwarten.

Kaufkraft und Wohlstand
Inflation zernagt Einkommenszuwachs: Deutschland in der Armutsspirale
Die rückläufigen Industriezahlen passen ins Bild und bestätigen den Verdacht: Deutschland wird auch 2026 kein Wirtschaftswunder unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen erzeugen können. Im Grunde genommen hat auch das Wirtschaftsministerium das Handtuch geworfen und seine Prognose für das laufende Jahr auf ein Prozent zurückgeführt. Angesichts einer Staatsquote von 50 Prozent und einer Neuverschuldung von rund 5 Prozent bedeutet dies einen faktischen Rückgang der Privatwirtschaft um mindestens 3 Prozent im laufenden Jahr.

Die Zahlen korrespondieren mit dem Produktionsrückgang der Industrie im Januar. Die Wahlen in Baden-Württemberg liefern Hinweise darauf, dass sich die politische Strategie – wenn man sie überhaupt noch so nennen kann – des ideologischen Umbaus in eine Degrowth-Ökonomie nahezu widerstandslos fortsetzen dürfte.

Staatsapparat und Wohlfahrtswesen haben in Deutschland das Leistungsprinzip und die früher geltenden meritokratisch-bürgerlichen Werte systematisch untergraben. Das affirmative Wahlverhalten in Baden-Württemberg sowie das kontinuierliche Schweigen aus der Wirtschaft angesichts des ökonomischen Verfalls deuten darauf hin, dass sich das Land irreversibel in eine tiefe Dekadenzphase manövriert hat, in der sein Autoimmunsystem auf eine Weise geschwächt wurde, dass eine Rückkehr zu stabilen wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen nicht mehr realistisch erscheint.

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Kommentare ( 14 )

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Arminius
13 Minuten her

Das war doch von vorne rein klar, das die Sonderschulden wieder irgendwie zum Fenster raus geworfen werden.
Nur für das eigenen Volk ist nie was über.

Michael Palusch
17 Minuten her

die gigantischen Schuldenprogramme der Bundesregierung wirkungslos zu verpuffen scheinen.

Ja was denn sonst!
Im Gegensatz zu vielen anderen hier bin ich nicht gegen Staatsverschuldung. Aber dieses Geld kann nur dann auch Wirkung entfalten, wenn es nicht für Rüstung, für weiter reichlich Opfergaben an den ebenso heiligen wie hinfälligen Klepper „Klimarettung“, für endlose Transferleistungen an eine Kriegspartei oder zur Rundumversorgung der Beladenen dieser Welt, die es, anders als gefüllten Benzinkanister in Fahrzeugen mit deutschen Kennzeichen, unbehelligt vom Zoll/Grenzschutz über die deutsche Grenze schafften und dann radebrechen das Wort „Asyl“ hervorbringen, verpulvert werden.

Klaus Uhltzscht
20 Minuten her

Ich erinnere mich, daß in Ecuador die Regierungen, meist vor Wahlen, immer 1 Million Dollar an die Pazifikküste sendeten, damit dort eine Trinkwasserversorgung entstehe. Es war ziemlich genau bekannt, wieviele Dollars auf dem Weg von der Hauptstadt Quito bis zur Küste „verdunsten“. Nämlich es kamen immer genau Null Dollar an der Küste an.
Ich sah in einem Küstendorf ein Büro der Regierung, auf dem Schild stand: „Entwicklungsbüro für die Trinkwasserversorgung“. Der diensthabende Offizier stand vor dem Büro in der Sonne und unterhielt sich mit dem Fahrer des Tank-LKW, von dem die Dorfbewohner ihr Wasser zapften.

Endlich Frei
26 Minuten her

Dies ist keine „Krise“, weil im Wort Krise liegt etwas Temporäres, Korrigierbares. Das ist eine strukturelle Ursache, die niemand anzugehen gedenkt und politisch – infolge der Brandmauer – nicht mal verhandelbar ist. Vergleichen wir das mit einem Berglauf zwischen vielen Wettbewerbern: Wir sind die letzten, weil unsere Läufer mit 30 Kilo Zusatzblei im Rucksack unterwegs sind: Es liegt nicht an den Schuhen, nicht an der Strategie, nicht am Willen des Läufers: Es liegt an der Dummheit der Trainer, die dieses Zusatzgewicht für unverhandelbar erklären: Wer schnell läuft, soll leiden. Übertragen heißt das: Mit Solar und Wind im Tank kannst Du… Mehr

Buck Fiden
28 Minuten her

WIe viel von dem „Sondervermögen“ ist in die Ukraine oder in die Rüstung geflossen? Wie viel in – bundesdeutsche, nicht peruanische – Infrastrukturprojekte? Ist von der Sonderkohle überhaupt noch etwas da?

Ich bin RECHTS
44 Minuten her

Der Niedergang Deutschlands in 3 Stufen:

1. Stufe:
Atomausstieg 2011

2. Stufe:
Grenzöffnung 2015

3. Stufe:
Schuldenorgie („Sondervermögen“) 2025

Gemäß seriösen Studien (u.a. Prof. Raffelhüschen et al) belaufen sich die generationenübergreifenden Kosten hierfür auf >7,5 Billionen Euro. Das kann keine Volkswirtschaft der Erde verkraften.

P.S.:
Die Frau, die das größtenteils zu verantworten hat, wird aktuell mit dem höchsten Verdienstorden der EU geehrt.

VK
36 Minuten her
Antworten an  Ich bin RECHTS

Und 2009 die „Rettung Griechenlands“ (Beginn von EU Gemeinschaftsschulden).

Alf
44 Minuten her

Wenn die gigantischen Schuldenprogramme der Bundesregierung wirkungslos zu verpuffen scheinen, dann stellt sich die Frage, warum diese Regierung immer noch im Amt ist. Wenn die C-Parteien vor der Brandmauer verbrennen, die „böse“ Partei hinter der Brandmauer geschützt ist, dann hat die Brandmauer ihren Zweck erfüllt. Kanzler Friedrich Merz sei keine Hypothek, sondern ein guter Kanzler, heißt es von der CDU. Und dass einige Versprechen der Bundestagswahl, wie etwa weniger Schulden machen, nicht gehalten wurden, spiele ja nicht wirklich eine Rolle.https://www.tagesschau.de/inland/landtagswahlen/baden-wuerttemberg-reaktionen-bund-100.html Kann man ernsthaft nicht mehr kommentieren. Merz sieht „keine Auswirkungen auf die Koalition“ im Bundhttps://www.moz.de/nachrichten/politik/landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-merz-sieht-keine-auswirkungen-auf-die-koalition-im-bund-78691774.html Die Frage ist nicht ob,… Mehr

Paprikakartoffel
23 Minuten her
Antworten an  Alf

:
Sobald der Propagandamaschinerie aus ÖRR, RND und „N“GOs der Stecker gezogen wird bzw diese in den rauhen, subventionsfreien Wind des freien Marktes gesetzt werden.

AHamburg
45 Minuten her

es ist ganz einfach, wenn die nicht sofort diesen Klimaquatsch und ihre gescheiterte Energiewende beenden, wird die Industrie in Deutschland vernichtet.

Steuernzahlende Kartoffel
47 Minuten her

Wegen der iran.Revolutionsgarden, Trump, Putin und Orban ist doch jetzt die Gelegenheit zur „Klima“-„Neutralität“ 2030 – also 100.000 Windräder in die Alpen, 100.000 Windräder in Nord- und Ostsee. Das schafft Arbeit, und die Belastung der Steuerzahler bekommen die ab 2031 zurück, nachdem sie sich Entenpastete Verzeihung freudsche Fehlleistung Batterieautos und Wärmepumpen gekauft haben, was auch wieder paar Arbeitsplätze schafft! Man muss da einfach größer rangehen, 1 Bio Sondervermögen verfrühstücken ja schon die 5 Mio Gäste von Merkel p.a. Also 1 Trillion muss das nächste Sondervermögen schon betragen.

Last edited 45 Minuten her by Steuernzahlende Kartoffel
epigone
48 Minuten her

Ich kann da eine etwas überraschende Information beisteuern: die Führungsebene der großen Unternehmen ist nicht dämlich. War sie noch nie. Man sieht wohin das Land steuert und man sieht was das für das eigene Unternehmen bedeutet. Mal abgesehen von Typen wie Herbert Diess, der ein willfährig-feiger Staatsdiener war, dem der eigene Geldbeutel alles und das Unternehmen nichts war. Und was machen die Unternehmer? Sie machen natürlich keine Politik, denn das ist nicht ihr Geschäft. Sie verhalten sich affirmativ und singen im Inland das Lied derjenigen, die ihnen vielleicht noch mal ein paar Subventionen geben. Und verlagern gleichzeitig die Produktion ins… Mehr

Last edited 45 Minuten her by epigone