Einblicke in die jüngste Folge der ZDF-Krimiserie „SOKO Leipzig“, die am vergangenen Freitag unter dem Titel „Kowalski“ lief und darstellte, wie sich das Milieu Terrorismus verstellt und Sabotage an der Infrastruktur begeht. Unmittelbar danach wird der Terror Realität. Doch das ZDF will die Wahrheit nicht einmal im Film ansprechen.
„Guck mal hier: Das sind alles Berichte über die Anschläge der letzten Monate“, sagt die Kommissarin und zeigt auf eine Wand voller Zettel. „Deutschland Sabotage“, „Anschlag auf Strommast“, „Tipps zum Umgang mit Öffentlichkeit“. So sieht sie aus, die Terrorwelt des ZDF: Klebezettel, Merkzettel, ein bisschen Requisite, ein bisschen Haltung. Der Terror kommt aus dem Bastelraum.
„Was haben die blühenden Landschaften damit zu tun?“ fragt der Kommissar zurück.
„Soweit ich das verstanden habe, eigentlich nicht so viel. Außer, dass sie sich auf das Pariser Klimaabkommen berufen. Der Unterschied ist: Die einen sprengen Stromleitungen und Bahnstrecken und greifen Wirtschaftsunternehmen an, während die anderen friedlich protestieren.“ „Na ja. Immerhin kleben sie auf Straßenfesten, schreiben uns anderen vor, was sie zu tun haben.“ Sie: „Trotzdem: Es ist ja wohl ein Unterschied, ob man so was macht oder Dinge in die Luft sprengt, oder nicht?“
Einblicke in die jüngste Folge der ZDF Krimiserie „SOKO Leipzig“. Die lief am 2. Dezember unter dem Titel „Kowalski“ und stellte dar, wie sich die Öffentlich-Rechtlichen den Tagesablauf von Terroristen vorstellen, die Sabotage an der Infrastruktur begehen.
Es ist ein bizarrer Kontrast: Oben lieferte das ZDF im Abendprogramm Einblicke in dunkle Welten von Terroristen, und unten im Matsch am Teltowkanal versuchen Techniker in weißen Schutzanzügen zu retten, was zu retten ist.
Im ZDF-Krimi SOKO Leipzig „Kowalski“ verüben Terroristen Anschläge auf die Infrastruktur, in tiefen Baugruben in Berlin findet eine technische „Operation am offenen Herzen“ statt: Die Reparatur von massiven Schäden an der Stromversorgung.
Kollege Kommissar: „Schau mal, da stehen alle Aktionen drin, die sie in den letzten Wochen gemacht haben und die noch geplant sind. Also Blockade Ringstraße, Farbe, neues Rathaus, wie Flughafen usw. Aber von Sabotage steht da nichts.“
Sie: „Na ja, ist ja auch was, was man nicht unbedingt in sein Tagebuch schreibt.“
Ein anderer Kollege meint aus dem Auto aussteigend: „Also wenn ich das richtig sehe, hat das Ganze vor einem halben Jahr in NRW angefangen. In Leipzig gab es den ersten Anschlag vor fünf Monaten. Sabotage an der Bahnstrecke nach Halle. Und seit dem gab es noch vier weitere Anschläge. Bekannt hat sich jedes Mal eine Gruppe namens „Kommando fünf nach zwölf“.
Kollegin: „Sagt mir nichts.“ „Sie sind der Meinung, dass die beschlossenen Klimaziele nicht ausreichen. Dass es sowieso eigentlich schon viel zu spät ist und dass sie erst mit den Anschlägen aufhören wollen, wenn die Politik wirklich was ändert.“
Von Sabotageakten ist die Rede, von Hassmails im Internet und allerlei Irrungen und Wirrungen. Die Folge lässt uns an einer „Sitzung“ von „Aktivisten“ teilhaben: „Wir müssen nur verstehen, wie wir damit umgehen wollen. Ja, wir müssen endlich ein klares Zeichen gegen Gewalt abgeben. Nur weil andere Scheiße bauen.“
Terroristen futtern Pizza in rauhen Mengen: „Wir reden nicht von Scheiße bauen, sondern von Terror“, heißt es in irgendwelchen unaufgeräumten Zimmern. „Die Korrelation zwischen Vermögen, Ressourcenverbrauch und CO2-Emissionen ist evident. Der Angriff auf das Großkapital hat zumindest den richtigen Adressaten.“
Kaum war der Abspann in Mainz am späten Freitagabend gelaufen, wurde am Teltowkanal auch schon die Pyrotechnik scharf geschaltet. Die Brandsätze unter der Kabelbrücke gingen los und zerstörten wichtige 110kV-Leitungen.
Für „richtige“ Pyrotechnik hatte das ZDF dagegen wohl kein Geld. Auf spektakuläre Sprengungsbilder muss der Zuschauer verzichten. Von Anschlägen zeugen Klebezettel an Wänden.
Die Filmterroristen hinterlassen Bekennerschreiben. „Darin wird angekündigt“, so ein Kommissar, „dass die Anschläge weitergehen, bis sich eine Besserung einstellt. Und sie weisen darauf hin, dass die Sicherheit der Bevölkerung nicht gewährleistet werden kann.“
Und dann der große Twist des Krimis: Nein, linksextreme Ökoterroristen begehen keine Anschläge. Das würden sie niemals tun; die echten Terroristen sind im ZDF rechtsextreme „Reichsbürger“, die den Terror den Linken nur unterjubeln wollen.
Die Kommisare erkennen: „Ziel der Reichsbürger ist, unser System zu destabilisieren, den Leuten Angst zu machen und ihnen das Vertrauen in die Demokratie zu nehmen.“
Im Krimi heißen die Terroristen „Kommando fünf nach zwölf“. In der Realität nennen sie sich „Vulkangruppe“. Im Krimi warnen sie: Die Sicherheit der Bevölkerung ist nicht mehr gewährleistet. In Berlin war sie es tatsächlich nicht.
Und schließlich der kleine aber feine Unterschied: Im ZDF sind es rechtsextreme „Reichsbürger“, die Terror ausüben und sich als Linksextreme tarnen. In der Realität Linksextreme, die Bomben legen. Schließlich will das ZDF gesichert ideologisch einwandfreie Krimis auftischen.
Linksextreme, die Stromleitungen anzünden, passen nicht ins moralische Inventar des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Also kommen sie nicht vor. Stattdessen wird die Realität umetikettiert. Der Terror wird nicht erklärt, sondern umgebucht.
Hauptsache, das Weltbild bleibt sauber. Während in Berlin reale Kabel brennen, löscht das Fernsehen lieber die falsche Ideologie.
Die verkehrte Welt der Öffentlich-Rechtlichen: Beim ZDF explodiert nichts – außer der Wirklichkeit.





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Wie minderbemittelt – geistig und materiell – muss ein Schauspieler sein, der sich für sowas hergibt?
„Beim ZDF explodiert nichts – außer der Wirklichkeit.“
Zeit, dass die öffentlich-rechtlichen „explodieren“!
Und genauso denkt, fühlt und wählt dann auch der interessierte Fernsehdemokrat.