Markus Lanz und die Probleme der Welt. Erbschaftssteuer-Streit in der Koalition, der Iran im Umbruch und ein Wahljahr 2026, in dem die Altparteien mit letzter Kraft ums Überleben kämpfen. Immerhin einer war an diesem Abend erfolgreich: Ralf Stegner quasselte seine SPD konsequent unter fünf Prozent. Von Brunhilde Plog
Screenprint: ZDF / Markus Lanz
Ralf Stegner, das freundliche Gesicht der SPD, der ungelernte Studierte von der Waterkant, der Mann, der in seinem Leben nichts Produktives geleistet und nichts gesehen hat außer Schule, Hörsaal und Büro – wer wäre besser geeignet, das Ideenvakuum der deutschen Politik auf die abendliche TV-Bühne zu bringen.
Viel reden, nichts sagen. Nichts wissen, alles bewerten.
Dass die SPD die Forderung nach einer höheren Erbschaftssteuer nur deshalb aufs Tapet gebracht hat, um im Wahlkampf ein paar Punkte einzuheimsen, versucht Lanz vergeblich aus Stegner herauszukitzeln. Doch wie sehr sich der Genosse windet, wie dünn er argumentiert, wie widersprüchlich, das ist selbst für den Griesgram aus Bordesholm bemerkenswert. Ein „Lebensfreibetrag“ von einer Million Euro, wie er im SPD-Entwurf geplant ist, werde ja kleinere Erbschaften entlasten, argumentiert Stegner. Dafür könne und müsse man dann die Superreichen stärker belasten.
Feuer von allen Seiten Richtung Stegner. Journalistin Karina Mößbauer erinnert ihn: „Das ist das Gegenteil von dem, was es jetzt eigentlich bräuchte. Diese Regierung gönnt sich Rekordschulden.“ Doch „statt mal an die Ausgabenseite ranzugehen“, werde jetzt schon wieder über neue Belastungen gesprochen. Politologe Herfried Münkler wirft Stegner sogar vor, die SPD habe ihre Kernwählerschaft verraten. Die Partei sei am Ende. „Ihr sind die strategischen Köpfe abhanden gekommen“, sagt Münkler. Stattdessen seien offenbar „Azubis“ am Werk.
Stegers Laune sinkt weiter.
Die SPD sei früher einmal die Partei der sozialen Aufsteiger gewesen, sagt Münkler. Jetzt falle sie den Leuten regelrecht in den Rücken. Sein Fazit: „Die SPD arbeitet kräftig daran, noch unter die 13 Prozent zu kommen, die sie in der Demoskopie momentan belegt.“
In Bordesholm aber sieht man die Dinge offenbar anders. Von der Waterkant aus lässt sich deshalb sogar die Lage im Iran trefflich bewerten. Stegner hat zu allem etwas zu sagen, schließlich ist er Berufspolitiker. Gib mir ein Thema, ich texte Dich zu. Er spricht von den Groß- und Mittelmächten und der neuen Rolle Europas, von … uff.
Fundierte Informationen kommen von Ali Fathollah-Nejad. Der deutsch-iranische Politikwissenschaftler geht auf die Lage am Persischen Golf ein und analysiert, ob die Proteste das Potenzial haben, das Mullah-Regime zu stürzen. Auf den Straßen seien mindestens Hunderttausende, vermutlich sei sogar schon die Millionengrenze erreicht. „Ich gehe davon aus, dass wir eine vierstellige Zahl von Todesopfern haben“, sagt Fathollah-Nejad. Die wenigen Bilder, die die iranischen Landesgrenzen trotz der verhängten Internetsperre überwinden, seien nur durch Starlink und damit durch Elon Musks Initiative möglich. Dafür findet Lanz anerkennende Worte. Das wird Herrn Musk sicher freuen.
Münkler geht noch einen Schritt weiter. Er lässt durchklingen, dass er die amerikanische Vorgängerregierung vermisst. Trump jedenfalls habe seine Chance bereits vertan. „Wenn er hätte eingreifen wollen, dann hätte er die Angriffe spätestens am Wochenende machen müssen“, sagt der Politologe. Mittlerweile seien die Demonstranten demoralisiert. Wie er das aus der Ferne – und im Gegensatz zu Fathollah-Nejad ohne jedwede Verwurzelung im Iran – so unumstößlich verargumentieren kann, ist einigermaßen bewundernswert. In seiner Überzeugtheit wirkt Münkler ein bisschen wie der Stegner des vorderen Orients.
Stegner selbst wirft noch schnell das Schlagwort von der „Koalition der Willigen“ ein – wäre das auch abgehakt –, bevor Münkler einen Forderungskatalog aufstellt. Es brauche jetzt dringend „eine eigene europäische nukleare Abschreckungskomponente“, ein „eigenes europäisches Oberkommando“ und außerdem einen „europäischen Generalstab“. Warum? Um für den Fall, dass sich „die Kluft zu den USA weiter vergrößert, eine Handlungsfähigkeit herzustellen und eine Abschreckungsfähigkeit“. Man dürfe dann aber nicht glauben, man sei „jetzt eine Weltmacht, die im globalen Maßstab agiert“. Stegner stimmt zu: „Wir bleiben Mittelmacht.“
Die beiden wissen einfach alles. Dreamteam.




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Eine SPD unter 5% – das glaube ich erst, wenn ich es sehe. Das wäre dann allerdings, wenn es passiert, so etwas wie Geburtstag und Weihnachten zusammen.
Jeder Prozentpunkt, die Stalf Regner der SPD versemmelt, ist ein guter Punkt. Deshalb weiter so!
Dramaturgie: Mundwinkel runter, Stimme erheben und Text aufsagen: „Alles ist super, allen geht es gut aber die Reichen werden wir an den Hammelbeinen packen“.
Kritik ist wichtig und immer angebracht, allerdings kann nicht jeder, der als Autor eingesetzt wird auch überzeugen.
Ich schaffe es nicht mehr ein plausibles Ranking hinzubekommen. Die Aufgabenstellung war die schlechtesten, dümmsten und moralisch verwerflichsten Politiker in ein Ranking zu bringen. Von 1 bis 100. Nee, nehmen wir lieber 1 bis 300. Mir fallen auf Anhieb schon zu viele ein. 1 = ganz schlecht 100 = stets bemüht. Stegner auf 10 oder doch eher 5. Mann ist das schwer!
„In seiner Überzeugtheit wirkt Münkler ein bisschen wie der Stegner des vorderen Orients.“
Korrekt getroffen.
Wenn man innerhalb eines vorgegeben Meinungskorridors Argumente auftun soll, die die starre Transformationsagenda stützen sollen, kann man sich als „Wissenschaftler“ doch tatsächlich nur blamieren.
Weshalb gibt sich einer wie Münkler für so was her?
„Bei Lanz: Stegner fabuliert die SPD unter fünf Prozent“ Nein. Das stimmt nicht. Diese Schlussfolgerung aus Stegner Auftritten ist falsch. Stegner bedient die Neidkultur. Umso schlechter es dem Deutschen zunehmend geht, umso neidischer wird er auf vermeintlich „Reiche“. Da es Otto Normal zunehmend schlechter geht, wird Otto Normal zunehmend SPD, Linke und Grün wählen, die allesamt in den gleichen Gewässern nach Wählern fischen. Die Wähler denken nicht. Die sind emotional. Zum Bedienen negativer Emotionen ist Stegner ein Flaggschiff, das deutliche Treffer landet. Wenn man Stegner beobachtet, dann sieht man, dass keine seiner Aussagen auf Logik oder auf Sachverstand beruht. Doch… Mehr
Die Wähler die diese Versager wählen sind vor allem eines: Vollkommen verblödet und hirnlos. Den der weitere Abstieg ist hier ja quasi direkt vorprogrammiert. Erfolgreiche Firmen werden durch die Erbschaftssteuer der Genossen ganz sicher schließen. Wenn Sie den überhaupt einen Nachfolger finden, was ebenfalls ein dramatisches Problem ist. Aber wie soll man das den Genossen erklären? Die Wähler, die immer noch diese Versager wählen haben es nicht anders verdient. Arbeitsplatzverlust. Firmen schließen, weil die politischen Rahmenbedingungen eine Katastrophe sind und noch schlechter werden. Der deutsche Wähler ist leider in weiten Teilen zu dumm für Eigenverantwortung. Wohlstandsverseucht. Einzige Hoffnung sind die… Mehr
Im Iran freue man sich über jede Form von internationaler Solidarität, sagt Fathollah-Nejad. Die SPD, und hier in Person unseres Bundespräsidenten und nicht irgend ein Hinterbänkler, hat doch Solidarität mit dem Iran bekundet indem er den Ayatollahs zum 40- jährigen Revolutionsjubiläum gratuliert hat. Natürlich sind die jetzigen Toten nach der Gratulation, aber es gab in den Jahren zuvor auch schon Demonstrationen indem das Mullah- Regime Demonstranten töten, verhaften und foltern ließ. Ist dieser Bundespräsident eigentlich noch haltbar, wenn er einem Regime gratuliert das auf Demonstranten schießen lässt? Ich frage wie immer für einen Freund, nicht das ich mir jetzt noch… Mehr
Denken Sie bei uns an das Kujonieren der Demonstranten bei Corona. Oder an den schwarzen Donnerstag in Stuttgart, als die alten Parkbäume in einer Nacht- und Nebelaktion, „verteidigt“ mit Wasserwerfern, abgeholzt und zu Spänen gemacht wurden.
Gähn, wer schaut sich denn so etwas freiwillig an? Frau Plog wird hoffentlich von Tichys Einblick ordentlich dafür bezahlt, sich den Unfug anzutun. Ohne einen Vertreter der einzigen Oppositionspartei ist das Ganze doch sterbenslangweilig.
„Bei Lanz: Stegner fabuliert die SPD unter fünf Prozent“ Diese Einschätzung war in Schleswig-Holstein ja immer das Argument der SPD-Mitglieder, Stegner NICHT als Ministerpräsidenten-Kandidaten in einer Landtagswahl aufstellen zu können! Und so kam wie „deus ex machina“ der Kieler Bürgermeister Thorsten Albig zu seiner (zweifelhaften?, verzweifelten?) Kandidatur.
Stegner, Wadephul, Günther, Habeck – man kann sich für dieses politische Personal aus Schleswig-Holstein nur fremdschämen!
Wahrscheinlich liegen die Gesamtkosten (eigene Bezüge, Sozialversicherung, Bahncard, Büro, Angestellte, deren Sozialversicherung, Büroausstattung und Bedarf) für einen Bundestagsabgeordneten in diesem Fall Herr Stegner bis in die Fraktionskassen bei ca. 1.000.000 € pro Jahr für die die Steuerzahler blechen müssen.
Den Politikern geht es gut, dass das so bleibt, brauchen sie wegen ihrem „Finanzbedarf“ sicherlich bald das Erbe von den Omas und Opas.