Die Qual der Wahl des richtigen Impf-Tierarztes

Ein Bundestagsbeschluss gestattet nun auch Tierärzten, menschliche Patienten gegen Corona zu impfen. Da stellen sich für Impfwillige einige Fragen, die man mehr oder weniger ernst nehmen mag.

IMAGO / ITAR-TASS
Demnächst können bei Tierärzten auch Menschen geimpft werden.

Die aktuelle Gesetzgebung macht es möglich, die rote Linie wurde abgeschafft. Die neue Normalität stellt uns vor eine große Wahlfreiheit. Je größer das Angebot, desto schwieriger die Entscheidung: Von welchem Tierarzt kann sich der bedrängte Bundesbürger gegen COVID-19 impfen lassen? Nimmt man den Experten aus der Kleintierpraxis um die Ecke, der sich vorwiegend um Kanarienvögel, Eidechsen, Spinnen und Schlangen kümmert? Aufenthalt im Wartezimmer zwischen einer Schnappschildkröte und Omis Wellensittich. Nicht auszuschließen, nach der Impfung fühlt man sich wie von der Tarantel gestochen? Der Vorteil wäre, ein guter Tierarzt kann auch Taranteln behandeln. 

Oder bevorzugt der Impfwillige den kräftigen Typus und grobmotorisch erprobten Viehdoktor, der sich vorwiegend um Pferde, Rinder und Schweine in der Massentierhaltung kümmert? Falls die verwechselte Kanülendicke beim Anblick Angst erzeugt, ist eine Flucht zwecklos. Hände von der Größe eines Klodeckels gepaart mit den Kräften von Schraubzwingen machen ein Entrinnen unmöglich.

Eine weitere Möglichkeit liegt vor der Haustür. Fragen Sie im heimatlichen Zoo nach. Die dortigen Ärzte kümmern sich tagtäglich um Affen, Löwen, Krokodile und Elefanten. Dadurch kann der Patient von vielfältigen und bunten anatomischen Kenntnissen der verschiedenen Säugetiergattungen ausgehen. Erhält hier der adipöse Impfling die Dosis eines Gorillas, eine zartere Menschenstatur die eines Bonobos?

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Möglich wäre auch der ordnungsgemäße Gang ins Veterinäramt (Achtung, 3G und Terminierung sind einzuhalten). Fraglich ist dort aber wohl, wann diese Tiermediziner das letzte Mal am lebenden Objekt praktiziert haben. Die Bürokraten operieren vermutlich nur noch in ihrem Pausenbrot, wenn die Mutti zu Hause wieder einmal den falschen Käse aus Holland anstatt den aus der Schweiz draufgepackt hat. Löchriger Behördenkäse ist vielleicht doch etwas riskant. 

Ich empfehle dann doch, den Zoo bzw. Tierpark vorzuziehen. Falls dem Probanden nach der Pikserei schlecht wird, ist ganz bestimmt ein Verschlag zur Übernachtung mit Videoüberwachung im Stroh frei. Eventuell kann das eigene Haustier mitgenommen werden. Das tröstet und kann bei der fälligen Entwurmung gleich mitbehandelt werden. 


Steffen Meltzer ist Herausgeber und Mitautor des Buches „Die hysterische Republik“.

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Kommentare ( 37 )

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37 Comments
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MarkusF
7 Monate her

Gut geschrieben, Daumen hoch!

Kraichgau
7 Monate her

Spitze Spritzen“parodie“,herzlichen Dank für den galligen Lacher am Abend 🙂
man würde es nicht glauben,auf welche idiotischen Ideen diese Minderleister,genannt Politiker,so kommen

H. Priess
7 Monate her

Mhm, normalerweise bekomme ich beim lesen von Glossen, Satiren oder ironischen Kommentaren immer ein Lächeln im Gesicht, dieses mal sind mir eher die Gesichtszüge entgleist. Ich kann an dem ganzen Coronagetue auch nichts lustiges mehr finden denn selbst die beklopptesten, unglaublichsten, völlig nicht ernst zu nehmenden Ideen scheinen in die Realität übernommen zu werden. Ob nun Tierarzt oder die Fleischfachverkäuferin am Wurststand ist doch völlig egal, beide können mit totem Fleisch umgehen und wer mal Fleisch eine Pökelspritze gesetzt hat für lecker Pökeleisbein dürfte auch qualifiziert genug sein. Ich bin am überlegen eine Erklärung aufzusetzen und wenn ich zur Impfung(bin… Mehr

Wolfgang Richter
7 Monate her

„Eventuell kann das eigene Haustier mitgenommen werden. Das tröstet und kann bei der fälligen Entwurmung gleich mitbehandelt werden.“ Dann könnte ja das von der deutschen Mediziner-Elite verfehmte „Ivermectin“ auch noch zum Einsatz kommen.

Anne
7 Monate her

Danke für Ihren Beitrag. Endlich mal etwas Erheiterndes bei dem ganzen Wahnsinn. Aber machen Sie bloß keine Reklame, sonst kommt der Vorschlag noch beim größten Gesundheitsminister aller Zeiten an. L. wird dann schon allein wegen der Effektivität alles für die Gewinnung von Zootierärzten mit Blasrohr tun.

W aus der Diaspora
7 Monate her

Ich wüsste genau welchen Tierarzt ich wähle. Die Tierärztin meines Vertrauens darf schon meine zwei Katzen jedes Jahr einmal piksen. Ihre Sprechstunden sind unkonventionell weil sie auch noch im hiesigen Schlachthaus für die Untersuchung des Schlachtviehs zuständig ist.
Bei ihr kann ich sicher sein, dass ich nur gesund zur Schlachtbank geführt werde 🙂

Peter Pascht
7 Monate her

Was macht der Tierazt wenn in Folge der Impfung ein Schock mit Herzstillstand eintritt ?
Ein anaphylaktischer Schock enitritt ?
Herzrasen eintritt ? usw.
So etwas kann es geben.
Welches Medikamnt bringt er, wie, in Anwendung, in welcher Dosierung ?
In Pferdestärke ?
oder notiren wir das unter „Impf-Kollateralsschaden“ ?
Unerträglich menschenverachtend zynisch der Umgang mit Menschen in diesem Lande !!!

Last edited 7 Monate her by Peter Pascht
Beobachterin
7 Monate her

Oh, Du Fröhliche! „Verbot von Gesang in Innenräumen, außer im eigenen Haushalt“ – fordert das Robert-Kochstudio soeben. Schöne Bescherung! Weihnachtsgans wurde noch nicht verboten – glaube ich. Was ist mit Blockflöte? Oder Posaune …

Deutscher
7 Monate her
Antworten an  Beobachterin

Blockflöten sind wieder ganz stark im Kommen! Sie erleben eine wahre Renaissance, nachdem sie 1989 schlagartig außer Mode gekommen waren!

Posaunen liegen auch sehr im Trend – solche nach Jerichoer Vorbild, die ganze Staaten und Völker bis auf die Grundmauern zu erschüttern vermögen.

Last edited 7 Monate her by Deutscher
Deutscher
7 Monate her

Oh! Ich bin sicher, dass der WKD in einer Tierarztpraxis nicht mal die Zubereitung einer Tasse Kamillentees zu gewerblichen Zwecken genehmigen würde.

P. Pauquet
7 Monate her

Oh bitte, mal halblang. Das Veterinärstudium ist um Längen anspruchsvoller wie Humanmedizin. Allerdings wenn er oder sie richtig reinhaut und zu Höchstleistung aufläuft. Die Wenigsten wissen, ein Veterinärmediziner muss sich mit etlichen Lebewesen beschäftigen und nicht nur mit einem. Die Komplexität ist um Längen anspruchsvoller. – Gut, die Versagerquote, Looser, Nixwisser ist ungefähr genau so hoch wie bei Humanmedizinern. Was erwartet man von einem H.-Mediziner, der nicht mal ein großes Blutbild richtig interpretieren kann. … Was? Gibt’s nicht. Doch zu Mass. Der 08/15-Hausarzt dümpelt sich durch sein Berufsleben, Weiter-/Fortbildung ist ein rares Gut. – Aber fairerweise muß man auch sagen,… Mehr

Mausi
7 Monate her
Antworten an  P. Pauquet

An mir geht der Sinn dieser Glosse auch irgendwie vorbei. Wo bin ich aus der Kurve geflogen?

Nachdem ich gehört habe, dass einer jungen Mutter nur Fachkräfte mit einer zusätzlichen Ausbildung beim Anlegen des Neugeborenen helfen dürfen, aber nicht einfach der Praktikant (und der hat es problemlos geschafft) …

… regt mich diese Glosse eigentlich nur zu Überlegungen an, den Sinngehalt vieler unserer Regelungen zu hinterfragen.

Peter Pascht
7 Monate her
Antworten an  Mausi

Der Sinngehalt ist grundlegender rechtlicher Art, deswegen können sie das nicht verstehen.
Stammtischprinzipien zählen da nicht.
So ist das halt, begrenztes Wissen, begrenztes Verstehen.

Mausi
7 Monate her
Antworten an  Peter Pascht

Mein begrenztes Wissen hängt damit zusammen, dass ich noch nie nach einer Impfung warten musste, um sicherzustellen, dass mein anaphylaktischer Schock behandelt wird. Da wurde immer geimpft nach dem Motto Dosis rein und gehen.

Aber Sie haben natürlich recht.