An der Zapfsäule werden die Kosten des Ökosozialismus sichtbar. Anstatt langfristige Auswege aus der Klemme zu beschreiben, inszeniert Berlin eine Komödie politischer Handlungsfähigkeit. Doch an der Tankstelle ist es wie beim Bürgergeld: Ideologie führt in die Krise – personelle Inkompetenz verstetigt sie.
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Von der Straße von Hormuz bis in die norddeutsche Tiefebene ist es eine weite Reise. Politisch jedoch ein Katzensprung. 20 Prozent des globalen Gas- und Petroleumumschlags werden über den maritimen Transport durch diese Meerenge in die Welt verschifft. Gas, das nun in Deutschland fehlt, aber in nicht unbedeutenden Mengen durch Fracking und konventionelle Bohrtechnologie auch hierzulande gefördert werden könnte.
Die Brücke zwischen der geopolitischen Krise im Iran und der ideologischen Verkantung Deutschlands ist schnell konstruiert. Die eine Form der Verknappung ist militärisch bedingt und temporär, die andere ist das Produkt von Ideologie und Dummheit. Letztere zwingt die deutsche Politik zu reflexhaften Ablenkungsmanövern, die Lösungen nur vortäuschen.
Um kurzfristig Druck vom Kessel und dem Ärger der Bürger über die hohen Spritpreise zu nehmen, führte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine der traurigeren Komödien unserer Tage auf. Tankstellen dürfen vorerst nur noch einmal am Tag, exakt um 12 Uhr, ihre Preise nach oben anpassen.
Die Konsequenzen liegen auf der Hand: lange Tankschlangen vor den erwartbaren Preiserhöhungen und die Antizipation weiterer Ölpreisvolatilität durch die Tankstellenbetreiber. Teurer politischer Aktionismus mit bekannter intellektueller Anspruchslosigkeit.
Die Zeit der gespielten Empörung in der Wirtschaft über die hohen Energiekosten ist abgelaufen. Nun müssten diejenigen die Schlagzeilen dominieren, die uns die Wege in die Zukunft weisen. Die führen fraglos zum deutschen Fracking-Gas und zu neuen Förderprojekten in der Nord- und Ostsee. Nichts dürfte in diesem Moment wichtiger sein, als den Weg freizumachen, die bis zu 20 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr zu fördern und damit ein Viertel des deutschen Bedarfs zu decken. Ein Stück Unabhängigkeit und ein wenig Distanz zu Hormuz und all seinen Konsequenzen, die nicht zuletzt im deutschen Klimasozialismus zu finden sind.
Bar jeglicher Verantwortungsethik stehlen sich die verantwortlichen Politiker und die schweigenden Wirtschaftsbosse jetzt in der Krise aus dem Lichtkegel der öffentlichen Empörung. Es war ihr kongeniales Werk, die grüne Extraktionsmaschine zu etablieren, an der sich zu viele wirtschaftlich gesund stießen und sich des lästigen Wettbewerbs entledigten.
In der Politik hat sich eine wahre Plünderungskultur etabliert. Ewig wiederkehrende Steuererhöhungsdebatten wechseln sich ab mit Neiddebatten um Spitzensteuersatz und Erbschaftssteuern. Sie sind dreiste Attacken auf die Reste der Leistungsgesellschaft und dienen dem verzweifelten Versuch, den Machtapparat der Politik zu finanzieren und über die Zeit zu retten. Bei einer Staatsquote von über 50 Prozent haben weitere Steuern lediglich den Zweck, die Simulation auf Kosten der realen Welt zu stabilisieren.
Ein europäischer Politiker, dem es gelungen ist, aus der etablierten Politik‑Simulation auszubrechen, ist der belgische Premierminister Bart De Wever.
Der konservative Politiker ist seit Februar 2025 im Amt und kennt die europäischen Verfahren und ihr Wurzelwerk bis ins Detail.
Im Interview mit der Zeitung L’Echo forderte De Wever am 15. März eine Normalisierung der Beziehungen der Europäischen Union zu Russland. Als logischen Schritt bezeichnete der Politiker die Wiedereingliederung des günstigen russischen Gases in die Energieversorgung des Kontinents. Der Belgier weiß sehr genau, dass die künftige Nutzung das notwendige Zeitfenster eröffnen würde, um systematisch in die modernen Formen der Kernkraft einzusteigen. Eine Form des Realismus, der in Deutschland nach wie vor die Ausnahme bleibt.
Mit ihrer eigentümlichen Intervention zur Kernkraft lieferte die EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen der verwirrenden medialen Höhepunkte dieser Wochen.
Es ist wichtig, dass Politiker wie De Wever die etablierte politische Simulation durchbrechen.
Zu viel steht auf dem Spiel, und der ökonomische Schaden, den eine vollkommen entgrenzte grüne Ideologie im Bereich der Energieversorgung angerichtet hat, ist in der Kombination mit unkontrollierter Armutszuwanderung zu einer veritablen gesellschaftlichen Krise emporgewachsen. Realismus ist gefragt. Täuschungsmanöver wie die Umetikettierung des Bürgergeldes oder die Fake‑Reform des Heizungsgesetzes werden künftig nicht mehr hinreichen, die Konsequenzen dieser Politik durch mediale Nebelkerzen und Dauerpropaganda zu übermalen.
Wirtschaftswachstum, Wohlstand, ja jedwede Form zivilisatorischer Leistung sind Derivate einer sicheren und günstigen Energieversorgung. Wer das bezweifelt, leugnet die Geschichte des Aufstiegs der Menschheit, die auch als eine Art Erkenntnisprozess zu lesen ist, in dessen Verlauf sich die Ratio immer wieder erfolgreich gegen ideologische Irrtümer durchsetzte.
Deutschland ist im gegenwärtigen Zustand tatsächlich als ein virtuelles Produkt grün‑sozialistischer Fantasie zu verstehen. Ideologie schlägt Leistung.
Emblematisch für die Verfassung der deutschen Politik steht in diesen Wochen die Carolabrücke in Dresden. Sieben Jahre soll ihr Wiederaufbau in Anspruch nehmen, wann sie tatsächlich fertiggestellt sein wird, steht in den Sternen. Wäre dieser unfassbare Vorgang vom Einsturz zur verschleppten Rekonstruktion nicht so gut dokumentiert, man würde es nicht fassen, wie tief dieses Land inzwischen gesunken ist.
Das Beispiel der Carolabrücke beschreibt die deutsche Situation wie in einem Brennglas. Überbürokratisiert, politisch durchideologisiert und ökonomisch ohne jeden Ehrgeiz zählt das Land nur noch pro forma zu den führenden Wirtschaftsnationen dieser Welt. Es lebt von seiner Substanz und ist der Illusion verfallen, gesellschaftliche Verwerfungen per Rechtsverordnung aus der Welt schaffen zu können. Die Energiekrise legt nun offen, was an Ideologie ausgerichtete Politik angerichtet hat.
In der realen Welt haben wir es mit ganz realen Knappheiten zu tun, die wir im Idealfall über freie Märkte in offenem Wettbewerb zu überwinden versuchen. Die links-grüne Ideologie der vergangenen Jahrzehnte hat künstliche Knappheiten geschaffen, die nun den Wohlstand zerfressen.
Deutschland muss auf seinen eigenen Bart De Wever warten, dessen vordringliche Aufgabe es sein wird, die Brandmauer zu zerschlagen, um die ideologischen Fesseln zu durchtrennen, die das Land paralysiert haben.


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In Deutschland wird deutlich vor 2045 das Licht ausgehen, nicht nur das Elektrische, oder?
Doch an der Tankstelle ist es wie beim Bürgergeld: Ideologie führt in die Krise….und beim lobbyismus und beim steuersystem und beim bürokratismus und und und und. Würde mich mal interessieren warum man (hier bei Tichy) so oft und oder nur mit dem bürgergeld kommt. Ist das ein innerlicher zwang? Und an der tanke kassieren ja ganz andere ab und auch beim bürgeld fließt sehr viel geld zu den unternehmen/konzernen*. Und wenn ich sehe was an der tanke abgeht sprich die extrem hohen spritpreise wird hier ganz klassisch geld nach oben verteilt. *Wirtschaftlich gesehen ist das Bürgergeld ein klassisches Beispiel für… Mehr
Es ist schon absurd, dass die Grünen eifrig unsere Kernkraftwerke zerstören, und wir deswegen nun auf Fracking setzen sollen, eine IMO erheblich riskantere Technologie mit weit schwerer abschätzbaren Folgen für die Umwelt.
Im Wirtschaftsministerium rechnet man so, durch die exorbitante Erhöhung der Spritpreise werden X Millionen mehr Szeuergelder in die Kassen gespült und die Wirtschaft wird das schon ein paar Wochen aushalten.