Bauernproteste in Holland: Um was geht es? – TE Wecker am 10. Juli 2022

Der TE-Wecker erscheint montags bis freitags – und bietet Ihnen einen gut informierten Start in den Tag. Ideal für den Frühstückstisch – wir freuen uns, wenn Sie regelmäßig einschalten. An Wochenenden und Feiertagen erscheint der Wecker mit einer Schwerpunktsendung.

 

Massive Bauernproteste mit zehntausenden Landwirten in den Niederlanden – blockierte Strassen, Autobahnen, Flughäfen, Lebensmittelmärkte. Die Polizei greift zur Schusswaffe und schießt auf einen Traktor, bedroht Autofahrer mit Schusswaffe. Gespenstige Szenen in unserem unmittelbaren Nachbarland.

Einige protestierende Bauern gingen weiter und kippten Ministerin Christiane van der Wal sogar Gülle vor deren Privathaus. Van der Wal ist in den Niederlanden Ministerin für Umwelt und Stickstoff – das Ministerium in Den Haag heißt tatsächlich so, es wurde erst im Januar gebildet. Gegen van der Wal richtet sich der Unmut der Bauern, ebenso wie gegen die niederländische Regierung. Diese hat irreale Düngevorschriften erlassen und damit die Bauern zwingen, ihre Tiere aus den Ställen zu entfernen und sie sogar von ihren Höfen werfen.

Ein Ministerium, das eigens rund um eines der wichtigsten Elemente der Natur gebildet wurde, nämlich den Stickstoff – das lässt aufhorchen. Das Stickstoffmolekül ist zur Staatsgefahr aufgebauscht worden. Zweifelhafte »Stickstoff«-Theorien dienen als Hebel, der Landwirtschaft den Garaus zu machen.

Windige Modellrechnungen dienen als Begründung für die Notwendigkeit, die Landwirtschaft zu zerstören. Das sogenannte »Nationale Programm für den ländlichen Raum« gibt pro Gebiet an, um wieviel die Stickstoffemissionen bis 2030 reduziert werden müssen. Van der Wal formuliert, »um der Natur eine Chance zur Erholung zu geben«. Als ob die zerstört wäre. So gibt die niederländische Regierung vor, bis 2030 den Stickstoffausstoß um 50 Prozent zu senken, in einigen Regionen sogar um bis zu 95 Prozent.

Das ist der Hebel, um mindestens 30 Prozent der holländischen Bauern zu enteignen.

Was ist dran? Das Thema des Sonntagsweckers.

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 16 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

16 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
bfwied
28 Tage her

„Hört auf die Wissenschaft“, aber nur auf die Apokalyptiker, die mit den Links-Ideologen gemeinsame Sache machen! Wissenschafft ist komplex, zu kompliziert selbst für die meisten Gymnasiasten. In ihren Modefächern im Sozial- und Revolutionsbereich lernen sie nicht das Denken, es wäre sowieso schon zu spät. Seit 40 Jahren wird eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben, immer schneller in immer höherer Frequenz und immer apokalyptischer. Aus allen Prophetien wurde nichts, gar nichts. Auch das Dieselverbot in Stuttgart brachte nichts, die Sau ist durch, das Thema weg, jetzt kommt die nächste Sau. Ein vernünftiges Maß, darum geht es nicht, es geht… Mehr

HerrschendeLeere
29 Tage her

Man muss nicht Klaus Schwab heißen, um das niederländische Modell der „Landwirtschaft“ für nicht zukunftsfähig zu halten. Nirgendwo sonst auf der Welt wird mit so viel Einsatz von Mineraldünger und Futtermitteln aus dem Ausland so viel Boden-Luft-und Wasserverschmutzung produziert.
Es wäre schon viel erreicht, würde der Stickstoffeintrag pro ha im Durchschnitt etwa auf das österreichische Niveau gesenkt. In Österreich gibt es überwiegend florierende landwirtschaftliche Betriebe im Familienbesitz und mit Zukunft – trotz Schonung der Umwelt.

Kassandra
29 Tage her

Ernst Wolff hat Rutte ertappt:
Hollands Premier #MarkRutte verneigt sich vor #KlausSchwab, indem er einige Kernsätze aus dessen Buch #TheGreatReset fast wortwörtlich nachplappert. Das Video zeigt, wer hier Herr und wer Knecht ist. #Holland #Bauernprotesten #Niederlande #WEF #WorldEconomicForum #Davos https://twitter.com/wolff_ernst/status/1545482768347455490?cxt=HHwWhICz3faY1PIqAAAA
Rutte hängt also auch an Fäden? In einer früheren Befragung zu Schwab und wef stellte er sich noch dumm – doch der junge Mann, Gideon van Meijeren, lässt nicht locker: https://twitter.com/skifflegirl/status/1481682739594076161
Die Frage ist gar nicht mehr ob – sondern wie weit sie uns schon gekapert haben.
Auch die retweets sind beachtenswert.

M.E.S.
29 Tage her

Gilt das auch für die Grünen? In geringer Konzentration sind sie unschädlich, vielleicht auch nützlich. Erst in höherer Konzentration werden sie zu Gift.

Biskaborn
29 Tage her

Hochinteressant, danke für diesen Beitrag. Grüne werden das nie verstehen! Deshalb haben wir solche Irrlichter an den Schaltstellen der Macht. Die Holländer hatte ich bis dato für vernünftiger als die Politiker hierzulande eingeschätzt, ein Irrtum! Was passiert eigentlich wenn wir dann auch noch alle Klimaflüchtlinge hierher holen und gleichzeitig unsere Ernährungsindustrie vernichten. Aber auch solche Gedankengänge überfordern Grüne total!
,

Kassandra
29 Tage her
Antworten an  Biskaborn

Menschen aus archaischen Gebieten sind fähig, ohne Supermärkte für ihre Nahrung zu sorgen. Ein Vorteil.
Wenn sie für uns Haithabu oder schlimmeres geplant haben, hätten sie sich kein besseres neues Volks aussuchen können als in Clans und Gruppen organisierte Menschen, die mit Messern und inzwischen auch Äxten umzugehen wissen.
Die die Kälte nicht vertragen, werden es natürlich nicht überleben.

Peter Pascht
29 Tage her

Übrigens: Ich wollte gestern 1 Liter Sonnenblumenöl für den Haushalt kaufen, in Deutschland. Ich musste mich schon am Riemen reissen um nicht aufzuschreien. In Augenhöhe: 5,99 – 3.99 Euro pro Liter, früher 1,70 Euro Das günstigere Angebot, 2 Euro pro Liter, war irgendwo ganz unten versteckt und begrenzt auf „Verbraucher übliche Menge 2 Flaschen pro Person“ und ledoglichn nur noch ein paar Flaschen vorhanden. Doe sozialistische Mangelwirtschaft hält Einzug auch in Deutschland mit riesengrossen und schnellen Schritten. In Herbst und Winter wird der Sozialismus dann in voller Büte erscheinen 😉 Als Geschenk unterm Weihnachtsbaum, wo aber die üblichen Geschenke für… Mehr

Kassandra
29 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

200 ml Sahne – bisher 85 Cent – am Freitag 1.29 Euro.
Das im besten Deutschland aller Zeiten.
Allerdings waren ausreichende Mengen vorhanden.

Pro Becher!!! um die 3 Cent Mehreinnahmen für Lindner!

Last edited 29 Tage her by Kassandra
Landmichel
29 Tage her

Der Beitrag ist aus naturwissenschaftlicher Sicht interessant, erklärt aber nicht die politischen Hintergründe in den Niederlanden. Es geht um die Transformation der weltweiten Lebensmittelproduktion weg von eigenvorantwortlich und selbständig arbeitenden Bauern hin zu so kolchosenartigen Großbetrieben in den Händen weniger (Food Innovation Hubs), vorangetrieben durch UN und WEF mit den NL als Testballon und Rutte als Frontmann. Was wieder mal wie eine VT klingt, wurde vom WEF wieder mal offen kommuniziert. Im Januar dieses Jahres hat das WEF dieses White Paper veröffentlicht:https://www3.weforum.org/docs/WEF_Transformig_Food_System_2022.pdf
hier die deutsche Google-Übersetzung:
https://www.file-upload.net/download-14964316/WEF_Transformig_Food_System_2022.de-google.pdf.html

Peter Pascht
29 Tage her
Antworten an  Landmichel

Es geht doch um ein nobles und ideales Ziel, „den Hunger in der Welt zu besiegen“ (sic) (Zynismus aus)
Der 2. von ihnen eingestellte Link wurde von meiner Antivirensoftware blockiert,
„malicious Link“
Also bitte mehr Vorsicht mit dem hier einstellen von Links.

Last edited 29 Tage her by Peter Pascht
Kassandra
29 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Man lese, wie es in Sri Lanka steht und Marco Gallina schreibt. Dort haben sie inzwischen solche wie Rutte zum Fliehen außer Landes gedrängt.
Informieren könnte man sich auch hinsichtlich der Kulakenvertreibung durch Stalin in der damaligen Ukraine – aber wer will schon wissen, wie solche „Experimente“ immer enden.
.
Die Links sind ja auch „giftig“ – und wie kann man wissen, auf was Antivirensoftware reagiert? Zum Teil sicher inzwischen auch auf das, was sie nicht vor Augen bekommen sollen.

Peter Pascht
29 Tage her

Ministerin für Umwelt und Stickstoff ?
Dreiste Dummheit ist offenbar grenzenlos wie das Universum.
Um was geht es in den Niederlanden ?
Kurz und knapp, es geht um alles,
wenn alle, nicht nur die Bauern, zu Recht so aufgebracht sind.
Das ist aber erst der Anfang, möglicherweise eines europaweiten Anfangs.

Ananda
29 Tage her
Antworten an  Peter Pascht

Es wäre auf jeden Fall eine angemessene Reaktion auf diesen „Mount Everest“ der „staatlichen“ (gekapert !) Übergriffigkeiten.

Hannibal Murkle
29 Tage her

„ Bauernproteste in Holland: Um was geht es?“

Um Überleben – würde jedes EU-Land die Lebensmittelproduktion halbieren, was bedeutet es für die Preise? Polen kündigt bereits an, es nicht zu tun – kommt wieder die Hetze des Woken Imperiums?

Soll niemand jetzt mit der Veganen Ideologie kommen – die Enzyme, die man für die Getreide-Verdauung braucht, haben sich vor etwa 10 Tsd. Jahren oder so entwickelt – von der Natur ist Homo Sapiens eher Fleischfresser. Schwangere, die auf Fleisch und Milchprodukte verzichten, können ernste Komplikationen bekommen. Sonst Natur auf den Fahnen, hier soll menschliche Natur vergewaltigt werden?

twsan
29 Tage her

Vordergründig geht es um Stickstoffemmissionen.

Der wahre Grund ist die WEF-Strategie (WEF-Rutte et al.) mit dem Ziel der Zwangskollektivierung.
Verpackt im Euphemismus der „Food Innovation Hubs“, eine schöne neue Bezeichnung für Groß-Kolchosen. Denn irgendwoher muss die Nahrung – später nach der Zwangsenteignung – ja dennoch kommen.

Letztlich dürften die Niederlande ein Pilotprojekt für eine Neuauflage der Stalinschen bzw. Maoistischen Umkrempelung der Landwirtschaft sein, bei welcher (sozusagen als „positiver Nebeneffekt“) auch gleich das Privateigentum mit abgeschafft wurde…

Wie war das noch mit der Ukraine und den Kulaken?

Last edited 29 Tage her by twsan
Hannibal Murkle
29 Tage her
Antworten an  twsan

„ Denn irgendwoher muss die Nahrung – später nach der Zwangsenteignung – ja dennoch kommen.“

Was den sekundär ist – wie der verhasste kommunistische Regierungssprecher Polens in den 1980ern erzählte, die Regierung könne sich immer irgendwie ernähren. Erzählte nicht ein prominenter Grüner in Davos, selbst Hunderttausende Hungertote würden nicht vom Transformieren abbringen?
Dabei verstehe ich nicht die Sorge mancher Blogs, einige BRICS-Staaten würden beim Bekämpfen des Westblocks die EU-Richtlinie 123456/98 vom Völkerrecht nicht beachten – zählt das, wenn Hunger droht? Die mögen missachten, was die wollen – Hauptsache, der perverse Laden ist abgewickelt.

Last edited 29 Tage her by Hannibal Murkle