Exklusiv sei das Interview mit Hillary Clinton zu Trumps Außenpolitik und den Epstein-Files. Doch wirklich brisant ist dabei nur, wie unkritisch Sandra Maischberger Fragen stellt.
Screenprint: ARD / Maischberger
Die Anmoderation von Sandra Maischberger versprach viel, doch schon die Gästeliste verriet, dass die ÖRR-Talkshow nicht vom gewöhnlichen Skript abweichen würde. Im Interview zwei alte „Superstars“: Hillary Clinton, die ehemalige US-Außenministerin, und der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Selbstverständlich war Melanie Amann, neben Robin Alexander und Aurel Mertz, im Panel dabei, um „einzuordnen“. Unter die Fittiche nimmt Amann dabei besonders den Moderator und Komiker Aurel Mertz. Dieser sieht viel Ähnlichkeit zwischen Merz und Trump – doch wie es sich herausstellt, ist es für Mertz mit seinen afrikanischen Wurzeln vielmehr etwas Persönliches.
Merz führe mit seiner „Stadtbild“-Sprache einen Kulturkampf, welcher der MAGA-Bewegung ähnele. Mertz fordert vom Kanzler Distanzierung von diesem „Regime, dass die eigenen Bürger auf der Straße erschießen lässt“. Amann schaltet sich sanft ein, dass von Auftragsmord ja wohl jetzt nicht die Rede sein könnte, und auch Alexander protestiert. Trump und Kanzler Merz vertreten sehr verschiedene Standpunkte und „deshalb ist es ehrlich gesagt auch töricht, im Fernsehen diese Unterschiede zu verwischen“. Das geht Amann aber dann doch zu weit und mischt sich mütterlich ein: „Ich finde, wir sollten einander hier nicht sagen, was wir im Fernsehen sagen dürfen oder nicht.“ Aber dann vertragen sich alle wieder und verschwören sich gegen den einen, wahren Feind: gegen Trump und seine MAGA-Bewegung.
Hierfür wird das auf den neuesten Stand aktualisierte Material verwendet: Die Rede von US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Zur Erinnerung, es war die Rede über Volk, Nation, Grenzen und Patriotismus: „Ein ungeheurer Skandal“, so Alexander, und auch Amann spricht von einem regelrechten Kreuzzug. Mertz ist schockiert, dass deutsche Politiker dieser Rede dann auch noch applaudieren – wo diese doch in schlimme Machenschaften verstrickt sind, wie den Epstein-Skandal. Ja, wie kann diesem Politiker so unkritisch applaudiert werden? Das würde den ÖRR-Journalisten nicht passieren.
Ein perfektes Beispiel hierzu ist das ausgestrahlte Interview mit Hillary Clinton an diesem Abend. Thematisiert werde Trumps Außenpolitik und der Fall Jeffrey Epstein, so Maischberger. Tatsächlich werden von den 22 Minuten nur knappe drei Minuten über den Fall gesprochen. Den Rest füllen die beiden Damen mit Trump-Bashing: Ob sich Trump radikalisiert hätte, welchen Einfluss er auf Europa ausübt oder welche Ziele er mit Russland verfolgt. Als Maischberger dann endlich zum angekündigten Thema kommt, könnte die Enttäuschung nicht größer sein.
Die erste Frage ist wie eine Startrampe für den Wahlkampf der Demokraten: Wem die Epstein-Files mehr schaden würden, den Demokraten oder Republikanern?, will Maischberger wissen.
Clintons Antwort: „Sie haben etwas zu verbergen. Ich weiß nicht, was es ist. Wir haben nichts zu verbergen.“
Keine Nachfrage von Maischberger.
Nächste Frage: „Kann ich Ihnen eine persönliche Frage stellen? Ich habe gelesen, dass Sie Epstein nie getroffen haben. War das eine bewusste Entscheidung?“
Clintons Antwort: „Nein. Jemand sagte, ich hätte ihm einmal bei einem Empfang die Hand geschüttelt, woran ich mich nicht erinnern kann. Ich habe ihn nie getroffen. Mein Mann hat ihn nur getroffen, weil Epstein eben ein Flugzeug zur Verfügung gestellt hat, um Wohltätigkeitsprojekte zu besuchen, die Bill im Zusammenhang mit HIV/Aids durchgeführt hat.“
Keine Nachfrage zu den „Wohltätigkeitsprojekten“ von Maischberger. Stattdessen die absurde Frage, ob Clinton Deutschen empfehlen könne, die USA für die Fußball-Weltmeisterschaft zu besuchen.
Keine kritische Frage zu den 26 Flügen von Bill Clinton mit dem Flugzeug von Epstein, welches auch „Lolita-Express“ genannt wurde. Keine einzige Frage zu den 17 Besuchen von Epstein im Weißen Haus unter Bill Clinton. Keine Frage zu den Bildern, die Bill Clinton mit Opfern zeigt, oder der Tatsache, dass Epsteins Komplizin, Ghislaine Maxwell, auf der Hochzeit ihrer Tochter eingeladen wurde. Nichts. Nicht einmal die Vorzeigejournalisten im Studio kommentieren dieses groteske Interview. Nein, lieber werden Szenarien durchgespielt, von wem die AfD finanziell unterstützt wird. Belege haben sie nicht, aber vorstellen können sie es sich auf jeden Fall. Und das reicht den heutigen Standards des ÖRR-Journalismus.
Und wenn das Türchen von der AfD schon offen ist, dann wird es meist nicht mehr geschlossen. Die drei Kommentatoren wettern abwechselnd über Vetternwirtschaft, den Wahlprogramm-Entwurf oder die „Remigration“. Amann sieht in der Verteidigung der Vetternwirtschaft wegen Stigmatisierung ein „Argument für die Oma“. Wären dadurch linke NGOs finanziert worden, wäre das bestimmt etwas anderes. Alexander hat dagegen ein viel größeres Problem mit dem Entwurf des AfD-Wahlprogramms von Sachsen-Anhalt. Die AfD möchte doch wirklich, dass Kinderärzte, die U-Untersuchungen machen, den Impfstatus nicht mehr bewerten. Was für Alexander nach Schwurbelei klingt, ist in der Realität oft der Fall. Eltern werden unter Druck gesetzt, wenn sie nur die geringsten Zweifel äußern. Anstatt sie bei ihrer getroffenen Entscheidung zu begleiten, werden sie immer schneller als Rabeneltern abgestempelt.
Aber das ist nicht der einzige Punkt, den Alexander belächelt. Die AfD möchte doch wirklich an der Schulpflicht rütteln und Eltern erlauben, ihre Kinder selbst zu unterrichten. Amann findet es besonders witzig, dass für die AfD die Bildungsinstitutionen zu links seien. Ob Amann ahnt, wie viele Eltern ihre Kinder mit Sorgen in die öffentlichen Schulen schicken? Sie scherzt: „Ich finde es gut, ehrlich gesagt, dass es dieses Programm gibt, weil sich wirklich jeder ein Bild machen kann, wo diese Partei ideologisch steht. Manchen müsste man das zur Pflichtlektüre machen. Die Bundeszentrale für politische Bildung sollte 700.000 Exemplare verteilen.“ Maischberger will protestieren und Amann fügt schnell hinzu: „Mit der gebotenen Einordnung.“ Vielleicht dazu noch eine Ausgabe von Orwells „1984“, um Kinder vorzubereiten, ihre eigenen Eltern zu bespitzeln, Frau Amann?
Das Publikum dagegen muss weitere lange Minuten das Interview mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck aushalten. Über das Interview von Hillary Cliton ist er ganz glücklich – kein Wunder. Gauck predigt von Barmherzigkeit und Solidarität: „Wo wären wir denn ohne die zugereisten Menschen? Wo wäre dieses Land denn morgen, wenn sie alle der Remigration zum Opfer fallen würden?“ Naja, angefangen bei weniger Messerangriffen, Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, ungestört christliche Feste und Traditionen feiern zu können, weniger Steuergeld für illegale Migranten oder weniger Schlägereien und Unterdrückung an Schulen? Aber Herr Gauck lebt in einer anderen Welt. In einer Welt, in der Friedensverhandlung nicht im Vokabular auftaucht, sondern nur Taurus-Raketen für die Ukraine.
Und damit schließt sich wieder der ÖRR-Talkshow-Kreis: Trump-Bashing, AfD-Bashing und Kriegstreiberei.




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Was haben Clinton, Scholz und gemeinsam ❓
Richtig, alle können sich nicht erinnern ❗
Die Wahrheit ist natürlich, sie LÜGEN.
Ja. Das konnte aber auch Helmut Kohl schon nicht.
„Es ist mir nicht erinnerlich“
Unvergessen – auch wegen der neuen Wortkreation.
.
Aber Merkel steckte sie alle in die Tasche.
Es geht in solchen Interviews offenbar nur darum, die Mächtigen reinzuwaschen. Dass das mit meinen Zwangsgebühren passiert, löst bei mir ein Gefühl des Ekels aus. Aber die Ermittlungen in den Epstein-Files laufen noch, am Ende kommt alles ans Licht.
Hillary weiß schon ganz genau was sie an ihrem Bill hat – hier bei der Inauguration von Donald Trump 2017 sein Blick auf Ivanka: https://www.youtube.com/watch?v=RpSM8KnmvUk
Ich möchte ja nichts sagen, aber die wirksamste Medizin gegen den öffentlich-rechtlichen Stumpfsinn ist abschalten. Ich habe seit mindestens 25 Jahren keine „Talkshow“ mehr gesehen. Maischberger & Co.: staatlich installierte Büttel, die sich, aus welchen Gründen auch immer, Journalisten nennen. Und mit dazu beigetragen haben, diesen Beruf unrettbar zu diskreditierten. Diese Leute muss man durch Nichtbeachtung strafen. Sollen sie doch ihre Dummheiten in den Äther posaunen. Wenn niemand zuschaut/hört, wird das bald ein Ende haben.
Einen solchen Auftritt kann sich Mrs. Clinton wohl nur im hiesigen Gesinnungs- und Propagandastaat leisten, während in den USA ihre Glaubwürdigkeit weitgehend zerstört sein dürfte.
So urteilte beispielsweise Carl Bernstein, neben Bob Woodward einer der beiden „Watergate“-Journalisten und ein jahrzehntelanger, überzeugter Anhänger der Democrats, in einer Arte-Dokumentation über den 2016er Präsidentschaftswahlkampf, Trumps Unwahrheiten seien pathologisch begründet, doch Hillary Clinton lüge bewußt und systematisch.
Welches Teilverdikt unvorteilhafter ist, sei jedem Leser überlassen.
Sind Trumps „Unwahrheiten“ eigentlich irgendwo gelistet – und wenn, wo?
Sehr geehrte „Kassandra“, danke für Ihren Einspruch, der dem Verfasser bei Wiedergabe Mr. Bernsteins Diktum bewußt war, doch aus „plakativen“ Gründen nicht thematisiert werden konnte.
Daher expressis verbis als Art nachträglicher Abbitte: Mindestens die überwiegende Mehrzahl Trumps angeblicher Lügen sind kaum mehr als Propaganda.
Hochachtungsvoll
Böses Medium gerade eben: „Epstein-Skandal: Ex-Prinz Andrew an seinem 66. Geburtstag festgenommen“ > „… Der ehemalige britische Prinz Andrew Mountbatten-Windsor wurde laut Medienberichten von der Polizei festgenommen. … Die Festnahme erfolgte auf dem Anwesen von König Charles in Norfolk wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre. Er wird verdächtigt, in seiner Funktion als britischer Handelsbeauftragter sensible Informationen an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben. … Es gibt außerdem Behauptungen, er habe eine Frau in den Buckingham Palace geschmuggelt, die möglicherweise mit Epsteins Privatjet, dem sogenannten „Lolita Express“, nach Großbritannien gebracht wurde. …“ Möglicherweise war auch der Bruder (der mit… Mehr
Wie wäre es mal mit Gästen die nicht einer der Transatlantik-Organisationen (Atlantik-Brücke, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund etc pp) nahestehen oder sogar Mitlgied sind und möglichst auch nicht dauernd nur Personen, die den Dems in den USA nahestehen oder Mitglied sind. Und so ganz grundlegend, ist Deutschland kein Bundesstaat der USA und muß sich nicht auf der Seite der Dems an der Wahlvorbereitung gegen die GOP beteiligen.
Sie werden doch vom ÖRR wohl keine Neutralität verlangen wollen. Wo sind wir denn? 🙂
Genau deswegen ist der „Beitrag“ strittig – und kann weder eingefordert noch angemahnt und schon gar nicht vollstreckt werden.
Nutzen Sie hinsichtlich Widerspruchs §§ 10 wie 11 Rundfunkstaatsvertrag und § 26 Medienstaatsvertrag – weshalb Klagen vor Verwaltungsgerichten 100fach anhängig sind – und da geklagt wird ist die „Strittigkeit“ unbestritten – nicht wahr?
Die DEMs sind in den USA nicht (mehr) maßgeblich. Und solange jemand wie Donald Trump dort der Präsident hätte ich gar nichts dagegen, wenn Deutschland ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten wäre!
> Keine kritische Frage zu den 26 Flügen von Bill Clinton mit dem Flugzeug von Epstein, welches auch „Lolita-Express“ genannt wurde. Keine einzige Frage zu den 17 Besuchen von Epstein im Weißen Haus unter Bill Clinton. Keine Frage zu den Bildern, die Bill Clinton mit Opfern zeigt, oder der Tatsache, dass Epsteins Komplizin, Ghislaine Maxwell, auf der Hochzeit ihrer Tochter eingeladen wurde. Zugegeben, hier wird auch wenig über die Epstein-Affäre berichtet – höchstens dann, wenn ÖRR zufällig die Thematik streift. Aus etlichen unabhängigen Medien kenne ich das ganz anders. Mal zum anderen globalistischen Bill: „Epstein-Akten: globale Tech-Eliten geraten unter Druck… Mehr
Präsident Clinton mußte sich einem Amtsenthebungsverfahren unterwerfen. Aber nicht wegen seiner Affäre mit einer Praktikantin, sondern weil er deshalb einen Meineid ablegte…! Es ist also sehr „generös“ von Frau Clinton, daß sie mit ihrem Ehemann durch gute und schlechte Zeiten geht, aber im Privatleben großzügig zu sein ist die eine Sache. Als Politikerin sollte sie jedoch schon darauf achten, ob man sie ernst nehmen soll/darf! Was muß ich daher von Menschen halten, die mit dem Finger auf andere zeigen, während drei Finger der eigenen Hand fröhlich zurück winken? Gerade auch dann, wenn Mr. Clinton den Mr. Epstein zumindest vom Namen… Mehr
Nur Masochisten gehen freiwillig in den Untergang. Die Fragen dürften vorher abgestimmt worden sein – eben Hofberichterstattungen .
Manchmal ist kein Interview eben besser als die Selbstdarstellung der Protagonisten.
Warum hat keiner über die Schuhe von Hillary gesprochen? Oder ein anderes unverfängliches Thema? Mit den Antworten auf solch sinnlose Fragen lassen sich doch ganze Artikel schreiben. Aber wie das Interview es gezeigt hat, es gibt auch andere ablenkende Fragen.
Vielleicht wurde ja auch beschnitten?
CBS kostete das 16 Millionen US$, weil sie ein Interview mit Kamala Harris im Wahlkampf nur fragmentiert und beschönigend zeigen wollten: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/cbs-trump-vergleich-100.html
Diese Erinnerungslücken scheinen in Kreisen demokratischer Politiker eine Art Berufskrankheit zu sein. Gibt es dagegen keine MRNA-Impfung oder lohnt sich die Entwicklung nicht, weil der kleine Piecks verweigert werden könnte und eine gewisse „Marktenge“ besteht?