Boeuf bourguignon – oder einfach: Böff Burgund

Eins haben sie ja, die Franzosen: einen wirklich guten Geschmack! Und sie sind praktisch: Dieses Gericht ist ideal zum Vorbereiten, wie jetzt zu Silvester, und aufzuwärmen. Es schmeckt dadurch sogar noch besser.

Foto: Bettina Hagen

An Silvester mal was Anderes als Raclette und Fondue: Das berühmte Boeuf bourguignon, die Lieblingsspeise der Franzosen. Eins haben sie ja, unsere Nachbarn, einen wirklich guten Geschmack! Und sie sind praktisch: Dieses Gericht ist ideal zum Vorbereiten, wie jetzt zu Silvester, und aufzuwärmen, es schmeckt dadurch sogar noch besser.

So, und jetzt beschreibe ich, wie das geht, das Essen mit dem Böff: 

Man nehme ein Bratenstück vom Rind, Keule, Nacken oder Ähnliches, schön durchwachsen, also die eher preiswerten Teile, die langsam geschmort werden müssen. Mein Bratenstück war gut gereift und durchwachsen. Ich schnitt es in große Würfel und briet diese in einem schweren Bräter sorgfältig an, selbstverständlich portionsweise in Cucina-Olivenöl.

Das braucht seine Zeit, aber niemals alles auf einmal anbraten!! Zum Schluss schüttete ich die Würfel alle zusammen in den Topf und bestäubte sie mit Mehl, rührte ein paarmal und ließ es schmurgeln für 10 Minuten. Dann löschte ich mit Asbach Uralt ab und goss Vin Rouge dazu, ließ alles etwas einkochen, nochmal den Rotwein, nochmal etwas einkochen, und nochmal das Ganze. Dazu sang im Radio Rod Steward seinen Hit „One More Time“.

Jetzt kamen Lorbeerblätter und Kräuter der Provence dazu und ein Glas Kalbsfond, Deckel drauf und leise köcheln lassen für 2 Stunden. Und: 3 Zwiebeln grob gewürfelt, Räucherspeck in groben Stücken, 3 Knoblauchzehen und 4 Möhren, für, sagen wir mal 4 Personen. Alles zusammen sachte anbraten, 20 Champignons dazu und zwei gute Kartoffeln, zerteilt.

Und das noch: Ein paar Schalotten, ganz, nur geschält. Den Rest Rotwein dazu und in den Ofen damit bei 160 Grad. Noch ’ne Stunde ungefähr, ab und zu umrühren. Ist das Fleisch schön weich, kann’s losgehen. Auf französisch! Traut Euch!!!

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Kommentare ( 10 )

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10 Comments
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ElliotCarver
1 Monat her

Liebe Redaktion,
ich möchte weniger etwas zum Feingeschmack des Boeuf bourguignon schreiben, als überhaupt zum willkommenen kulinarischen Beitrag. Es tut gut, bei den deprimierenden Missetaten unseres derzeitigen Führungspersonals, mit Gaumenfreuden den Kummer zu vertreiben.

klaudia
1 Monat her

Superzarte deutsche Rinderrouladen. Sehr würzig mit Senf bestrichen, Zwiebel und Speckwuerfel. Ein Gedicht. Dazu Klöße oder einfach Salzkartoffeln.

Salue
1 Monat her

Ich bereite ein sehr ähnliches Gericht zu, es heißt Daube und stammt aus der Provence. Zusätzlich zu den oben beschriebenen Zutaten spicke ich eine Zwiebel mit Nelken und gebe dunkle Kalamata Oliven dazu. Ausserdem wird das Ganze mit allen Zutaten eine Nacht im Rotwein affiniert. Am nächsten Tag langsam geschmort wie oben ( Zutaten in ein Sieb geben Fleisch und Schinkenspeck anbraten und mehlieren– auf französisch singer, dann mit dem aufgefangenen Rotwein ablöschen und alle übrigen Zutaten wieder in den Topf geben. ) Wir essen es erst am zweiten und dritten Tag. Das Fleisch ist dann butterzart.

Haba Orwell
1 Monat her

> Man nehme ein Bratenstück vom Rind, Keule, Nacken oder Ähnliches

Es heißt, furzende Kühe sollen den Weltuntergang herbeiführen. Gibt es das Rezept auch mit leckeren Insekten, dem westlichen „Zeitgeist“ entsprechend?

Kuestensegler
1 Monat her

Gulasch bourguignon? Nein danke. Wir schneiden das Fleisch (vorzugsweise Hüfte) quer zur Faser in Streifen von ca. 6x1x1cm. Superzart!

Zuletzt haben wir BB an Weihnachten gegessen. Die Möglichkeit der zeitigen Vorbereitung (evtl. sogar einfrieren) vermeidet Stress an den Feiertagen – insbesondere wenn ein Teil der Familie von auswärts anreist.

Sabine W.
1 Monat her

Sehr geehrter Herr Gastautor, bei allem Respekt:
Ein lange vorzubereitendes Schmorgericht beschreiben Sie ernsthaft in einem Artikel am Tag vor dem geplanten Servieren?
So als last-minute-Anregung für alle Raclettegeschädigten?
Na, dann… Blast zum Halali auf die Metzgereien am 30.12. – viel Erfolg.
Und warum beschreiben Sie die Zubereitung in der Vergangenheit?
Und wtf hat ‚Asbach Uralt‘ in einem ‚Böff‘ zu suchen?
Mahlzeit.

Stefferl
1 Monat her
Antworten an  Sabine W.

Der Artikel bezieht sich ja auf den Jahreswechsel 2029/2030 – falls es dann wegen des Klimawandels überhaupt noch Jahreswechsel gibt ……..

Last edited 1 Monat her by Stefferl
Sabine W.
1 Monat her
Antworten an  Stefferl

Aber dann trotzdem bitte ohne ‚Asbach Uralt‘ im ‚Boeuf bourguignon‘.
So viel Stil muss sein, trotz Klimawandel. 😋

Kraichgau
1 Monat her

ich würd das Mehl im Bräter weglassen und später,nach Vollendung,die Sauce etwas andicken,erspart der ambitionierten Hausfrau die angebrannte Sauce.

kasimir
1 Monat her

Ja, lecker! Ich bin auch ein großer Fan von Schmorbraten oder überhaupt schweren Fleischstücken im Winter.
Bei uns gab es kürzlich Sauerbraten (den ich ein paar Tage vorher eingelegt hatte) und dazu Kartoffelknödeln mit Rotkohl, das war auch gut…
Allen hier einen Guten Rutsch ins Neue Jahr! Wenn unsere Regierung schon total versagt, muss man es sich wenigstens zuhause schön machen :-))