Porsche meldet Gewinneinbruch um 91,4 Prozent – hohe Kosten durch Rückkehr zum Verbrenner

Porsche meldet für 2025 einen fast vollständigen Gewinneinbruch. US-Zölle, Probleme im China-Geschäft sowie hohe Kosten durch die Kehrtwende bei der Elektromobilität drücken das Ergebnis massiv – und zwingen den neuen Vorstandschef Michael Leiters zu einem harten Sparkurs.

picture alliance / Rainer Keuenhof | Rainer Keuenhof

Der Sportwagenhersteller Porsche hat für das Geschäftsjahr 2025 einen massiven Gewinneinbruch gemeldet. Wie das Unternehmen mitteilte, brach der Gewinn nach Steuern im Jahresvergleich um 91,4 Prozent auf lediglich 310 Millionen Euro ein. Im Jahr 2024 hatten die Stuttgarter noch knapp 3,6 Milliarden Euro verdient. Auch der Umsatz entwickelte sich rückläufig und sank um nahezu zehn Prozent auf rund 36,3 Milliarden Euro.

Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem das schwache Geschäft in China, Belastungen durch US-Importzölle sowie den Strategiewechsel bei der Elektromobilität zurück zum Verbrennungsmotor. Diese Faktoren ließen den operativen Gewinn stark schrumpfen. Der im Januar angetretene neue Vorstandschef Michael Leiters steht damit vor der Aufgabe, den Sportwagenbauer wieder auf Kurs zu bringen. Mit weiteren Einsparungen und einer Neuausrichtung des Modellangebots soll das Unternehmen wieder profitabler werden. „Wir werden Porsche umfassend neu aufstellen, das Unternehmen schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher machen“, erklärte Leiters. Das Produktportfolio solle insbesondere in margenstärkeren Segmenten erweitert werden.

Auch für die Aktionäre hat der Gewinneinbruch spürbare Folgen. Porsche schlägt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine deutlich niedrigere Dividende vor: 1,01 Euro je Vorzugsaktie nach 2,31 Euro im Vorjahr sowie 1,00 Euro je Stammaktie.

Noch vor seinem Abgang hatte der frühere Porsche-Chef Oliver Blume die Strategie des Unternehmens verändert. Mehr Modelle mit Verbrennungsmotoren sollen wieder für Wachstum sorgen. Die Kehrtwende in der Produktstrategie verursacht jedoch zunächst erhebliche Kosten. Allein die Verlängerung der Verbrennerstrategie schlug mit rund 2,4 Milliarden Euro zu Buche. Hinzu kamen etwa 700 Millionen Euro für die Abwicklung einer Batterie-Tochter sowie weitere rund 700 Millionen Euro infolge der US-Importzölle. Insgesamt summieren sich diese Sonderbelastungen damit auf etwa 3,9 Milliarden Euro.

Der operative Gewinn sank infolgedessen um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro. Im Kerngeschäft mit Automobilen – ohne Finanzdienstleistungen – blieb sogar nur noch ein operativer Gewinn von 90 Millionen Euro übrig. Zum Vergleich: 2024 hatte dieser noch bei rund 5,3 Milliarden Euro gelegen, wie aus der Bilanz der Konzernmutter Volkswagen hervorgeht.

Für das laufende Jahr rechnet Porsche zwar wieder mit einer gewissen Erholung. Das Management um Leiters warnt jedoch weiterhin vor „sehr herausfordernden Marktbedingungen“ und geopolitischen Unsicherheiten. Mögliche Auswirkungen jüngster Entwicklungen im Nahen Osten seien in der Prognose noch nicht berücksichtigt. Leiters hatte zu Jahresbeginn die Nachfolge von Blume angetreten, der sich seither auf seine Aufgaben an der Spitze der Volkswagen-Gruppe konzentriert.

Der Einbruch bei Porsche fügt sich damit in eine Reihe von Schwierigkeiten innerhalb des Volkswagen-Konzerns ein. Bereits zuvor hatte die Konzernmutter einen deutlichen Rückgang der Gewinne gemeldet.

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