Die Energiewende prallt auf die Netzrealität: Katherina Reiche will Wind- und Solar-Neuanschlüsse in überlasteten Regionen bremsen, Entschädigungen bei Abregelung streichen und Betreiber an Netzkosten beteiligen. Die Branche tobt und der Grüne Felix Banaszak sieht darin das Ende der Energiewende – doch so weit sind wir noch lange nicht.
picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Martin Meissner
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant eine deutliche Einschränkung beim Ausbau erneuerbarer Energien. Wie aus einem Referentenentwurf zur Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes hervorgeht, will das Ministerium den Zubau von Wind- und Solaranlagen dort bremsen, wo die Stromnetze bereits stark überlastet sind. Begründet wird dies mit dem schleppenden Netzausbau, der mit dem Tempo der Erzeugung nicht Schritt halte.
Netzbetreiber sollen Neuanschlüsse in bestimmten Regionen ablehnen dürfen. Dazu sollen künftig sogenannte „kapazitätslimitierte Netzgebiete“ ausgewiesen werden. In diesen Regionen dürfen neue Wind- oder Solaranlagen nur noch dann ans Netz gehen, wenn Betreiber auf Entschädigungen verzichten, die bislang bei Abregelungen wegen Netzüberlastung gezahlt werden.
Zusätzlich sollen Netzbetreiber verlangen können, dass sich Anlagenbetreiber finanziell am Ausbau der Netze beteiligen. Die Höhe dieser Baukostenzuschüsse könnte regional variieren, um Investoren zu Standorten mit besserer Netzlage zu lenken.
Hintergrund sind extrem steigende sogenannte Redispatchkosten. Allein für 2025 werden diese auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt. Sie entstehen, wenn Windräder oder Photovoltaikanlagen abgeregelt werden müssen, während konventionelle Kraftwerke einspringen, um Netzengpässe zu vermeiden.
Die Wind- und PV-Industrie reagierte alarmiert. Sie sieht ihre Felle davonschwimmen. Verbände warnen, dass viele Projekte unter den neuen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar wären. Damit würden auch die Klimaziele der Bundesregierung in Gefahr geraten. Um bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarem Strom zu erreichen, müsste das derzeitige Ausbautempo mindestens gehalten werden.
Also: Kein Geld mehr für Wind- und Solarstrom, wenn er nicht gebraucht wird.
Reiche will dem hemmungslosen Geldverdienen der Windbarone ein Ende bereiten. In einem nächsten Schritt müsste die Einspeisevergütung für nicht gelieferten Strom gestrichen werden.
Klar, dass die Windindustrie tobt und dies als Kriegserklärung ansieht.
Reiche plane nicht weniger als das Ende der Energiewende, erkannte der Grüne Felix Banaszak erstaunlich klar und schließt messerscharf: „Dann werden keine Windräder mehr gebaut werden, die Energiewende kommt nicht mehr voran.“
Die oberste Lobbyistin der Windindustrie im Bundestag, SPD-Frau Nina Scheer, sagte nebulös, die von Reiche vorgeschlagenen „Ausbaubegrenzungen, ökonomischen Überforderungen oder Redispatchvorbehalte schwächten die Investitionsanreize“.
Im Klartext: ohne Staatsknete lohnt kein Windrad mehr.
Mal abwarten, was beim kommenden CDU-Parteitag in Stuttgart passiert. Dort hat sich Merkel angekündigt. Ja, die war mal Bundeskanzlerin, und fährt erstaunlicherweise zum CDU-Parteitag. Zuletzt hat sie die Partei eher ignoriert. Aus Freundschaft zu Friedrich Merz kommt sie wohl kaum, und Stuttgart ist derzeit auch keine Reise wert. Sie wird wohl eher gegen den Bundeskanzler stänkern und darauf achten, dass der Klimaflügel der CDU nicht schwach wird angesichts der verheerenden Wirtschaftsdaten. Noch liegt Deutschland nicht endgültig am Boden. Und die Vollbremsung von Katherina Reiche bei Wind und Solar muß doch gebremst werden.
Merkel dürfte jede Öffnung massiv blockieren wollen.

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Die CDU mal wieder: Ankündigungstechnisch ein Schritt vor, dann in der Umsetzung drei Schritte zurück. Vermutlich wird Merz den Grünen jetzt noch mehr Zugeständnisse machen als bisher schon.
Zu den Projekten die jetzt „wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“ sind, die waren das auch vorher nicht, von Subventionen abhängig zu sein ist nicht wirtschaftlich.
Dieser Frau nehme ich gar nichts ab, sie gehört zum Kartell, dem es ausschließlich um Macht geht. Solche Leute wollen selbst gut aussehen und gefallen sich darin, ab und zu irgendetwas recht Vernünftiges zu fordern, von dem sie ohnehin wissen, dass es nicht geschehen wird. Es ist lediglich eine Art Gratismut. CDUlern traue ich nicht von hier bis zur nächsten Weggabelung – 30 Jahre sinnfreier Mitgliedschaft in diesem selbstreferenziellen Kanzlerwahlverein (bis 2012) haben mich dies gelehrt.
Frau Reiche „will“ überhaupt nix. Es stehen Wahlen an.
Katherina Reich will viel, wenn der Tag lang ist. Viel vernünftiges Zeug ist nicht dabei und viel von den vernünftigeren Teilen durchsetzen kann sie auch nicht.
Zitat: Reiche plane nicht weniger als das Ende der Energiewende, erkannte der Grüne Felix Banaszak erstaunlich klar und schließt messerscharf: „Dann werden keine Windräder mehr gebaut werden, die Energiewende kommt nicht mehr voran.“ … und dann war da noch der Geisterfahrer, der sich beim Anblick des warnblinkenden Streifenwagens und der aufgeregt winkenden Polizeikelle am Straßenrand an seinen Beifahrer wandte und sagte: „Also wenn die uns jetzt auch noch die Weiterfahrt verbieten kommen wir nie mehr ans Ziel …“ woraufhin der Beifahrer, denn auch er war ein dummer Grüner, antwortete: „Kein Problem: Wir halten uns einfach die Augen zu. Dann sehen… Mehr
Kaum hat einer dieser Minister einmalig etwas sinnvolles vorgeschlagen, ganz, ganz vorsichtig natürlich, schon schreien die Grünen und Linken auf, die Lobbygruppen ohnehin! Was wird passieren, Reiche wird in die Knie gezwungen und Merz wird den Grünen und Roten untertänigst folgen. Natürlich wird weiter ausgebaut, koste es was es wolle, Geld ist schließlich da, die Schulden wollen doch verbraten werden!
In unserem kleinen Landkreis sollen 256 Windräder gebaut werden. In den Wäldern sieht es bereits aus wie auf Schlachtfeldern, u.a. geschotterte Zufahrtswege breit wie Autobahnen.
Von der grünen Unweltsekte nichts zu sehen…
Ja, Unwelt statt Umwelt. Aber wen darf denn noch so etwas Schnödes wie Umwelt interessieren, wenn es um etwas viel Größeres geht….
Ich würde noch etwas weiter gehen: Anschluss nur für garantierte Leistung.
Wer es für wirtschaftlich hält, die mit einem Speicher bereit zu stellen, mag das tun.
Der Kampf der Frau Reiche um die Anerkennung der Realität ist wieder das abschreckende Beispiel für alle diejenigen mit Klarblick und Sachverstand, die gerne in der Politik Verantwortung übernehmen würden. Stattdessen spült es die nichtssagenden Schwätzer hoch, deren einzige Referenz das jahrelange unfallfreie Tragen von Aktentaschen ist.
Und mit wessen Stimmen will Frau Reiche – und das ist ja nicht das gleiche wie die Union – diese Änderungen durch den BT bringen? Das ist alles Wahlkampfgetöse, heiße Luft.