Die dünne Goldschicht unserer Freiheit

Michael Wolffsohn sagt als Historiker der Fachidiotie den Kampf an. Jetzt hat der große Kenner der deutschen und deutsch-jüdischen Geschichte seine besten Aufsätze und Vorträge veröffentlicht.

„Im Kampf um die Fakten in Geschichte und Politik“, lautet der Untertitel des Buches von Michael Wolffsohn. Naiverweise könnte man eigentlich davon ausgehen, dass dieser Kampf für einen Historiker keiner zu sein bräuchte, sondern die Suche nach Fakten und die Argumentation auf ihrer Basis eine Selbstverständlichkeit wissenschaftlicher Freiheit. Aber so ist es eben nicht.

Sehr viele zeitgenössische Historiker – in Deutschland und anderswo in der freien Welt – scheinen sich jedenfalls nicht besonders für Fakten, also das, was gemacht (lateinisch „factum“) wurde, zu interessieren. Stattdessen gilt es als angesagt, die vermeintliche Konstruktion, also „Erfindung“, von „Race, Class & Gender“ und von Nationen oder gar Völkern immer wieder neu zu entlarven. „Die Erfindung der Zigeuner“ von Stefan Bogdal ist dafür ein mit Preisen ausgezeichnetes jüngeres Paradebeispiel. Am Anfang dieses historischen (De-)Konstruktivismus stehen vor allem Edward Said mit seinem „Orientalismus“ und Benedict Anderson mit seinen „Imagined Communities“ (deutsch: „Die Erfindung der Nation“).

Eine gehaltene ungehaltene Rede
Dummheit und ihre vielen Gesichter
Dieses Desinteresse an Fakten hat sich aus den Universitäten längst bis in die staatlichen Lehrpläne für den Geschichtsunterricht an Schulen ausgebreitet. Dort erfahren Kinder heute kaum noch etwas über historische Ereignisse und handelnde Personen. Jahreszahlen sind da ebenso verpönt wie die Namen von Herrschern. Ganze Jahrhunderte werden allenfalls gestreift. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass Abiturienten des Jahrgangs 2020 genau sagen können, ob Luther vor oder nach Friedrich dem Großen wirkte.

Am Ende steht der konsequente Dekonstruktivist dann vor einem großen Nichts: Alles, was man früher für wichtig hielt, ist schließlich nur erfunden und in Diskursen von bösen Herrschsüchtigen durchgesetzt, um andere Menschen zu diskriminieren und auszubeuten. Nichts ist essentiell. Der „Essentialist“ ist der Feind, der die Entlarvung der Konstruktion verhindern will. Nein, diese von Fakten befreite Geschichtsschreibung schafft nicht Erkenntnis, sondern Desorientierung und Ratlosigkeit.

Warum diese Vorrede? Weil Michael Wolffsohn, bis 2012 Professor an der Universität der Bundeswehr in München, eben nicht zu dieser Gilde gehört, die zwar immer neue Lehrstühle erobert, aber deren Bücher niemand lesen und deren Theoreme niemand außerhalb der eigenen Kreise nachvollziehen kann. Jetzt legt der vielfach preisgekrönte Historiker jüdischer Herkunft eine Sammlung von zum Teil bereits veröffentlichten Aufsätzen und Vorträgen vor, die die ganze Bandbreite dieses Gelehrten zeigen und erfüllen, was er sich selbst im Vorwort als Ziel aufgibt: „Wider die Fachidiotie“. Hier schreibt einer, der sich nicht auf enge Spezialgebiete zurückziehen und vor allem nicht nur zu Fachkollegen sprechen will. Wolffsohn kann, was viele zeitgenössische Historiker nicht können: über Geschichte populär und lehrreich schreiben.

Die Themen dieser 20 Aufsätze reichen von der Geschichte der Hohenzollern-Dynastie bis zum Holocaust-Mahnmal, von der SPD zu Judas als Namensgeber der Juden und von Willy Brandt bis zum Tod als vermeintlichem Tabu unserer Gesellschaft. Sie sind geordnet nach fünf Kategorien, die ein Panorama des Forschens und des Denkens von Wolffsohn geben: „Abendländische Geschichte und deutsches Gedächtnis“, „Von Menschen und Übermenschen“, „Zerrbilder, Realbilder – Über das Judentum“, „Ethik und Gewalt – Militär“, „Von fundamentalen und letzten Dingen“.

Drei der 20 Aufsätze seien herausgehoben (jeder der 17 anderen hätte es ebenso verdient):

Tagesschau zu Holocaust-Gedenktag:
Das Weltmoralhauptamt tadelt Israel
Die lebenden Hohenzollern – die meisten Schüler werden im Unterricht den Namen der ehemals preußisch-deutschen Königs- und Kaiser-Dynastie kaum je hören – haben in der veröffentlichten Meinung keine guten Karten, wenn sie wie derzeit etwa Entschädigungsforderungen für die ihnen enteigneten Schlösser stellen. Ganz abgesehen davon, dass, wie Wolffsohn schreibt, diese medial-politische Einheitsfront hier mit dem Instrumentarium der Nazis (und anderer Gewaltherrscher), nämlich der Sippenhaft(ung) argumentiere, stellt er klar: „Nein, der ‚Weg nach Auschwitz‘ führte gerade nicht vom bald tausendjährigen Geschlecht der Hohenzollern zu Hitlers ‚Tausendjährigem Reich‘“. Wolffsohn scheidet in diesem Aufsatz anhand eines Ritts durch die Jahrhunderte die „Dämonologie“ dieser Dynastie von den Fakten. Er schließt – manch einer mag die Nase ungläubig rümpfen  – mit der Idee, dass der Sturz des Kaisers 1918 keine Befreiung, sondern ein Unglück war: „Den Deutschen und der Welt wäre freilich viel erspart geblieben, hätte es nach dem Ersten Weltkrieg, dem britischen Modell vergleichbar, eine konstitutionelle Hohenzollern-Monarchie mit dem Volk als demokratisch bestimmenden Souverän gegeben.“ Die Deutschen könnten den Hohenzollern insgesamt dankbar sein.

Immer wieder sind das Judentum und insbesondere die Geschichte der Juden in Deutschland und ihre Beziehung zu den nichtjüdischen Deutschen Wolffsohns Thema. „Du sollst Dir kein Bildnis machen – Anne Frank und andere Juden“ heißt ein Aufsatz, in dem er das Mädchen Anne Frank, das 1945 in Bergen-Belsen sterben musste, von der „Märchen-Anne“ unterscheidet, die „nicht gestorben“ ist – und das Selbstverständnis der Juden vor und nach der Shoah von dem der nicht-jüdischen Deutschen.

In den Jahren vor 1933 hatten sich emanzipierte, assimilierte, bürgerliche Juden wie Wolffsohns Familie und die von Anne Frank gerade von dem Jahrhunderte alten Selbstbild der Juden – „Wir waren, sind und bleiben Opfer“ – gelöst. Viele übersahen deshalb die Gefahren zunächst. Doch Anne Franks Tagebuch ist auch ein Zeugnis dafür, wie dieser Prozess sich wieder umkehrte: „Das von Generation zu Generation bis Mitte des 19. Jahrhunderts in der jüdischen Tradition (wörtlich) ‚Weitergegebene‘ und von den meisten deutschen Juden seitdem Verworfene wurde durch Selbst-Erlebtes alt-neue Erfahrung: ‚Juden als Opfer‘. Dem jüdischen Traditionsbruch und dem nationalsozialistischen Zivilisationsbruch folgte die Rückkehr der (meisten) Juden zur Tradition jüdischer Weltsicht. Wer sich als Nichtjude darüber beklagt, befrage sich nach den Ursachen.“

Nie wieder! sagen beide, Juden und nichtjüdische Deutsche nach 1945. Aber beide fügen eine Winzigkeit hinzu, schreibt Wolffsohn, „und diese Winzigkeit ist riesig. Sie kennzeichnet den gegenwartsrelevanten und vergangenheitsbedingten Gegensatz zwischen ‚den‘ Nachkriegsjuden und ‚den‘ Nachkriegsdeutschen. Diese sagen nämlich: ‚Nie wieder Täter!‘ Jene, ‚die‘ Nachkriegsjuden, sagen wie Märchen-Anne Frank, ‚Nie wieder Opfer!‘ … und können einander nicht finden, nicht im heutigen politischen Alltag finden.“ Denn: „Mit der toten Mädchen-Anne tut sich der deutsche Michel erheblich leichter als mit der überlebenden Märchen-Anne der Gegenwart. Über Mädchen-Anne wird geweint, über Märchen-Anne wuchtvoll gewütet.“

75 Jahre Kriegsende
Auf die Opferseite der Geschichte schummeln
Ebenso aktuell und politisch ist Wolffsohns Aufsatz „Über unsere Freiheit“ – eine leicht aktualisierte Version einer Festrede in der Gedenkstätte des früheren Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen, die damals noch von TE-Autor Hubertus Knabe geleitet wurde. „Den meisten Menschen fehlt der Mut zur Freiheit“, schreibt Wolffsohn. Was für ein niederschmetterndes, aber leider mit reichlich historischen Beispielen belegbares Urteil. Doch sein Aufsatz ist ein Loblied auf die Minderheit der Widerständigen in Regimen mit Staatsterror. Den mutigen Häftlingen von Hohenschönhausen und den Dissidenten in den kommunistischen Ländern stellt er die 68er im Westen entgegen: „‚Widerstand‘ de luxe. Freiheit und Wohlstand im Aufstand gegen sich selbst, Studentenrevolte gegen die demokratisch legitimierte und kontrollierte Staatsmacht.“

Wolffsohn stellt sich die Frage: „Ist die Goldschicht unserer Freiheit dünner, als uns scheint?“ Er antwortet nicht unmittelbar mit ja, sondern so: „Große, grundsätzliche Sorgen plagen mich“. Sorgen vor dem „Duckmäusertum“, das „Politik plus Medien“ schaffen, wenn sie den „Einen“, der sich die Freiheit nimmt, anders zu sprechen als sie (Wolffsohn hat hier nachträglich die Namen Sarrazin und Maaßen eingefügt), „tatsächlich aber das Volk mit Parolen und Pädagogik“ bewerfen.

Die Sorgen macht sich Wolffsohn nicht allein – aber Hoffnung hat er den sich Sorgenden kaum anzubieten. „Der auch mich erschreckende, niederschmetternde Befund lautet: Die Freiheit des Einzelnen und die Freiheit der Mehrheit sind auch und sogar unter den Rahmenbedingungen der Freiheit unseres Grundgesetzes gefährdet.“

Michael Wolffsohn, Tacheles. Im Kampf um die Fakten in Geschichte und Politik. Herder Verlag, 320 Seiten, 26,00 €


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Kommentare ( 19 )

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Peter Pascht
6 Monate her

Aber jetzt … genaugenommen gehen sie auf dem gleichen Weg des Unwissens, aber mit dem arroganten Anspruch des Wissens, weiter, diese Journalistenriege: „Appell von Journalisten: bessere Daten vom RKI benötigt “ Wofür und für wen? Für Journalisten? Für Politiker? Was wollen sie damit anfangen? „Mein Apell von mir: mehr Sachverstand von Politik und Medien“ weniger Hysterieverbreitung und Populismus im Namen der Wichtigtuerei und Leser- und Zuschauerquoten. Es wird nur überall in den Medien und Politik nur noch absichtlich maßlos übertrieben, bei allem nicht nur Corona (ÖRR, Söder, Laschet, Merkel, usw.) , um Eindruck und Wichtigtuerei zu schinden, mit der Absicht… Mehr

Peter Pascht
6 Monate her

Die dünne Goldschicht unserer Freiheit diese ist sehr dünn bis nicht mehr existent. Wenn sie dies wissen wollen sehen sie sich zwei Beiträge an. Sei werden dann das erfahren was sie eigentlich schon immer selber schlussfolgerten, da allerdings bestätigt durch akademische Betrachtung: „Der Staat als Selbstbedienungsladen“, Prof. Werner Sinn „Der Ausverkauf des deutschen Staates“, Prof Tim Engarter Vortrag aus dem Jahr 2018 beim Politik-Forum in Bonn: „Marode Schulen und Krankenhäuser, explodierende Mieten in städtischen Zentren, steigende Preise für Wasser, Gas und Strom, geschlossene Filialen der Deutschen Post, „Verzögerungen im Betriebsablauf“ bei der Deutschen Bahn. Mit dem Argument, dass Privatisierungen Dienstleistungen… Mehr

Karl Schmidt
6 Monate her

Warum lehren wir Geschichte? Es ist der Versuch, eine Gesellschaft davor zu bewahren, die Fehler früherer Generationen zu wiederholen. Da Geschichte sich im Regelfall aber nicht kopiert, sondern als Variation auftritt, kann das Ziel nicht dadurch erreicht werden, dass man Jugendlichen (und Erwachsenen) eine einfache Formel in den Kopf setzt: „Der Nazi ist böse. XY ist ein Nazi.“ ist kein Geschichtsunterricht, sondern eine Verblödung. Wichtig ist zu begreifen, wie solche Systeme arbeiten. Das verlangt eine gewisse Abstraktion, doch ist das die Grundlage für analytisches Denken und Verstehen. Wer Geschichte gut beherrscht eignet sich oft auch ein gutes Urteilsvermögen in politischen… Mehr

Linkskatholik
6 Monate her

Herr Wolffsohn, das ist immer wieder der intellektuell stärkere und insgesamt auch angenehmerer Teil in TV-Talkrunden. Ob er nun tatsächlich „sehr vielen“ seiner Historikerkollegen eine gleichsam am sogenannten Tatsächlichen desinteressierte Geschichtsschreibung attestieren will oder es sich dabei vielmehr um einen Reflex des Reszensenten handeln mag, könnte man erst nach einer Lektüre entscheiden. Noch mehr klare Worte von Herrn Wolfssohn wären zu wünschen zum inzwischen miserablen Geschichtsunterricht an den hiesigen Schulen. Nicht nur, dass die Stundenzahl zu gering ausfällt sondern es fallen teilweise ganze Zeitabschnitte unter den Tisch („Julius Cäsar, war das der mit den Indianern?“) und das, was übrig bleibt… Mehr

Hoffnungslos
6 Monate her

Welchen Handlungsspielraum hatte Deutschland denn nach 1918 ?

dtesch
6 Monate her

Die Deutschen können mit Freiheit nicht viel anfangen. Sie brauchen immer einen Häuptling, der ihnen alles vorschreibt.
Dagegen werden Duckmäusertum und Denunziation hoch geschätzt.

Hoffnungslos
6 Monate her
Antworten an  dtesch

Der Individualismus wird nicht gern gesehen. Da kommt das Gleichheitsprinzip wieder durch. Wer aus der Reihe tanzt, will nicht gleich sein und damit hat er oder sie dann ein Problem. Wir sehen es doch heute wieder. – Die politisch Korrekten betonen zwar ihr globales, internationalistisches Denken, aber wehe man stimmt ihnen nicht zu. Das geht dann gar nicht. Entweder man stimmt ihnen zu, macht sich also gleich, oder man ist der Feind und wird bekämpft.

Axel Jung
6 Monate her
Antworten an  dtesch

Sind Sie sicher? Mir kommt es eher so vor, als ob ein jeder gerne der Dikator persönlich wäre, um den anderen Vorschriften nach eigenem gusto zu machen …

Peter Pascht
6 Monate her
Antworten an  Axel Jung

Das macht keinen Unterschied, eben weil ein jeder gerne der Diktator selber wäre (kann ich nur bestätigen) meinen sie, dass das Volk auch einen braucht.

Peter Pascht
6 Monate her

Prof. Wolffsohn kann, was viele zeitgenössische Historiker nicht können, Geschichte im kausalen, zeitlichen und räumlichen Kontext vortragen, denn dann sind viele Geschichtsmythen nicht mehr möglich, weil sie sich widersprechen würden. So aber haben wir nicht nur eine europäische Geschichte, sondern jedes Land hat seine eigene Mythengeschichte. Ohne eine „gemeinsame“ Geschichte wird es nie ein vereintes Europa geben können. Wie sehen es z.Bsp. die Polen, wie begann der 2.WK? Wer hat zusammen die Vernichtung des polnischen Staates beschlossen und durchgeführt? Warum haben Millionen Polen trotz Sieges über den Faschismus ihre Heimat und Vermögen in Ostpolen verloren? Was geschah in Katyn? Was… Mehr

Werner Brunner
6 Monate her
Antworten an  Peter Pascht

Ich hätte da mal eine Frage ….
Wieso haben UK und Frankreich im Jahre 1939 , als “ Adolf “ in Polen
einmarschierte , nicht auch der Sowjetunion den Krieg erklärt ?
Die haben doch damals auch Teile Polens besetzt !
Was war der Grund ?

Peter Pascht
6 Monate her
Antworten an  Werner Brunner

Historisch offiziell gibt es dazu keine Antwort weil es diese Frage in der normierten Geschichtsschreibung gar nicht gibt. Sie wird ignoriert oder als „Ursachenleugner“ bezeichnet. Die Deutschen sind schuld und basta. Allerdings gibt es schon Diskussionen unter den Historikern. Damals beantworteten England und Frankreich die Frage, weil sie gegen die Feinde der Demokratie kämpften, das war Hitler In späteren Jahren hat England erklärt sich kraftmäßig außer Stande gesehen zu haben Russland auch noch den Krieg zu Erklären. E wird erzählt, dass Churchill, angesichts der aggressiven Forderungen Stalins, ihm Osteuropa zu überlassen, in Jalta inoffiziell gesagt haben soll: „Wir haben das… Mehr

Werner Brunner
6 Monate her
Antworten an  Peter Pascht

Danke für ihre Antwort !

Werner Brunner
6 Monate her
Antworten an  Peter Pascht

Normierte Geschichtsschreibung ???
Kann sich mal Herr Wolffsohn äußern ?
Wäre doch hochinteressant !?

Peter Pascht
6 Monate her
Antworten an  Werner Brunner

Genau das ist das Thema seines Buches, die Antwort finden sie im Buch.

HGV
6 Monate her

** Allerdings ist die Linke an der Stelle auch nicht besonders freundlich.
Die Qualität des Geschichtsunterricht in NRW hat in dem Maße nachgelassen, wie rotgrüne Schulpolitik gemacht wurde. Der vernetzte Unterricht zwischen den Fächern hat zu einem kontinuierlichen Hin und Her zwischen den Geschichtsepochen geführt, so das meine Töchter mit Abitur ohne Geschichtskenntnisse und -interesse heraus gekommen sind.
Die Schicht der Freiheit ist genau so dünn, wie die Schicht der Zivilisation, unabdingbar miteinander verknüpft.
Mal sehen, ob man im Internet ein paar Auszüge lesen kann.

StefanB
6 Monate her

„Diese von Fakten befreite Geschichtsschreibung schafft nicht Erkenntnis, sondern Desorientierung und Ratlosigkeit.“

Desorientierung und Ratlosigkeit der von Fakten weitestgehend befreiten Masse, sind doch das perfekte Umfeld für bösartige Heilsversprecher wie die Linksgrünen, die nicht auf Freiheit, sondern auf Gängelung setzen. Dumme, desorientierte Menschen müssen aus der Not heraus auf die von anderen angebotenen Lösungen hoffen und laufen Heilsversprechern deshalb willig hinterher. Unterstützend wirkt insoweit, wenn die gewünschte Richtung so früh wie möglich, also ab dem Kindergarten, per Framing bzw. Narrativen an die „Menschen“ herangetragen wird.

Axel Jung
6 Monate her
Antworten an  StefanB

Glauben Sie etwa, die „Rechten“ oder wer auch sonst immer, würden weniger „nicht auf Freiheit, sondern auf Gängelung“ setzen? Wenn etwas nicht Ihrem persönlichen Freiheitsbegriff entspricht, heisst das nicht, dass es für andere nicht doch Freiheit bedeuten kann. Das ist immer vom persönlichen Standpunkt abhängig. Und wer andere Freiheitsvorstellungen hat, ist noch lange nicht „dumm, desorientiert“. Diese Art von sinnfreier Beschimpfung und Herabwürdigung Andersdenkender, die übrigens auf allen Seiten des politischen Spektrums zu finden ist, erstickt jede Diskussion und endet in dem Zustand, den wir gerade erleben: unglaublich viel Lärm und erhöhter Blutdruck, aber immer noch keine Lösung.

awilson
6 Monate her
Antworten an  Axel Jung

Die Beschimpfung von StefanB ist keineswegs sinnfrei, denn sie entspringt einem Freiheitsbegriff, den man mit „Wer nichts weiß muss alles glauben“ zusammenfassen kann. Anders ausgedrückt: Wer durch Dummheit zum Glauben gezwungen ist, kann diesen Glauben nicht anzweifeln und ist damit unfrei. Passt. Sie jedoch propagieren auch andere Freiheitsvorstellungen, die darauf beruhen, daß man sich ja immerhin noch die Glaubensinhalte frei aussuchen könnte. Denken Sie wirklich, daß von Desorientierung geplagte Menschen ohne Wissen um die Kausalzusammenhänge von Ursache und Wirkung eingängig vermittelte Narrative hinterfragen? Und aktuell sehe ich deutliche Unterschiede darin, welche Seite des politischen Spektrums mit Fakten und welche mit… Mehr