Die Geschichte vom unbarmherzigen Samariter

Jesus Geschichte ist eine ganz andere als die der Samariter von heute.

imago images / epd

Ein Mann war unter die Räuber gefallen, das war auf dem Weg zwischen Jerusalem und Jericho. Da kam einer, lud ihn auf sein Lasttier und brachte ihn in die Stadt. Dort machte er großes Aufheben von seiner Barmherzigkeit und ließ sich feiern.

Dann rief er in die Stadt: „Hier bringe ich euch einen Mann, der unter die Räuber gefallen ist, etwas entfernt vor euren Toren. Ihr müsst ihn pflegen und bei euch behalten und ihm förderhin geben, was er zum gelingenden Leben in eurer Stadt benötigt.“

Da sprachen die Leute von Jericho: „Hast du nicht selbst genug, um für diesen aufzukommen, den du gerettet hast?“

Da sprach jener: „Von meinem Geld will ich lieber ein zweites Lasttier kaufen, um damit weitere Beklagenswerte zu euch zu bringen. Denn die Not da draußen ist unermesslich. Ich werde weiter das Gute tun. Nun seid ihr dran.“

Da wollten einige Leute aus der Stadt sein Lasttier an die Leine legen. Da schrie jener mit erboster Stimme: „Ihr Schlangenbrut! Euer Egoismus schreit zum Himmel. Ich werde euch so viele Beklagenswerte bringen, bis ihr endlich so gut werdet wie ich.“ Und er ging selbstsicher seiner Wege.

Nachtrag: Jesus erzählt die Geschichte anders:

„Und der barmherzige Samariter brachte den Überfallenen in eine Herberge und pflegte ihn. Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme“, Lukas-Evangelium 10,34f.

Indem Jesus die Moral an die eigenen finanziellen Ressourcen bindet, verhindert er, dass die Moral inflationär-übergriffig und damit tyrannisch-zerstörerisch wird.

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Kommentare ( 115 )

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115 Kommentare auf "Die Geschichte vom unbarmherzigen Samariter"

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Genau so ist es. Oft geht das Problem über die Finanzierung hinaus, wie hier ein fangfrisches Beispiel aus der Essener City.
https://www.youtube.com/watch?v=CvoSgO88T9Y

Geht sofort an unsere Pfarrerin raus. Herzlichen Dank!

Die Geschichte des unbarmherzigen Helfers des unbarmherzigen Samariter:“Seine Mission ist geglückt
Die „Sea-Watch 4″ steuert den Hafen von Palermo an. Für seinen Einsatz auf dem Rettungsschiff hat sich Jakob Frühmann als Religionslehrer freistellen lassen.“ https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-09/seenotrettung-sea-watch-4-rettungsschiff-mittelmeer-religion

Nun ja, es dauert etwa 10 Minuten um aus der Kirche auszutreten. Warum mästen wir weiter diese widerlichen Pfaffen, die verachten?

Das Merkel Regime unterstützt heute noch die Weißhelm Terroristen ala Nusra, Al Kaida, Al Sham, alle Uiguren und wie diese Verbrecher alle heißen, in Idlib und zwar mit deutschen Steuergeld.

Kauder und Marx, zwei wahre christliche Menschenfreunde, ohne Russland wären die Christen und andere Minderheiten hilflos dem IS ausgeliefert worden. Danke Merkel und Maas.

Mann oh Mann ist das ein kirchliches Gesindel, auf die Frage an Bischof Marx wann endlich die Sanktionen gegen die syrische Bevölkerung aufgehoben werden, kam die Antwort erst wenn Assad weg ist.

Die Pfarrerstochter A. Merkel hätte noch eine andere Lesart des Evangeliums. Sie las: „Da kehrte der Samariter um, trat vor den Bundestag von Samaria und sprach: Liebe KollegInnen, da liegt ein Mensch, der der Hilfe bedürftig ist. Drum auf, lassen uns das Geld der Steuerzahler nehmen und ihm davon reichlich spenden! Und so geschah es.“

Nach er diese Geschichte vom barmherzigen Samariter gehört hatte fragte Bedford-Strohm: “ Wer zum Teufel ist dieser Jesus? „

Sehr geehrter Herr Zorn,
Glückwunsch zu dieser Glosse, …die aber leider keine mehr ist !

Und im Rahmen der Neuinterpretation der Bibel und der aktuell herausgegebenen Handlungsanweisungen der ev. Kirche ist es nur eine Frage der Zeit (wahrscheinlich nicht mehr lange), bis das „Lukas-Evangelium 10,34f.“ ersatzlos gestrichen und gegen das von Ihnen zuerst zitierte „Seawatch-Evangelium“ ersetzt wird; …wobei evtl. das ein oder andere im Text noch richtig „gegendert“ werden muss !