Wie schlimm werden Wirtschaftskrise und Inflation?

Mit immer mehr Geld versucht die Europäische Zentralbank die Wirtschaft anzukurbeln. Doch die Billionen führen nicht zu mehr Nachfrage, weil das Geld in der „Liquditätsfalle“ verschwindet: Aus Angst vor der Zukunft und wegen wachsender Unsicherheit wird zu wenig konsumiert und zu wenig investiert.

 
Staatshilfen sind derzeit wichtig, aber die überdimensierte und ausufernde   Staatsverschuldung wegen der Corona-Politik bedroht unsere wirtschaftliche Zukunft. Noch bedrohlicher ist die Geldpolitik der Zentralbanken: Unvorstellbare Geldbeträge fließen durch die Wirtschaft. Es braucht wenig, und sie werden zum Treibstoff für eine Hyperinflation. Die Schutzmechanismen, die auf Drängen Deutschlands dagegen eingebaut wurden, sind längst zerstört.

Professor Hans-Werner Sinn setzt sich kritisch mit den Folgen der Corona-Politik für Wirtschaft und Wohlstand auseinander.


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Kommentare ( 118 )

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118 Kommentare auf "Wie schlimm werden Wirtschaftskrise und Inflation?"

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Ehrlich gesagt, während des Interviews hat sich meine Skepsis gegenüber den Antworten von Herrn Sinn von Minute zu Minute verstärkt.
Irgendwie hatte ich so ein merkwürdiges Gefühl, als ob hier ein CDU- Abgeordneter sein Statement pro Krisenpolitik-Merkel (einschließlich des angeblich anthropogenen Klimawandels) abgegeben hätte. Und dann noch Drosten…Am Ende kann ich Herrn Sinn keinesfalls uneingeschränkt beipflichten.

Entschuldigung, was ich noch vergas, aber immens wichtig ist: Wer sind denn die Geldgeber, die so viel auf der hohen Kante haben, dass sie Staaten wie Deutschland solche horrenden Kredite verschaffen können. Das werden doch am Ende nicht unsere “ Freunde“ aus Übersee sein, oder vielleicht doch? Na dann gute Nacht.

Schonmal was von Fiat-Currency gehört?

Die Wirtschaftskrise selbst ist noch gar nicht in Erscheinung getreten. Das wird erst noch kommen. Wenn die Abhängigkeiten der Teilnehmer am großen Spiel klar werden. Das, was unsere Politik zur Zeit treibt, ist der Versuch schon im Vorfeld der Ereignisse so zu agieren, dass die Effekte des Niederganges nicht zu deutlich hervortreten. Und selbstverständlich war man sich im Klaren darüber, dass ein Heer von nicht Wertschöpfenden auf Dauer für den Staat nicht tragbar sind. Es ist wie nach einem verlorenen Krieg. Die Protagonisten sortieren sich, die Sekundanten stehen Gewehr bei Fuß und in dem Moment, wo sich die Ersten aus… Mehr

Es ist schon erstaunlich, dass man gedenkt, für Comedians, genannt Kunstschaffende, Steuergeld fließen zu lassen. Keine einzige Lieferkette wird unterbrochen, wenn deren Geschäftsmodell einen Einbruch hat. Für solche Geschäftsausfälle haben wir doch bereits ein soziales Auffangnetz geschaffen: Es heißt Hartz-IV. Aber halt: Hartzer müssen vorher ihr existierendes Privatvermögen anzapfen. Das aber wollen doch unsere Comedians nicht. Wie aber ist deren Kritik an Politikern noch glaubenswürdig, wenn sie sich so offensichtlich Steuergelder krallen? Ich, für mich, habe schon längst meine Konsequenzen gezogen.

Interessant ist die Ausführung von Herrn Sinn zur Verwendung der geschenkten Gelder. Er legte dar, dass die Gelder (z.B. für Italien) ökonomisch (u. volkswirtschaftlich) nur Sinn machen – wenn dafür nicht-italienische Waren gekauft werden; (denn das Geld für italienische, also eh vorhandene Waren, können sich die Italiener auch selbst drucken, dafür brauchen sie unsere Geldgeschenke nicht;) – weiterhin: Dieser Kauf von nicht-italienischen Waren (von dem geschenkten Geld) ist nur dann sinnvoll (resp. nicht schädlich für die italienische Ökonomie), wenn diese Waren nicht auch von italienischen Herstellern produziert werden; ansonsten würde man mit dem Geldgeschenk die Nachfrage nach den gleichen /… Mehr
Ich denke Sie müssen Geldwirtschaft und Realwirtschaft in Ihren Überlegungen trennen. Das ist heute nicht immer eine Einheit, vorsichtig ausgedrückt. Das geschenkte Geld würde nur der Geldwirtschaft etwas bringen, die Realwirtschaft ändert sich dadurch nicht in Größenordnungen. Das ist die These die Sinn im Kopf hat. Die Geldwirtschaft ist ja nur das Schmiermittel der Wirtschaft, sagt er auch in dem Interview. Bsp. Energiewende, da wird mit Geld das Leuten aus der „Tasche gezogen“ wird, ein ökonomischer Wertzuwachs in einer neuen Branche erzeugt. Ob das nachhaltig sinnvoll ist, sei dahin gestellt.Kurzfristig war das so. Solange die neue Branche andere Branchen nicht… Mehr
Bei Ihrem zuerst genannten Punkt geht es Prof. Sinn um den volkswirtschaftlichen Wertzuwachs, den er offenbar nur als gegeben sieht, wenn materielle Werte (Waren) aus dem Ausland als realer zusätzlicher Gegenwert zum italienischen Nationalvermögen hinzukommen und es FAKTISCH GREIFBAR vermehren. Geld, dass im Portemonnaie herumliegt, wirkt sich ja erst mal nicht aus, haben wir gelernt…. Bei in Italien produzierten Waren sieht er diesen Wertzuwachs nicht. Hier kann ich Prof. Sinns Argumentation nicht ganz folgen, da Produktion bzw. Arbeit (auch in Form von Dienstleistungen) ebenso einen Wertzuwachs schafft. Diese Leistung muss jedoch nachgefragt und BEZAHLT werden, um erbracht zu werden, und… Mehr

„volkswirtschaftlichen Wertzuwachs,“

es geht um reale Produktion von Werten > BIP nicht um eingekaufte

Was ist nach Ihrem Verständnis „eine reale Produktion von Werten?“ Steckt da der Gedanke dahinter, dass die in die Herstellung investierte Arbeitsleistung den „realen Wert“ eines Produkts ausmacht? Das ist Karl Marx und allerdings längst widerlegt. Der Markt bestimmt den Preis. Ein mit hohem Aufwand produziertes Produkt reduziert sich auf den reinen Materialwert, wenn niemand es kaufen will, während man z.B. mit getragenen Damenslips ein Vermögen verdienen kann. Wenn Sie am Strand einen Goldklumpen finden oder Ihnen jemand ein Vermögen schenkt, sind Sie real plötzlich genau so reich, wie ein erfolgreicher Fabrikant. Wenn Sie dagegen alles auf Kredit erwerben, sind… Mehr

Herr Köhler! Sie haben Recht, ich habe mich nicht richtig ausgedrückt.
Zum BIP zählen auch Dienstleistungen usw.

Also Wert der BIP relevant ist.

Höre ich da ein Plädoyer für deficit-spending nach Keynes? Das hätte Sinn VOR Corona nicht gesagt. Aber so ist die normative Kraft des Faktischen. Nicht vergessen: Wenn’s gut läuft, das gespendete deficit auch zurückzahlen, wie vom GG gefordert – daran hängt es. Ansonsten wäre eine Entschärfung des Insolvenzrechts möglich, um Firmen über fremdverschuldete Insolvenzklippen zu hieven. Das geht auch durch Kredite, Bürgschaften oder gar Zuschüsse des Staates, der den Generalstreik, vulgo shutdown selbst hervor gerufen hat. Aus dem einfachen Grund: Man war nicht vorbereitet, hatte die Brennpunkte der Pandemie nicht geschützt (Alters- und Pflegeheime, K.-häuser, ambulante Pflege). Wird ja gemacht,… Mehr
Das ist das Problem mit der Planwirtschaft a la Keynes. Es läuft NIE gut, es gibt IMMER Gründe für Deficit spending. Selbst zwanzig Jahre Rekord Steuereinnahmen führten nicht zum Abbau der Schulden, höchstens zu der ominösen „Schwarzen Null“. Die Politik ist nie verlegen im Schaffen oder Erfinden von Schieflagen. Vor Corona wurden Billionen für das Klima abgeworfen. Es gibt kein Beispiel dafür, dass Schuldenabbau für vorangegangene Wirtschaftsprogramme in dem Maße betrieben worden wäre, wie die Schulden zuvor aufgebaut worden waren. Höchstens kosmetisch. Man gewinnt eben auch keine Wahlen mit Schuldenabbau und gesundem Wirtschaftssystem. Im Gegenteil, wer das Blaue vom Himmel… Mehr

Sie sollen schon was machen, ein gutes Beispiel wäre gewesen, entsprechend der Pandemiepläne vorbereitet zu sein. Die Lächerlichkeit, keine Schutzmaterialien zu haben für die Brennpunkte ist kaum zu überbieten und kostet nun ein Vielfaches des Dieselskandals. Und der war schon unfassbar lächerlich – bescheißen, um bisschen was zu sparen, unter den Augen der Politik, und dann die Milliarden in die USA rüberschieben. Strafe muss sein und Dummheit kann viel Geld kosten. Manche lernen nur auf diese Weise.

Ein Interview aus bekannten/folgbaren Weisheiten.
Corona ist der bevorstandenen Wirtschaftskrise willkommen zuvorgekommen. **
Die nötigen Bereinigungen haben nur zum Teil stattgefunden.
Die Menschen und Unternhemen sind wieder vernünftiger/vorsichtiger geworden aber:
Die Strukturellen Probleme sind geblieben insbesondere die politischen, in Ideologie nachweisslich durch Habeck, Baerbock & Co. und wie sie alle heißen, sie alle werden journalistisch schon wieder hofiert, von durchideologieserten journalistisch tätigen Volldeppen.

Eine ausnahmslos lächerliche Tragödie.

Das Interview mit R. Tichy habe ich ganz angeschaut – sollte man auch! Etwas ist mit Hernn Professor geschehen, sehr moderet, wie er sich in der Zwischenzeit äussert! Das die Regierung Geld ohne Ende rauspulvert, Coronabonds Hilfen für die Industrie aus der Druckerpressse, das alles und viel mehr findet nun auf einmal doch mehr Verständnis; so hat die Regierung doch im Prinzip eigentlich alles richtig gemacht – auch und im besonderen bei der dieses Jahr etwas schwächer als sonst verlaufenden Grippewelle. So ein wenig habe ich an meinem Hörsinn gezweifelt – aber – da ist doch sehr viel Verständniss für… Mehr
Sinn hat so manches gesagt, was vielleicht moderat geklungen hat. Er hatte ja mit Tichy einen Fachmann als Gesprächspartner, so dass er nicht den „Vorschlaghammer“ herausholen musste. Aber vieles was er sagte, war deutlich: z. b. Die EZB/ Bundesbank kann das Geld nicht mehr einsammeln war zuviel unterwegs ist… Ankündigung einer Inflation… – usw. Wenn wir alle im Staat eine Familie sind, dann muss eigentlich bei so einem Unglück die Last auf alle Schultern verteilt werden. Daher ist es sicher richtig Firmen oder kleinen Unternehmern Geld ( das durch Schuldenaufnahme des Staates erzeugt wurde) von Einmalzahlungen, Krediten, Steuererleichterung usw. zu… Mehr
Bei Sinn kann man sich nie so ganz sicher sein, WARUM er etwas sagt. Ich traue ihm z.B. durchaus zu, eine Aussage zu treffen, von der er zwar weiß dass sie falsch ist, von der er aber annimmt, dass sie in der aktuellen Situation die besten Auswirkungen haben wird. Man könnte es „Übernahme von Verantwortung“ nennen, aber genauso gut könnte es auch blanker Opportunismus sein. Vielleicht möchte er seinen Freunden aus der Politik nicht in den Rücken fallen… vielleicht glaubt er aber auch, Schaden von der Volkswirtschaft abzuwenden, wenn er bestimmte Dinge NICHT so sagt, wie es eigentlich angebracht wäre.… Mehr

“ Ich traue ihm z.B. durchaus zu, eine Aussage zu treffen, von der er zwar weiß dass sie falsch ist, von der er aber annimmt, dass sie in der aktuellen Situation die besten Auswirkungen haben wird.“
Für mich klingt dies doch „ein wenig“ widersprüchlich oder mit der Realität inkompatibles Dogma??

Warum bleibt mir der bittere Nachgeschmack von Merkels u.a.: „Wir sind ein reiches Land!“ Daß Daimler auch noch im Herbst existiert, ist anzunehmen. Was mit den Tausenden ist, deren kleine Geschäfte ruiniert sind, mit den Start Ups, die noch nicht in der Gewinnzone angekommen waren und jetzt zusätzlich Kredite aufnehmen sollen, geht bei solchen Blicken aus großer Höhe verloren. Und so vieles ist schon lange den Bach hinuntergegangen (Bildung, IInfrastruktur, Rechtssicherheit, Vorschriftenwust usw.). Immerhin weiß ich jetzt: „Geld ist nichts, es ist etwas höchst Beliebiges.“

„Wir sind ein reiches Land!“ Wer seinen VERMEINTLICHEN Reichtum immer so ins Schaufenster stellt, braucht sich nun wirklich nicht wundern, wenn seine bucklige Verwandtschaft (oder“ beste Freunde“) jeden zweiten Tag Bettelbriefe schickt.

welche „Startups“? Sie meinen die Ponyhöfe in denen Menschen ihre (zumiest linksgrünen)Lebensträume staatlich subventioniert wie ideologisiert leben dürfen?
Nicht schade drum.
Dieses Menschenmaterial(Bezeichnung aus Regierungssicht) könnte in der Realwirtschaft wirklich produktiv werden und einen Mehrwert bieten. Die Diäten und Pensionen wollen schließlich auch erwirtschaftet werden.

Freue mich, dass Herr Prof. Sinn bei TE ein Forum erhalten hat. Sein Optimismus ist nachvollziehbar, wenn sich die Staaten des Nordens zusammenrotten, sich der Zumutung von Islam und anderen erwehren. Also die USA, EU-Europa, Japan, die Ableger im Pazifik AUS/NT, Russland, wenn es denn will und sich halbwegs anständig benimmt. Wer mitmachen will, sei willkommen – aber die Musik spielt hier. Ansonsten: Handel ja, Invasion nein. Wir dürfen nicht all das, was uns ausmacht über Bord werfen – unter den Schlägen des Islam. Eines Tages werden es auch die gelernt haben, bis dahin gilt die Warnung von Houari Boumedienne:… Mehr