Pariser Klimaschutzabkommen führt irre

Insgesamt werden die Pariser Versprechen das globale BIP jährlich um mehr als eine Billion Dollar verringern. Ihr Klima-Effekt ist praktisch vernachlässigbar. Aber die UNO geht gar nicht davon aus, dass die Versprechen eingehalten werden. Sagt Experte Bjørn Lomborg.

Screenshot / Schweizer Monat 1038

Gambling the World Economy on Climate heißt der Artikel von Bjørn Lomborg, Direktor des Copenhagen Consensus Center und Autor des Buches: Cool it! Warum wir trotz des Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten. DVA, München 2008.

Seine Botschaft: Das Pariser Klimaabkommen ist sauteuer und unwirksam. In seiner Beilage „Globale Epizentren“ zum Doppelheft Juli/August lässt der Schweizer Monat den Autor das kurz, knapp und präzise erklären.

Hier die Highlights:

Das Versprechen der Regierungschefs, den globalen Temperaturanstieg „weit unter 2 Grad Celsius“ zu halten, ja zu versuchen, ihn auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, „ist reine Rhetorik“:

„In einem von Fachleuten überprüften wissenschaftlichen Artikel, dem bisher einzigen veröffentlichten seiner Art, habe ich auf Grundlage des Standard-Klimamodells der UN untersucht, welchen Einfluss es auf die Temperaturen haben würde, wenn jeder Unterzeichnerstaat sein Versprechen, die Emissionen bis 2030 radikl zu reduzieren, erfüllt. Im Ergebnis steht eine magere Temperaturreduktion um lediglich 0,048 Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts.“

Selbst wenn die versprochenen Emissionssenkungen nach 2030 noch 70 Jahre weiter verwirklicht würden, brächte die Drosselung des Temperaturanstiegs bis 2100 0,17 Grad Celsius. Auch Wissenschaftler am MIT kämen zum ähnlichen Ergebnis:

„Der Effekt ist also praktisch vernachlässigbar.“ 

Die UNO selbst geht aber nicht davon aus, dass die Versprechen bis 2030 überhaupt eingehalten werden, sondern nur „1 Prozent der Treibhausgasemissionsreduktionen erreichen“ (!). Und was kostet diese absehbar erfolglose Operation?

Insgesamt werden die Pariser Versprechen das globale BIP jährlich um mehr als eine Billion Dollar verringern.“

Lomborg weiter:

„Der Versuch, den Ausstoß an Treibhausgasen zu senken, wird außerdem – selbst mit einer effizienten CO2-Steuer – günstige Energien verteuern und damit das Wirtschaftswachstum verlangsamen.“

Der Versuch wird nicht klappen, sagt die UNO selbst, aber die negativen wirtschaftlichen Folgen werden eintreten, sagt einem der Hausverstand.

Die „Breakthrough Energy Coalition“ von Bill Gates, anderen Wirtschaftsführern und über 20 Regierungen will Forschung und Entwicklung grüner Energien welt weit verdoppeln und damit viel mehr bewirken, meint Lomborg, eine massive Investitionen in die Erforschung alternativer Energien führt am ehesten zum Erfolg.

Sobald sich neue Technologien bewähren, setzen sie sich am Markt ganz von selbst durch. Selbst wenn Regierungen und internationale Institutionen künstlich noch so lange herbeiadministrieren wollen, was doch nicht funktioniert. Nach der falschen politischen Festlegung gestern auf die Kernspaltung, heute auf einen schmalen technischen Sektor der Windenergie und morgen auf was auch immer, am Ende setzt sich der Marktmix durch, der ökonomisch UND ökologisch trägt. Was immer auch eine anmaßende Politik noch nutzlos an Geld zum Fenster rauswerfen wird und sinnlos an Zeit vergeuden. Der letzte Absatz ist nicht mehr von Lomborg, sondern nur von mir.

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