Eric Trumps neues Buch „Kampf um Amerika“

Es meldet sich Eric Trump, der zweitälteste Sohn von Donald Trump, mit einem bemerkenswerten Buch zu Wort, um auch der anderen Seite Gehör zu verschaffen. Das Buch stand auf Platz eins der Bestsellerliste der „New York Times“ und ist kürzlich im Deutschen Wirtschaftsbuch Verlag erschienen.

Sucht man nach einem Erklärungsmodell für die Denk- und Handlungsweise der Demokratischen Partei und ihrer Anhänger in den USA, muss der Hass auf Donald Trump und Elon Musk stets an erster Stelle stehen. Keiner der anderen Faktoren, wie das Postulat offener Grenzen oder die unbedingt positive Sichtweise auf jegliche Form von Einwanderung, kommt dem „Trump-Musk-Faktor“ in seiner Bedeutung nahe. Dass Trump einen skrupellosen südamerikanischen Diktator ausgeschaltet hat, auf den bereits Biden ein Lösegeld ausgesetzt hatte, und dass Musk die Ukraine über SpaceX mit Daten versorgt, spielt keine Rolle. Wenn etwas auf Trump oder Musk zurückgeht, muss es schlecht sein.

Dies gilt selbstverständlich auch für das linke Spektrum hierzulande bis hin zur CDU/CSU. Auch hier gibt es einen skurrilen Überbietungswettbewerb beim Mahnen vor Trump. So profilierte sich kürzlich beispielsweise der Historiker Bernd Greiner mit der apodiktischen Aussage: „Trump ist der Oberzündler, er ist eine akute Gefahr für die Menschheit“ (Historiker Bernd Greiner: „Trump ist eine akute Gefahr für die Menschheit“). Die Linke hat ohne Berücksichtigung des römischen Rechtsgrundsatzes „Et audiatur altera pars“ ihr Urteil gefällt und kurzen Prozess gemacht.

Nun meldet sich Eric Trump, der zweitälteste Sohn von Donald Trump, mit einem bemerkenswerten Buch zu Wort, um auch der anderen Seite Gehör zu verschaffen. Das Buch stand auf Platz eins der Bestsellerliste der „New York Times“ und ist kürzlich im Deutschen Wirtschaftsbuch Verlag erschienen. Im Zentrum stehen die Schilderungen des zweifachen Aufstiegs von Donald Trump zur Präsidentschaft sowie der Hexenjagd, die die Demokraten nach Bekanntgabe seiner Kandidatur im Jahr 2016 veranstaltet haben.

Donald Trump verwendet bekanntlich gerne den Begriff „Hexenjagd“, um die zahlreichen, politisch motivierten juristischen Angriffe der Demokraten auf ihn und seine Familie zu beschreiben. Nach der Lektüre dieses Buches versteht man, warum. Bei der Verfolgung der Trump-Familie trat die Generalstaatsanwältin Letitia James besonders unverblümt und explizit auf. Mit der Parole, sie werde Donald Trump „dingfest“ machen, hatte sie 2018 Wahlkampf für ihr Amt gemacht. „Ich freue mich schon jeden Tag darauf, das Amt des Generalstaatsanwalts anzutreten, ihn zu verklagen, Ihre Rechte zu vertreten und dann wieder nach Hause zu gehen“, sagte sie damals. Trump schildert, wie James dieses Vorhaben umsetzte.

Flächendeckend wurden Dokumente eingefordert, die bestimmte Schlüsselbegriffe wie „International“, „Statement“ usw. enthielten. Eine konkrete Anklage wurde jedoch nicht erhoben. So mussten Millionen von Dokumenten übermittelt werden. Schließlich wurde daraus eine Anklage wegen angeblichen Kreditbetrugs über die Angabe inflationierter Immobilienwerte konstruiert. Die Klage richtete sich dabei jedoch nicht direkt gegen Donald Trump, sondern gegen seine Söhne, die er nach seiner Ernennung zum Präsidenten mit der Leitung des Trump-Konzerns betraut hatte.

Eric Trump schildert diese Vorgänge in seinem Buch und geht auch auf all die anderen Attacken ein, die vor allem dazu dienten, seinen Vater politisch und gesellschaftlich zu vernichten. Dazu zählen die Anschuldigungen, er stehe in Kontakt mit russischen Hackern, die wohl von Hillary Clinton lanciert wurden, um von ihren eigenen Verfehlungen (gelöschte E-Mails) abzulenken. Ebenso erwähnt er die beiden im Sande verlaufenen Amtsenthebungsverfahren, den gescheiterten Versuch, ihn in mehreren Staaten von der Wahl auszuschließen, die zahlreichen Anklagen, die Festnahme in Georgia und die demütigende Veröffentlichung des berühmt gewordenen „Mugshots“.

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Die Angriffe nach der verlorenen Präsidentschaftswahl im Jahr 2019 waren besonders perfide: Beinahe über Nacht kündigten mehrere Banken der Trump-Organisation die Konten und weigerten sich, mit ihr Geschäfte zu machen. Eric Trump schildert das entstandene Chaos und wie sie auch diesen Rückschlag überstanden haben – unter anderem, indem sie sich im Bereich der Kryptowährung engagierten. Zudem wurden seinem Vater die Konten auf Facebook und Twitter gesperrt. Er gründete daraufhin das eigene Kurznachrichten-Netzwerk „Truth Social“. Für diese beiden Schutzmaßnahmen wurde er später von den Demokraten beschuldigt, Amt und Unternehmen zu vermengen. Nur Letzteres erfährt die Bevölkerung dieses Landes, wenn sie sich ausschließlich über die hiesigen Standardmedien informiert.

Sie sind zu zahlreich, als dass Eric Trump sie alle in seinem Buch behandeln könnte. Er schreibt, dass er allein 112 Vorladungen erhalten habe, um vor Gericht oder bei der Polizei zu erscheinen. Eine davon hat ihn besonders gekränkt. Sie betraf die „Eric Trump Foundation“ die er im Alter von 22 Jahren zur Unterstützung an Krebs erkrankter Kinder ins Leben gerufen hatte. Der Generalstaatsanwalt warf ihm vor, Gelder veruntreut zu haben. Kein Wunder, dass er das neunte Kapitel mit einem Zitat von Lawrenti Beria, dem Chef der russischen Geheimpolizei, eröffnet: „Zeigen Sie mir den Mann und ich zeige Ihnen das Verbrechen.“ Bei der Beschreibung dieses Verfolgungsfurors zeigen sich Parallelen zum Druck, der seitens der Justizbehörden und der sogenannten Zivilgesellschaft in der BRD auf Akteure ausgeübt wird, die dissidente Meinungen vertreten. Man denke etwa an das Bündel von Maßnahmen zur Ausgrenzung der politischen Opposition sowie die absurden repressiven Maßnahmen gegen Querdenker wie Michael Ballweg und Hans-Georg Maaßen.

Das Buch behandelt jedoch nicht nur den politischen und juristischen Kampf, den er, sein Vater und seine Familie führen mussten. In den ersten Kapiteln widmet er sich seiner Jugendzeit und schildert dabei sehr persönliche Erlebnisse. Dadurch erfahren die Leser Überraschendes über die Trump-Familie, worüber trumpfeindliche Medien nie berichten würden. So beschreibt Trump beispielsweise den autoritären, aber von ihm als fürsorglich und liebevoll empfundenen Erziehungsstil seiner Mutter Ivana, die in der Tschechoslowakei geboren wurde. Dort verbrachte er mit seinen Geschwistern einen Großteil seiner Sommerferien. Er schildert den bescheidenen Lebensstil seiner Großeltern, wie er mit einem alten Škoda das Autofahren erlernte, wie Wälder und Gärten ihre Spielplätze waren und wie einfach die Mahlzeiten waren.
Er berichtet auch, wie er später zusammen mit seinem Bruder Don auf einem Landsitz seines Vaters sechs Jahre lang Geld hinzuverdiente, indem er handwerkliche Arbeiten wie Klempnern, Maurern und Bäume schneiden ausführte. Er berichtet von seinen Lehrjahren mit dem von ihm bewunderten Vater und erzählt dabei viele Details, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. So sei sein Interesse für kleinste Details in handwerklichen Arbeiten etwa aus der Beobachtung seines Vaters erwachsen. Auf den Baustellen wandte sich dieser immer direkt an die Handwerker, um auch solche Details zu hinterfragen.

Er porträtiert seinen Vater als unglaublich zähen Kämpfer, der selbst bei härtestem Widerstand unbeugsam bleibt, aber auch über sehr mitfühlende Charakterzüge verfügt. Er bewundert die Gabe seines Vaters, einen ganz natürlichen, direkten Zugang zu einfachen Menschen zu finden – im Gegensatz zu seinen Kontrahenten wie Kamala Harris, Joe Biden oder gar Hillary Clinton, die einst vom „Basket of Deplorables” („Haufen von erbärmlichen Leuten“) sprach.

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Die Schilderung persönlicher Erlebnisse mit seinen Kindern, mit  Vertrauten und Freunden verleiht der Biografie Lebendigkeit. Es spricht für ihn, dass er dabei auch Menschen würdigt, die nicht im Rampenlicht stehen, wie die geliebte irische Nanny Dorothy oder die zahlreichen Angestellten seiner Unternehmen. Dass er dabei manchmal die Grenze zum Rührseligen streift, liegt wohl auch an seiner amerikanischen Herkunft. Ebenso beschreibt er seinen behutsamen Aufstieg im Familienunternehmen, ohne zu prahlen.

Ausführlichen Raum widmet er dem Attentat auf seinen Vater am 13. Juli 2024. Dabei übt er scharfe Kritik an der Direktorin des Secret Service, Kimberley Cheatle, die er der Lüge bezichtigt. Sie hatte versucht, die offensichtlichen Versäumnisse bei der Absicherung des Ortes, an dem die Trump-Ansprache gehalten wurde, zu rechtfertigen. Zudem kritisiert er die – wie er insinuiert – bewusst mangelhafte Aufklärung der Umstände.

Mit diesem Buch gelingt es Eric Trump, ein Gegenbild zu dem von den Medien entworfenen Bild von ihm als oberflächlich und wenig intelligent zu zeichnen. Bisher kannten viele ihn vor allem aus der Sendereihe Saturday Night Live, in der er zusammen mit seinem Bruder als die trotteligen Heavy-Metal-Fans Beavis und Butthead parodiert wurde.

Das Buch ist natürlich keine hohe Literatur. Es zeichnet sich durch eine einfache Sprache aus, die jedoch nicht nur oberflächlich einen ehrlichen Eindruck erweckt. Über einige sprachliche Marotten, die er von seinem Vater übernommen hat – Bauwerke und Personen werden etwa sehr oft mit den Epitheta „ikonisch“, „großartig“ oder „wunderbar“ versehen –, muss man hinwegsehen. Auch ist das Buch an manchen Stellen etwas redundant und es soll hier keineswegs unerwähnt bleiben, dass sowohl in Forbes als auch in der New York Times kürzlich wieder Artikel veröffentlicht wurden, in denen der Trump-Organisation ein unlauteres Geschäftsgebaren vorgeworfen wird. Der Stoff reicht aber locker für einen Hollywood-Film aus. Hollywood ist jedoch „woke” und fest in der Hand der Demokraten, und es ist fraglich, ob die MAGA-Revolution auch diese Enklave in der Hochburg der Demokraten erreichen wird.

Trotz dieser Einschränkungen: Die Schilderung des Wegs von Donald Trump zur zweifachen Präsidentschaft und sein Standhalten gegenüber allen Angriffswellen der Demokraten bieten locker den Stoff für einen packenden Hollywood-Thriller. Nur wird man dies in der Hochburg der Wokeness nicht umsetzen. Wer sich also auch einmal der anderen Seite zuwenden möchte, dem sei dieses Buch empfohlen.

Eric Trump. Fight for America. Die einzigartige Mission unserer Familie. Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Hardcover, 336 Seiten, Preis 25,00 €

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