Erst machten immer neue Vorschriften den Kleinwagen unrentabel. Jetzt soll er Europa retten. Während die Hersteller alte Erfolgsmodelle wiederbeleben, erobert China den europäischen Automarkt.
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Pariser Autosalon: Es soll eine Rückkehr zum Kleinwagen geben. Der wurde nicht mehr gebaut, weil er sich für die Hersteller nicht mehr rechnete. Ins Gigantische aufgeblasene Brüsseler Vorschriften, welche Techniken natürlich nur zum Schutz von Insassen und Umwelt eingebaut werden müssen, ließen beliebte kleinere Wagen unrentabel werden. Ein gutes Beispiel war der beliebte Ford Fiesta. Aufwendige Abgasreinigungsanlagen etwa ließen sich teilweise auch platztechnisch kaum mehr unterbringen.
Jetzt hoffen Europas Autobauer zum Pariser Autosalon auf Entlastung ausgerechnet durch China. Peking und Brüssel wollen sich grundsätzlich darauf verständigt haben, chinesische Hybridauto-Exporte in die EU zu begrenzen. Nach Angaben der EU könnten die Lieferungen über vier Jahre um mehr als die Hälfte unter den bislang erwarteten Mengen liegen. Wie die Begrenzung umgesetzt wird, bleibt offen.
Allerdings bauen chinesische Autohersteller ihre Autos einfach in Europa – mitten im Streit um neue Importgrenzen. Der chinesische Hersteller Leapmotor bestätigte am Montag auf dem Pariser Autosalon den Produktionsstart seines vollelektrischen SUV B10 im spanischen Saragossa. Gemeinsam mit Stellantis nutzt er dort bestehende Fabrikinfrastruktur. Aus bisherigen Ausbauplänen ist damit nach Unternehmensangaben tatsächliche Produktion geworden.
Auch Xpeng will seine europäische Fertigung ausweiten. Die bisherige Auftragsproduktion bei Magna in Österreich reiche nicht aus, erklärte Vizepräsident Yeqing Zheng gegenüber Reuters. Innerhalb weniger Monate soll über eine weitere Produktionslinie entschieden werden. Standort, Investitionssumme und Produktionsbeginn stehen noch nicht fest.
BYD prüft unterdessen Frankreich als möglichen Standort für ein weiteres Werk. Konzernmanagerin Stella Li verwies auf die vergleichsweise günstigen französischen Energiepreise. Eine verbindliche Investitionsentscheidung gibt es nicht.
Gleichzeitig präzisierte Brüssel die geplante Einfuhrbremse für chinesische Hybridautos: zunächst 350.000 Fahrzeuge jährlich, danach sechs Prozent mehr pro Jahr, befristet auf vier Jahre. Die Regelung könnte im Dezember greifen, ist aber noch nicht in Kraft. Die angekündigte Halbierung bezieht sich auf prognostizierte rund 800.000 chinesische Hybridimporte im Jahr 2026 – nicht auf bereits tatsächlich importierte Fahrzeuge.
Für Volkswagen und andere deutsche Hersteller verschärft sich damit der Wettbewerb: Importgrenzen allein sichern keine deutschen Arbeitsplätze. Entscheidend wird, wo künftig Autos und Komponenten entwickelt und produziert werden.
Denn der Druck auf Volkswagen, Renault und Stellantis steigt: Chinesische Marken erreichten laut Bloomberg im August fast zwölf Prozent des europäischen Neuwagenmarktes. Von Januar bis August wurden demnach rund 770.000 Autos und leichte Nutzfahrzeuge aus China in die EU eingeführt – fast drei Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum.
In Paris setzen die Europäer auf günstigere Modelle. Dacia präsentiert den neuen elektrischen Spring für weniger als 18.000 Euro in Frankreich. Produziert wird er in Slowenien; bei der Entwicklung halfen Ingenieure in China. Stellantis kündigt mehr als 60 Fahrzeuge von acht Marken an.
Doch die fatale Abhängigkeit bei Elektroautos bleibt: Nur China liefert die wichtigen Batteriematerialien und Magnete.
Der Pariser Autosalon endet am kommenden Sonntag. Die Zahl der Aussteller ist wieder höher als beim letzten Mal, und mit Ausnahme von BMW, Toyota und Nissan sind alle großen westlichen Hersteller vertreten.
Citroën: Die „Ente“ kehrt zurück – elektrisch und möglichst billig
Der Citroën 2 CV Concept gehört zu den auffälligsten Neuheiten. Stellantis, zu dem auch Citroën gehört, ist mit acht Automarken vertreten und zeigt eine Neuauflage der Ente. Die 3,76 Meter lange Studie soll ein in Europa gebautes Modell vorbereiten, das bis 2028 ins Programm kommt. Citroën nennt rund 15.000 Euro als angestrebten Einstiegspreis. Zu diesem Preis soll er auch in Europa hergestellt werden können. Für das Auto sollen Gleichteile aus dem Konzern verwendet und einiges vereinfacht werden.
Bemerkenswert ist die technische Leitidee: wie bei der ersten Ausgabe der „Ente“ kaum überflüssige Ausstattung, einfache und reparaturfreundliche Bauteile. Das wäre eine Gegenbewegung zum immer größeren, schwereren und teureren Auto. Aber immerhin wieder mit Stoßstangen vorn und hinten, die ja fast vollständig verschwunden sind und wulstigen Kunststoffverkleidungen Platz gemacht haben. Die sind mit jeder Menge Lidar-, Radar- und Kamerasensoren vollgestopft, sodass vor allem Reparaturen auch nach leichten Remplern exorbitant teuer werden.
Dieser legendäre Kleinwagen allerdings soll künftig elektrisch angetrieben werden. Gewicht mit Batterie: eine Tonne. Die alte Ente wog etwa die Hälfte. Immerhin ist damit Citroën ein guter Marketinggag gelungen. Beide sind zunächst Studien

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Volkswagen-Konzern: Vier kleine Elektroautos auf gemeinsamer Grundlage
Sie hören auf die netten unaussprechlichen Namen Cupra Raval, VW ID. Polo, Škoda Epiq und VW ID. Cross und treten erstmals gemeinsam als elektrische Kleinwagenfamilie auf. Industriepolitisch steckt die Nachricht weniger im einzelnen Design als in der Organisation dahinter: mehr als 80 Prozent gemeinsame Komponenten und Technologien, drei Marken, Fertigung in Martorell und Pamplona in Spanien. Immer schwieriger ist es für Autohersteller, sich von chinesischen Herstellern zu unterscheiden. Ein SUV sieht so ähnlich aus wie alle anderen, ebenso ergeht es den Limousinen. Kein Wunder, ist doch die Ausbildung von Autodesignern ähnlich, die technischen Grundlagen gelten weltweit und die Aerodynamik ist auch gleich.
Der Konzern meldet für die Modellfamilie knapp 150.000 Bestellungen.
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Der Škoda Epiq wird noch als seriennahes Konzeptfahrzeug bezeichnet.
Der Tiguan wird elektrisch – der Verbrenner bleibt daneben
Volkswagen präsentiert außerdem den ID. Tiguan, der Anfang 2027 starten und die bisherigen ID.4 und ID.5 ablösen soll. Der Hersteller nennt bis zu 600 Kilometer WLTP-Reichweite und die Fertigung in Emden.
Der bisherige Tiguan mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieben bleibt parallel im Angebot. Volkswagen verbindet einen bekannten Modellnamen mit dem Elektroantrieb, gibt aber die anderen Antriebsarten in dieser Baureihe nicht gleichzeitig auf. Das ist ein konkretes Beispiel für eine mehrgleisige Produktstrategie.
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Foto VWDacia: Elektro unter 18.000 Euro – und ein neues Hybridmodell
Dacia stellt die nächste Generation des Spring heraus: europäische Produktion und ein angekündigter Einstieg unter 18.000 Euro. Die kommunizierte Preisangabe bezieht sich auf Frankreich; daraus lässt sich noch kein entsprechender deutscher Endpreis ableiten.
Daneben steht der Striker, ein etwa 4,62 Meter langer Crossover mit Hybridantrieben. Hier nennt Dacia einen französischen Einstiegspreis unter 25.000 Euro. Die Kombination ist interessant: Dacia beantwortet die Kostenfrage nicht mit einer einzigen Antriebstechnik, sondern mit unterschiedlichen Angeboten für unterschiedliche Käufer.
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Foto DaciaOpel stellt auf dem Pariser Autosalon elektrische Sportmodelle und eine neue Kombi-Studie in den Mittelpunkt. Der STX Concept, ausgeschrieben „Sports Tourer eXperimental“, zeigt die künftige Designsprache der Marke: eine weiterentwickelte Fahrzeugfront, auffällige Lichtanimationen und ein steil abfallendes Heck. Bewegliche Aerodynamikelemente sollen Luftwiderstand und Verbrauch senken sowie die Fahrstabilität verbessern. Einen Serienstart oder Verkaufspreis nennt Opel nicht.
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Bereits bestellbar ist dagegen der Corsa GSE, der in Paris seine Messepremiere feiert. Der Elektro-Kleinwagen leistet 207 Kilowatt beziehungsweise 281 PS und beschleunigt laut Hersteller in 5,5 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 180 km/h. Sportfahrwerk und ein eigens entwickelter künstlicher Fahrsound sollen das sportliche Profil unterstreichen.
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Die zweite Weltpremiere betrifft den Motorsport: Opel zeigt den Formel-E-Rennwagen GSE 27FE erstmals im endgültigen Wettbewerbsdesign. Er verfügt über permanenten Allradantrieb und mehr als 800 PS. GSE steht für „Grand Sport Electric“.
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Beim Astra bedeutet das Kürzel allerdings nicht automatisch Elektroantrieb. Die neue Ausstattungslinie GSE Line startet im Frühjahr 2027 und bietet sportliche Optik unabhängig von der Motorisierung. Sie lässt sich mit Batterieantrieb, Plug-in-Hybrid, Hybrid oder klassischem Verbrennungsmotor kombinieren. Die Kunden sollen damit das sportliche Erscheinungsbild wählen können, ohne sich auf einen bestimmten Antrieb festlegen zu müssen. GSE Line bezeichnet hier also eine Ausstattung, nicht zwingend ein besonders leistungsstarkes Elektroauto.
Foto StellantisErgänzt wird der Auftritt durch elektrische SUV: den Mokka GSE mit 281 PS, den allradgetriebenen Grandland Electric AWD mit 325 PS und den Frontera Electric Extended Range. Für Letzteren nennt Opel bis zu 400 Kilometer WLTP-Reichweite bei 52 Kilowattstunden nutzbarer Batteriekapazität. Die tatsächliche Reichweite hängt von den Einsatzbedingungen ab, heißt es vielsagend.
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Alfa Romeo
Die Farbe Rot herrscht auf dem Stand von Alfa Romeo vor. Der ebenfalls zum Stellantis-Konzern gehörende italienische Autobauer stellt ein spektakuläres Konzeptfahrzeug Cuorerosso („Rotes Herz“) und einen Supersportwagen vor. Es soll die Gestaltung künftiger Modelle prägen, nimmt aber ausdrücklich kein konkretes Serienauto vorweg. Vorgesehen sind neben reinen Elektroantrieben auch Plug-in-, Mild- und Vollhybride.
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Markenchef Santo Ficili spricht von einer Zukunft, „die unterschiedlichen Antriebslösungen offensteht“. Denkbar ist laut Hersteller beispielsweise ein 2,9-Liter-V6-Benziner mit Vollhybridtechnik und Allradantrieb. Eine verbindliche Serienankündigung ist das nicht. Der Anspruch: Elektrifizierung soll Fahrfreude und Sportlichkeit unterstützen, nicht den Charakter der Marke verdrängen.
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Einen Verbrenner gibt es dagegen beim Supersportwagen 33 Stradale. Sein Biturbo-V6 leistet mehr als 630 PS. Laut Alfa Romeo beschleunigt der Wagen in weniger als drei Sekunden auf Tempo 100 und erreicht bis zu 333 km/h. Gebaut werden nur 33 Exemplare, die bereits ausverkauft sind. Das Pariser Ausstellungsstück trägt ein besonderes Dekor: Kleeblätter und florale Motive mit glänzenden und matten Oberflächen erinnern an Damaststoffe.
Näher am regulären Angebot liegt die bereits verfügbare Sonderserie Luna Rossa für Junior, Tonale, Giulia und Stelvio. Sie ist nach dem italienischen Segelteam im America’s Cup benannt. Die Sondermodelle erhalten eine von der Rennyacht inspirierte Farbgestaltung, spezielle Innenraumdetails und angepasste Sitzbezüge.
Die Verbindung zur eigenen Geschichte stellt ein Spider von 1966 her: Der als „Duetto“ bekannte Roadster feiert seinen 60. Geburtstag. Seine Form stammt von Pininfarina, die Technik weitgehend von der damaligen Giulia. Ergänzt wird der Auftritt durch die „Bottega Alfa Romeo“, in der Besucher Materialien und Gestaltungselemente kennenlernen.
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Die Messe bleibt bis zum 18. Oktober geöffnet.


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