Der Suchmaschinen-Riese und der Kurzfilmchen-Kanal sabotieren ein Unternehmen, das christlich orientierte Spiele für Kinder anbietet. Begründung: „religiöse Überzeugungen“. Doch mit Botschaften gewaltbereiter Muslime haben beide Konzerne keine Probleme.
Screenprint via truplaygames.com
„TruPlay“ heißt auf Englisch so viel wie „wahres Spiel“. Die Unterhaltungs-App bietet christlich orientierte Spiele für Kinder an. Dabei ist sie ausdrücklich familienfreundlich: Es gibt keine sexuellen Themen, keine Gewalt, kein als „Inhalt“ getarnter Müll.
Für das Angebot gibt es einen Markt. Millionen Eltern suchen nach Möglichkeiten, damit ihre Kinder mehr Bildschirmzeit mit Dingen verbringen, die der seelischen Gesundheit nicht so sehr schaden wie Ego-Shooter. Damit lässt sich also Geld verdienen, und TruPlay tut das.
Wobei man eher sagen sollte: TruPlay versucht, das zu tun. Denn ausgerechnet der Suchmaschinen-Monopolist Google und der Kurzfilmchen-Kanal TikTok haben etwas dagegen.
Google hat gerade eine Zusammenarbeit mit TruPlay abgelehnt. Das berichtet das „American Center for Law and Justice (ACLI)“, eine christlich-konservative Rechtshilfe-Organisation in den USA. Demnach hat Google Bemühungen von TruPlay, Werbekampagnen zu starten, unter Berufung auf „religiöse Überzeugungen in Bezug auf personalisierte Werbung“ abgelehnt.
TruPlay hat mehrfach Einspruch eingelegt und parallel seine Werbung überarbeitet. Doch was der Spiele-Anbieter auch tat – und ganz egal, welche Änderungen er auch vornahm: Immer wieder kam die immergleiche Ablehnung mit der immergleichen Begründung.
Die abgelehnten Anzeigen waren objektiv weder provokativ noch irgendwie verdeckt missionierend oder anstößig. Es waren klare, deutliche und ausnahmslos harmlose Werbebotschaften: „Verwandle Spielzeit in Zeit mit Gott“ oder „Christliche Spiele für Kinder“ oder „Sichere Bibelspiele für Kinder“.
Nun verbieten die Richtlinien von Google zwar „die Auswahl einer Zielgruppe auf der Grundlage sensibler Informationen wie Gesundheitsdaten oder religiöser Überzeugungen“. Doch diese Regel greift hier an keinem Punkt: TruPlay will für seine Werbung keinerlei persönliche Informationen von irgendwem benutzen und auch keinerlei Daten sammeln. Und beworben werden sollen ausschließlich christlich orientierte Spiele für Kinder.
Die Werbung richtet sich auch gar nicht an ein religiöses Publikum, sondern im Gegenteil an jedermann. Entsprechend lautet die Kritik von Google nicht: „Sie sprechen eine bestimmte Zielgruppe an.“ Die Kritik lautet: „Ihre Inhalte sind zu sensibel, um sie zu bewerben.“
Das macht alles nur noch viel schlimmer.
Unter „sensiblen Inhalten“ verstand man früher Pornografie, Gewalt oder sonstiges Zeug, das man heranwachsenden Menschen besser nicht in die Hände geben möchte. Google definiert den Begriff jetzt mit „christliche Videospiele für Kinder“.
TikTok und die Willkür
TikTok folgt derselben Logik, allerdings noch wesentlich intransparenter. Das ACLI weiß zu berichten, dass die Plattform das Werbekonto von TruPlay wegen nicht näher bezeichneter „wiederholter Verstöße“ gesperrt hat – praktischerweise ohne zu erklären, um welche Verstöße es sich handeln soll.
Aber man kann sich das auch so zusammenreimen. Eine abgelehnte Anzeige enthält zum Beispiel das Wort „Kirche“. Und ein Vorschaubild im App-Store zeigt einen Jesus am Kreuz – wohlgemerkt, gar nicht in der Anzeige selbst, sondern in den Bildern der App. TikTok hat die Werbung trotzdem gesperrt, sagt das ACLI.
Ein Wesensmerkmal jedes totalitären Systems ist die Undurchsichtigkeit. Diese Willkür beschreibt die US-Nachrichtenplattform „The Blaze“ in einem bemerkenswerten Kommentar:
Man bekommt keine klare Regel, an die man sich halten könnte. Man bekommt ein Urteil. Aber man bekommt auch keine Gelegenheit, es künftig besser zu machen – weil man gar nicht weiß, was genau man falsch gemacht haben soll.
Die vorgetäuschte Neutralität
Wer TikTok regelmäßig nutzt (wie ich, und sei es auch nur aus beruflichen Gründen), dessen Timeline wird geflutet mit eindeutigen Botschaften teilweise offen gewaltbereiter Muslime. Selbst das ZDF, christlicher oder gar rechter Tendenzen gänzlich unverdächtig, schreibt dazu: „Islamistische Influencer erreichen auf der Plattform Millionen. Über Alltagsthemen verbreiten sie ihre radikalen Gedanken.“
Das geht also problemlos. Christliche Kinderspiele dagegen: Das geht gar nicht.
Was Google angeht, so erliegen die meisten Menschen immer noch dem Irrglauben, es handle sich um eine Suchmaschine. In Wahrheit ist der Konzern mit seiner Sparte „Google Ads“ der uneingeschränkte Dominator der Online-Werbung. Google hat so viel Marktanteil aufgekauft, dass jeder, der online werben möchte, das heutzutage im Prinzip nur noch von Googles Gnaden tun kann – zu Googles Bedingungen nämlich.
Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Printmedien, als Werbekunden Anzeigenflächen direkt bei vielen verschiedenen Zeitungen oder Zeitschriften gebucht haben. Heute läuft ein erschreckend großer Teil der Werbewirtschaft durch einen einzigen Filter: Google.
Das darf man mit einiger Berechtigung als Monopol bezeichnen. Und dieses Monopol wird zunehmend ideologisch.
Wie viele Tech-Unternehmen in den USA, so dreht auch Google in der Führungsspitze und noch mehr in der Belegschaft linksherum. Folgerichtig gibt es immer wieder Beschwerden, dass konservative oder christliche Inhalte in den Suchergebnissen begraben werden, sodass fast niemand sie sieht – es sei denn, man weiß sowieso schon, wo man suchen muss; aber dann braucht man Google eh nicht mehr.
Es gibt Klagen darüber, dass die Monetarisierung konservativer Inhalte gedrosselt wird. Anzeigen werden angeblich blockiert – mit vagen Warnungen und „Richtlinien“-Formulierungen, die darauf abzielen, die Diskussion zu beenden. Und das trifft eben nicht nur gewaltverherrlichenden Unfug, sondern nun auch christliche Inhalte.
Islamische, siehe oben, aus irgendwelchen Gründen aber nicht.
Ideologie statt Kapitalismus
Das Ganze ist ausdrücklich nicht betriebswirtschaftlich motiviert. Denn Google und TikTok blockieren nicht Anzeigen, die Kunden abschrecken könnten. Im Gegenteil.
TruPlay bietet genau die Art von Inhalten, die Eltern aktiv wünschen. Man sollte denken, dass Plattformen dieses Geld wollen. Falsch gedacht. Denn tatsächlich sind die Konzerne offenkundig sogar bereit, Einnahmen zu verlieren – nur um alles zu unterdrücken, was offen christlich und familienfreundlich ist.
Die Sache ist inzwischen im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses gelandet. Den Konzernen wird dort die „systematische Diskriminierung“ christlicher Inhalte-Anbieter und Werbetreibender vorgeworfen – als Teil eines umfassenderen Musters der Zensur aufgrund von Meinungen.
Google und TikTok werden sich so verteidigen, wie sie es immer tun: Wir sind private Unternehmen. Wir können tun, was wir wollen. Doch das stimmt höchstens zur Hälfte.
Zum einen haben Quasi-Monopolisten auch in der Privatwirtschaft andere – nämlich größere – Pflichten als normale Marktteilnehmer. Zum anderen präsentieren sich beide Konzerne andauernd als „neutrale Plattformen“, die für alle offen sind. In Wahrheit agieren sie aber als weltanschauliche Zensurbehörde.
Vor allem Google verkauft sich sozusagen als Online-Schweiz: als eine neutrale Suchmaschine, die sich nicht in die eine oder andere weltanschauliche Richtung neigt. Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus.
Das kann man sogar googeln.


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