Bei Lanz: Barley stammelt die SPD ins Grab

Nach Karl Lauterbach und Tim Klüssendorf schickt die SPD mit Katarina Barley den nächsten Totalausfall. Sie stottert und stammelt derart hilflos herum, dass man fast Mitleid haben könnte. Immermittendrin-Journalist Robin Alexander versucht sich derweil als Wahlkampfstratege für die darbenden Sozialdemokraten. Von Brunhilde Plog

Screenprint: ZDF / Markus Lanz

Die EU-Abgeordnete Katarina Barley ist eines von zehn (!) Vorstandsmitgliedern der SPD. Und offenbar das einzige, das sich noch zu Markus Lanz traut. Tim Klüssendorf stellt sich lieber bei Louis Klamroth bloß. Und selbst Karl Lauterbach, früher Gesundheitsminister, jetzt einfacher Parteikader, wählt in diesen schwierigen Zeiten lieber das Buffet bei Caren Miosga, obwohl das bei Lanz doch viel besser sein soll, wie es einmal hieß.

Dass sie einen schweren Stand haben würde, muss Barley klar gewesen sein. Doch dass sie an diesem Abend trotzdem derart unvorbereitet wirkt, derart oft ins Stocken gerät und auf viele Fragen schlicht und einfach keine Antwort weiß, verwundert dann doch.

Sag zum Abschied leise Servus:
Die SPD ist nur noch ein Apparat
Lanz hat Lust zu grillen. Und Barley ist ihm ein willkommenes Würstchen. Die katastrophalen Ergebnisse der SPD bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz findet Barley zwar „bitter“, aber das tun ja eben alle. Lanz lässt sie auch gleich alle einspielen wie sie da sind: Schwesig, Klingbeil, Bas und Co. – alle finden die Ergebnisse „bitter“, aber was folgt daraus denn nun?

In Rheinland-Pfalz habe es mit Sicherheit nicht am Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (ebenfalls Parteivorstand) gelegen, schränkt Barley schonmal sicherheitshalber ein. Eher sei die SPD im Bund der Grund. Barley: „Das hat mit Berlin im Wesentlichen zu tun.“ Außerdem gebe es ja schließlich auch andere Landesverbände. Im Saarland etwa habe die SPD sogar die absolute Mehrheit, sagt sie, um es noch im selben Moment zu bereuen. Denn auf diesem absurden Vergleich wird Lanz noch mehrmals während der Sendung genüsslich herumreiten.

Barleys Auftritt kann bei dem ein oder anderen Zuschauer körperliche Schmerzen verursachen. Sie wirkt wie das Bauernopfer, das in die Sendung geschickt wurde, weil niemand anderes wollte. Ihre Ratlosigkeit wirkt fatal, aus ihren Augen spricht bisweilen die nackte Angst. „Was ich sagen will, ist, dass das wirklich eine tolle Partei ist“, stammelt sie, und man spürt: Bei den Sozialdemokraten fehlt mittlerweile jede Idee, jeder Plan. Sie können sich einfach nicht erklären, warum sie keiner mehr will.

Lanz berichtet, welche Mühe seine Redaktion hatte, überhaupt noch jemanden von der SPD ins Studio zu bekommen – „kriegst Du nicht, weil jeder sich wegduckt“. Und angesichts der Antworten, die Barley gibt, müsse man sich als Zuschauer ja auch tatsächlich fragen: „Worüber reden die? Die haben nicht begriffen, worum es geht.“ Noch einmal appelliert Lanz an die SPD-Frau, endlich Klartext zu reden: „Das ist doch wirklich existenziell, was jetzt passiert.“

Doch Barley hat keine Munition. Hilflos rattert sie das alte SPD-Bingo herunter, spricht von bezahlbaren Mieten und Mindestlohn bei 15 Euro, von Superreichen, die zu wenig besteuert werden, und Benzinpreisen, die sich „die Konzerne in die Tasche stecken“.

Keine Zeit für Deutschland
Die Union muss die SPD retten
Lanz liest ihr regelrecht die Leviten: Wir haben in der Statistik der Langzeitarbeitslosen ein Drittel ohne deutschen Pass. „Bürgergeld: jeder zweite ohne deutschen Pass“. Die SPD kümmere sich nicht um die „arbeitende Mitte“, die sie doch ständig in ihren Parolen bemühe, sondern viel lieber um Leute, die „eigentlich in der Lage wären, auch etwas beizutragen zum Gelingen dieser Gesellschaft“.

Zur Parole von der „arbeitenden Mitte“ hat Lanz auch gleich noch einen Einspieler parat, der die Floskelparade der SPD-Granden genüsslich aneinanderreiht. Dazu dann eine besondere Kirsche: die arrogante Reaktion des SPD-Umweltministers Carsten Schneider auf eine AfD-Anfrage, ob man nicht die CO2-Abgabe kurzfristig streichen könne, um den Benzinpreis zu senken. Schneider hatte geantwortet, man solle doch einfach ein E-Auto kaufen – und damit in den sozialen Netzwerken für Empörung gesorgt. Auch Lanz ist verärgert: Die Frage des AfD-Abgeordneten sei doch nachvollziehbar und im Grunde eine ganz klare, klassische SPD-Frage gewesen.

Barley stammelt und stottert, ringt um Worte. Irgendwann gesteht sie: „Ich geb’ zu, ich, äh – das ist mir noch nie passiert – ich, ich geb’ zu, ich bin auch ein bisschen angefasst.“ Dann fängt sie sich kurz: Die SPD habe in Rheinland-Pfalz „so ’ne richtig gute Politik gemacht“ und im „Land der Reben und Rüben“ Hochtechnologie angesiedelt. Lanz kann es kaum glauben: „Ist das wirklich das, was Sie denken? Diese Sprachlosigkeit, die da gerade zu spüren war, die kommt ja nicht daher, dass Sie nicht rhetorisch gut drauf wären, sondern die kommt ja daher, dass Sie offenbar keine Antworten haben.“

Barley bemüht noch einmal die Historie: „Die Bilanz von Olaf Scholz, die war ja eigentlich gar nicht schlecht“, behauptet sie kühn. Nur das Image sei „eine Katastrophe gewesen“. Lanz kontert: „Wir verlieren seit Jahren zehntausend Industriejobs jeden einzelnen Monat.“ Seit 2020 habe Deutschland eine Billion Euro an Wirtschaftskraft verloren. „In diesem Land passiert gerade was!“ Er redet auf sie ein wie auf ein krankes Huhn. Soziale Ungerechtigkeit, Wohnungsbau, Bildungsmisere. Eine Schule mit 457 Schülern, von denen 448 einen Migrationshintergrund haben. Er findet kaum ein Ende. Bisweilen hört sich sein Vortrag an wie eine AfD-Rede im Bundestag. Und Barley: kann ihm nichts mehr entgegensetzen.

Und Christian Lindner dementiert ein Comeback
Thema Benzinpreise bei Hart aber Fair: Die Leute haben Panik!
Polit-Podcaster Robin Alexander glaubt derweil, die Lösung für die SPD zu haben. Sie solle endlich mal eigene Konzepte entwickeln und auch durchbringen, statt immer nur bei den anderen mitzuschwimmen, etwa „die Migrationspolitik von Alexander Dobrindt mitzumachen“, wie Alexander kritisiert. Der Berliner Politikjournalist pflegt seine persönliche Aura des Allwissenden und Allekennenden: immer an den Schalthebeln der Macht, aber in seinen Perspektiven überschaubar. Pieksen, ohne wehzutun. Für die Sozialdemokraten sieht Alexander in der momentanen Situation schwarz: „Das Problem ist, dass die SPD kein Auf und Ab hat, sondern Niederlage an Niederlage reiht. In Berlin sind Sie nur noch fünfte Kraft.“

Die beschämende Äußerung des SPD-Umweltministers zu Benzinpreisen und Elektro-Autos steht weiterhin im Raum, und Lanz fordert von Barley vergeblich eine Kommentierung. Sie könne und wolle dazu nichts sagen, erklärt sie. Zu den explodierenden Benzinpreisen fährt Barley dieselbe dünne Strategie wie Parteikollege Klüssendorf am Vorabend bei Hart aber Fair: Es gebe doch jetzt eine Task Force, die werde es schon richten.

„Haben wir eigentlich einen Überblick?“, fragt Lanz spöttisch. „Wie viele Task Forces und Kommissionen gibt es eigentlich gerade?“ Alexander weiß von 28 – „aber das ist schon ein paar Monate her“.

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Kommentare ( 14 )

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14 Comments
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na sowas
33 Minuten her

Die SPD und CDU/CSU sind dermaßen damit beschäftigt, alle guten, für das Land dienliche Vorschläge der AFD abzulehnen, Hauptsache, die Brandmauer bleibt. Eine böse, niederträchtige Haltung – pfui

Hieronymus Bosch
36 Minuten her

Die SPD hat spätestens mit Scholz abgewirtschaftet! Was danach kam, gehört endgültig auf den Müll! Was würde Herbert Wehner zu dieser Partei sagen?

Traum-Yogi
38 Minuten her

Sozialismus, Kapitalismus oder Liberalismus können sich je nach Situation positiv oder negativ auswirken.
Bei der nächsten Wahl in SA könnte die SPD aus dem Landtag fliegen. Die SPD muss durch DieBasis ersetzt werden. Diese tritt für eine Arbeitszeitverkürzung ein und für eine Begrenzung der Einkommen der Reichen.
https://jlt343.wordpress.com

Waehler 21
40 Minuten her

Ist es nur die SPD oder die Abkehr vom Leistungsprinzip? Wir sehen die Ergebnisse falscher Weichenstellungen durch Vorspiegelung falscher Tatsachen. Vorsatz.

Wir haben leider „Funktionisten“ die Geld rauswerfen als harte Arbeit ansehen, eben Generation sorglos. Die die Hinwendung an Leistungsverweigerer und Schnorrer ist das Ende der Sozialen Marktwirtschaft . Zusätzlich wurde die Wirtschaft in die Subventionsblase geführt, die aufplatzt und uns auf einem gigantische Haufen Schulden sitzen bleiben lässt.
So wurde die Sicherheit der Sozialsysteme verkauft u d verraten.

gmccar
49 Minuten her

Der Sachverstand der Frau Barley erschöpft sich im Management von NGO wie „Aufstehen gegen Rassismus“, um die SPD-Unterorganisation „Antifa“ seit mehr als 12 Jahren gegen die AfD in Stellung zu bringen. Mehr ist bei der nicht zu erwarten. Spezial- oder Scharia-Demokratin eben.

humerd
51 Minuten her

Barleys Auftritt kann bei dem ein oder anderen Zuschauer körperliche Schmerzen verursachen. „
dann sollten sich die Leute über diese Dame schlau machen. Sie ist seit Juli 2019 ist sie Abgeordnete des Europäischen Parlaments. Das „Schmerzensgeld“ ist hoch

Dr. Kari Koester-Loesche
54 Minuten her

Und wann tritt diese unfähige CDU/SPD-Regierung nun endlich zurück?

twsan
1 Stunde her

Was soll Barley auch sagen?
Das Problem liegt nicht beim SPD-Führungsduo – sondern in der gesamten Partei.

Zu ermitteln wäre also:
Wer in der SPD – Parteivorstand, Parteitagsdelegierte, Parteibasis und mit welchen Mehrheiten – steht für welche Inhalte…

Der Michel
31 Minuten her
Antworten an  twsan

Uninteressant. Die Partei hat fertig. Möge sie möglichst bald den Weg gehen, den die Liberallala gerade so erfolgreich beschreitet.

heinrich hein
1 Stunde her

Was genau hat eigentlich Frau Barley im Leben hinbekommen?

Der Michel
30 Minuten her
Antworten an  heinrich hein

Einen supergut dotierten Posten im EU-Palaverment zu ergattern.

Schwabenwilli
1 Stunde her

Jetzt muss Lanz schon eine EU Parlamentarierin holen, die anderen haben wohl alle gekniffen?
Bei der SPD ist jetzt eine Abwärtsspirale in Gang gekommen und zwar bei ihren Wählern die sich fragen, wozu soll ich die noch Wählen?
Das wird aber nur die Vorhut des Altparteien Untergangs sein. Der wirtschaftliche Niedergang, der Wohlstandsverlust, die unglaubliche Migration mit all ihren negativen Ergebnissen wird das noch beschleunigen.