SPD will Pudding-Rezepte vorschreiben

Die SPD will die Ernährungsindustrie dazu zwingen, weniger Zucker, Salz und Fett in Lebensmitteln zu verarbeiten. Das geht aus dem Positionspapier „Gesunde Ernährung erleichtern“ der SPD-Bundestagsfraktion hervor.

© Sebastien Bozon/AFP/Getty Images

Nachdem Politiker die Planwirtschaft in der Energiewirtschaft eingeführt haben und auch den Autoherstellern besserwisserisch vorschreiben wollen, was die produzieren sollen, ist als nächstes die Nahrungsmittelindustrie dran: Experten, Ärzte, Krankenkassen, Gesundheits- und Verbraucher-Organisationen sollen, so die Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, den Herstellern Zielmarken für verarbeitete Nahrungsmittel vorgeben, also beispielsweise für Pizza und Pudding oder Cola und Limonade. Falls sich die Unternehmen anschließend nicht an die freiwilligen Vorgaben halten, soll es nach dem Willen der Sozialdemokraten eine gesetzliche Regelung geben, wonach den Unternehmen die Rezepte für die Lebensmittel vorgeschrieben werden.

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Die Idee könnte von den Grünen stammen. Als ich das las, erinnerte ich mich an den Ausspruch von John Stuart Mill: „Alle Irrtümer, die ein Mensch wider besseren Rat und Warnung begehen kann, sind bei weitem nicht so schlimm wie Verhältnisse, in denen andere ihn zu etwas zwingen können, das sie für gut halten.“ Es gibt in Deutschland 170.000 verschiedene Ernährungsprodukte: Da hat jeder genug Auswahl und kann selbst entscheiden, was er essen möchte und was nicht.

Vorbilder sind besser als Vorschriften

Warum soll der Staat die Bürger zu einem gesunden Leben zwingen? Gibt es eine Staatsbürgerpflicht zum gesunden Leben? Sollte nicht jeder Mensch selbst entscheiden, was er für gesund hält und was nicht, solange er anderen damit keinen Schaden zufügt? Als Argument wird oft angeführt, dass z.B. Raucher oder Übergewichtige die Gemeinschaft der Versicherten zu viel kosten. Das Gegenteil ist richtig: Die durchschnittlichen Gesundheitskosten eines schlanken Nichtrauchers liegen zwischen dem 20. Lebensjahr und dem Lebensende bei 281.000 Euro, die eines Übergewichtigen bei 250.000 Euro und die eines Rauchers bei 220.000 Euro. Grund: Raucher und Dicke sterben früher.

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Vor allem möchte ich den Politikern zurufen: Fangt doch lieber mal bei euch selbst an! Sigmar Gabriel und die Vorsitzende der SPD-Fraktion Andrea Nahles, von der das Positionspapier stammt, sehen für mich nicht so aus, als ob sie peinlich darauf achten, dass nicht zu viel Fett oder Zucker in ihrer Ernährung enthalten ist. Bevor sie anderen vorschreiben, was sie essen, könnten Gabriel und Nahles doch mit gutem Beispiel vorangehen. Vielleicht würde ja eine richtige Politiker-Bewegung zur gesunden Ernährung daraus, der sich dann auch Peter Altmaier, Angela Merkel und Claudia Roth anschließen könnten. Offenbar betrachten die SPD-Politiker Staatsbürger wie kleine Kinder. Aber selbst in der Kindererziehung gilt: Vorbilder sind besser als Vorschriften.

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Kommentare ( 88 )

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Norri
6 Jahre her

Wo soll das mal enden? Soylent Green?

Jens Frisch
6 Jahre her

„b) weil damit gegen Art. 2 Abs. 1 GG verstoßen werde würde…“
Was interessiert unsere Regierung denn noch das Grundgesetz?!
Art. 1 Würde des Menschen – gehen Sie mal als „Kunde“ in die Arge
Art. 2+3 Freie Entfaltung der Persönlichkeit/Körperliche Unversehrtheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau – Die Scharia gehört zu Deutschland!?
Art. 5 – NetzDG
Art. 16 – Asyl – lesen Sie mal den zweiten Abschnitt.
Das ist nur ein flüchtiger Überblick – wir werden von einer Räuberbande regiert.

Horst
6 Jahre her
Antworten an  Jens Frisch

Nicht nur das.

Seit 1990 wird uns GG-widrig eine Verfassung vorenthalten, die sich das DEUTSCHE Volk in einer freien Wahl selbst gibt. Das GG ist nur ein Provisorium!

Jens Frisch
6 Jahre her

„Offenbar betrachten die SPD-Politiker Staatsbürger wie kleine Kinder.“
Richtig, deswegen sollen sie auch von der Wiege (KiTa) bis zur Bahre (AWO Altenheim mit Jusos als „Wahlhelfer“) „betüddelt“ werden. Sozialismus halt…

„Aber selbst in der Kindererziehung gilt: Vorbilder sind besser als Vorschriften.“
„Erziehung bringt eh nix – die mochn oim sowieso bloß oills noch.“ Karl Valentin.

Schreiber
6 Jahre her

„Die durchschnittlichen Gesundheitskosten eines schlanken Nichtrauchers liegen zwischen dem 20. Lebensjahr und dem Lebensende bei 281.000 Euro, die eines Übergewichtigen bei 250.000 Euro und die eines Rauchers bei 220.000 Euro. “
Darf ich höflich um eine Quellenangabe bitten? Danke.

Jens Frisch
6 Jahre her
Antworten an  Schreiber

Wenn Sie bei den niedrigeren Gesundheitskosten noch die kürzere Rentenzeit („Sozialverträgliches Frühableben“) mit einrechnen, sollte man ab dem Rentenalter nur noch rauchend, alkoholisiert und ohne Gurt Auto fahren…

Schreiber
6 Jahre her
Antworten an  Jens Frisch

Herr Frisch, Sie irren. Für das „sozialverträgliche Frühableben“ dürfen Sie nicht erst mit dem Renteneintritt anfangen ungesund zu leben, sondern zwanzig bis dreissig Jahre vorher, damit man bei Renteneintritt abtritt ;-).

Blindleistungsträger
6 Jahre her

ZITAT: „Die Idee könnte von den Grünen stammen.“ Das ist vermutlich auch so. Obwohl die Grünen die kleinste Partei im Bundestag sind, wird ständig gemacht, was die wollen.

Gustl
6 Jahre her

Vorschriften über Vorschriften. Ich dachte, ich lebe in einem freien Land. Bei unseren neuen Mitbürgern lässt man gerne fünfe gerade sein lassen. Absurdistan!

Andreas Bitz
6 Jahre her

Wir sind Dank EU schon viel weiter: Braun gebackene Kekse und Krustenbrot, knusprig frittierte Pommes, gerösteter Kaffee, Knabberchips, Salzstangen, Laugenbrezel sind des Teufels (wg. Acrylamid) und sollen der Vergangenheit angehören. Imbissbetreiber haben ab Frühsommer durch vorheriges Waschen der Pommes (da kommt Freude auf, wenn diese ins heiße Öl gegeben werden) und Vergleich mit Farbtabellen sicherzustellen, daß im Endeffekt schlabbrige helle Pommes rauskommen und dann nicht mehr bestellt werden. Bald sind kross gebratener Speck, Bratkartoffeln, Weihnachtsplätzchen dran. Und es wird weitergehen: Salz, Fett, Zucker, Fleisch, Kohlenhydrate, Zimt, Schnullerketten – alles was schmeckt. Grenzen kann Frau Merkel nicht sichern. Die Farbe der… Mehr

Bambu
6 Jahre her

Totaler Blödsinn was die SPD mal wieder hier vom Stapel lässt. Aufklärung in den Schulen ist notwendig und vielleicht sollte man auch wieder ganz altmodisch das Fach „Kochen“ einführen. Da Kinder besonders anfällig für den Naschkram sind, genügt auch hin und wieder ein Hinweis darauf, wie sie in naher Zukunft aussehen werden, wenn sie zu viel von den Süßigkeiten zu sich nehmen. Besonders wirkungsvoll ist ihnen die Aussicht auf die tägliche Spritze deutlich zu machen, wenn dann die Zuckerkrankheit einsetzt. Meine Tochter ist mir heute noch dafür dankbar, dass ich mit solchen Bedrohungsszenarien gearbeitet habe und kauft heute nur noch… Mehr

Alois Fuchs
6 Jahre her

Und wie, bitte, sollen dann Altmaier, Gabriel und Nahles ihr Gewicht halten?

Editor
Roland Tichy
6 Jahre her
Antworten an  Alois Fuchs

…drum. Wir fasten für die.

Alois Fuchs
6 Jahre her
Antworten an  Roland Tichy

Ach so – unter dem Gesichtspunkt habe ich das noch nicht betrachtet. Aber es ist konsequent: Das Volk ist für die Politiker da

Rainer Franzolet
6 Jahre her

Ich habe nie geraucht. Dann kam ich nach Deutschland zurück und dort war überall rauchen verboten. Jetzt kaufe mich mir regelmäßig Zigarren. In Duisburg darf man in Parks kein Bier mehr trinken. Also kaufe ich in Holland Bier ohne Pfand in Dosen, setze mich in den Park und trinke Bier und rauche eine Zigarre. Sollte mich jemand daran hindern wollen, dann weise ich auf meinen Migrationshintergrund hin und verhalte mich entsprechend. Sollte jetzt die Currywurst verboten werden, dann wird die auch in´s Programm aufgenommen. Vielleicht setze ich mich auch vor das nächste Parteibüro dieser Gestalten. Mal sehen, was sie dann… Mehr

Wolfgang Richter
6 Jahre her
Antworten an  Rainer Franzolet

Die können regulieren was sie wollen, so lange ich noch Zucker, Fett und was auch immer im Vorrat habe, um meine Speisen so aufzupeppen, wie es mir mundet. Pfandfreie Dosengetränke aus Ndl., Spirituosenspezialitäten auf Reisen in den EU-Osten, Tabak-Produkte wo auch immer her u. schon gehz einem der Irrsinn der selbst ernannten Volksbetreuer u. -vordenker aus Poltik u. anhängenden Kreisen so was von am verlängerten Rücken vorbei,
daß es denen eigentlich weh tun müßte. Aber die merken eh nichts mehr.