Wie globales Geldwissen in einer westlichen NGO konzentriert und weiterentwickelt wurde, um durch privatisiertes Geldwesen die Machtinteressen der Elite zu fördern. Von BB Wertmetall
picture alliance / Zoonar | Bartomeu Balaguer Rotger
Um den Templerorden, der ursprünglich den Namen „Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem“ trug und der um das Jahr 1119 in Jerusalem gegründet worden war, ranken sich eine Menge dunkler Geschichten. In diesem Artikel geht es vorrangig um die Entwicklung des Geldwesens durch den Orden in den rund 200 Jahren seines offiziellen Bestehens und die anschließende Übernahme seines Geldwissens in noch heute existierende diskrete Gesellschaften.
Im Anschluss an den Ersten Kreuzzug gründeten sich die Templer als eine Art Straßenrettungsdienst, der Pilger im Heiligen Land vor den Überfällen bewaffneter Muslime schützte. Die Ordensgründer – im Wesentlichen französische Ritter – bekamen von Balduin, dem ersten christlichen König von Jerusalem, die heutige al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg als Hauptquartier geschenkt. Diese steht nach der Überlieferung auf den Grundmauern des salomonischen Tempels.
Ihre Ordensregeln entwarf die herausragende geistige Autorität der damaligen Zeit, der Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux. Die Templer schworen ein Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam und hoben sich damit moralisch von der säkularen Ritterschaft ab. Allerdings rechtfertigte Clairvaux auch ausdrücklich die Verteidigung und Ausbreitung des christlichen Glaubens mit militärischen Mitteln – eine Irrlehre in der Christenheit, die insbesondere in den vielen Kreuzzügen sichtbar wurde und auch Millionen zivile Todesopfer forderte.
Dabei hatte Jesus selbst den Apostel Petrus ausdrücklich zur Gewaltlosigkeit aufgefordert, und später lehrte der Apostel Paulus, dass gemäß Gottes Willen allein bei den staatlichen Autoritäten das Gewaltmonopol liege. Genau dieses staatliche Gewaltmonopol aber wurde durch das Papsttum und die ihm direkt unterstehenden militärischen Ritterorden mehr und mehr untergraben, von der zusätzlichen politischen Einflussnahme auf die Kriegsführung der Könige und Kaiser durch die Kirche ganz zu schweigen.
Und so verwundert es nicht, dass die zunächst ehrenhaften und karitativen Ziele des Templerordens in der Folgezeit immer mehr in den Hintergrund rückten. Schon zehn Jahre nach der Gründung verfügte der Orden über beträchtlichen Grundbesitz und Niederlassungen überall in Europa und wurde zeitweise in der westlichen Hemisphäre zur einflussreichsten Nichtregierungsorganisation (NGO) nach dem Papsttum.
Der Apostel Paulus hatte einst an Timotheus geschrieben: „Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind …“ Das war zwar über 1000 Jahre früer, passt aber genau auf die frühmittelalterliche NGO. Denn die „Arme Ritterschaft“ gründete buchstäblich ein Finanzimperium, wurde durch Schenkungen, Geldhandel- und -verleih sowie finanzielle Erpressungen immer reicher. Schon früh entwickelte sie unter anderem ein lukratives Arbitragegeschäft, bei dem sie sich die unterschiedlichen Gold-Silber-Ratios in Ost und West zunutze machen.
Während in China und Indien damals Silber in Gold sechs bis sieben zu eins getauscht wurde, lag das Umtauschverhältnis im damaligen Europa etwa doppelt so hoch. In Hampi, der Hauptstadt des letzten Hindu-Reiches von Vijayanagar in Südindien, sind noch heute zahlreiche Templerzeichen, insbesondere das Tatzenkreuz, zu finden.
Doch bei der bewaffneten Wertelogistik blieb es nicht; die Templer akkumulierten weltweit fortgeschrittene Technologien und Spezialwissen, welches sie zum Teil mit ihren Förderern beim Zisterzienserorden teilten, wovon nicht zuletzt die beeindruckenden Fortschritte beim Kathedralenbau zeugen.
Erfinder des frühen Reiseschecks
Auch Detailwissen um die chinesische Erfindung des Papiergeldes gelangt frühzeitig in ihre Hände. Die Templer entwickeln damit eine eigene Art der Kreditbriefe, die als Vorläufer der heutigen Reiseschecks angesehen werden können. Möglicherweise sogar unter der Verwendung einer Absicherung des „Reiseschecks“ durch eine „Pin“, ein Passwort, das die Schatzmeister der Templer nach einer nur ihnen bekannten Dechiffrierung aus dem Kreditbrief zu ermitteln wussten. Auch dieses Spezialwissen war im antiken Mittelmeerraum bereits entwickelt worden. In jedem Fall etablieren sie ein effektives Verrechnungssystem zwischen ihren Niederlassungen in Europa und dem Nahen Osten, machten damit Finanzgeschäfte international.
Ende des 12. Jahrhunderts waren für die Templer Geldanleihen zu ihrer maßgeblichen geschäftlichen Betätigung geworden. Dabei finanzierten sie nicht nur westliche Kaufleute, Adlige und Könige, sondern auch die – offiziell bekämpften – Muslime. Über mehr als 100 Jahre hielt der Orden Könige und Kaufleute in Abhängigkeit. Aus Männern des Glaubens und des Rittertums wurden gewiefte Finanzfachleute, Lobbyisten und Investoren, die nicht selten über Leichen gingen.
Der Orden bildete in vielen Ländern faktisch einen Staat im Staate und war für weltliche Herrscher nahezu unantastbar. So war er nicht nur von der Steuer befreit, sondern durfte selbst Steuern erheben und unterhielt neben einer schlagkräftigen Militärmacht eine eigene Gerichtsbarkeit. Immer deutlicher zeigte sich im Verlauf der Zeit, dass die Templer supranationale eigene Interessen entwickelten und dabei ihre finanzielle Stärke einsetzten, um insbesondere die staatlichen Mächte zur Mitwirkung an ihren verborgen gehaltenen Zielen zu verpflichten. Die biblische Wahrheit „Der Schuldner ist der Knecht des Gläubigers“ wird zu ihrem entscheidenden Mittel politischer Einflussnahme. Das damals aktuellste Geldwissen wurde mit den Templern rund 1700 Jahre nach der Erfindung des staatlichen Münzgeldes praktisch privatisiert. Und dabei ist es bis heute geblieben.
Das Wissen der Templer besteht fort
Der Templerorden selbst verlegte nach den Niederlagen der abendländischen Armeen und Stützpunkte im Nahen Osten sein Zentrum nach Frankreich. Dort veranlasste König Philipp V., der beim Orden hoch verschuldet war, am Freitag, dem 13. Oktober 1307, in einer polizeilich bis dahin einmaligen Kommandoaktion die zeitgleiche Verhaftung nahezu aller Ritter und Anführer des Templerordens in seinem Herrschaftsgebiet.
Die Inquisitionsprozesse zogen sich Jahre hin, 1310 wurden 54 Ritter in Paris verbrannt und 1314 schließlich auch der letzte Großmeister des Ordens hingerichtet. Nachdem die Organisation 1312 von Papst Clemens V. aufgelöst und das verbliebene Ordensvermögen überwiegend an den Ritterorden der Johanniter und in Portugal an den neu gegründeten Orden der Christusritter verteilt worden war, gab es deutliche Hinweise, dass viele Templer nicht nur in diesen und anderen Ritterorden untergekommen, sondern auch bei der Weiterentwicklung oder Gründung diverser geheimer Gesellschaften beteiligt waren. Beispielhaft sei die noch heute weitverbreitete schottische Hochgradfreimaurerei genannt, die in reichem Maße Templersymbolik und -vokabular verwendet.
Der Geheimbund der Rosenkreuzer gebrauchte jahrhundertelang das rote Tatzenkreuz der Templer und widmet sich auch heute noch der Bewahrung des Geldwissens mit dem „Stein der Weisen“, der als Schlüssel zur Weltherrschaft angesehen wurde.
In Italien begann das Aufblühen des Bankwesens im 14. Jahrhundert, indem die florentinische Dynastie der Medici die durch die Zerschlagung des Templerordens entstandenen Lücken bei der Deckung staatlicher und privater Kreditnachfrage auffüllte. Das private Geschäft mit dem Geld wurde damals international salonfähig, und wie wir in den nächsten Folgen sehen werden, wuchs es im Verlauf der Jahrhunderte zur möglicherweise global einflussreichsten nichtstaatlichen Macht heran.


Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Das ist die Art von Geschichtsunterricht, die ich nachträglich in meiner Schulzeit so vermisst habe. Respekt!
Ich muss gestehen, dass mich so etwas wirklich sehr interessiert.
Die Geschichte des Geldes und des Bankwesens.
Auch der Vatikan hat also NGOs, immer noch?
Deshalb ist doch der vermeintliche Anwurf gegen Herrn Soros(siehe Kommentar hier) aus der Zeit gefallen, vorausgesetzt, er hält sich an Regeln.
Und wieder einmal ganz vorne dabei, China.
Eine atemberaubende Nation, Gesellschaft, Gemeinschaft usw.
Es war Phillip IV, nicht der V., der die Templer vernichtete. Dazu musste er zunächst zwei Päpste beseitigen: Bonifatius VIII wurde beim Attentat von Anagni schwer verprügelt, weil er Phillip IV exkommuzieren wollte. Er starb zwei Wochen später vermutlich an den Folgen der ärztlichen Behandlung. Sein Nachfolger Benedetto XI wurde – mutmasslich auf Geheiß von Phillip IV – vergiftet. Papst Clemens V hatte daher ein offenes Ohr für die Wünsche des französischen Königs, er war ja nicht Lebensmüde. So wurden die Templer durch Clemens V zu Ketzern erklärt und so zum Abschuss freigegeben. Es gab und gibt offensichtlich Menschen, für… Mehr
Lieber Teiresias,
Vielen Dank Ihre RIchtigstellung. Ja es war Phillip der IV.
Beste Grüße vom Gastautor
ganz korrekt: Philipp IV. So schnell passieren Tipfehler…
Wissen Sie, Herr Ullmann, es ist richtig, daß der selbst ernannte Apostel-Simulant Paulus ein antiker Marxist war, wie die gesamte Nazarener-Bande um Jesus von Nazareth. In dieser Kommune zu Jerusalem gebot Simon Petrus das Verbot von Privateigentum. Das funzt aber nur solange, wie man sich im revolutionären Modus befindet. Sonst ist es mit Ihren Kenntnissen der Schrift nicht weit her. Das hier kundzutun, wäre mir persönlich peinlich. Der entscheidende Unterschied zwischen Paulus & Jesus war, daß Paulus global dachte & Jesus ein Hebräischer Nationalsozialist war, ein diametraler Widerspruch. Jesus, wie übrigens auch Moses, gebot nur Frieden unter „den verlorenen Schafen… Mehr
Der Historiker, der noch ganz ‚wertkonservativ‘ gelernt hat, die populärwissenschaftliche Spreu vom seriös-historiographischen Weizen zu trennen, siehts, liests und wendet sich ab mit Grausen…
Ja Herr Rommel, einem wissenschaftlichen Anspruch kann so ein Artikel sicher gar nicht genügen. Zumal sind statt Monaten/Jahren nur wenige Tage für die Recherche möglich und der Verfasser ist kein Historiker. Und ja, die gesamte Geldgeschichte ist eine Interpretation historischer Gegebenheiten und verfolgt die Gesamtthese, dass sich dass Geldwesen spätestens seit den Tagen von Alyattes II. / Krösus in einer Negativentwicklung befindet. Aber als These ist sie immerhin denkbar und möglicherweise auch nicht so abwegig. Oder?
Da ich als guter Demokrat gegen Denkverbote bin: „Denkbar“ ist sie – und dann beginnt, nichts für ungut, auch schon das ‚verminte‘ Gelände etwa der ‚Epochentrennung‘ oder der eher unglücklichen Abwehrkämpfe des christlichen Abendlandes, die man gemeinhin ‚Kreuzzüge‘ nennt…
Danke für die Aufklärumg. Was will uns der Autor damit sagen ? Bin gespannt auf die Fortsetzungen.
Am Ende wird alles so einfach zu erklären sei, dass man sich schämt, den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen zu haben.
Die Reihe zur Geldgeschichte wird zunächst immer im Tichymagazin veröffentlicht. Inzwischen sind dort bereits 3 weitere Folgen erschienen.
Man kann mit Geld sogar Dummheit kaufen.
Wir dumme deutsche Altparteien Wähler links der bösen Brandmauer werden in den nächsten Jahren uns “ wundern“ wenn unser schönes „demokratisches“ LGBTQ 🌈 Regenbogenland und ROT GRUEN Phantasia/ Illusions Land sich gewandelt in ein Land, das überwiegend IS lamistisch ist , der OeRR TV und der Mainstream Journalismus ist IS lamistisch, und wir werden nicht regiert von Kreml Moskau , sondern vom IS, Islamischer ,Staat , Amtssprachen und Schulsprachen Arabisch und persisch- Iran.
Was genau hat es mit dem Artikel zu tun? Halten Sie Soros und das WEF für verkappte Templer aus einem Geheimbund oder wie?
Danke für den interessanten Artikel, den Verfasser dieser Zuschrift mit Aussicht auf den Archiconvent der Templer rezipieren durfte (hier)
Es wird nicht mehr lange dauern, bis LGBTQ 🌈 Regenbogen Buntland so von Muslimen durchzogen ist , dass Bundesrepublik Deutschland umgewandelt wird in Khalifat Germanisthan , regiert von IS, Islamischer Staat