Medien-Aufmerksamkeit, Umfragen und Wahlen

Umfragen sind meist Schall und Rauch. Aber eines ist sicher: Ohne die nötige Medien-Aufmerksamkeit kein Erfolg bei Wahlen.

Eine direkte Folge der Medien-Aufmerksamkeit sind weder die Ergebnisse von Umfragen oder gar Wahlen. Eines aber ist sicher: Ohne die nötige Medien-Aufmerksamkeit kein Erfolg bei Wahlen. Ob das nicht oder schwach vorhandene Interesse der alten Medien durch das von neuen wettgemacht werden kann, ist am Ende eine Frage der Verbreitung neuer Medien, das Ausmaß des Umstiegs von großen Bevölkerungsteilen von den alten zu den neuen.

Noch sind die Anteile der Bürger, nicht nur in Europa, auch in Amerika, die diesen Schritt tun, nicht groß genug, um die Anteile der alten und neuen Medien wirklich umzukehren. Es gilt die Gleichung: Je älter die Bürger, desto zahlreicher bleiben sie bei den alten Medien – je jünger, desto weniger bis gar nicht kümmern sie sich um die alten Medien. Dass dieser Prozess im Gange ist, daran besteht für mich kein Zweifel. Ein interessanter Seitenblick nach Asien lehrt: Dort vertrauen viele dem, was sie im Internet erfahren, viel mehr, als „Bild und Glotze“.

Interessant allemal ist ein Blick auf dieses Instrument: The German Election Tracker.

Das ist kein Umfragergebnis, sondern misst, wer die meiste – positive wie negative – Medien-Aufmerksamkeit findet:

„The German Election Tracker compares the amount of online news traffic generated by the parties competing in the German parliamentary election in real time. It answers a simple question: Which party is attracting the most interest (both positive and negative) at any given moment? With the most comprehensive dataset on German TV and newspaper audiences ever at our disposal, we focused on creating a single indicator to measure which party is attracting the highest level of interest in the German media.“

Messpunkte sind die Personen an den Spitzen der genannten Parteien: Merkel, Schulz, Wagenknecht und Bartsch, Göring-Eckardt und Özdemir, Lindner, Weidel und Gauland.

Sie können selbst jeden Tag nachschauen, wie sich die hier gezeigten Aufmerksamkeits-Kurven von heute weiterentwickeln. Im Moment konkurrieren FDP und Die Linke um die wenigste Aufmerksamkeit. Nach der Wahlen wissen wir, was das Instrument hergibt und was nicht.

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Kommentare ( 5 )

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Witzig. Keine Ahnung, wann Sie zum letzten Mal im Rheinland waren, aber da läuft das inzwischen so: Wer fi…. will, setzt das heute einfach mit Gewalt durch. „Flüchtling“ zu sein, oder so zu tun, hilft dabei ungemein, und straffrei geht man dabei auch meistens aus. Fragen Sie mal die Kölner. Und wenn ich dann sage, dass die Deutschen, die diese Rechtsbrüche widerstandslos hinnehmen, dumm und denkfaul sind, dann steht mir das als Deutschem und als Rheinländer zu. Wenn Linke wie Sie, und ob das als Beleidigung bei Ihnen ankommt, überlasse ich Ihnen, plötzlich die Deutschen verteidigen, obwohl sonst in linken… Mehr

Auf diese Verzierungen kommt es beim Messen der Medienaufmerksamkeit nicht an …

„both positive and negative“
Wirklich interessant wäre hier die Trennung gewesen.

„Ein interessanter Seitenblick nach Asien lehrt: Dort vertrauen viele dem, was sie im Internet erfahren, viel mehr, als „Bild und Glotze“.“
Das mag so sein. Kommentar vieler Asien Reisender: Fernsehen dort, unterstes Regal, Scheint wohl eher der Grund. zu sein.
Schon im DDR Fernsehen 1.0 gab es wie im DDR Fernsehen 2.0 Sendungen die sehenswert, unterhaltend usw., da ideologiefrei, waren.
Damit meine ich nicht die Ziehung der Lottozahlen.

Vielen Dank, Herr Goergen, für diese aussagekräftige Grafik. Die Seite werde ich mir abspeichern. Besonders interessant finde ich den Sprung der AfD von bis zu 10% nach dem Auftritt von Frau Weidel bei Anne Will!

„Allerdings wird über die CDU fast zu 100 % positiv berichtet“

Sind Sie da sicher? Könnte es nicht eher sein, dass Sie finden, dass zu positiv (in Anbetracht ihrer Politik) über die CDU berichtet wird? Das wäre ein Unterschied.

„Mal sehen, ob die Medien der AFD auf diese Weise unbeabsichtigt helfen.“
Nun, man kann zumindest nicht sagen, dass die AfD, in Bezug auf ihre Größe (weniger als ein Zehntel Mitglieder als CDU oder SPD), zu wenig Aufmerksamkeit von den Medien bekommt.

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