Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Bundesverfassungsgerichts ließ sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht nehmen, staatstragende Worte zu verkünden. Er wandte sich kritisch an „Vulgärdemokraten“. Wer oder was soll das sein? Von Thilo Schneider
picture alliance/dpa | Uli Deck
Es hätte ein so schönes Fest werden können, das 75-jährige Jubiläum des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Aber dort hatten die Organisatoren ja darauf bestanden, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Häppchen nebst Rede einzuladen. Und wie immer, wenn der Bundespräsident bei Verfassungsorganen mit Mikrofon zugegen ist, hat er etwas wirklich Staatstragendes gesagt.
Nach Presseberichten gab es da schon die ersten Jubelstürme, da der Bundespräsident damit nur Sachsen-Anhalt gemeint haben könnte, wo ja demnächst Satan oder Göring oder Siegheilmund oder so zum Ministerpräsidenten aller Sachsen-Anhalter*innen gewählt werden könnte.
Hat er aber so nicht gesagt, der großartige Mahner der Meinungsfreiheit und Gralshüter des Grundgesetzes, das man während einer herbeifantasierten Pandemie durchaus auch schonmal für „ausgesetzt bis auf Weiteres“ erklären kann. Aber wir wollen nicht kleinlich sein, irgendetwas Dolles muss er ja sagen. Das ist sein Job. Und ja – das könnte durchaus auch Hape Kerkeling gesagt haben.
Wie man als Bundespräsident diplomatisch bleibt
Bemerkenswert ist allerdings eine andere Aussage: Der höchste deutsche Beamte erklärte nämlich, dass er „Vulgärdemokraten“, „die aus Mehrheiten und angeblichem Volkswillen Ansprüche auf „unbeschränkte Macht“ ableiten und von „illiberaler Demokratie“ reden, etwas zuruft! Jawohl! Der Rufer in der Wüste ruft denen zu: „Demokratie ist entweder liberal – oder sie ist keine Demokratie.“ Aha.
Aber auch hier: Das hat er so nicht gesagt und wenn ihn ein geneigter Hauptstadtjournalist fragen würde, wen oder was er genau damit gemeint hat, könnte der alte Chefdiplomat hinter der Brille hervorblinzeln und erklären, er habe das nur allgemein so dahingesagt und jetzt wirklich niemanden Bestimmtes gemeint, zwinker zwonker, und niemand könne ihn deswegen verklagen. Auch nicht vor dem 75-jährigen Bundesverfassungsgericht. In welcher guten oder schlechten Verfassung das Gericht auch sein mag.
Mich beschäftigt tatsächlich eine andere Frage: Was ist ein Vulgärdemokrat und was unterscheidet ihn beispielsweise von einem Normal- oder Edeldemokraten? Und wo kommt dieses Wort her?
Von Edeldemokraten und Vulgärdemokraten
Im Grundgesetz steht nichts darüber, wer oder was ein Vulgärdemokrat ist und ob er bei einer Mehrheit die „Macht ergreifen“ will. Abgesehen davon, dass ich es als Wähler sehr gerne sähe, wenn die von mir präferierte Partei tatsächlich die Absicht hätte, zu regieren. Dafür wähle ich sie ja!
Im Grundgesetz steht außerdem im Artikel 38 nur etwas von „allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl“. Das stimmt, ich habe nachgeschlagen. Da gibt es kein Komma, hinter dem „außer, wenn sie Vulgärdemokraten sind“ steht. Jeder darf wählen, sofern er das Wahlrecht hat. Und sofern ihn ein rot-grün befüllter Wahlausschuss versehentlich zulässt und dann die Akten vernichtet. Sei er nun ordinär, vulgär, schandhaft, edel, gut, reich oder fett oder berühmt oder Besitzer eines Strandkorbs.
„Vulgär“ bedeutet laut Tante Wiki „die Eigenschaft des Unkultivierten, Gewöhnlichen, Niederen oder auch Unflätigen. Vulgär im letzteren Sinne bezeichnet insbesondere Sprachelemente, Verhaltensmuster und Handlungen, die vor dem Hintergrund kultureller Normen als verächtlich oder tabu gelten. Beispielsweise werden Vulgärsprache, grobe Umgangsformen und rüpelhaftes Benehmen oder das aufdringliche Zurschaustellen von Reichtum oder sexuellen ‚Vorzügen‘ als vulgär empfunden.“
Wären das Vulgärdemokraten, die es raushängen lassen, was sie sich direkt oder indirekt auf Kosten ihrer ausgenommenen Untertanen so nebenbei gönnen? Oder ein Mann, der sich offensichtlich und provokativ als Prostituierte verkleidet und dann so im Bundestag sitzt? Oder ist ein „Vulgärdemokrat“ einer, der zornig zur Wahl geht, um „das geringste Übel“ zu wählen? Oder keine Ahnung hat, wen oder was er da wählt? Oder genügt es bereits, die schwefelriechende AfD zu wählen? Wir wissen es nicht.
Und was wäre dann beispielsweise ein Edeldemokrat? Ist das der, der früher einmal „Stammwähler“ hieß und auf immer und ewig bis an sein Lebensende die gleiche Partei wählt, völlig ohne Rücksicht darauf, wie dumm, dreist, zerstörerisch, unfähig oder arrogant sie und ihr Personal sind? Ist der Edeldemokrat vielleicht sogar jemand, der direkt und indirekt, teilweise kriminell und mit blütenrein gewaschenem Geld, an die sogenannten „demokratischen Parteien der Mitte“ spendet und im Gegenzug die eine oder andere kleine Gefälligkeit wie beispielsweise Informationen über geplante Razzien erhält?
Auch hier: Wir wissen es nicht. Der Vulgärdemokrat steht im Raum und weiß nicht, wer oder was er ist oder sein soll. Was er allerdings weiß, ist, was ein Vulgärpräsident ist. Ich sage jetzt aber nicht, wer damit gemeint sein könnte. Zwinker zwonker.






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Vulgär ist der Bundespräsident selber , stand nicht in seinem Amtszimmer eine lebensgroße Sexpuppe , die doch darauf schließen läßt , das er es selber ist !?
Man könnt ja die FDP-Kriegstreiberin von der EU einen „Vulgärdemokraten“ nennen, aber da passt das mit den Demokraten nicht.
„Vulgärdemokratie“ ist, wenn eine Type, wie Steinmeier, der NIE vom Souverän gewählt wurde, zeitlebens Aktentaschenträger und Parteifunktionär, ins höchste Staatsamt aufsteigen kann.
Tja, wirklich schwer zu sagen, wen unser oberster Chef-Schwurbler damit gemeint hat. Vermutlich sind die „Vulgärdemokraten“ diejenigen, die die „Einheitsbraunen“ nicht wählen dürfen. Das würde aber bedeuten, dass es Demokraten sind. Demokraten, die die SPD verbieten will. Also sind die Vulgärdemokraten wohl eher ein neues, „netteres“ Synonym für die „Einheitsbraunen“, die so dreist sind, „Rächts“ zu wählen – also alles, was nicht links oder linksextrem ist. Wie auch immer es sei, Steinmeierchen hat redetechnisch wieder einen Volltreffer gegen die Bürger gelandet. Und so etwas, ausgerechnet zum 75. Jubiläum des Bundesverfassungsgerichts – nicht auszudenken. Als Bürger wünsche ich ihm einen sehr… Mehr
Aber bitte ohne den exorbitanten „Ehrensold“.
Steinmeier ist ein Muss fuer jeden , der sich der Faszination fuer das Boshafte nicht entziehen kann .
Endlich weiß ich was ich bin. Ich bin ein waschechter Vulgärdemokrat. Vielen Dank, sehr geehrter Herr Bundespräsident. Meine Steuern sind bei Ihnen sehr gut angelegt.
Nachgedacht: Mutti lässt sich mit schwerem Gerät und Highsecurity zum Bäcker fahren, während ihr Vorgänger läuft.
Er tut jedenfalls für seine Gesundheit etwas.
Nimmt denn irgendjemand diesen Komiker noch ernst ?
nicht ernst, aber im Hinblick was er den Steuerzahler kostet, übelnehmend.
Dieser linke Vogel, natürlich im Maßanzug der Kapitalisten, ist absolut fehl am Platze! Die Frau, die superteuere Brötchen beim Bäcker kauft, hat den Kommunisten dort hin gesetzt! Auf unsere Kosten lebt es sich sehr gut! Warum müssen wir „ echte Demokraten der Bundesrepublik“ uns eigentlich andauernd von solchem ekligen und linken Ges….s, wie Merz, Steinmeier und Merkel, beleidigen lassen? Die vergessen, wer sie finanziert! Der Souverän! Ich bete inständig, dass der Tag kommt……..Vielleicht lernen diese Gestalten dann, was „ Demokratie“ bedeutet!
In den Folgejahren von 1789 wäre es ratzfatz gegangen.
Nun, es ist mithin nur noch mit einem mitleidigen lächeln zu quittieren, welch gequirlter Mist solch einem intellektlimitiertem Subjekt entweicht. Sich des Bildungsbürgertums befleißigen wollende Kleingläubige vom Kaliber Sozialistischer Neidhammelfunktionäre möchten gerne im artikulatorischen Sandkasten geschliffener rhetorischer Brillanz mitspielen. Sie eignen sich daher Vokabular an, welches Ihnen aufgrund ihrer erbärmlichen Alimentationsexistenz bereits mit verdienter Verachtung aus dem Volk entgegenschlägt.
Das schlimme daran ist daher nicht das Gesabbel dieser eitlen Hanswursten, sondern das die „Vulgärdemokraten“ noch keinen diesen Schmarrn rechtfertigenden Weg gefunden haben, sich solcher hetzenden Dummschwätzer rechtsstaatlich zu entledigen.