Als Kernproblem der Unternehmensleistung hat die Bahn ausgerechnet fleischhaltige Speisen in den Bordrestaurants identifiziert. Sündhaft teure „Vegane Aktionswochen“ dokumentieren, wie verrutscht die Prioritäten sind.
picture alliance / FotoMedienService | Ulrich Zillmann
Juchhu. Es gibt schon wieder neue Speisekarten im ICE. Unser liebstes Staatsunternehmen, das bekanntlich ständig mit der Uhr und mit sich selbst zu kämpfen hat, präsentiert uns den ersten Monat des neuen Jahres als „Veganuary“.
In dem Kunstwort verschmelzen „vegan“ und „January“, so heißt der Januar auf Englisch.

Alle Fotos privat
Der Name kommt nicht von ungefähr, sondern vom Kooperationspartner der DB. „Veganuary ist eine internationale Organisation, die Menschen weltweit dazu ermutigt, im Januar sowie den Rest des Jahres eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren.“ So steht es auf der Internetseite der britischen Organisation, die sich außerdem selbst als „globale Kampagne“ bezeichnet.
Nun ist, ganz nüchtern betrachtet, nichts dagegen einzuwenden, dass die Bahn auch veganes Essen anbietet. Die Zahl der Veganer in Deutschland wird auf knapp 1,6 Millionen geschätzt, das wären knapp zwei Prozent der Bevölkerung. Nicht gerade viel, aber vielleicht ist nach Erkenntnissen der DB-Marktforschung der Veganer-Anteil bei den Bahnkunden ja höher, man weiß es nicht.
Nur: Warum macht der Staatskonzern für viel Geld offensiv Werbung für eine doch recht exotische Ernährungsweise?
Denn natürlich verschlingt die Aktion Unsummen an Geld, und das auf vielen Ebenen. Da ist zunächst einmal die PR-Abteilung der Bahn. Die Kampagne für den veganen Januar hat erkennbar unfassbar viele Mannstunden verbraucht. Da wurden ein Kampagnenplan erstellt und ein einheitliches Design und eine Pressebegleitung.
Und die neuen Speisekarten drucken sich auch nicht umsonst.

Möglicherweise haben die Vegan-Freunde in der PR-Abteilung der DB das nicht selbst erledigt, sondern ausgelagert. Dann sind keine Mannstunden bei der Bahn angefallen, dafür musste aber richtig viel Geld für externe Agenturen berappt werden.
Es ist sicher keine allzu steile These, dass die verschwenderische Aktion der Bahn keinen einzigen neuen Fahrgast beschert. Es sind auch keine Berichte bekannt, dass Menschen nicht mit dem Zug fahren, weil sie dort nichts Veganes zu essen bekommen. Das Ganze entspringt den woken Hirnen von realitätsfernen PR-Fuzzies.
Man fragt sich schon: Warum stoppt kein Manager diesen Quatsch?
Die Bahn verbrennt Geld, um den Fahrgast zu erziehen. Das muss schon theoretisch scheitern. Ganz praktisch scheitert es dann daran, dass das Objekt der Belehrung – der Fahrgast – nicht erreicht wird: weil der Zug gar nicht fährt. Oder dass der Zug zwar fährt, aber das Bordrestaurant wegen Personalmangel geschlossen ist. Oder dass der Zug zwar fährt und das Bordrestaurant sogar geöffnet ist, die angepriesenen veganen Gerichte aber nicht vorrätig sind.
Regelmäßige Bahnfahrer, so wie ich einer bin, wissen überdies aus eigener und leidvoller Erfahrung zu berichten, dass die veganen Speisen im Standardangebot der DB nur entfernt etwas mit artgerechter Nahrung für Menschen zu tun haben. Zumeist handelt es sich um so etwas wie ein in Plastikfolie eingeschweißtes und ansonsten weitgehend geschmacksloses Papp-Brötchen.
Für den „Veganuary“ wurden übrigens nicht nur neue Speisekarten gedruckt, sondern auch Flyer als Tischdecken. Wie hübsch.

Vor einem halben Jahr berichtete der EU-Abgeordnete Martin Sonneborn von einer Bahnfahrt während einer China-Reise. Den Tweet will ich Ihnen nicht vorenthalten. Er ist kurz und erhellend.
In Deutschland setzen wir andere Prioritäten. Bei uns heißt es: Bagel-Power statt Gleisbett renovieren.

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Wer die Überraschung liebt, ist bei der DB goldrichtig, Jeder Tag bringt eine neue Überraschung. Selbst vor der Ernährung machen die Bahnleute nicht halt. Nun bei der Zeit die man u,U, mit diesem Transportmittel verbringen muss, keine schlechte Idee.
Empfehle die Nummer über die Deutsche Bahn von Helmut Hoffmann alias „Hans Hermann Thielke“ -besser geht’s nicht
Ziel der Exerzitien: Mit dem „UNO“-/“€U“ (Logen-)Neofeudalismus und dem Vehikel der „Klimareligion“ mit Volldampf zurueck ins (digitale) Mittelalter: Fleischgerichte als Privileg des Polit- und Ideologieadels, das uniformisierte Verwertungsmaterial („Menschen“) frisst Insektenbrei (der Getreideanbau waere „klimaschaedlich“) und klebt auf der Scholle fest (15-Minuten Stadt). Besitz wird streng reguliert (CBDC und „Digitale ID“/“Wallet“). Ein Blick auf ein „€U“-Flugticket zeigt, wohin die Reise geht: Der „Co2“-Verbrauch wird bereits heute ausgewiesen. Interessanterweise hat die Tantz meiner Frau, eine Altlinke und „Wahlspanierin“, die in den 1960er Jahren zum Studieren nach Madrid ging und sich dort dem Anti-Franco-Untergrund anschloss -und dann nach der „Demokratisierung“- mit dem… Mehr
Vielleicht sollte man solche Schmähartikel gegen bestimmte Produkte den Linken, den Grünen und den Woken überlassen, und ansonsten den Kräften des Marktes vertrauen. Auch ein Staatsbetrieb wie die Bahn wird genau die Verkaufszahlen beobachten. Und nachdem das Deutschland-Ticket für mit Krethi und Plethi überfüllte Züge im Nahverkehr sorgt, verbleiben im ICE vermutlich überproportional ökologisch gesinnte, überdurchschnittlich gut verdienende Kunden, die auch mal knapp 10 Euro für ein kleines Brötchen mit Getränk hinlegen können. Was die Werbungskosten betrifft: Eine Agentur vom Schlage eines Jung von Mattloch zeichnet mit Sicherheit nicht veratwortlich für Floskeln wie „klein, aber oho“, und käme auch nicht… Mehr
Ich lese das krampfhaft witzig sein sollende „Veganuary“ – und weiß sofort, daß das großer Mist sein muß
Es gibt wohl kaum ein anderes Unternehmen, das den Niedergang unsers Landes besser illustriert als die Bahn AG. Sie ist ein Symbol für die Dominanz irrelevanter Nebensächlichkeiten über das Kerngeschäft eines Unternehmens. „Go woke, go broke“ hat schon einigen Unternehmen brutale Ergebnisverluste beschert, aber in Deutschland dauert es eben immer noch etwas länger bis die Erkenntnis über negative Entwicklungen in den Entscheidungsebenen ankommt. Unsere Bundesregierungen der letzten 20 Jahre litten und leiden ebenfalls an dieser schlimmen und existenzgefährdenden Krankheit.
Da die Bahn nicht zur Ablenkung von eigenen, gravierenden „innenpolitischen“ Mängeln in die Außenpolitik flüchten kann, wie unser Kanzler, geht sie eben andere Wege. Das Prinzip ist das gleiche.
Seit die Bahn privatisiert wurde ist es, genau wie in England immer schlechter geworden.
„Nur: Warum macht der Staatskonzern für viel Geld offensiv Werbung für eine doch recht exotische Ernährungsweise?“
Weil Deutschland dank Sozis und Grünen eine chronische Minderheiten-Macke hat !
Und dabei die Mehrheit vernachlässigt – egal auf welchem Gebiet .
Gerade auch in den Führungsetagen von Unternehmen und Behörden des öffentlichen / staatlichen Sektors.
übrigens:
ich habe selbst im ÖRR noch nie einen Ossi, der nicht gerade bei selbigem beschäftigt ist, gendern gehört.
Die Schluckauf-Innen-Bewegung scheint nur im Westen nach wie vor prächtig zu gedeihen.
Keine weiteren Fragen.
Als dem Saarland entkommener Beuteschwabe hann i in der Bahn immer moi Veschper mit. Das letzte Mal, dass ich in einem sogenannten Bordrestaurant zu Gast war, ist 25 Jahre her. Und ich werde mir die dort angebotenen Aufwärmleckerschmecker, ob vegan, divers oder sonst was, für meine Restlaufzeit auch nicht mehr antun. Insofern geht mir diese Meldung zwei Handbreit unterm Sitzplatz vorbei.