Tausende Jobs betroffen? Trotz Subventionsmilliarden streicht Thyssenkrupp Kapazitäten

Thyssenkrupp will unter dem Druck der schwächelnden Nachfrage seine Stahlsparte straffen, Produktionskapazitäten zurückfahren und einen noch nicht bezifferten Personalabbau einleiten.

picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Jubel: Für den Bau einer Anlage zur grünen Stahlproduktion erhält Thyssenkrupp bis zu zwei Milliarden Euro als Subvention. Trubel: Der ist doppelt so teuer wie herkömmlicher Stahl und es gibt kaum Kundschaft. Heiterkeit: Jetzt baut Thyssen-Krupp trotz der Milliarden Jobs ab, und zwar massiv. Kern der Neuaufstellung sei eine Reduzierung der im Verbund installierten Kapazitäten auf etwa 9 bis 9,5 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr, teilte der Konzern nach einer Sitzung des Vorstands und des Strategieausschusses des Aufsichtsrats von Thyssenkrupp Steel Europe mit.

Derzeit seien die Kapazitäten auf rund 11,5 Millionen Tonnen ausgelegt. Die geplante Absenkung der Produktionskapazitäten werde zu einer Konsolidierung der Rohstahlkapazitäten in Duisburg führen, hieß es. „Mit diesen Maßnahmen wird auch ein noch nicht bezifferter Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein, der auch die nachgelagerten Weiterverarbeitungsstufen sowie die Verwaltungs- und Dienstleistungsbereiche betreffen wird.“

Es sei das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen weiter zu vermeiden. Thyssenkrupp Steel Europe beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter, die meisten davon am größten europäischen Stahlstandort in Duisburg.

Die Stahlschmelze könnte der Anfang vom Ende des Stahlwerks in Duisburg sein. Der Konzern sucht schon länger einen Käufer. Wie andere Grundstoffkonzerne leidet auch ThyssenKrupp unter den schlechten Standortbedingunen in Deutschland, insbesondere den exorbitanten Energiekosten.

 

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Kommentare ( 20 )

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CIVIS
1 Monat her

Die zwei Milliarden Euro (!) als „Green-Steal-Subvention“ an Thyssen-Krupp hätte man doch lieber gleich in noch bessere Fahrradwege in Peru oder sonstige weltoffene „Sinnlos-Projekte“ stecken sollen.

Der VERPUFFUNGSEFFEKT zumindest wäre der gleiche; nämlich KEIN Effekt !

Last edited 1 Monat her by CIVIS
Buck Fiden
1 Monat her

Habeck will doch grünen Stahl herstellen.. also nicht er, sondern andere sollen „seinen“ grünen Stahl produzieren und das Risiko bzw. die Kosten seiner Traumwelt tragen.
Hätte er doch nur ein Quentchen Ahnung von Wirtschaft, dann würden die Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben.

89-erlebt
1 Monat her

Läuft 👏👏👏. Haben doch die Stahlkocher und ihr NRW Umfeld dem wüsten Transfo Treiben ihre Stimmen gegeben. Transfo kostet halt … nun halt Arbeitsplätze.

BK
1 Monat her

Da die größte Sorge in Deutschland dem Klimaschutz gilt, sollte man den Wirtschaftsminister persönlich damit beauftragen, jetzt auch ein paar Hochöfen abzuschalten. Allerdings wird es das Weltklima nicht retten. Die 3 größten Stahlhersteller in China, stellen 100.000 Tonnen Stahl im Jahre her und so lange wir noch zahlen können, werden sie uns freudig mit Stahl beliefern.

Biskaborn
1 Monat her

Das ist ja schon jetzt der Witz oder besser der Irrsinn des Jahres. Der Konzern erhält 2 Milliarden Euro Steuergeld damit er grünen Stahl, das ist schon allein Blödsinn in Potenz, herstellt. Alle feiern dafür den Konzern, wegen Klima und so. Anschließend erklärt der Konzern, es wird dieser Stahl weder gebraucht noch nimmt ihn jemand ab, also reduzieren wir die Kapazitäten und bauen sicher auch entsprechend Personal ab. Deutschland ist nun final zum Irrenhaus verkommen!

Blackholesun
1 Monat her
Antworten an  Biskaborn

Stimmt. „Grüner Stahl“ ist ein zwischenzeitlicher Weltrekord an Irrsinn, Verbohrtheit, Dummheit und Wahnsinn. Interessiert keine Sau und die Auswirkungen aufs Klima sind 0,00000000000…..0000000…0001 %. Das Klima ändert sich seit Mrd. von Jahren. Und den Rest der Welt interessiert Grüner Stahl genau NULL.
Diese 2 Mrd. sind wahrscheinlich in die Kategorie Insolvenverschleppung einzuordnen… die wären möglicherweise schon illiquide.
Infassbar, was man alles ertragen muss.

GefanzerterAloholiker
1 Monat her

Deshalb brauchen wir die Altparteien.
Donnerlüttchen. Das ist Industriepolitik. Ein Husarenstreich. Wieder eine Altlast weniger. Wieder Innovation in Deutschland. Weiter so. (Ironie aus.).

Felix Dingo
1 Monat her

Roheisen, das im Direktreduktionsverfahren hergestellt wird, ist um 40% teurer, als konventionell produziertes Roheisen.
Er ist auf dem Weltmarkt nicht verkäuflich, es sei denn, es wird mit unseren Steuergeldern subventioniert.

Anmerkung: Die Vorstufe von Stahl ist Roheisen.

spindoctor
1 Monat her

Wogegen hat nochmal die IG Metall (und andere Gewerkschaften) nochmal demonstriert?
Bürgergeld – wir kommen!

AndreasH
1 Monat her

Die Energiekosten sind mittlerweile wieder so „exorbitant“ wie 2019. Man kann solche Informationen auf den Webseiten der Börsen nachschlagen.

Michael M.
1 Monat her
Antworten an  AndreasH

Der Preisunterschied zu den Wettbewerbern im Ausland ist das Problem und das Thema Lastabwurf, schon mal davon gehört?!

Last edited 1 Monat her by Michael M.
egal1965
16 Tage her
Antworten an  AndreasH

Sie „vergessen“ dabei zu erwähnen, das selbst 2019 die Energiekosten in Deutschland in weltweiten Vergleich schon sehr hoch waren.
Noch dazu führte die „Energiewende“ dazu, das besonders sehr energieintensive Branchen mehr und mehr von Lastabwürfen betroffen waren, welches den Standort Deutschland noch unattraktiver macht.
Es ist quasi der „Mix“ aus allen was die links-grüne Regierung beschlossen hat, welches nun zu diesen „Ergebnissen“ führt…

derostenistrot
1 Monat her

Der grüne Stahl eignet sich vermutlich nur zur Herstellung von Granaten für die Ukraine. Allerdings bleiben die aber dann leer, weil es bald keine Chemieindustrie zur Herstellung von Sprengstoff geben wird.

Felix Dingo
1 Monat her
Antworten an  derostenistrot

Guter Gedanke. Sollten in Zukunft nicht alle Waffen aus grün hergestelltem Stahl gefertigt werden?

Dies würde unserem Klima guttun.