Maybrit Illner: „Claus Kleber steht. Das ist doch mal die Aussage des Tages!“

Das sagte Maybrit Illner. Und weil das so ist, wollen wir gleich mit dem Satz des ZDF-Mannes beginnen, der sich im Dunklen und relativ einsam vor dem Weißen Haus herumtrieb und seine Stimmung so wiedergab: „Ich spüre Trauer, Verzweiflung und Resignation.“

Screenshot ZDF

Um den Leser gleich an dieser Stelle ein wenig aufzuheitern, schieben wir die hübsche Geschichte vom US-Großinvestor Carl Icahn ein, der die Trump-Siegesparty frühzeitig verließ, um eben schnell eine Milliarde Dollar in den Aktienmarkt zu schieben, der nach der Hillary-Niederlage spontan um 5 Prozent eingeknickt war. Während wir also Illners Belehrungen lauschen, hatte der clevere Carl bereits dreistellig Profit gemacht. Amerika halt.

„Trumps Triumph – Was steht auf dem Spiel?“ sollten die Gäste diskutieren, doch schon bei den Geladenen war der Wurm drin. Wen interessiert die Meinung von Katharina Nocun, die mal bei den Piraten war? Den Verfasser dieser Zeilen nicht. Obwohl sie in Tychy, Polen, geboren war (kleiner, blöder Namens-Scherz…).

Fred Kempe vom Atlantic Council ist ein netter Kerl, aber wenn es um Trumps zukünftige Politik geht, weiß er davon genauso wenig, wie Sigmar Gabriel von Wirtschaft versteht.

Deutsche Diplomatie Oh My God (OMG)

Überhaupt die Sozis! Chefdiplomat Steinmeier schaffte es nicht einmal, ein Glückwunschtelegramm abzuschicken und trat sich damit selbst in die Spott-Tonne. Gabriel delirierte von einer „autoritären und chauvinistischen Internationale“, und Stegner kotzte sich derart bei Twitter aus, dass die Sozialdemokraten sich in Zukunft besser Asozialdemokratische Partei nennen sollten. Zu Illner kam aber keiner, da waren die Sozis so unsportlich wie Hillary, die sich am Wahlabend ihren Unterstützern auch nicht zeigen mochte.

Der überaus sympathische Trump-Wähler Nicholas Smith, der in Essen ein Restaurant betreibt, war zum zweiten Mal in der Sendung und gab die perfekte Visitenkarte eines höflichen Migranten ab. Er erlaubte sich lediglich den Hinweis, dass die Belehrungen von Frau Mörkel nicht gerade der optimalste Beginn für eine entspannte Arbeitsatmosphäre mit dem zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten sei.

Martin Richenhagen, der einen US-Landmaschinenkonzern leitet, war gerade im Lande, da schaute er auch mal eben bei Illner rein. Selbst dem Top-Manager war aufgefallen, dass die Presse alle Realitäten ausgeblendet und „nur Wunschwelten“ berichtet hatte, und am Ende des Wahltages entsprechend blöde aus der Wäsche schaute.

Hillary von der Leine

Nein, natürlich haben wir SIE nicht vergessen. Ursula von der Leyen, unsere Hillary von der Leine. Schmallippig wie dickköpfig zischte sie ihre bekannte Weltsicht hinaus. Rechtspopulist. Schock. Schlimm auch, dass der Trump „gar keine Erfahrung“ im politischen Geschäft habe. Wir wollen uns mit ihr etwas näher beschäftigen, immerhin hat sie tatsächlich ein Ministeramt inne.

„Wir müssen das respektieren“, sagte sie allen Ernstes, und mit „das“ meint sie das Wählervotum in den USA. Dann hören wir, dass sie sich trotz all ihrer beruflichen Erfahrung – die Trump ja fehlt – bei der US-Wahl „wie beim Brexit geirrt“ habe.

Und dann sagte die Frau, die ohne amerikanische Berater nicht mal eine Bundeswehr-Kita leiten kann, ohne den leisesten Anflug von Humor: Bei ihr habe sich noch niemand vorgestellt vom Trump-Team.

Hier machen wir wieder einen kleinen Einschub. Statt sich bei Frau von der Leine vorzustellen, hat sich Trump erst mal sein neues Büro im Weißen Haus angeschaut. Wahrscheinlich wird der Baulöwe im Kopf schon mal umgestalten, ein bisschen mehr Blattgold hier, und ein deutlich protzigerer Schreibtisch da. Die schönste First Lady seit Jacky plauderte unterdessen mit Michelle, während der kleine Barron maulte, die Zimmer seien alle doch recht klein.

So geht halt Demokratie

Längst haben Hillary und Barack Donald gratuliert und die Amerikaner aufgerufen, gemeinsam hinter dem neuen Präsidenten zu stehen. So geht halt Demokratie. Angela Merkel kennt das offensichtlich noch nicht lange genug, zu prägend wohl die Jahre in der Deutschen Demokratischen Republik, deshalb sah sie sich genötigt von Trump „Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung“ einzufordern (wann sagt sie das Erdogan?).

Für Nicholas Smith aber wurde „ein Traum wahr“, den man absehen konnte, wenn man die Energie bemerkte, mit der Trump zu Wahlwerke schritt. Fred Kempe pflichtete insoweit bei, als die Trump-Jahre ein Albtraum, aber auch ein Traum werden können. Die ersten Schritte seien positiv. Und er wies Frau von der Leyen darauf hin, dass „Europa Amerikas Erneuerungsstärke“ unterschätze.

Die Oberkommandierende will, selbst wenn die USA nicht länger Weltpolizist spielen wollen, nicht von ihren Kriegsträumereien lassen. Ganz die alte Kampfdrohne ohne genaue Flugbahn, als die wir sie kennen, hofft sie jetzt auf Europa. Die Amis haben eh alles falsch gemacht. „Man muss schon einen Aufbauplan in der Tasche haben, wenn man so einen Einsatz fährt“, tadelte sie. Mit „Einsatz fahren“ meinte sie den Irakkrieg, den sie natürlich ganz anders gewuppt hätte. Und was sie mit Europa meint, wollen wir uns gar nicht ausmalen. England raus, Frankreich eigenbrötlerisch, und Juncker und Schulz an der Spitze. Gott nein!

Wir wollen froh sein, dass sich die Amis den Illner-Quatsch nicht anschauen. Die sind ja doch eher romantisch und sensibel und können leicht mal überreagieren.

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