Hotelpleiten: Der wirtschaftliche Abstieg Deutschlands wird immer sichtbarer

Drei Hotelketten in 15 Monaten insolvent: Lindner, Achat, Revo. Kein Pech, sondern die Folgen von Politik. Die Fixkosten explodieren, die Auslastung bricht weg. Jetzt schließen sogar Top-Häuser. Die Deindustrialisierung frisst sich durch das wirtschaftliche Gewebe.

picture-alliance / dpa | Frank Rumpenhorst
Das Mövenpick Hotel in der Frankfurter Innenstadt gehört zur Revo Hospitality Gruppe

Die Auswirkungen von mittlerweile mehr als 20 Jahren wirtschaftsfeindlicher Politik diverser CDU und SPD Regierungen werden immer deutlicher. In den letzten fünfzehn Monaten rutschen mit Lindner, Achat und der Revo Hospitality Group, gleich drei große deutsche Hotelbetreiber in die Insolvenz. Diese Insolvenzen sind weder Zufall, noch Pech oder die Folgen schlechten Managements. Es ist die logische Folge des politisch gewollten wirtschaftlichen Abstiegs.

Alle drei Fälle gleichen sich. Die Immobilienkosten, Pacht, Miete, Instandhaltung, Versicherungen sind in der Regel fix, genauso wie System- und Franchise-Gebühren. Die Kosten für Personal, Energie, Sozialbeiträge, Kosten für Berichtspflichten und weitere strangulierenden Auflagen durch Bürokratie der Gemeinde, des Landes, des Bundes und nicht zu vergessen der EU, sind hoch und nehmen stetig zu. Auf der Einnahme-Seite dagegen sind die Preise für Zimmer und die Auslastung volatil. Die Geschäftsreise werden weniger, da die meisten Firmen, so sie nicht ohnehin auch schon insolvent sind, sparen. Gleichzeitig reisen immer weniger Menschen um sich Städte anzusehen. Die Verwahrlosung deutscher Städte, die mangelnde Sicherheit und das, was man mittlerweile unter Stadtbild versteht, bringt diejenigen dazu, die es sich noch leisten können, über Alternativen für Reisen nachzudenken. Oft liegen die Reiseziele dann im osteuropäischen Ländern der EU.

Mit dem Mövenpick Hotel Frankfurt City an der Messe und dem Aedenlife Hotel und Resort auf Rügen sind jetzt, wie die Bild-Zeitung berichtet, sogar zweit Top-Locations der Revo Hospitality Group betroffen.

Das deutsche Gastgewerbe erlebt seit 2020 eine massive Krisenwelle mit zehntausenden Schließungen und tausenden Insolvenzen. Hauptursachen sind die Nachwirkungen der Pandemie, hohe Energiekosten, Personalmangel und Kaufzurückhaltung. Viele Betriebe stehen unter Druck, da Kostenexplosionen nicht in dem Umfang wie nötig, an Kunden weitergegeben werden können.

  • Schließungen und Insolvenzen: Zwischen 2020 und 2023 schlossen rund 48.000 Betriebe, 6.100 davon infolge einer Insolvenz.
  • Aktuelle Lage (2024/2025): Die Insolvenzgefährdung bleibt hoch. Im September 2025 gab es beispielsweise 209 Insolvenzverfahren im Gastgewerbe.
  • Stilles Sterben: Auf eine offizielle Insolvenz kommen schätzungsweise zehn stille Geschäftsaufgaben, da viele Betriebe schließen, bevor die Zahlungsunfähigkeit formell festgestellt wird.
  • Ursachen: Inflation, gestiegene Energie- und Lebensmittelkosten sowie Personalmangel setzen die Branche unter enormen Druck.
  • Regionen: Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen verzeichnen eine besonders hohe Insolvenzgefährdung.

Die Insolvenzen der Hotelketten sind keine Ausnahme. Sie sind Folge der politische gewollten und nach wie vor mit Elan betriebenen Deindustrialisierung Deutschlands, die man im Niedergang der Chemie – und der Automobilindustrie, sowie des Maschinenbaus beobachten kann.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 0 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

0 Comments
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen