Über unsere Freiheit

»Wenn alle Menschen außer einem derselben Meinung wären und nur dieser einzige eine entgegengesetzte hätte, dann wäre die ganze Menschheit nicht mehr berechtigt, diesen einen mundtot zu machen, als er, die Menschheit zum Schweigen zu bringen, wenn er die Macht hätte.« John Stuart Mill

»Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.« So Bertolt Brecht in »Das Leben des Galilei«, verfasst 1939 im dänischen Exil. Weil unfrei, brauchte die DDR Freiheitshelden. Ironie der Geschichte: 1939 unwissend der DDR-Zukunft zugewandt, hatte Bert Brecht, späterer DDR-Nationalpreisträger, vorhergesehen, was die DDR wurde: ein unglückliches Land, sie hatte Helden nötig. Den meisten Menschen fehlt der Mut zur Freiheit.

»Lieber rot als tot«, hieß der selbsttröstende, selbstbetrügerische Alibireim in Ost und West. Davor war die Mehrheit, ohne Reim, lieber braun als tot, und das war keine deutsche Besonderheit, denn Franzosen fragten 1939: »Mourir pour Danzig? Für Danzig sterben?« Die Antwort war eindeutig: Nein. Einen »komischen Krieg« führte dann das »realistische« Frankreich gegen Deutschland seit September 1939. Am 10. Mai 1940 hörte der »Spaß« auf. »O hätten wir doch früher«, katzenjammerten die kuschenden Realisten und Pazifisten, die gemeint hatten, Freiheit gäbe es zum Nulltarif. Die Mehrheit, nicht nur im besetzten Frankreich, kuschte weiter und kollaborierte mit dem NS-Verbrechersystem der Unfreiheit. »Danach« stilisierte man sich zu einem Volk des »Widerstands«, der »Résistance«, »Resistenza« und so weiter und so weiter.

Die Häftlinge von Berlin-Hohenschönhausen in der DDR, Millionen Gulag-Gefangene und andere Freiheitshelden im kommunistischen Europa hatten wirklich aus der Geschichte der Unfreiheit gelernt. Sie zahlten einen hohen Preis: DDR, 17. Juni 1953; Polen und Ungarn 1956; Tschechoslowakei 1968. Der Westen weinte und nahm es trotzdem leicht.

Unbestrafte Verbrechen
Der späte Triumph der Stasi
1968 im Vergleich: Im Osten, in der Tschechoslowakei, »Prager Frühling«, Widerstand und Freiheitskampf. Gulags, Hohenschönhausen, Stasi, Mauer, Stacheldraht, strikter Schießbefehl »auf Menschen und Hasen«. In der Volksrepublik China lässt Mao seit 1966 sein Volk millionenfach abschlachten. Rot und tot. Im Freien Westen: »Widerstand« de luxe. Freiheit und Wohlstand im Aufstand gegen sich selbst. Studentenrevolte gegen die demokratisch legitimierte und kontrollierte Staatsmacht. Die Kinder der städtisch-bürgerlichen Elite inszenieren sich selbst als »Proletariat« oder als Aufstand der verelendeten Drittwelt-Landmassen gegen »die Stadt« »der Reichen« – genau in diesen Städten der Reichen. Im freien, schwarz-rot-goldenen, Deutschland proben sie den risikofreien roten Widerstand, den ihre Eltern, des Risikos wegen, gegen die Braunen nicht gewagt hatten.

Wie ihre Eltern recken und strecken sie einen Arm aus und hoch. Jubelnd halten die Nachgeborenen dabei Mao-Bibeln in der Hand. Seine millionenfachen Morde nehmen sie so selten zur Kenntnis wie die Eltern, die nichts von NS-Massenmorden wissen wollten. Nach der Enttäuschung über den wilden Mao wurden sie behäbiger und entdeckten den vermeintlichen Charme des Recht-und-Ordnung-Kommunismus à la Sowjetunion und DDR. Trotzdem oder gerade deshalb: Staatsterror kann das Leben der Widerständigen vernichten, nicht ihren Geist, den Geist der Freiheit. 1980: Das Wunder von Polen. Solidarność. Schließlich 1989/90: Das Wunder der sanften DDR-deutschen und dann osteuropäischen Revolution.

Die osteuropäischen Freiheitskämpfer, sie gingen voran, die Massen folgten. Die Massen folgten aber erst, weil und nachdem sich Fundamentales verändert hatte: Gorbatschows Glasnost und Perestroika als Folge der kommunistischen Niederlage im Wettbewerb der Weltwirtschaft und diese als Ergebnis der NATO-Nachrüstung. Große Teile der Weltgemeinschaft liebten Deutschland damals so sehr, dass sie gern zwei davon behalten wollten. Die völlig unerwartete Staatskunst zweier Westpolitiker, Helmut Kohl und George W. Bush senior, haben 1989/90 das, ja, Wunder vollbracht, aus dieser Zweiheit die heutige Einheit in Freiheit zu gestalten.

Von Ausnahmen abgesehen triumphierte 1989/90 der Westen zwar als Wirtschaftssystem, nicht jedoch als Idee. Der »Körper« siegte, nicht der Geist, die Seele. Wie viele, in West und Ost, verwechselten die freie Welt mit Freizeitwelt und »Selbstverwirklichung« mit Selbstbestimmung? 1988 blickte der Westen in den Spiegel und gähnte sich selbst gelangweilt an. Dann 1989, der historische Urknall.

Im Rahmen der Unfreiheit ist Recht nicht Gerechtigkeit, weil ohne und gegen die Freiheit. So gesehen waren der rote und braune Staat deutscher Unfreiheit durchaus »Rechtsstaaten«, an »Recht und Gesetz gebunden«, an ihr Recht und ihre Gesetze, obgleich gleichzeitig die Menschen- und Bürgerrechte völkerrechtlich galten. Ihr Papier war geduldig.

Furchtloser Historiker und Gegenwartsdeuter
Die dünne Goldschicht unserer Freiheit
Manche behaupten, die DDR und sogar das Dritte Reich wären keine »Unrechtsstaaten« gewesen. Sie übersehen: DDR und Drittes Reich waren »Rechtsstaaten« ohne Gerechtigkeit. Ohne Gerechtigkeit in den Fragen des menschlichen Wesens und Seins, wenngleich das tägliche Dasein durchaus rechtlich, ja sogar im Unwesentlichen gerecht regelnd: Ladendiebe und Verkehrssünder wurden »gerecht« bestraft. Rechtmäßig NS- oder DDR-Gesetze anwendend, aber fundamental ungerecht, weil gegen Leben und Freiheit des Menschen gerichtet, entschieden die Richter des »Volksgerichshofes« oder der DDR-Gerichte.

Ist die Goldschicht unserer Freiheit dünner, als uns scheint? Große, grundsätzliche Sorgen plagen mich. Sie sind einerseits hochaktuell, andererseits so alt wie die Geschichte der Freiheit.

Der befreienden ebenso wie der beklemmenden Wirkung der Freiheit begegnen wir schon im ersten Buch der Bibel, Genesis. Eva, mehr als Adam, befreit sich von der göttlichen Bevormundung beziehungsweise Unfreiheit. Die Kinder Israels »emanzipieren« sich von Moses (in seiner Abwesenheit) und tanzen ums Goldene Kalb. Die Folgen im natürlich fiktionalen Mythos sind bekannt.

Von der biblischen Fiktion zu den historischen Fakten: Das alte Athen in der kurzen Epoche der Demokratie: Die vollständige Freiheit des Volkes, die Volksherrschaft, die »Demokratie«, genossen nicht alle Einwohner, sondern nur Vollbürger (die keine »Genossen« waren, sondern »Bürger«). Untrennbar gehörten zur, wohlgemerkt, direkten, umfassenden und sozusagen permanenten Demokratie Athens Demagogie und Denunziation in einem in der Antike vorher und nachher nicht gekannten Ausmaß. In der Stunde totaler Freiheit schlug zugleich die Stunde der totalen Manipulation der Freien, die durch die Demagogie in der Demokratie freiwillig ihre Freiheit aufgaben – und sich weiter frei wähnten. Äußerlich blieben sie frei, innerlich hatten sie sich den Demagogen freiwillig versklavt.

Waren die Demagogen die öffentliche Meinung, die Meinung der meisten, der Mehrheit? Oder »machten«, prägten, manipulierten sie die öffentliche Meinung, indem sie vorgaben, den Willen der Allgemeinheit zu vertreten, was immer der »Wille der Allgemeinheit« gewesen sein könnte?

Begrifflich habe ich Jahrhunderte übersprungen. Vom »Willen der Allgemeinheit«, der »volontée générale«, und dem »Willen aller«, der »volontée de tous«, sprach erst Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert, doch der Problemkern ist identisch. Er ist zeitlos und am Beispiel Athens besonders gut erkennbar.

Ich nehme den öffentlichen Diskurs in unserer deutschen Freiheit so wahr: Erst das Ereignis, die Aktion und gegebenenfalls Provokation der Person. Dann die medialen und politischen Reaktionen. Selten übermitteln die medialen Multiplikatoren Nachrichten pur. Meistens werden Nachricht und Meinung intensiv vermischt, sogar in vermeintlichen »Nachrichtensendungen«, was bei öffentlich-rechtlichen Anbietern noch unseriöser als sonst ist. Die Meinung der Multiplikatoren mehr illustrierend als illuminierend, also erhellend, werden »der einfache Mann oder die einfache Frau auf der Straße« befragt. Zitiert werden dabei meistens die genehmen Antworten und die nicht genehmen von selten wirklich besser wissenden Besserwissern kommentiert. Multiplizierend kommen gleichzeitig und zusätzlich die jeweils zuständigen Verbände und Experten zu Wort. Für Autos ist der ADAC zuständig, für Arbeitnehmer die Gewerkschaften, für Arbeitgeber deren Dachorganisation, für die Moral (Schein oder Sein?) die Kirchen. Moral-Joker ist der Lautsprecher im Zentralrat der Juden in Deutschland.

Als Experte gilt meistens, wer die Grundeinstellung der Multiplikatoren teilt. Eine Variante sind Gesprächsrunden, »Talk Shows«, in denen meistens ein Ketzer oder Bösewicht einer Mehrzahl von »Anständigen« gegenübergestellt wird. Keiner ist unmittelbar physisch gefährdet, jeder frei. Im Vergleich zu den tödlichen Gladiatorenkämpfen im Alten Rom ist das sehr human.

Die Positionen der Provokateure oder Politiker, Publizisten, Jedermänner, Experten und Gladiatoren werden von den jeweiligen Anhängern nachredend und nachlaufend, weniger nachdenkend oft wörtlich übernommen. Die Sympathien wechseln häufig und schnell. All das geschieht unter den äußeren Rahmenbedingungen unserer vollständigen Freiheit.

Erst Gleichheit, dann Freiheit?
Das Schwindelgefühl der Freiheit
Die »Schweigespirale« erklärt den massenpsychologischen Mechanismus. »Schweigespirale«, das ist der geniale Begriff, den Elisabeth Noelle-Neumann prägte. »Schweigespirale«, das ist die moderne Variante des Mitläufertums in Freiheit. Unfreiheit kann Mitlaufen und Mitmachen mit staatlichen Machtmitteln erzwingen. In der Freiheit folgt das Mitlaufen und Mitmachen den Mechanismen der Schweigespirale. Man kann sie wie folgt umschreiben: »Ich denke, was ich denke, das die meisten denken, weil ich dann so nicht isoliert bin.«

In seiner nur scheinbar absurden und deshalb so wahrhaftigen Erzählung sowie dem gleichnamigen Theaterstück »Die Nashörner« hat der rumänisch-französische Schriftsteller Eugène Ionesco 1957 die Mechanismen der Schweigespirale dargestellt. Zuerst wurde nur ein Mensch freiwillig Nashorn, dann immer mehr, dann war »man« Nashorn. Nur ein Einziger passte sich nicht an. »Ich kapituliere nicht!«, ruft er am Ende. Alle anderen konnten sich dem Isolationsdruck nicht entziehen. Isolationsfurcht und die Angst vor dem Pranger sind die Triebkraft der Nashorn-Verwandlung, des Mitläufertums in der Freiheit, ganz ohne staatliche Unfreiheit. Ein Mitläufertum aus Isolationsangst und der alten, schon vom großen Königsberger Kant benannten Angst, selbständig, frei zu denken, sich »seines eigenen Verstandes zu bedienen«, sich aus der »selbstverschuldeten Unmündigkeit« zu befreien. Nicht unser Staat, nicht nur unsere Politiker oder Medien, wir alle, haben nicht diesen Mut. Hoch leben die Ausnahmen. Es gibt sie.

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Kommentare ( 26 )

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26 Comments
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Peter Pascht
4 Monate her

Wann wählen Menschen die „etablierte Staatsmacht“ ab? (wie es dann so plakativ heißt, der Verlust der Volksparteien) Wenn eine gewisse Gruppe einer Gesellschaft sich von der Mitwirkung am gesellschaftlichen Zeitgeschehen durch die „etablierte Staatsmacht“ ausgeschlossen fühlt. Sie fühlen sich so ihrer Identität der gesellschaftlichen Zugehörigkeit beraubt und suchen sich eine neue Identität als „Außenseiter“. Es braucht dann nur noch einen geschickten Demagogen, um die „Ausgestoßenen“ in einer „neuen Identität“ aufzufangen, indem er ihnen eine „neue Identität“ anbietet, welche dann auch mit Dankbarkeit angenommen wird um das Stigma des „Ausgestoßenen“ los zu werden. Diese „neue Identität“ muss schlicht und einfach sein,… Mehr

Peter Pascht
4 Monate her

„Den meisten Menschen fehlt der Mut zur Freiheit.“ Das ist Pflicht der schulischen und dann der elterlichen Erziehung. Den letzten Satz meines Professors für Sozialkunde werde ich mein Leben lang nicht vergessen. „Zum Abschied möchte ich ihnen noch eines auf den Lebensweg mitgeben, Rechte bekommt man nicht geschenkt, seine Rechte muss man immer erkämpfen.“ (auch dann wenn sie in Gesetzen festgeschrieben sind) »Rechtsstaaten« ohne Gerechtigkeit.“ Genau das ist der Trick der Undemokratie, „repräsentative Demokratie“, denn genau der undemokratisch mit selektiven Interessen konstruierte „Rechtstaat“, ist schon die in Gesetzen gemeißelte Ungerechtigkeit. Dazu gehört dann noch die selbstgewählte Unfreiheit aus Bequemlichkeit und… Mehr

Alexis de Tocqueville
4 Monate her

Lieber tot als rot.

Peter Pascht
4 Monate her

Plakative Sprüche, der primitiven politischen Auseinandersetzung,
„mundgerecht“ zubereitet für das denkunwillige Volk, „panem et circenssis“.

Hannibal Murkle
4 Monate her

@“Polen und Ungarn 1956″

In Polen gab es öfter Unruhen: 1956, 1968, 1970 (Hafenstädte), 1976 (Radom und Ursus), 1980, seit 1981 mit dem Kriegsrecht praktisch ständig. Und es wurde mehr riskiert als etwas Framing einiger Gutleute, die behaupten, man sei soooo böhse, wenn dies&das…

Die einfach nach dem BIP-Beitrag fragen und wie das Ausbleiben dessen zur Höheren Moral passt – zum diesen Thema übergehen statt Fleisch, Klima, Griechische Camps illegaler Einwanderer usw.

Hannibal Murkle
4 Monate her

@“»Lieber rot als tot«, hieß der selbsttröstende, selbstbetrügerische Alibireim in Ost und West.“ Heute heisst es, lieber rot als gelangweilt und gezwungen, sich sinnvolle Beschäftigungen zu suchen. Die Sowjetunion mit Tausenden Panzern gibt es nicht mehr, Putins Russland verwandelte sich in eine ’normale‘ Bananenrepublik, die den Chefe reich macht. Nicht der Osten will dem Westen den Sozialismus aufzwingen, sondern genau umgekehrt – vor 30 Jahren hätte ich es nie für möglich gehalten. Schauen wir uns etwa die Fleischdebatten an – ein paar Leute moralisieren heuchelnd, was das Zeug hält und kaum wer traut sich, dem entgegenzutreten – obwohl (A) 94%… Mehr

beat126
4 Monate her

Zitat: „Welcher Schüler löst die Daueraufgabe unserer bundesdeutschen Freiheit?“ Mein Beitrag, nicht als Schüler, sondern zur Völkerverständigung. Herr Wolffsohn, verweisen Sie in Ihren Texten nicht auf angebliche Grössen, denn die können in der Gegenwart keine Probleme lösen – die Meisten sind schon lange tot. Zudem sind es bloss Autoritätsargumente, die aus Sicht der Logik keine sind. In der Schweiz ist ein Autoritätsargument ein Ausdruck der eigenen Argumentationsschwäche – man ist ja nicht selbst darauf gekommen, sondern verweist auf Dritte. Das ist zwar in Akademikerkreisen ein ungeschriebenes Gesetz, um sich gegenseitig bekannt zu halten. Bekanntheit alleine hat aber mit Qualität nichts… Mehr

Hannibal ante portas
4 Monate her

Werter Herr Wolffsohn, leider deckt sich meine Beobachtung genau mit Ihrer Einschätzung: „Ich nehme den öffentlichen Diskurs in unserer deutschen Freiheit so wahr: Erst das Ereignis, die Aktion und gegebenenfalls Provokation der Person. Dann die medialen und politischen Reaktionen. Selten übermitteln die medialen Multiplikatoren Nachrichten pur. Meistens werden Nachricht und Meinung intensiv vermischt, sogar in vermeintlichen »Nachrichtensendungen«, was bei öffentlich-rechtlichen Anbietern noch unseriöser als sonst ist.“ Ich persönlich mag aber Nachrichten pur ( auch wenn mir absolut bewusst ist, dass es eine rein objektive Nachrichtenübermittlung nicht gibt), ohne öffentlich rechtlich vorgekaute Einordnung derselben. Wie und wo ich welche Nachrichten in… Mehr

Laurenz
4 Monate her

Ein Artikel über Freiheit? Deutsche Freiheit? Ohne der SEDisten oder den Nationalsozialisten Raum geben zu wollen, aber wodurch unterschieden sich diese vom Rest der Welt? Wurde die Kaiserin von Indien etwa gewählt? 220 Jahre (von 240) permanenter Krieg, das Geschäftsmodell der USA, das schafft kaum ein Diktator, er wäre schnellstens pleite. Freiheit gab es, wenn nur im persönlichen Bereich. Politisch frei, so muß man das leider sagen, waren wir Deutschen selten. Das hatte man externerseits schnellstens beendet. Vor 1914 war die Deutsche Bank die größte Bank der Welt, heute nicht mal ein Schatten ihrer selbst.

Hoffnungslos
4 Monate her
Antworten an  Laurenz

Vermutlich war Deutschland vor 1914 das letzte Mal so etwas wie souverän. In Deutschland glaubt man noch dem gesprochenen Wort. Getreu dem Motto: „Ein Mann, ein Wort“. Viele Deutsche glauben nach wie vor den Worten der selbsternannten „Gutmenschen“ und wollen nicht sehen, dass diese „Gutmenschen“ alles Gute in diesem Land gerade voll Freude in die Tonne kloppen. Dazu gehören nicht nur die soziale Marktwirtschaft, sondern auch das Selbstbestimmungsrecht aller Völker und der demokratische Staat mit seinen Rechten und Pflichten, seiner freien unabhängigen Presse, usw. . Alles heute nichts mehr wert, kann alles weg? – Es grummelt in der Bevölkerung, viele… Mehr

Laurenz
4 Monate her
Antworten an  Hoffnungslos

Es scheint eher wie in der DDR zu sein. Die Bürger haben 2 Meinungen, eine öffentliche & eine zuhause. Wie in der DDR, arrangiert man sich mit der Diktatur um sie zu überleben. Seit der Steinzeit haben die überlebt & sich fortgepflanzt, die weg gerannt, geflüchtet sind. Helden sterben meist jung & ohne Kinder.

Alexis de Tocqueville
4 Monate her
Antworten an  Laurenz

Aber ihre Geschwister und deren Kinder überleben, weil die Helden für sie kämpfen.

Laurenz
4 Monate her

Das ist ein Mythos. Wir hatten in der Vergangenheit genügend Helden, wie zB Hans-Joachim Marseille, deren persönliche Leistung ich gar nicht schmälern will. Aber verändert haben sie nichts. Jetzt wird die Hans-Joachim-Marseille-Kaserne umbenannt, damit auch jeder aktive Soldat lernt, Deutschland schert es einen feuchten Kehrricht wie sein Schicksal & Andenken zukünftig aussieht.

GeWe
4 Monate her

Richtig!
Wären alle, wie heute üblich, immer nur weggelaufen, dann hätte es keinen amerikanischen Freiheitskrieg. keine französische Revolution und damit bis heute auch keine Menschenrechte gegeben.

Hoffnungslos
4 Monate her

Líeber Herr Prof. Dr. Wolffsohn, erst einmal danke dafür, dass Sie sich zum Thema Freiheit äußern. Wenn Politiker verkünden, das Volk dürfe man nicht befragen, es sei zu dumm, zu unqualifiziert, würde falsch entscheiden, dann frage ich, wer sind diese Politiker? Außerirdische? Dass eine Mehrheit die Nazidiktatur erst ermöglichte, hatte verschiedene Gründe. Politische Manipulationen gehörte auch dazu. Früher Propaganda, heute Nudging genannt, waren schon immer effektiv genutzte Mittel. Ebenso wie „Brot und Spiele“. Aber ich vertraue dem Willen der Menschen nach Selbstbestimmung und Entscheidungsfreiheit, allen Manipulationen zum Trotz. Wenn die Gefahr der Unfreiheit wächst, wächst auch das Bewußtsein für den… Mehr

Reinhard Peda
4 Monate her

„Ein ehemaliger SPD-Bundesminister belehrte mich: »Na wissen Sie, wenn Sie das Volk dazu fragen, dann …« Dann, meinte er, geschähe der größte Unsinn. In dieser brutalen, volksverachtenden Offenheit habe ich das weder vorher noch nachher gehört.“

Irgendwas müssen die Schweizer verkehrt machen, weil Sie den größten Unsinn einfach nicht verwirklichen wollen!

Woran liegt das, liebe Schweizer?