„Den Glauben leben“

Als junger Professor stieg er raketengleich zum neuen Stern am Himmel der Theologie auf. Mit 35 Jahren wurde er Spindoctor des Konzils, das erst durch seine Initiativen die katholische Kirche in die Moderne katapultierte. Er selbst verstand sich als Pontifex zwischen den Zeiten. Von Peter Seewald

Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy bemerkte einmal, sobald die Rede auf Ratzinger komme, beherrschten „Vorurteile, Unaufrichtigkeit und sogar die glatte Desinformation jede Diskussion“. Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation war nicht ganz schuldlos daran. Seine gelegentlich rigide, unvermittelte Kommunikation wirkte provozierend. Als Protagonist eines traditionellen Katholizismus war er freilich schon aufgrund seiner Linie der neben Karol Wojtyła am meisten bekämpfte Kirchenführer, speziell in seinem Herkunftsland – und wurde dennoch, oder genau deshalb, zu einer der herausragendsten Persönlichkeiten unserer Zeit.

Joseph Ratzinger hat Geschichte geschrieben. Kirchen- und Weltgeschichte. Als Mitgestalter des Konzils, als Erneuerer der Theologie, als Glaubenshüter, der an der Seite Karol Wojtyłas dafür Sorge trug, dass im Sturm der Zeit das Schiff Kirche auf Kurs blieb. Und als erster Deutscher, der seit der Kirchenspaltung durch Luthers Reformation wieder den Stuhl Petri einnahm.

An Superlativen besteht kein Mangel. Er ist der meistgelesene Theologe der Neuzeit. Als Kirchenführer stand er mit drei Jahrzehnten Dienst im Vatikan so lange an der Spitze der größten, ältesten und geheimnisvollsten Institution der Welt wie niemand sonst; und er war der erste Papst überhaupt, der mit seinen drei Jesus-Bänden eine Christologie vorlegte. Allein der Akt seiner Demission, der ersten eines wirklich regierenden Papstes, macht Ratzinger zu einer herausragenden Figur in der 2000-jährigen Geschichte der Kirche.

Packend erzählte Lebens- und Zeitgeschichte
Katholisches Epochenbrausen: Wie aus Joseph Ratzinger Benedikt der XVI. wurde
Unvergesslich die Tage im Frühjahr 2005. Niemand glaubte daran, der „Großinquisitor“ hätte auch nur den Hauch einer Chance, Papst zu werden. Was für ein Beben, als dann Kardinaldiakon Jorge Arturo Medina Estévez am Abend des 19. April vom Balkon des Petersdoms in die Welt rief: „Annuntio vobis gaudium magnum – Ich verkünde euch eine große Freude … Habemus papam – Wir haben einen Papst.“ Um dann unter dem frenetischen Beifall fortzufahren: „Josephum … Cardinalem … Ratttzingerrrrr …, der sich den Namen Benedikt XVI. gegeben hat.“

Un papa tedesco – ein deutscher Papst! 100.000 Menschen hüpften in die Luft, lagen sich mit Freudentränen in den Armen. Vielleicht hätte auch der neue Oberhirte am liebsten Tränen vergossen. In seiner Rührung über die Zuneigung des großen Gottes, der dem kleinen Joseph aus dem kleinen Marktl am Inn, diesem nach seinem Selbstbild so schwächlichen Menschen, am Ende seines Lebens die gesamte Herde anvertraute. Er sei nur „ein einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn“; ihn tröste aber „die Tatsache, dass der Herr auch mit ungenügenden Werkzeugen zu arbeiten und zu wirken weiß“.

„Ich habe geweint“

„Ich habe geweint“, gestand Rocklegende Patti Smith, die inmitten der Menge stand: „Selbst aus großer Entfernung konnte man die Menschlichkeit dieses Mannes spüren. Ich weiß, dass er nicht jedermanns Geschmack ist, aber ich denke, er ist eine gute Wahl. Ich mag ihn, sehr sogar.“ Jorge Bergoglio, der nachmalige Papst Franziskus, sollte später bestätigen: „In diesem Moment der Geschichte war Ratzinger der einzige Mann mit der Statur, der Weisheit und der notwendigen Erfahrung, um gewählt zu werden.“

Joseph Ratzinger lässt niemanden kalt, ob man ihn nun für den Leuchtturm der Catholica hält, einen Sterndeuter aus dem Morgenland unserer Hoffnung, oder für einen Reaktionär, der sich jeder Reform der Kirche in den Weg stellt. Als ehemaliger Kommunist und „Spiegel“-Autor stand ich dem als „Panzerkardinal“ verschrienen Präfekten der römischen Glaubenskongregation nicht unbedingt nahe. Umso überraschter war ich, bei unserem ersten Treffen im November 1992 einem Menschen zu begegnen, der so gar nichts von einem Kirchenfürsten an sich hatte, und von einem Panzertypen am allerwenigsten. Alles an ihm wirkte bescheiden, unkompliziert und uneitel. Luxus schien ihm so wenig zu liegen wie irgendeine Hofhaltung.

Ich war aus der Kirche ausgetreten, aber mir imponierte, wie mein Gesprächspartner beispielsweise Glaube und Vernunft unter einen Hut brachte. Oder den Primat der Liebe unterstrich. Wobei dann, ein Bein lässig über die Stuhllehne geworfen, sein Geist in höchste Höhen schwebte. Seine Art zu überzeugen erinnerte mich an spirituelle Meister, die nicht durch eitle Lektionen lehren, sondern durch leise Gesten und versteckte Hinweise – und durch das eigene Beispiel, zu dem Integrität, Treue, Courage und eine gehörige Portion Leidensbereitschaft gehören.

Einsatz für die einfachen Gläubigen

Vielleicht war es ein Spleen, dass er auf Reisen häufig zwei gleich gepackte Koffer mitnahm, aus Angst, einer könnte ihm abhandenkommen. Aber ich mochte seinen trockenen Humor, seine Noblesse, seinen Einsatz für die einfachen Gläubigen, deren Frömmigkeit er gegen die kalte Religion seiner Professorenkollegen verteidigte. Mit einer differenzierten Analyse legte er den Finger in die Wunden der Gesellschaft. Dass er es mit seiner Diskretion bisweilen übertrieb, konnte eine Nervenprobe sein.

Vom Wesen des Christentums
Ratzingers Vision von der Kirche der Zukunft
Nie verließ Ratzinger der Mut, sich gegen das „man“ zu stellen. Gegen das, was „man“ zu denken, zu sagen und zu tun habe. Dem Aussprechen einer Wahrheit auch dann, wenn sie unbequem war, fühlte er sich so verpflichtet wie dem Widerstand gegen alle Versuche, aus der Botschaft Christi eine Religion nach den Bedürfnissen der „Zivilgesellschaft“ zu machen. Es sei ein grandioser Irrtum, mahnte er, zu denken, man müsse sich nur ein anderes Mäntelchen umhängen, schon werde man wieder von den anderen geliebt und anerkannt. Erst recht in einer Zeit, in der viele schon gar nicht mehr wüssten, wovon man spreche, wenn man von katholischem Glauben rede.

Durch seine Beiträge galt Ratzinger als der weltweit führende
Intellektuelle des Christentums

Ratzinger klagte nicht. Dabei lag unter der scheinbar harten Schale eine zartbesaitete Seele. Im Trommelfeuer der Angriffe tröstete er sich mit einem Wort aus der Bergpredigt Jesu, der seine Jünger selig pries, „wenn sie euch ausstoßen und schmähen und euren Namen in Verruf bringen um des Menschensohnes willen“. Dialog war ihm wichtig. Legendär sein Disput mit dem linken Soziologen Jürgen Habermas. Freunde beschrieben ihn als Schöngeist, einen Poeten, der Theologie in eine musikalische Sprache brachte und auch von Musik selbst einiges verstand. „Er bot uns eine sehr konkrete, tiefe Analyse der 9. Sinfonie von Bruckner, die wir dort gespielt hatten“, schwärmte der Stardirigent Kent Nagano noch Jahre nach seinem Vatikan-Auftritt mit dem Bayerischen Staatsorchester.

Das Leben des Joseph Ratzinger schrieb eine Jahrhundertbiografie. Die hautnahe Erfahrung des Nationalsozialismus prägte seine Wachsamkeit gegenüber jedweder Manipulation der Massen und einer menschlichen Selbstherrlichkeit, die im Leben ohne Gott die Voraussetzung für Freiheit sieht. Widerstandskämpfer wie der protestantische Theologe Dietrich Bonhoeffer wurden ihm Vorbild bei dem Ziel, Priester zu werden

Als junger Professor stieg er raketengleich zum neuen Stern am Himmel der Theologie auf, ein frischer Geist, der eine nicht gekannte Sprache und Intelligenz im Erkennen der Geheimnisse des Glaubens verkörperte. Ein guter Theologe, befand er, brauche den „Mut des Fragens“, aber genauso die „Demut, auf die Antworten zu hören, die uns der christliche Glaube gibt“. Mit 35 Jahren wurde er Spindoctor des Konzils. Erst durch seine Initiativen konnte das Zweite Vatikanum zu jenem öffnenden, wegweisenden Konzil werden, das die katholische Kirche in die Moderne katapultierte. Wie Johannes XXIII., den er verehrte, kämpfte er für eine Erneuerung nach den Erfordernissen der Zeit, aber wie der Konzilpapst bestand er darauf, dass die Suche nach dem Zeitgemäßen niemals zur billigen Anpassung an das gerade Aktuelle führen dürfe.

Als Theologe plötzlich verfemt

Mehrfach stand er vor dem Untergang. Als Habilitand, weil er sich mit einem der Gutachter, dem Dogmatikprofessor Michael Schmaus, zerstritten hatte. Als Theologe, der plötzlich verfemt war, weil er sich der Umwertung des Konzils entgegenstellte. In den 1980er und 1990er-Jahren übernahmen Journalisten mit der Legende von der Wende Ratzingers vom Progressiven zum Reaktionär und Kampfbegriffen wie „Großinquisitor“ die psychologische Kriegsführung, die von Hans Küng befehligt wurde, um den ehemaligen Kollegen ins Abseits zu befördern.

Er ist (sich) immer treu geblieben
Vom virtuellen Konzil der Medien zum marxistischen Messianismus
Wer Ratzinger kannte, konnte darüber nur den Kopf schütteln. In Wahrheit sei der Präfekt ein Mann, befand der liberale Münchner Religionsphilosoph Eugen Biser, bei dem sich „Scharfsinn mit Einfühlungsvermögen und der Einsichtnahme in die Denkweise anderer“ verbänden. Ratzinger sei schon deshalb „eine die anderen Kurialen weit überragende Persönlichkeit“, weil er sich „nie mit seinem Amt ganz zu identifizieren gesucht hat, sondern immer er selbst zu bleiben versucht“.

Im Grunde rannte kein Kirchenmann so vehement gegen den Mangel an Lebendigkeit im Glauben an wie der Präfekt der Glaubenskongregation. Schon als blutjunger Theologe provozierte er mit der Forderung nach Entweltlichung, der Rückbesinnung auf die Wurzeln. Die veränderte Situation von neuen Heiden, die nun nicht mehr außerhalb, sondern innerhalb der Kirche zu finden seien, erfordere eine Intensivierung der Katechese.

Als Kardinal warf er dem katholischen Establishment in Deutschland vor, es habe die „Dynamik des Glaubens“ abgewürgt durch Geschäftigkeit, Selbstdarstellung und ermüdende Debatten um Strukturfragen. Den Streit um die Kirche betrachtete er dabei als Normalzustand. Der christliche Glaube sei nun mal die stete Provokation für ein rein weltlich-materielles Denken und Handeln. Im Übrigen habe es der Kirche noch nie geschadet, ihre Güter aufzugeben. Letztlich sei das nachgerade die Voraussetzung, um ihr Gut zu bewahren. Gerade diejenigen, „die die Erfahrung der Moderne ganz durchgestanden haben“, könnten erkennen, beruhigte er, dass in der scheinbar sklerotisierten katholischen Kirche „etwas Frisches und auch Kühnes, Großmütiges wartet“.

Um Zukunft gestalten zu können, braucht es visionären Mut. Aber auch den Blick auf die Lehren der Vergangenheit – und ein Bewusstsein, das erprobte Werte aus den Testamenten der Menschheit nicht leichtfertig eintauscht gegen Moden, die schon morgen als gestrig gelten. In seiner Jugend musste Ratzinger erleben, wie der Wahn, eine Welt ohne Gott und einen „neuen Menschen“ schaffen zu wollen, in Terror und apokalyptischer Verwüstung endete. In Bezug auf die Kirche schrieb sich dem Jungen eine Grunderfahrung ein, dass „die bloße institutionelle Garantie nichts nützt, wenn nicht die Menschen da sind, die sie aus innerer Überzeugung heraus tragen“.

Führender Intellektueller

Durch seine Beiträge zur gesellschaftlichen Debatte galt Ratzinger als der weltweit führende Intellektuelle des Christentums, ein Vordenker, bedeutend genug, dass ihn der englische Historiker Peter Watson zu den „Genies der Deutschen“ zählte, neben Jahrtausendgrößen wie Beethoven, Bach und Hölderlin. Am Ende wird die Zeit darüber urteilen, welche Bedeutung Benedikt XVI. über den Tag hinaus zukommt. Unmöglich jedenfalls könnte ein seriöser Historiker behaupten, ohne Ratzinger wäre die Geschichte der Kirche genauso verlaufen wie mit ihm.

Fest steht: Mit seinem Beitrag zum Konzil, der Wiederentdeckung der Väter und der Verlebendigung der Lehre kann Ratzinger als ein Verteidiger und Erneuerer des Glaubens gelten, der, wie alle wahren Reformer, dazu beitrug, zum Kern des Christentums zu führen, nicht zu seiner Entkernung.

Ablenkungsmanöver Synodaler Weg
Moral ist Flankenschutz für die Liebe
Sein heute manchmal als nicht konsequent genug wahrgenommener Kampf gegen den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche legte die Grundlagen für Aufklärung, Prävention und Sühne. Reformen, für die Franziskus gerühmt wird, wurden von Benedikt in die Wege geleitet. Interreligiöser Dialog und die Beziehung zum Judentum erlebten eine neue Blüte. Enzykliken wie „Deus caritas est“ („Gott ist Liebe“) wurden als Neugestaltung päpstlicher Lehrschreiben gefeiert. Das Motu Proprio „Summorum Pontificum“ öffnete den Zugang zur klassischen Liturgie.

Vielleicht war es das Drama seines Lebens,
über Jahrzehnte hinweg aus der Defensive heraus zu agieren

Man muss nicht mit allen Positionen Benedikts einverstanden sein, aber niemand kann bestreiten, dass hier jemand mit allem, was er sagte, verlässlich der Botschaft des Evangeliums, der Lehre der Väter, der Schätze der Tradition und den Reformen des 2. Vatikanischen Konzils entsprach. Das gern verbreitete Bild vom verbohrten Kirchenfürsten jedenfalls ist in Kenntnis seiner Biografie und seines Wirkens nicht zu halten. Eher ist da ein Kirchendiener, ein aufklärender Denker – ein Gebender, der sich in seinem Geben ganz ausschöpfte.

Vielleicht war es das Drama seines Lebens, über Jahrzehnte hinweg aus der Defensive heraus agieren zu müssen, wie ein Wächter, der in der Nacht der Gefahr einsam das Haus Gottes bewacht. Andererseits war gerade das seine Stärke, seine Berufung: Gefahren zu erkennen, Korrekturen anzumahnen, Antwort zu geben auf die Fragen der Zeit und die Botschaft Christi zu bewahren, um sie auch nachfolgenden Generationen authentisch zur Verfügung zu halten.

„Ein großer Papst“

Ratzinger selbst verstand sich als der Pontifex zwischen den Zeiten. Als der letzte einer alten und der erste einer neuen Welt. Vermutlich, so analysierte er, werde das Christentum eher wieder im Senfkornzeichen sichtbar werden, „in scheinbar bedeutungslosen, geringen Gruppen, die aber doch intensiv gegen das Böse anleben und das Gute in die Welt hereintragen; die Gott hereinlassen“. Die Vernünftigkeit des Glaubens, das Beispiel der Heiligen, die Schönheit und Tiefe des liturgischen Lebens – all diese Geschenke des Himmels seien nicht einfach weggewischt, vorbei und vergessen durch die Abstimmung des Zeitgeists: „Haben wir den Mut, den Glauben zu leben“.

Das Vermächtnis des deutschen Papstes liegt dabei nicht nur in seinen Büchern, Homilien und Meditationen, sondern insbesondere auch in seinem Leben als Glaubenszeuge des 20. und 21. Jahrhunderts, der versuchte, in der Erneuerung zu bewahren, in der Bewahrung zu erneuern – und dabei eine Vision der Kirche der Zukunft zu entwickeln, die der Nachwelt hilft, Christentum auch in einer wieder heidnischen westlichen Welt zu leben.

Benedikt XVI. sei „ein großer Papst“, so würdigt ihn sein Nachfolger, „groß ob der Kraft seiner Intelligenz, seines Beitrags zur Theologie, groß ob seiner Liebe gegenüber der Kirche und den Menschen, groß ob seiner Tugenden und seines Glaubens“. Benedikts Geist, „wird von Generation zu Generation immer größer und mächtiger in Erscheinung treten“.

Peter Seewald, Benedikt XVI. Ein Leben. Droemer Knaur, 1184 Seiten, 38,00 €.


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Kommentare ( 17 )

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Mozartin
28 Tage her

Wenn ich so einen wunderbaren Text über einen großen Papst lese, gipfelnd im Verstehen seines Nachfolgers im Amte, dann bin traurig über die Kirchentrennung, aber wir haben ja die Ökumene.
Bleiben wir beieinander. Lernen wir voneinander.
Ein segnendes und gesegnetes Leben und Wirken.
Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag

Waldorf
29 Tage her

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute zum Geburtstag Benedikt und allen hier wie dort ein schönes Osterfest mit viel Sonnenschein, Zuversicht und Hoffnung

Frohe Ostern

Waldorf
29 Tage her

Vermutlich war es nie einfacher als heute, Konservativer zu sein und zugleich auch am schwersten. Was die Zeitgeist-Macher in Politik und insb Medien verachten, hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen bewahrenswerten und schützenswerten Kern, den sich niemand abschwatzen lassen sollte. Die Verkaufsstrategien der Zeitgeist-Macher sind plump und raffiniert zugleich. Sie picken sich immer einen „Gefühlsfall“ aus einem Meer beliebiger Fälle, skandalisieren diesen bis zum Erbrechen und versuchen damit ganze Lebensbereiche, Denkgebäude, Religionen etc zum Einsturz zu bringen, jeden Anhänger als Gestrigen, Leugner, Schwurbler, Spinner, Nazi etc zu diffamieren und aus dem „wir“ abzuspalten, das sich im Besitz des Angesagten,… Mehr

Kampfkater1969
26 Tage her
Antworten an  Waldorf

Es ist müßig über solche Dinge zu diskutieren. Trotz aller Wendeversuche der Päpste bewegt sich das Schiff weiterhin in die falsche Richtung. Die Wahrheit spielt doch schon längst keine Rolle mehr. Viele der Amtsträger in den Kirchen sind doch auf Eigendarstellung getrimmt und laufen dem Zeitgeist hinterher, hier sind vor allem die Evangelikalen hervorzuheben.
Genaugenommen begann der steile Abstieg in Deutschland, als man sich vom Staat mittels der Kirchensteuer alimentieren lies. Den Grundstein für diese Entwicklung datiere ich auf das frühe 18. Jh. als die Katholiken die evangelischen und besonders die calvinistischen Priester konvertieren ließen. Damit geschah der Sündenfall.

hassoxyz
29 Tage her

Benedikt war nicht unumstritten. Er galt als knochen-konservativ, streng dogmatisch und teilweise auch frauenfeindlich, verheimlichte Mißbrauchsaffären der katholischen Kirche, von denen er nachweislich gewußt hatte. Aber er lebte aus tiefster Überzeugung seinen katholischen Glauben, was man von seinem Nachfolger Franziskus, der sich offenbar mehr der marxistischen Befreiungstheologie verbunden fühlt, nicht uneingeschränkt sagen kann. Daß Benedikt wie Franziskus muslimischen Illegalen die Füße gewaschen hätte, wäre undenkbar gewesen.

Walter Knoch
29 Tage her
Antworten an  hassoxyz

Er verheimlichte gar nichts. Er war im Gegenteil derjenige, der vor allen anderen aufräumte. In der Beurteilung einer Zeit die jetzt um die 50 und mehr Jahre her ist, muss man den Zeitgeist bezüglich der „pädophilen“ Verhaltensweisen beachten: Bei der Anhörung zu jenem unsäglichen Gesetz das aus einem Verbrechen ein Vergehen machte, war es übereinstimmende Expertise der angehörten Wissenschaftler, dass „gewaltfreie“ sexuelle Betätigung Erwachsener mit (an) Jugendlichen unschädlich sei. Schädlich sei die Aufarbeitung durch die Justiz in deren Verlauf der „Sachverhalt“ erst problematisiert wurde. Wo hat sich Ratzinger (Papst Bededikt XVI) frauenfeindlich geäußert. Im Gegenteil. Seine Äußerungen zur Frau, sein… Mehr

elly
29 Tage her

ich bin im Erzbistum München Freising auf ein weltliches Gymnasium gegangen und durfte die Auswirkungen seiner Lehre erleben. Mögen die gläubigen Katholiken ihn weiter verehren, auf mich wirkte sich seine Doktrin negativ aus. Mädchen, nicht in der Kirche …

AJMazurek
29 Tage her

Einer der besten Päpste aller Zeiten, gerade für diejenigen, die den Glauben und den Intellekt nicht im Widerspruch sehen, siehe Aristoteles, Augustinus, Maimonides, Thomas von Aquin. Oder auch „Auf der Suche nach einer universalen Ethik. Ein neuer Blick auf das natürlich Sittengesetz“ aus 2009. Seine Rede vor dem Bundestag sollte monatlich vor jedem Parlament dieser Welt vorgetragen werden. „Höre die Wahrheit, wer immer sie auch spricht“, meinte Mal Maimonides.

h.milde
29 Tage her

In der Tat, Benedikt XVI ist mM. der derzeitig einzige lebende und wahre Papst, auch wenn er sich leider zurückgezogen hat. Er wurde leider lange unterschätzt -mea culpa-, und wird es noch, aber es scheint mir auch so, daß er noch solange durchhalten will und kann, um wieder einen, iwSdW, christlichen Papst inthronsieren zu helfen, und gewissermaßen aus dem Hintergrund Paroli zu bieten. Sein derzeitiger Nachfolger Bergoglio hingegen, ist imA ein sozialistoider CEO in eines anderem Autrags, der es sogar wagt in geradezu blasphemischer Weise ein toxikopharmakologisches Experiment, das infolge eines anderen sehr wahrscheinlichen Biowaffenexperimentes entstand, an der gesamten Menschheit… Mehr

Johann P.
29 Tage her
Antworten an  h.milde

Papst Benedikt XVI. hat sich nicht zurückgezogen, er wurde von einer gottlosen, menschenverachtenden Milliardärs-Mafia weggemobbt.

sponk07
29 Tage her

Ein sehr schöner Text, vielen Dank und einen schönen Ostersonntag noch.

ErwinK
29 Tage her

Papst Benedikt XVI. hat alles aufgeschrieben, was an drängen Fragen des Glaubens beantwortet werden muss. Wie die Sadduzäer der Bibel halten sich die Protagonisten der dt. kath. Unis und des synodalen Weges die Ohren zu. Sie wollen eine säkular-politische Kirche, Gelder aus der Kirchensteuer für linksgrüne Projekte und Protagonisten. Der Glaube wird dort als störend empfunden. Dabei löst er alle Probleme der Welt.

fatherted
29 Tage her

Was für ein Geschwurbel. Ratzinger ist ein Glaubens-Akademiker…der tatsächlich meinte seine Religion…bzw. die katholische Doktrin….intellektuell begründen bzw. erklären zu können. Ich habe eines seiner Bücher gelesen (das erste der Jesus Triologie)….eine einzige Ansammlung von „ich sage euch so ist es“….mehr nicht. Weder fand eine Auseinandersetzung mit dem Glauben/Religion an sich statt noch ging er auf Kritik ein. Was aber soll obiger Artikel? Eine Überhöhung der Person Ratzinger? Lobhudelei? Ich weiß es nicht. Das Papsttum hat keine Begründung in der überlieferten christlichen Religion….nie hat Jesus einen Nachfolger für Petrus, den Fels, gefordert….nie ein Model der Kirche nach einem hierachischem, dem Absolutismus… Mehr

Waldorf
29 Tage her
Antworten an  fatherted

Das „Papstum“ ist eine Art historisches Erbe der römischen Kaiser, die schon den gleichen Titel „Pontifex Maximus“ führten. Der Vatikan ist eine Art Zeitkapsel, die den antiken, römisch kaiserlichen Hof bewahrt hat, einschließlich höfischer Rituale, Liturgie, Kurie, Titel, Sprache usw Dieses „Erbe“ wurde durch Kaiser Konstantin dem Großen möglich, der dem christlichen Glauben viele staatliche Türen öffnete und ihn auch für sich annahm. Das von ihm einberufene Konzil von Nicäa ordnete den Glauben „Christentum“ als auch dessen „politisches“ Verhältnis zum römischen Kaisertum und Staat. Die römisch katholische Kirche ist seit dem Staatskirche (mit oder ohne Kaiserreich, Staat), römisch kaiserliche Kirche,… Mehr