Warum wächst die Bevölkerung der Welt?

Die Tests des genialen Statistikers und Wissenschaftlers Hans Rosling haben belegt: viel zu viele Menschen haben ein völlig verzerrtes, zu düsteres Bild von der Welt. Diese Sichtweise beeinflusst ihr Denken und Handeln nachteilig. Doch Rosling zeigt: Fakten helfen.

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Beginnen wir mit einer Faktenfrage: Nach einer Prognose der UN wird die Bevölkerung der Welt bis 2100 um weitere 4 Milliarden Menschen gewachsen sein. Was ist die Hauptursache dafür?

A: Es wird mehr Kinder geben (jünger als 15 Jahre).
B: Es wird mehr Erwachsene geben (zwischen 15 und 74 Jahren).
C: Es wird mehr sehr alte Menschen geben (75 Jahre und älter).

Richtig ist Antwort B. Die Experten sind überzeugt davon, dass die Bevölkerung wachsen wird, weil es vor allem mehr Erwachsene geben wird – nicht mehr Kinder und auch nicht mehr sehr alte Menschen. Dass die Anzahl an Kindern wächst, wird nicht angenommen. Schauen Sie sich die Kinderlinie des folgenden Diagramms an. Sehen Sie, an welchem Punkt sie sich abflacht? Sehen Sie, dass dies bereits geschieht?

(c) Gapminder (www.gapminder.org)

Die UN-Experten sagen nicht voraus, dass in der Zukunft die Zahl der Kinder nicht mehr wachsen wird, sie berichten, dass dies bereits der Fall ist. Der radikale Wandel, der notwendig ist, um den rasanten Bevölkerungsanstieg zu stoppen, besteht darin, die Zahl der Kinder nicht weiter wachsen zu lassen. Und das hat bereits begonnen. Wie konnte das geschehen? Das sollte eigentlich jeder wissen. Deshalb jetzt bitte gut aufgepasst! Das folgende Diagramm zeigt den unglaublichen und wirklich weltverändernden Rückgang der Anzahl Kinder pro Frau, der stattfand, seit ich auf der Welt bin. Im Jahr 1948, in dem ich geboren wurde, brachte eine Frau im Schnitt fünf Kinder zur Welt. Nach 1965 begann diese Zahl zurückzugehen, wie nie zuvor. Im Lauf der letzten 50 Jahre sank sie auf den unglaublich niedrigen globalen Durchschnitt von knapp unter 2,5.  (c) Gapminder (www.gapminder.org)

Dieser dramatische Wandel vollzog sich parallel zu all den anderen Verbesserungen, die ich in meinem Buch beschrieben habe. Die überwiegende Mehrheit der Milliarden Menschen, die ihre extreme Armut hinter sich lassen konnten, entschied sich dafür, weniger Kinder zu haben. Sie benötigten nicht mehr die Großfamilie und die Arbeitskraft zahlreicher Kinder, um die familiäre Landwirtschaft betreiben zu können. Und man brauchte auch keine kinderreiche Familie mehr, um sich gegen die Kindersterblichkeit abzusichern. Männer wie Frauen bekamen Zugang zu Bildung und begannen, besser ausgebildete und besser ernährte Kinder haben zu wollen, und weniger Kinder zu haben war die offensichtliche Lösung. In der Praxis war dieses Ziel dank moderner Verhütungsmittel, die nicht einmal den Verzicht auf Sex verlangten, leichter zu erreichen.

Von Fake-News und Fakten
Factfulness: Wie gut geht es der Welt heute?
Es wird erwartet, dass der dramatische Rückgang an Geburten pro Frau sich fortsetzen wird, solange mehr Menschen aus der extremen Armut herausfinden und mehr Frauen Zugang zu Bildung, sexueller Aufklärung und Verhütungsmitteln bekommen. Drastische Maßnahmen sind nicht nötig. Nur mehr von dem, was wir bereits tun. Wie schnell der zukünftige Rückgang verlaufen wird, lässt sich natürlich nicht exakt voraussagen. Er hängt davon ab, wie rasch diese Veränderungen vonstattengehen. Jedenfalls hat die globale jährliche Anzahl an Geburten bereits aufgehört, weiter anzusteigen, was bedeutet, dass die Phase des schnellen Bevölkerungswachstums bald vorbei sein wird. Wir erreichen gerade »peak child«, die maximale globale Kinderzahl. Doch wenn die Anzahl an Geburten bereits nicht mehr im Steigen begriffen ist, woher sollen dann die vier Milliarden neuen Erwachsenen kommen? Aus dem Weltraum?

Warum wird die Bevölkerung zu wachsen aufhören?

Das folgende Diagramm zeigt die nach Altersklassen aufgeteilte Weltbevölkerung im Jahr 2015 und alle 15 Jahre danach. Auf der linken Seite zeigt das Diagramm die Altersstruktur der sieben Milliarden Menschen des Jahres 2015: Zwei Milliarden sind zwischen 0 und 15 Jahre alt, zwei Milliarden zwischen 15 und 30 und jeweils eine Milliarde zwischen 30 und 45, 45 und 60 und 60 und 75. (c) Gapminder (www.gapminder.org)

Im Jahr 2030 wird es zwei Milliarden neue 0- bis 15-Jährige geben. Alle anderen sind älter geworden. Die 0- bis 15-Jährigen des Jahres 2015 sind dann zwischen 15 und 30 Jahre alt. Die 15- bis 30-Jährigen des Jahres 2015 bilden dann die zwei Milliarden große Klasse der 30- bis 45-Jährigen. Von den 30- bis 45-Jährigen gab es 2015 nur eine Milliarde. So kommt es, dass wir eine Milliarde Erwachsene mehr haben werden, ohne dass die Zahl der Neugeborenen gestiegen wäre oder sich die Lebenszeit verlängert hätte. Diese eine Milliarde neue Erwachsene ergibt sich nicht aus der Geburt neuer Kinder, sondern aus Kindern und jungen Erwachsenen, die bereits auf der Welt sind.

Drei Generationen lang wird sich dieses Muster wiederholen. Im Jahr 2045 gehören die zwei Milliarden 30- bis 45-Jährigen zu den 45- bis 60-Jährigen, und wir haben eine weitere Milliarde Erwachsene. Und noch einmal eine Milliarde kommt im Jahr 2060 hinzu, wenn die 45- bis 60-Jährigen zu den 60- bis 75-Jährigen zählen. Doch was geschieht danach? Ab 2060 wird jede zwei Milliarden starke Generation von einer ebenfalls zwei Milliarden starken Generation abgelöst. Das schnelle Wachstum kommt zum Stillstand.

Also nicht, weil es mehr Kinder gibt, und auch nicht in erster Linie deshalb, weil die Menschen älter werden, wird der Bevölkerungsanstieg zunächst so stark sein. Tatsächlich rechnen die UN- Experten damit, dass die Lebenserwartung sich bis zum Jahr 2100 etwa um elf Jahre verlängert haben dürfte, wodurch eine Milliarde ältere Menschen hinzukommen und die Weltbevölkerung bei elf Milliarden liegen würde. Das starke Bevölkerungswachstum kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass die heute bereits lebenden Kinder heranwachsen und das Diagramm mit weiteren drei Milliarden Erwachsenen »auffüllen« werden. Dieser »Auffüll-Effekt« wird drei Generationen lang dauern und dann aufhören. Das ist eigentlich alles, was Sie wissen müssen, um zu verstehen, warum die UN-Experten die Entwicklung nicht einfach geradlinig in die Zukunft verlängern. (Diese Erklärung ist natürlich krass vereinfachend. Viele Menschen sterben vor ihrem 75. Geburtstag, und viele Eltern sind älter als 30, wenn sie Kinder bekommen. Aber auch diese Tatsachen ändern nichts an der Gesamtsituation.)

Im natürlichen Gleichgewicht

Wenn eine Bevölkerung über einen langen Zeitraum nicht wächst und die Kurve des Bevölkerungswachstums flach verläuft, bedeutet dies, dass jede Generation neuer Eltern so groß ist wie die vorhergehende. In den Jahrtausenden vor 1800 verlief die Bevölkerungskurve ziemlich flach. Käme deshalb jemand auf die Idee zu sagen, die Menschen lebten damals in einem natürlichen Gleichgewicht?

Also, ein Gleichgewicht gab es schon. Aber keines, das man verklären sollte. Bis 1800 brachte eine Frau durchschnittlich sechs Kinder zur Welt. So gesehen, hätte die Bevölkerung mit jeder Generation weiter wachsen müssen. Tatsächlich blieb sie mehr oder weniger stabil. Erinnern Sie sich an die Kinderskelette auf den Friedhöfen der Vergangenheit? Im Durchschnitt starben vier von sechs Kindern, bevor sie selbst hätten Eltern werden können. Nur zwei blieben übrig, um Eltern der nächsten Generation zu werden. Wenn man da von einem Gleichgewicht sprechen will, dann aber nicht von einem, in dem die Menschen mit der Natur lebten, sondern in einem, in dem sie mit der Natur starben. Es war äußerst brutal und tragisch.

Heute ist die Menschheit dabei, wieder ein Gleichgewicht zu erreichen. Die Zahl der Eltern ist nicht mehr im Steigen begriffen. Aber dieses Gleichgewicht ist grundlegend anders als das alte. Das neue Gleichgewicht ist ein sympathisches: Die typischen Eltern haben zwei Kinder, und keines von ihnen stirbt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit leben wir im Gleichgewicht. Die Bevölkerung wuchs von 1,5 Milliarden im Jahr 1900 auf sechs Milliarden im Jahr 2000, weil die Menschheit im 20. Jahrhundert den Übergang von einem Gleichgewicht in ein anderes schaffte. Während dieser einzigartigen Periode bekamen Eltern im Durchschnitt mehr als zwei Kinder, die überlebten und selbst Eltern der nächsten Generation wurden.

(c) Gapminder (www.gapminder.org)

 

Diese Periode des Ungleichgewichts ist der Grund dafür, warum heute die beiden jüngsten Generationen größer als die anderen sind. Und auf diese Periode ist auch der Auffüll-Effekt zurückzuführen. Doch das neue Gleichgewicht ist bereits erreicht: Die jährliche Zahl an Geburten steigt nicht mehr an. Wenn extreme Armut weiterhin abnimmt und sexuelle Aufklärung und Verhütung sich immer mehr verbreiten, wird die Weltbevölkerung weiter rasch zunehmen, aber nur, bis das unvermeidliche Auffüllen abgeschlossen ist.

Ja, aber „sie“ haben doch immer noch viele Kinder

Nach Präsentationen, in denen ich diese Diagramme vorführe, kommen regelmäßig Leute auf mich zu, die meine Ausführungen anzweifeln und mich darauf hinweisen, dass »die Leute in Afrika und Lateinamerika nach wie vor viele Kinder haben. Und gläubige Menschen lehnen Verhütungsmittel ab und haben immer noch große Familien.«

Erfahrene Journalisten berichten in ihren Reportagen vorzugsweise über spektakuläre und außergewöhnliche Menschen. In den Massenmedien sieht man gelegentlich Beispiele äußerst religiöser Menschen, die, ob traditionellen Lebensweisen verhaftet oder durchaus modern wirkend, voller Stolz und als Zeugnis ihres Glaubens ihre sehr großen Familien vorführen. Aufgrund solcher Dokumentationen oder Reportagen könnte man den Eindruck gewinnen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Religion und sehr viel größeren Familien gibt. Doch egal, welcher Religion sie angehören – ob Christen, Juden oder Muslime –, diese Menschen haben eines gemeinsam: Sie sind Ausnahmen! In der Realität ist der Zusammenhang zwischen Religion und der Anzahl von Geburten pro Frau nicht so beeindruckend. Ich komme in meinem Buch immer wieder darauf zurück, wie die Medien ihre aufsehenerregenden Geschichten auswählen und entlarve den Mythos der Kausalität von Religion und großen Familien. Zunächst aber sollten wir einmal den einzigen Faktor, der eng mit großen Familien verknüpft ist, genauer betrachten: extreme Armut.

Warum mehr Überlebende weniger Menschen bedeutet

Alle Eltern zusammengenommen, deren Einkommensniveaus bei über 2$ täglich (Stufe 2) oder 8$ täglich (Stufe 3) bis über 32 $ (Stufe 4) täglich liegen, unabhängig davon, wo auf der Welt sie leben und ob sie einer Religion angehören oder nicht, haben durchschnittlich zwei Kinder. Im Ernst! Das gilt auch für die Bevölkerungen des Iran, Mexikos, Indiens, Tunesiens, Bangladeschs, Brasiliens, der Türkei, Indonesiens und Sri Lankas, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die ärmsten zehn Prozent (Einkommensniveau von 1$ täglich, Stufe 1) zusammengenommen haben im Durchschnitt noch fünf Kinder. Und im Durchschnitt verliert jede zweite Familie, die in extremer Armut lebt, eines ihrer Kinder, bevor es fünf Jahre alt ist. Das ist eine beschämend große Zahl, und doch ist es deutlich besser als die schrecklichen Zahlen, die in den schlechten alten Zeiten das Bevölkerungswachstum niedrig hielten. Wenn man hört, dass eine Bevölkerung wächst, geht man automatisch davon aus, dies ginge, wenn nichts dagegen unternommen würde, einfach so weiter. Intuitiv stellt man sich vor, der Trend würde sich in die Zukunft hinein fortsetzen.

(c) Gapminder (www.gapminder.org)

Melinda Gates leitet zusammen mit ihrem Mann Bill eine karitative Stiftung. Sie haben Milliarden von Dollars gespendet und in medizinische Grundversorgung und Grundschulausbildung investiert, um das Leben von Millionen von Kindern, die in extremer Armut leben, zu retten. Doch intelligente und wohlmeinende Menschen nehmen ständig Kontakt mit der Stiftung auf und versuchen, sie davon abzubringen. Sie argumentieren folgendermaßen: »Wenn ihr weiterhin arme Kinder rettet, werdet ihr zur Zerstörung des Planeten wegen Überbevölkerung beitragen.«

Dieses Argument bekam ich gelegentlich auch nach meinen Präsentationen zu hören, und dies von Leuten, denen man bestimmt keine schlechten Absichten unterstellen kann und die die Erde für künftige Generationen retten wollen. Und intuitiv scheint diese Sichtweise ja auch vernünftig. Wenn mehr Kinder überleben, wird die Bevölkerung einfach weiterwachsen. Richtig? Nein! Völlig falsch.

Eltern, die in extremer Armut leben, brauchen aus Gründen, die ich schon dargelegt habe, zahlreiche Kinder: als Arbeitskräfte, aber auch für den Fall, dass das eine oder andere Kind stirbt. Gerade in den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeitsrate wie Somalia, Tschad, Mali und Niger bekommen die Frauen die meisten Babys – und zwar zwischen fünf und acht. Sobald die Eltern aber sehen, dass die Kinder überleben, sobald die Kinder nicht mehr als Arbeitskräfte benötigt werden und sobald die Frauen eine gewisse Bildung haben und über Verhütungsmittel Bescheid wissen und Zugang zu diesen haben, werden Männer und Frauen kultur- und religionsübergreifend danach streben, weniger, aber dafür gut ausgebildete Kinder zu haben.

»Arme Kinder zu retten lässt die Bevölkerung einfach wachsen« klingt korrekt. Doch das Gegenteil ist wahr. Das Entrinnen aus extremer Armut hinauszuzögern lässt die Bevölkerung einfach wachsen. Jede Generation, die in extremer Armut verharrt, wird eine noch größere Folgegeneration hervorbringen.

Die einzige Methode, die sich bei der Reduzierung des Bevölkerungswachstums bewährt hat, besteht darin, extreme Armut zu beseitigen und den Menschen ein besseres Leben, einschließlich Zugang zu Bildung und Verhütungsmitteln, zu ermöglichen. Überall auf der Welt haben Eltern dann für sich selbst beschlossen, weniger Kinder zu bekommen. Aber dieser Wandel trat nie ein, wenn es nicht gelang, die Kindersterblichkeit zu senken.

In der bisherigen Diskussion blieb der eigentlich wichtigste Aspekt ausgeklammert, nämlich der des moralischen Imperativs, Menschen bei der Befreiung aus Elend und der Unwürdigkeit extremer Armut zu helfen. Ich habe meine Probleme damit, mich dem Argument zu öffnen, dass wir den Planeten für zukünftige Generationen und noch nicht geborene Menschen retten müssen, solange es heute Menschen gibt, die Not erleiden. Aber wenn es um Kindersterblichkeit geht, müssen wir nicht zwischen Gegenwart und Zukunft wählen oder zwischen Herz und Verstand: Dann geht es nur um eines, nämlich darum, alles dafür zu tun, diese Kindersterblichkeit zu senken – und dies nicht nur als Akt der Menschlichkeit für lebende und leidende Kinder, sondern zum Nutzen der ganzen Welt jetzt und in Zukunft.


Auszug aus:
Hans Rosling, mit Anna Rosling Rönnlund und Ola Rosling, FACTFULNESS. Wie wir lernen die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. Ullstein Verlag, 400 Seiten, 24,00 €. 

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„unabhängig davon, wo auf der Welt sie leben und ob sie einer Religion angehören oder nicht, haben durchschnittlich zwei Kinder. Im Ernst! Das gilt auch für die Bevölkerungen des Iran, Mexikos, Indiens, Tunesiens, Bangladeschs, Brasiliens, der Türkei, Indonesiens und Sri Lankas, um nur einige Beispiele zu nennen.“ Nenene, Herr Rosling! So leicht kommen Sie nicht davon. Beispiel Bangladesh und Indien: In der Tat 2,2 bzw. 2,4 Kinder pro Frau (was gerundet genauso 2 ergibt, wie 1,7). Die Wachstumsrate beträge allerdings jeweils 1,5 Prozent. Wäre ich jetzt böse, würde ich, wie Sie, diese einfach aufrunden auf 2. Sind ja nur ein… Mehr

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http://www.cesaremarchetti.org/archive/scan/MARCHETTI-076.pdf
70 Milliarden sind locker drin, 1000 Milliarden erfordern einfach nur entsprechend mehr Energie. Danach könnte es eng werden, aber bis 1 Billion Menschen erreicht sind, und die Käseproduktion statt Kuhmilch Kernenergie und Kompost als Rohmaterial verwendet, wird es sicher auch Fortschritte in der Raumfahrt geben.

Die zitierte Arbeit des Physikers von C. Marchetti von 1979 kommt zwar Gewand einer ernstzunehmenden wissenschaftlichen Arbeit daher, trotzdem ist das Ergebnis völlig unrealistisch. In den vergangenen 50 Jahren hat kein anderer Forscher eine solche Zahl auch nur annähernd bestätigt. (siehe Wikipedia unter C. Marchetti). Tatsache ist doch, dass die Erde bereits jetzt übervölkert ist. Für eine Rückkehr zum ökologischen Gleichgewicht wäre eine Reduzierung der Menschenzahl auf eine Milliarde oder weniger wünschenswert. Siehe z.B. http://goldblogger.de/weltgeschehen/nwo/die-menschheit-wird-auf-1-milliarde-reduziert.html

Global (!) gesehen hat Rosling absolut recht, auch wenn der Wert von 2,5 noch immer etwas zu hoch ist. Allerdings existieren erhebliche lokale Unterschiede dieser Werte. In Europa wie in den meisten entwickelten Industriestaaten liegt Wert bei unter 2 (Deutschland derzeit 1,5), hingegen in Teilen Asiens, Afrikas, vor allem aber in den muslimischen Regionen, also genau in den Krisengebiete, den Gebieten, die sich jetzt schon nicht selber ernähren und versorgen können, liegen die Werte noch immer jenseits von gut und böse. D.h. der Migrationsdruck aus diesen Regionen wird weiter zunehmen, wenn die Geburtenzahlen nicht drastisch gesenkt werden können. Massenmigration hat… Mehr
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Hier die Projektionsdaten der UNO: https://esa.un.org/unpd/wpp/ , siehe insbes. https://esa.un.org/unpd/wpp/Graphs/Probabilistic/POP/TOT/ , z.B. mit Auswahl Nigeria oder Afrika insgesamt.
Egal, was der Artikel sagt, die mittelfristigen Zahlen in vielen Regionen bzw. Ländern sind in hohem Maße besorgniserregend, denn genau dort, wo das Bevölkerungswachstum sehr hoch ist, wird anscheinend am wenigsten etwas Strukturiertes getan, damit alle ein zufriedenstellendes Auskommen haben. Dementsprechend hoch sind die Verlockungen, Auszuwandern.

Man nehme sogenannte Fakten, verquirle sie und analysiere dann den resultierenden Brei. Zweifellos besteht ein Zusammenhang zwischen dem relativen Wohlstandsniveau und der Zahl der Nachkommen. Abgesehen davon, daß sich der Autor aus den drei Szenarien der UN-Prognose, nämlich maximal 16,6 und minimal 7,3 Mrd, auf das mittlere mit 11,2 Mrd. stützt, fragt man sich, was er damit beweisen will. Seine pauschale Aussage, die er aus seiner „Faktenlage“ ableitet (wenn man UN-Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung für Fakten halten mag) lautet: Es wird alles gut, die Bevölkerung wächst nicht ungehemmt weiter, weil der Wohlstand zunimmt. Ja! Wenn er zunimmt. „Männer wie Frauen bekamen… Mehr