Fast wäre es bei Hart aber Fair zur Heiligsprechung der Bärbel Bas gekommen. Doch es blieb bei einer – nicht minder peinlichen – Märtyrer-Huldigung der zurückgetretenen Ministerin. Derweil versuchte Jan van Aken, seine SED/Linke vom Antisemitismus reinzuwaschen. Das tat er ebenso frech wie erfolglos.
Screenshot ARD / Hart aber Fair
Die Altparteien stehen unter Druck, die AfD hofft auf die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt, und die Linke könnte in Berlin trotz erheblicher judenfeindlicher Tendenzen bald regieren. Bei „Hart aber fair“ versucht Louis Klamroth, aus diesen Entwicklungen eine These zu entwickeln: „Starke Ränder, schwache Mitte – Bleibt das jetzt so?“ Der Abend soll die Frage klären: Haben die etablierten Parteien der angeblichen „Mitte“ schlicht verlernt, ihre Wähler zu überzeugen?
Die Partei, die derzeit mit Abstand die meisten Wähler überzeugt, ist selbstverständlich mal wieder nicht eingeladen. Die AfD muss draußenbleiben, stattdessen sitzen die üblichen Verdächtigen von CDU, SPD und der SED/Linke am Tisch.
Dass Bas nun höchselbst dafür bekannt ist, dauernd und sehr offensiv gegen den Koalitionspartner zu keilen, muss man in einer solchen Talkrunde sicher nicht unbedingt erwähnen. Warum aber auch ihre fünf (!) Staatssekretäre seit Monaten nicht abliefern, weil die Chefin leidet, diese Frage sollte wohl erlaubt sein.
Wie scheinheilig, wie aufgesetzt die Diskussion verläuft, wird am Beispiel Jan van Aken besonders deutlich. Er sei „schockiert“ über das Verhalten der CDU, sagt er, die Partei sei offenbar „ein herzensloser Verein von karrieregeilen Männern“. Dann spricht er allerdings von der „Schwiegertochter“. Er weiß also offenbar nicht einmal, dass es um die Stieftochter geht. Soviel zum Thema echte Empathie.
Erinnerungen werden wach an die Runde bei Markus Lanz, als van Aken seinen Parteikollegen, den selbsternannten Clan-„Bruder“ Ferat Koçak, in Schutz nahm, aber nicht einmal wusste, um welche Verbrecherbande es sich bei den Remmos überhaupt handelt („Ach, die waren das?“).
So schafft Moderations-Amateur Klamroth am Ende doch noch einen extrem holprigen Übergang zum eigentlichen Thema: die jüngsten Landtagswahlen und das Erstarken der politischen Ränder.
Doch die nächste Panne folgt sogleich. Denn kaum geht es um die AfD, wird aus der bisher eher besonnen wirkenden Weisband ein wahres Schwurbei-Monster, das eine Fake-News an die nächste reiht. Die AfD würde dafür sorgen, dass „bestimmte Leute“ mit der falschen Abstammung „keine Existenzberechtigung“ mehr haben. Die Partei breche mit dem Grundgesetz-Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, und man dürfe ihr bei ihrem schändlichen Tun nicht tatenlos zusehen, denn: „Irgendwann nach vielen, kleinen, furchtbaren Entwicklungen wird es zu spät sein.“ Dabei schaut Weisband sehr ernst und geradezu ergriffen von den eigenen Worten. Sie hat just das Bundesverdienstkreuz erhalten, sie muss ja Recht haben.
Unternehmerin Röser mahnt bei den Altparteien „mehr Realitätssinn“ an. Sie findet es verstörend, „wenn man CDU wählt und dann eher linke Politik bekommt“. Der Siegeszug der AfD sei nur logisch. „Wir müssen endlich anfangen zu akzeptieren warum die Menschen die Ränder wählen. Weil die Mitte versagt hat.“ Sie sei gegen Brandmauern, sagt Röser, und zwar „nach links wie nach rechts“. Die Journalistin Sophie-Marie Schulz (Berliner Zeitung) stimmt zu: Die AfD sei „für viele schon eine normale Partei, weil sie Lösungen anbietet.“ Röser ergänzt: Die AfD spreche offenbar „die Sprache der Menschen“ und „am Ende ist es Demokratie“.
Van Aken zieht sofort den Bogen zur Union: „Teile der CDU haben sich aus dem demokratischen Lager verabschiedet, und das macht mir Angst.“ Doch der Alt-Linke soll sich nun im Gegenzug zu den antisemitischen Tendenzen in seiner Partei äußern. Darauf drängt vor allem Nathanael Liminski (CDU). Van Aken setzt zu seinem altbekannten Showdown an: Wie poliere ich meine Partei blank, ohne den Schmutz zu berühren. Sein Argument: Die Vorwürfe seien übertrieben, es gebe nur „ein paar Leute“, die nichts zu sagen hätten, und die eigentliche Agenda der Gegner sei die Verhinderung von bezahlbaren Mieten. Schnell schwenkt er auf den Nebenkriegsschauplatz „Enteignung großer Wohnungskonzerne“ um – genau jener jämmerliche Schachzug, den er schon bei Maischberger und Lanz versucht hat, um vom Antisemitismus und den Clan-Kontakten abzulenken. Die CDU, die Immobilienlobby, die „Extremreichen“, alle würden sie verhindern wollen, „dass die Linke regiert“.
Das bleibt nicht unwidersprochen. Liminski fordert den Parteiausschluss der Judenhasser. Und Schulz ermahnt van Aken mehrfach, er solle nicht immer die Hälfte weglassen oder die Wahrheit verdrehen. „Ich finde es ganz schön frappierend, wie Sie das hier herunterspielen.“ Es habe ja nicht umsonst diverse Parteiaustritte bei der SED/Linken gegeben.
„Sie lassen wieder etwas weg“, mahnt Schulz. „Da muss man schonmal bei der Wahrheit bleiben. Er ist nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Das haben andere gemacht.“ Es sei der Remmo-Sohn gewesen, der die Chatverläufe veröffentlichte. Van Aken nimmt Koçak weiter in Schutz: „Ja, aber danach hat er volle Transparenz…“ Großes Gelächter im gesichert linkslastigen Publikum, das ansonsten jede seiner Aussagen beklatscht, ja teilweise sogar mit lautem Jubel quittiert.
Auf X kochen bereits während der Sendung die Gemüter hoch. Unternehmerin Röser wird vorgeworfen, die AfD zu verharmlosen. Und Weisband erntet vor allem Spott für ihre Theatralik mit nervtötendem „Gefuchtel und Gepiepse“. Einer unterstellt der engagiert gestikulierenden Autorin gar ein „Restless Hands Syndrom.“
Schulz erntet unterdessen Lob für ihre couragierten Kommentare. Im Studio hingegen macht sie sich mit ihren kritischen Äußerungen weder bei Klamroth noch bei seiner Fanbase auf den Rängen besonders beliebt. Die junge Frau, die in Rekordzeit zur Ressortchefin der Berliner Zeitung aufgestiegen ist, dürfte künftig wieder mehr Abendfreizeit haben. In den ÖRR eingeladen wird sie vermutlich so schnell nicht mehr.






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Hassen kann man nur andere, bedingt durch ihre Handlungen oder persönliche Bekanntschaft, worüber dann große Verwerfungen entstehen könnten und im Hass enden. Somit ist das Wort Hass zum Kampfbegriff verkommen und die wenigsten wissen eigentlich was es kollektiv darstellt und so wabert der Hass durchs Land und zerstört unbewußt eine friedliche Koexistenz, die dringend nötig wäre, weil wenige Hassgefühle in der Nähe schon ausreichen um darunter schlimmste Gedanken zu entwerfen. Das alles kann nicht nur über persönliche Erfahrungen entstehen, sondern auch über eine gelenkte Methode initiiert werden und dabei jeder plötzlich den anderen hasst und noch nicht einmal weiß warum… Mehr
Für Angehörige von Mordopfern der illegalen Masseneinfuhr habe ich von diesen Leuten noch nie den geringsten Ausdruck von Mitgefühl gehört. Aufschlussreich, dass Sie ihre Anteilnahme ausgerechnet bei einer hochbezahlten und nachweislich menschlich unangenehmen, faulen und unfähigen Politikerin entdecken…
Die ekeln mich sowas von an.
Jetzt labern die links-grünen und der ÖRR scho seit Jahren über ein Parteiverbot der AFD.
Als einer der 15 Millionen (!!!) AFD Wähler hoffe ich, dass das nun endlich eingeleitet wird. Ich habe nicht die geringste Angst dass die AFD verboten wird.
Ich habe 40 Jahre Union gewählt und muss immer lachen, wenn dieser mittlerweile links-grüne Verein davon schwadroniert Wähler zurückzugewinnen.
Ich bin jetzt 70 – mich bekommt ihr nicht zurück. Im Gegenteil: Solche Sendungen entfernen mich immer weiter weg.
„Haben die etablierten Parteien der angeblichen „Mitte“ schlicht verlernt, ihre Wähler zu überzeugen?“
Nach Jahrzehnten der Lügen überzeugen nur noch Ergebnisse.
Geschwafel von Politikern der Altparteien hat genau 0,0 Wert.