Dieses Jahr: Kein Steak für den Grill, kein Bier dazu

Früher war nicht nur mehr Lametta, sondern auch mehr Schweinehälften-Lawinen. Die gute alte Zeit, als man alles besteuern musste, weil es zu billig war, sind vorbei. Wo ist die Agrarpolitik von damals nur geblieben?

 

Gut, dass die Heiz-Saison bald vorbei ist. Denn alles wird knapp. Benzin, Diesel, Getreide, Nudeln, nur noch Dinkel-Spaghetti – jetzt auch noch Schweine? Damit hört der Spaß auf. Kein Nacken-Steak auf dem Grill, und daran ist nicht mal Putin schuld, sondern die Agrarpolitik. Gut, dass es noch Wein gibt. Aber halt? Was ist mit Wein? Kein Bier zum Grillwürstchen, das es auch nicht gibt? Was ist da passiert?

Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen von Milchseen, Butterbergen und Schweinehälften-Lawinen die Rede war? Von Wein, der zu Rasierwasser verarbeitet wurde? Zeiten, in denen der Sprit so billig war, dass er besteuert wurde wie verrückt? Viele Fragen, die Freude über den herannahenden Frühling verdrängen.

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Kommentare ( 16 )

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16 Comments
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mitdenkerin
1 Monat her

Lieber Herr Tichy, lieber Herr Winter, danke für Ihren umwerfenden Humor, mein Samstag ist wieder einmal gerettet. Bitte hören Sie niemals auf, „5 vor 12“ zu produzieren. Aber das Lachen bleibt mir stellenweise doch im Halse stecken und soviel Tee und Wein kann ich gar nicht trinken, dass ich mich weniger ohnmächtig gegen die gewählte (!) Obrigkeit fühle. Mit meinem bescheidenen Mini-Campingkocher lässt sich schwerlich Kuchen backen, den meine Familie statt Brot essen könnte. Und die Bodenqualität in meinem Garten lässt sich wirklich nicht so einfach für jede biologisch gezogene Gemüseart kultivieren. Nähen, stricken, recyclen, Salat anbauen, sich kümmern, alles… Mehr

Uferlos
1 Monat her

Das die Energiewende jetzt vorüber sei, ist reines Wunschdenken. Vielleicht verzögert sie sich, aber der Ausbau der Wind und Solaranlagen wird sogar verstärktweitergehen.Was auch okay ist.
Was abgeschafft gehört, ist der Anbau von Energiepflanzen, der dem Nahrungsmittelanbau die Ackerflächen entzieht und Nahrungsmittel verknappt und verteuert.

mediainfo
1 Monat her

„Dieses Jahr: Kein Steak für den Grill, kein Bier dazu.“
Sie können sicher sein, dass so etwas nur für den Durchschnittsbürger gilt.

FerritKappe
1 Monat her

Ich erinnere mich auch noch, das auf den Feldern hier nicht nur Raps für den Biosprit und Pampe für die Biogasanlage angebaut wurde.

Aber wozu soll sich ein Land auch selbst mit Nahrungsmitteln versorgen können, kann man doch alles im Ausland kaufen, so wie den Strom auch!

Andreas aus E.
1 Monat her
Antworten an  FerritKappe

Raps wurde hier bei uns schon immer viel angebaut, neu sind aber die Spargel, und die ragen sogar richtig hoch, ich frag mich immer, wie Importfachkräfte die stechen können, aber Fachexperten wissen das sicher besser.

Fritz Wunderlich
1 Monat her

Ich mache mir keine Sorgen um die Menschheit. Das tierische Erbe in uns wird uns alle umbringen lassen, die unser Überleben gefährden. Das Überleben of the fittest wird durch Computer und Atombomben nicht gefährdet. Zur Erinnerung: Der Mensch braucht nur 30 Jahre alt zu werden, um die Erhaltung der Art zu sichern. Unsere derzeitige Lebenserwartung ist reiner Luxus und kann ruhig um 50 Jahre verkürzt werden.

Teide
1 Monat her

Nur von heute. Nur Welt.
„Russland akzeptiert für Gaslieferungen nur noch Rubel“
„CDU-Minister hält 15 Grad in der Wohnung für zumutbar“
„Alle zehn bis 15 Kilo Fleisch pro Jahr weniger – das würde die Lage entspannen“


Bald darauf folgt die Revolution 

Wir nähern uns.

Last edited 1 Monat her by Teide
Kampfkater1969
1 Monat her

Ach, vor vier Wochen wurde den Bauern noch gesagt, Schweine sind unverkäuflich. Jetzt plötzlich soll alles anders sein? Mal zum Nachdenken: Die erste Nahrungsmittelkrise hatten wir 2007/08. Ganz unbemerkt hat sich alles verknappt, die Pizza wurde urplötzlich mit E460 und Analogkäse belegt. Die Ukraine gibt an, 400 Mio Menschen zu ernähren. Brasilien hat im Rahmen des gescheiterten Mercosur-Abkommens zugesagt, Rindfleisch für 400 Menschen in Europa zu liefern. Seit dieser Zusage Brasiliens sind jene 400 Mio Menschen auf dieser Erde hinzugekommen.( 80Mio Zuwachs pro Jahr) Genau betrachtet bedeutet dies, dass wir auch ohne den Krieg in der Ukraine innerhalb kürzester Zeit… Mehr

erwin16
1 Monat her
Antworten an  Kampfkater1969

Jau das kann ich bestätigen, bin in der Landwirtschaft tätig. Alles was wir in BB anbauen ist zum großen Teil nur durch Tiere verwertbar. Wenn unsere Strategen in der Regierung die Tierhaltung einschränken, sei es durch Besatzdichten oder andere Auflagen, dann wird das sowieso weniger und teurer!!!! Auch ohne Krise und Krieg!!! Die letzten Jahre hat man sich den Ackerbau vorgeknöpft, der war davor äusserst effektiv und hat auch viel produziert. Da wird allein durch die Auflagen und durch die Dünger- und Pflanzenschutzknappheit vor allem in 2023 im Ertragsdefizit so richtig durchschlagen! Wenn dann noch eine Wetterkapriole dazu kommt sind… Mehr

Harry Charles
1 Monat her

PAROLE: SELBSTZERSTÖRUNG und die betreibt das Politestablishment mit nahezu preußischer Perfektion. Sie selbst werden es, gut alimentiert, überleben. Aber die armen D….n, die sie gewählt haben, die wird der Teufel mehr und mehr am Schlafittchen kriegen. Geschieht denen recht könnte man sagen, und man tut es auch. Das Dumme ist nur: man muss leider auch in diesem Land leben, mangels Auswanderungsmöglichkeit, und die irren Spritpreise zahlen sowie den ganzen anderen Wahnsinn erleben, von Inflation bis finanziellem Ausbluten unseres Landes in Richtung Südeuropa. Der doofe Michel rackert für alle, das weiß man dort und das weiß auch die linksgrüne Schickeria, die… Mehr

Albert Pflueger
1 Monat her
Antworten an  Harry Charles

Leider gibt es das Problem, daß Gerichte und Verwaltung mit unkündbaren Leuten besetzt sind, die alle das richtige Parteibuch brauchten, um dorthin zu kommen. Selbst bei einer absoluten Mehrheit für die AfD sind die Grenzen der Handlungsmöglichkeiten sehr eng festgezurrt, der Klimaschutz zum Beispiel ist Staatsraison, allerlei internationale Verpflichtungen müssen eingehalten werden, die EU bestimmt, wieviel Dünger deutsche Bauern ausbringen dürfen. Es wird ein sehr langer Weg.

J. Braun
1 Monat her
Antworten an  Albert Pflueger

Jedes Gesetz kann durch ein neues abgeschafft oder geändert werden. Die Sozialisten, die mehr als 20 Jahre in der Regierung sind und waren, machen uns das vor. Man kann — wenn man will — alles zurückdrehen, und man der EU auch klarmachen, daß, wenn sie nicht mitspielt, die Zahlungen einstellt. Die wissen genau, daß sie dann Pleite sind. Also: Es geht alles, man muß nur wollen.

Peter G.
1 Monat her
Antworten an  Albert Pflueger

Das stimmt zwar, dürfte aber dennoch kein Hindernis sein. In bekannter Flexibilität stellen sich deutsche Gerichte und Verwaltungen auf neue Dienstherren ein, gib ihnen nur neue Gesetze und regeln.

Demokratius
1 Monat her
Antworten an  Harry Charles

„Es wird der Punkt kommen (in nicht allzu ferner Zukunft) wo die linksgrüne Misswirtschaft so maßlos sein wird, dass selbst der Dümmste und Leidensfähigste auf die Barrikaden geht“ – das passirt in Deutschland aber erst unter einer Führung „von oben“, wie es bei genauer Betrachtung von jeher in der deutschen Geschichte üblich war. Ob es die Revolution von 1848, die von Kaiser Wilhem bestellte und finanzierte Oktoberrevolution in Russland 1917, die Revolution von 1918 in Deutschland und die erst durch Gorbatschow ermöglichte friedliche Revolution von 1989 in der DDR – erst wenn einer der „ganz Großkopferten“ das Signal gibt, rühren… Mehr

Hannibal Murkle
1 Monat her

„Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, in denen von Milchseen, Butterbergen und Schweinehälften-Lawinen die Rede war?“

Stimmt es, dass China mit 1/5 der Weltbevölkerung die Hälfte aller Schweine der Welt hält? Man muss nur für den Wohlstand eigener Bürger statt für woke Spinnereien sorgen.

Michael W.
1 Monat her
Antworten an  Hannibal Murkle

80% des in Deutschland erzeugten Schweinefleischs wird nach China exportiert (ab und zu gibt es Importsperren wegen der Afrikanischen Schweinegrippe). Reis essen gilt in China mittlerweile als Zeichen von Armut, in teureren restaurants wird er schon gar nicht mehr serviert oder die Gäste lassen ihn unberührt stehen. Wer es sich leisten kann (und das sind immer mehr), ist viel Fleisch und ein wenig Gemüse dazu. Ähnliches gilt auch für Indien. Auch dort wird immer mehr Fleisch und immer weniger Reis gegessen. Auch in Japan wird der Fleisch-/Fischanteil am Essen immer größer. Früher war Fleisch/Fisch die Zugabe zu Reis und Gemüse,… Mehr