Zum Alten Testament: Fabel? Fake? Fakt? – TE-Wecker am 27. Dezember 2022

Der TE-Wecker erscheint montags bis freitags – und bietet Ihnen einen gut informierten Start in den Tag. Ideal für den Frühstückstisch – wir freuen uns, wenn Sie regelmäßig einschalten. An Wochenenden und Feiertagen erscheint der Wecker mit einer Schwerpunktsendung.

 

Fabel? Fake? Fakt? Heute und in den kommenden Tagen wollen wir der Frage nachgehen, ob zum Alten Testament tatsächlich alles gesagt worden ist, wie das viele Theologen meinen.

Was ist wahr an den Geschichten, wie sie uns in der Bibel erzählt werden, und was ist Legende? TE-Autor Tomas Spahn ist anderer Auffassung. Seine Grundkritik: Seit Jahrhunderten tut die Geschichtswissenschaft so, als seien die Erzählungen der Bibel reale Geschichte. Doch es gilt auch dabei: Verfügt man nur über eine Quelle, dann ist das so, als verfüge man über keine Quelle. Daher die Frage: Was aber ist Fakt, was Fabel? Von dem, was wir im Alten Testament lesen?

Der Politikwissenschaftler und Historiker ging dieser Frage über einen Zeitraum von mehreren Jahren beharrlich nach. Sein Vorgehen veröffentlichte er in einem Gesamtwerk von rund 1.200 Seiten unter dem Stichwort „Das Biblikon-Projekt“. Die Ergebnisse sind geeignet, auf den Kopf zu stellen, was wir bislang über die Bibel und über die Entstehung des Monotheismus zu wissen glaubten.

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Kommentare ( 12 )

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Rosalinde
1 Monat her

Im Alten Testament steht manches was an Märchenerzähler erinnert. Aber die Endzeit hat eine geradezu frappierende Ähnlichkeit mit der jetzigen Wirklichkeit. Da steht z.B. dass Israel in der Endphase sein Bündnis mit den Antichristen aufkündigt und fortan steht der Antichrist gegen Jesus allein.

Marcel Seiler
1 Monat her

Ich halte es mit Kommentatorin Iris (hier ganz unten): „Die Bibel und die Gottesdienste sind _Werkzeuge_,“ die uns helfen sollen, unsere Spiritualität zu entwickeln. Es geht nicht um die wörtliche oder wissenschaftliche Wahrheit, sondern die Geeignetheit als Werkzeuge.

Auch dass Religionen machtpolitisch ge- oder missbraucht worden sind (oder immer noch werden), ändert daran nichts. Religionen können zu Machtzwecken benutzt werden und gleichzeitig Wege zur Spiritualität aufweisen.

Das macht die hier untersuchte Frage nach der Entstehung des alten Testaments nicht uninteressant, eher im Gegenteil. Ich werde mir sicher die Fortsetzung morgen anhören.

Last edited 1 Monat her by Marcel Seiler
Don Martin
1 Monat her

Gibts das Gesamtwerk zu kaufen? Ich hab gegoogelt und finde nur einzelne Bände. Wieviel sind es insgesamt? 7 oder mehr? Irgendwo zusammen erhältlich? Ich würds gerne lesen, klingt interessant. Gibt ja auch von 22 ne Neuzubereitung (Hesemann) von Kellers Buch aus den 50ern:Die Bibel hat doch recht. Jetzt ohne „doch“. Aber nach gehabtem Muster.
Spannendes Thema.

Tomas Spahn
1 Monat her
Antworten an  Don Martin

Es sind vier Bände und ggf. über die Buchandlung. Oder Email an die Redaktion – die leitet es an mich weiter und Sie hören von mir.

Last edited 1 Monat her by Tomas Spahn
MartinLa
1 Monat her

Es ist nicht der erste Versuch, die Bibel in einem historischen Kontext zu deuten. Eigentlich gibt es dazu Bestrebungen spätestens seit dem 19. Jahrhundert und ist weitgehend Standard bei den universitären Theologen. Jüdeischer Seits machte vor allem ‚Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel‘ von Israel Finkelstein, Neil A. Silberman Furore 2004. Ich bin geneigt, einige Beobachtungen an diesem Ansatz für plausibel zu halten, aber längst nicht alles … und vor allem nicht das Wesentliche. Denn es impliziert, dass ein Großteil des Tanach reine Fabrikationen zu sein. Dazu passt der Textbefund in weiten Teilen nicht. Offensichtlich haben viele Verfasser an… Mehr

Tomas Spahn
1 Monat her
Antworten an  MartinLa

Sorry, hier hatte sich ein falscher Text eingeschlichen.

Last edited 1 Monat her by Tomas Spahn
DieWahrheitSiegt
1 Monat her

Ja so kommt es immer wieder heraus, wenn man der Bibel ohne Glauben gegenübertritt! Dabei ist es ganz einfach: der dreieinige Gott hat den Menschen erschaffen (in seinem Bild!) – der Mensch wollte ohne Gott weitermachen (das ist DIE SÜNDE) – Gott erwählte sich ein Volk (Israel) – Gott zeigte anhand seines Volkes Israel dass der Mensch Gottes Gebote nicht einhalten kann sondern einen Erlöser braucht – dieser Erlöser kam als menschgewordener Sohn Gottes (Jesus Christus) auf die Erde, wurde gekreuzigt und ist wieder auferstanden (weil er eben Gott war!) – und jeder der an Jesus Christus glaubt geht nicht… Mehr

Tomas Spahn
1 Monat her
Antworten an  DieWahrheitSiegt

Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: Wer als „DieWahrheitSiegt“ antritt, dokumentiert damit, dass er zwischen Wahrheit und Wirklichkeit nicht zu unterscheiden weiß. Religion produziert Wirklichkeit – aber deshalb muss sie mit Wahrheit nicht das Geringste zu tun haben. Gäbe es einen Gottes- oder Nichtgottesbeweis als Wahrheit, wäre es mit dem Glauben schlagartig vorbei. Denn was als wahr oder unwahr bewiesen ist, an das kann ich nicht mehr glauben, weil ich es als Faktum weiß. Glauben ist eben genau jene Situation, in der jemand etwas für wahr hält, dessen Wahrheitsgehalt er nicht beweisen kann. Wäre es anders, wäre Religion überflüssig.… Mehr

DieWahrheitSiegt
1 Monat her
Antworten an  Tomas Spahn

Sie treten mir nicht zu nahe Herr Spahn. Ein Diskurs gegenteiliger Meinungen ist immer besser als kein Diskurs! Ich hatte für mich nicht beansprucht, die Wahrheit genau zu kennen – dann wäre ich Gott. Bin ich aber nicht. Und ich gebe ihnen in vielen Dingen recht. Zum Bsp. dass es für (oder gegen Gott) keinen Wahrheitsbeweis gibt. Aber Gott sagt von sich: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben … (Johannes 14. 6). Wenn wir also an ihn glauben, dann können wir beginnen, die Wahrheit zu erkennen, so wie sie sich uns in der Bibel erschliesst.

MartinLa
1 Monat her
Antworten an  Tomas Spahn

Wo sehen sie den Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit? Wenn ‚Religion‘ wirkt, verändert sie die Wirklichkeit. Wenn diese aber nicht auf Wahrheit beruht, befördert sie nur die Illusion. Und wer will das? Die Korrespondenztheorie der Wahrheit beruht auf dieser Beziehung.
Wahrheit ist nicht an einen Beweis gebunden. Jeder Glaube geht stets davon aus, dass er die Wahrheit glaubt, auch wenn sie nicht beweisbar ist. Würde er nicht glauben, des dies der Wahrheit entspräche, wäre sein Glaube substanzlos.
Ich nehme an, dass sie unter Wahrheit nur das verstehen, was auch bewiesen ist. Das aber wäre eher ein unübliches Verständnis.

Kindermund
1 Monat her
Antworten an  Tomas Spahn

„Was ist Wahrheit?” …wusste schon Pilatus zu fragen. Der Punkt ist doch der, dass es eine Wirklichkeit jenseits unseres Wahrnehmungsvermögens gibt. Oder haben Sie z.B. schon mal Wind oder Röntgenstrahlen gesehen? Vermutlich nicht. Aber die Auswirkungen (z.B. umgestürzte Bäume bzw. Fotos von Ihrem Beinbruch) sehen Sie sehr wohl. Wir alle kennen wohl den Effekt, dass wir an jemanden denken, und schwupps klingelt das Telefon und derjenige ist am Apparat. Da gibt es also irgendeine Verbindung. Und genauso gibt es offensichtlich jemanden, der zuhört und antwortet, wenn ich auf meine sehr konkreten Fragen in meinen Gebeten sehr konkrete, später als sachlich… Mehr

Iris
1 Monat her

Die Bibel und die Gottesdienste sind _Werkzeuge_, die dazu führen sollen, dass wir den lebendigen Gott finden. Werden sie anders gebraucht – als „Kulturgut“, als „wissenschaftliche“ Studienobjekte, über die Theorien angestellt werden (und die in der Regel auch gleich als Wahrheiten hingestellt werden), führen sie vom Eigentlichen weg. Sie (Bibel, Rituale…) sollen uns dazu bringen, an Gott zu glauben. Wenn Gott, die Hoffnung, das Ziel, die endgültige Gerechtigkeit erforschbar und völlig klar ersichtlich wären, würden alle brav gehorsam sein; allerdings nicht, weil sie sich nach dem Richtigen sehnen und freie Entscheidungen treffen könnten, sondern weil es klar wäre, dass sie… Mehr