Laut Hendrik Wüst verdankt Deutschland den Zuwanderern vom Bosporus nicht nur das Wirtschaftswunder, sondern mehr oder weniger auch sonst alles. Im Internet machen sich Meme-Bastler hoch kreativ über den Märchenerzähler lustig. TE zeigt die schönsten Exemplare.
picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
Seine großen Erfindungen verdankt Deutschland heute nicht mehr Wissenschaft und Forschungen – sie entstehen vielmehr in der Politik. Die wichtigste Entdeckung der vergangenen Jahre lautet: Türkische Gastarbeiter brachten das deutsche Wirtschaftswunder zustand. Und eigentlich auch fast sonst alles, was Deutschland heute ausmacht. Die Fakten sagen natürlich etwas anderes: Als mit dem Anwerbeabkommen ab 1961 die ersten Gastarbeiter aus der Türkei eintrafen, neigte sich die Wirtschaftswunderzeit schon wieder dem Ende zu, also die Ära des überraschend schnellen ökonomischen Wiederaufstiegs. Der kam fast ohne ausländische Arbeitskräfte aus. Spätestens seit Außenminister Johann Wadepuhl diese Tatsache in einem Interview mit „Hürriyet“ souverän zur Seite schob und die alternative Wirklichkeit verkündete, türkische Gastarbeiter hätten einen unverzichtbaren Beitrag zum Wirtschaftswunder geleistet, genießt diese kontrafaktische Geschichtsschreibung offiziellen Regierungssegen.
Dabei beließ er es nicht: Er hob außerdem die besonderen Verdienste der in Westberlin lebenden Türken beim Mauerfall am 9. November 1989 hervor, an die sich bis jetzt niemand erinnern konnte: „Sie haben den Leuten Tee und Essen angeboten. Sie haben ihre Wohnzimmer geöffnet, damit sich Menschen aus Ostdeutschland darin aufwärmen konnten.“ Damit erklären Wadephul, Wüst und andere CDU-Politiker im Wettbewerb mit den Linken die Eingewanderten nach und nach zu den eigentlichen Helden und Machern im Land, autochthone Deutsche dagegen zu einer zweitrangigen Gruppe – und insbesondere Ostdeutsche zu einer Fußnote. Qualitätsmedien ziehen selbstverständlich mit, hier etwa Sat1:
Womit Politiker wie Medienschaffende allerdings nicht gerechnet haben dürften: Die Verwurstung von Türken und Mauerfall war möglicherweise der berühmte Tropfen zu viel. Jedenfalls schwappte eine Flut von Memes durch das Internet, die sich ausdrücklich nicht über türkische Gastarbeiter und deren Nachkommen lustig machen – sondern über die plumpe Schmeichelei deutscher Märchenerzähler.
Die Meme-Produzenten beweisen dabei vor allem eine Qualität, die Politikern mehr und mehr abgeht: eine bemerkenswerte Geschichtskenntnis. Und zwar weit über Deutschland hinaus. Willkommen also zur großen Meme-Schau. Die beginnt, wie konnte es anders sein, mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871:
Ohne allerdings die Vorgeschichte außer Acht zu lassen:
— CyberSprotte (@CyberSprotte) September 30, 2026
Und die Vor-Vorgeschichte:
Genauso wenig wie die Antike.
Und das Weltall:
Natürlich auf dem Mond:
Aber zurück nach Deutschland. Erst einmal zum Neustart nach 1945:
Und dann zur Industriegeschichte:
Und dann der Beitrag zur deutschen Sprache und Märchenerzählung natürlich:
Die welthistorische Bedeutung türkischer Gastarbeiter findet selbstverständlich auch ihre breite Würdigung:
Überhaupt: Ohne türkische Gastarbeiter wäre Mitteleuropa längst muslimisch:
Um es mit Christan Wulff zu sagen: Nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt verdankt ihre Geschichte mehr oder weniger den türkischen Gastarbeitern, so dass man konsequenterweise sagen muss: Die Erde gehört zur Türkei. Am Ende stellt sich womöglich sogar noch heraus: Auch all die Internet-Memes über die politischen Alternativhistoriker Deutschlands stammen in Wirklichkeit von – naja, Sie ahnen es schon.



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Die „türkischen Gastarbeiter“ an die ich mich erinnern kann standen entweder bei Bosch am Fließband oder waren zu Hauf bei der Müllabfuhr.
Alles Schlüsselpositionen.
Wie lautet das türkische Wort für solche Märchenerzähler ?
Ach ja, DIALÜG !
Besonders gefällt mir der Aufmacher mit dem Porträt des Gründers von Nordrhein-Westfalen , Rundülf Ömelgan im Jahre 1946, der zugleich der Urgroßonkel des aktuellen Ministerpräsidenten (vorne im Bild) ist.
Das ist ja immens was türkische Gastarbeiter seit der Antike geleistet haben. Klar das da ein Paar wichtige Entdeckungen und Erfindungen gar nicht genannt wurden. Die Beherrschung des Feuers, den Häuserbau, die Erfindung des Rades mit Achse, Ackerbau, die Schrift, das Beherrschen des Sprachzentrum, Ödam und Üva, die Demokratie, und so vieles mehr. Endlich, Dank Wüst, können sie ihre Minderwärtigkeitskomplexe ablegen. Hören wir also auf das Heer der türkischen Gastarbeitern mit Bürgergeld zuzuschütten und geben ihnen in NRW die Chance die Zivilisation und Menschwerdung in ubekannte Höhen zu katapultieren.
Das Schlimme ist: die glauben das inzwischen selber.
Mely Kiyak in der ZEIT:
„Millionen Gastarbeiter kamen in dieses Land und haben es aufgebaut. Weil es die Deutschen nicht hinbekommen haben. Die Gastarbeiter haben das gerne gemacht, sie haben davon sehr profitiert. Aber mehr noch hat das Land davon profitiert.“
https://www.zeit.de/kultur/2017-09/afd-bundestagswahl-rassismus-deutschland-deutschstunde
Alles klar?
> Türkische Gastarbeiter beim Sturm auf den Winterpalast Womöglich werden sie bald den Elysee-Palast stürmen? Auch wenn hier missfällt, dass man den Aufstand gegen die Obrigkeit nicht auf Kritik der Frisur von Frau Halali in der ÖRR-Glotze beschränkt. Den Obrigkeitsstaat haben übrigens keine türkische Gastarbeiter erfunden: >>>Fremdbestimmte Selbstbestimmung – Der Obrigkeitsstaat in der Fassaden-Demokratie – FASSADENKRATZER<<< > „… Mit der Demokratie des Grundgesetzes sei der Obrigkeitsstaat endlich überwunden, heißt es. … Alle Staatsgewalt gehe vom Volke aus, lege Artikel 20 des Grundgesetzes fest, und werde letztlich vom Volk ausgeübt. Doch wir erleben in letzter Zeit, in der noch schwelenden Corona-Krise,… Mehr
Wie schmierig und verkommen muss man sein, wenn man die Leistung der Vorfahren leugnet und einem anderen Volk zulügt, nur um von dort ein paar Wahlstimmen zu bekommen?
Hendrik „Türken-Henne“ Wüst: die Fleischwerdung des Suppositoriums.
Was für ein herrlicher Kommentar. Leider mit ernstem Hintergrund. Diese Anbiederung und Unterwerfung „unserer“ Politikdarsteller ist erschreckend und widerlich zugleich. Islamisierung und Umvolkung schreiten rasant voran.
Mein Nachbar sage: „Wo Dummheit regiert kommt nix bei rüber“. Traurig aber wahr.
Wüst hätte Erdogan noch ganz andere Schmeicheleien unter den Schnurrbart streichen müssen, denn wirklich zu Höchstform laufen Türken als Gruppe betrachtet auf, wenn sie die überwältigende Mehrheit in einem Land stellen, liefern dann atemberaubende Weltspitzenergebnisse ab: Inflationsrate >30%, Vorbild einer toleranten diversen Gesellschaft im Umgang mit Kurden, Armeniern und Griechen. Eine politische Kultur, an der sich Deutschland so langsam ein Beispiel nimmt (Gegenkandidaten bei anstehenden Wahlen ausschalten, am besten gleich ins Gefängnis stecken).
wenn es nicht so absolut absurd wäre,wie sehr sich diese Gestalten der CDU in den Staub werfen,könnte man über diese ehemaligen Strassenkehrer und anatolischen Vertragsarbeiter aus der Masse der türkischen Arbeitslosen nur lachen.
Denn diese wurden auf Drängen der USA als Natopartner der Türkei den Deutschen quasi aufgezwungen,um in der Türkei sozialen Aufruhr zu vermeiden.
Da war schon alles wieder aufgebaut und die Wirtschaft brummte TROTZ der türkischen „Bereicherung“
SO sieht die historische Realität aus,lieber Wüst!
VÜLLÜG LÜSGELÜST
von der Ürdün. Das zeigt den Geisteszustand der CDU im allgemeinen. Ob da überhaupt noch ein Arzt helfen kann?