Keine Gemeinsamkeit der Demokraten

Die politische Geschichte der Bundesrepublik ist geprägt durch das Pathos von der Gemeinsamkeit der Demokraten - gewachsen im Bewusstsein der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Doch nun ist an Stelle der Gemeinsamkeit die „Alternativlosigkeit“ getreten und die moralische Überhöhung des Regierungs-Standpunktes. Mit #NazisRaus kriegt die Spaltung zusätzliche Schärfung.

 
Die politische Auseinandersetzung in Deutschland wird zunehmend gewalttätig. Parteibüros werden attackiert, Autos von Politikern ramponiert oder zerstört, immer häufiger Personen angepöbelt und angegriffen. Am Anfang steht bekanntlich das Wort. Wer den politischen Gegner ständig als „Nazi“ beschimpft, darf sich nicht wundern, wenn darüber die Hemmschwelle für Gewalt immer weiter abnimmt – und kann sich dann aber auch nicht hinter der Formel verstecken: „Das habe ich nicht so gewollt“.

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Kommentare ( 72 )

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Ich bin rechts, in der neuen Sprüchewelt ein Nazi, weil ich …. Freiheit als Freiheit zu, als Freiheit für verstehe und nicht wie die Linke seit altersher als Freiheit von (Betütelung). Weil ich die Wirtschaft, im Gegensatz zu den Libertären, wohlgemerkt nicht den Liberalen, unter das Gebot der Verantwortung gestellt sehen will. Und ich bin nicht zuletzt rechts, weil ich unter gar keinen Umständen unter die Tradition der rotbemützten Kopfabhacken von 1789 fortfolgende einreihen will; in die Tradition der jakobinischen Kopfabhacker, der Gewaltaffinität, die die „moderne“ Linke, mal weniger, meistens etwas mehr, im Verlaufe fast 250 Jahren immer gekennzeichnet hat.… Mehr

Die Spaltung ist Realität und die Kluft ist tief, weil die politischen Meinungsverschiedenheiten, primär, aber nicht ausschliesslich, von links-grüner Seite, sehr stark emotionalisiert werden. Dem kann man nur mit sachbezogener Nüchternheit begegnen. Andererseits kann man heute lesen, dass Boris Palmer die AfD-Wähler als Demokraten anerkennen will. Es gibt als immer auch Grund zur Hoffnung.

@bkkopp
Auf diesen Trick der Grünen sollten Sie nicht herein fallen.
Herr Palmer liegt mit seiner Auffassung richtig. Aber leider ist dies ganz bestimmt nicht die Auffassung seiner Partei. Wenn seine Mitgliedschaft bei den Grünen überhaupt noch Sinn macht, dann ist sie darin begründet, zweifelnde Wählerstimmen für die Grünen einzufangen.

Der Kern des Übels sind dreierlei: 1. Die undemokratische Alternativlosigkeit der Inhaberin des Amtes des deutschen Bundeskanzlers. 2. Die massenhaften fatalen Fehlentscheidungen bar jeden Sachverstands (Energie, Migration, Umwelt, Kriminalität, Bildung, soziale Sicherung etc. etc.). 3. Die Verankerung des Linksextremismus und latenter OK-Strukturen in nicht geringen Teilen der Grünen und der SPD. Allesamt wird die Demokratie und die Marktwirtschaft zerstören. Daß sich die deutsche Wirtschaft dies still anschaut, läßt einen stark an ihr zweifeln. Daß die Konservativen in der Politik, dies mittragen macht sie mitschuldig. Es wird Zeit, für Werte und Interessen nicht nur einzustehen, sondern zu handeln. Oder alle gehen… Mehr
‚Demokratie‘ scheint das zu sein, was wenige als solche definieren. Und ‚Nazi‘ ist der, der diesen Sch*** nicht toleriert. Und wenn er ihn nicht toleriert, ist er automatisch ‚Nazi‘. Jeder der offene Grenzen sch*** findet ist ‚Nazi‘, jeder, der die Plünderung der Sozialsysteme aus genau diesem Grund heraus ablehnt, ist ‚Nazi‘ (wohlwissend, dass ein Sozialsystem nur dann funktionieren kann, wenn es fast ausschließlich den Inländern zugute kommt). Jeder, der es nicht toleriert, dass Frauen zunehmend im offenen Raum bedroht und begrabscht werden, ist ‚Nazi‘ (die paar kleinen Opfer zwischendurch muss man ja bringen). Okay, das ist ‚Demokratie 2019‘. Wer nicht… Mehr

Auch bei Welt Online liest man zunehmen kritische Artikel zur Nazi-Hysterie und zum Linksextremismus
https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus186847368/Nazis-raus-Die-Logik-der-Vertreibung-ist-grundgesetzwidrig.html

Wie Sie schon bemerkten, ist jeder, der mit der seit ca. 14 Jahren getätigten Politik, welche links-grün-von Union und SPD praktiziert, um alle Koalitionsoptionen offenzuhalten, nicht einverstanden ist ein Rechtspopulist oder gleich ein Nazi. Soweit so schlecht. Doch was ist eigentlich ein Rechter? Als die bundesrepublikanische Parteienwelt noch übersichtlich war, standen links der Mitte die SPD, aus deren Rippen sich dann noch die Grünen schnitten. rechts der Mitte standen die FDP, CDU und bis zum rechten Rand die CSU. Rechts der Mitte war also ab der CDU alles konservativ, CSU erzkonservativ und keiner wäre auf den Gedanken gekommen CDU/ CSU… Mehr
David Easton und Gabriel Almond gehören zu den Begründern des Funktionalismus in der Politikwissenschaft, also des Forschungsansatzes, der Phänomene im politischen System nach ihrer Funktion für das Ganze betrachtet. So sollten wir auch die „nazisraus“-Kampagne des deutschen Mainstreams sehen. Es ist einfach das vorwiegende Herrschaftsintrument. Das maostische China nutzte regelmässige politische Kampagnen zur Kontrolle von Funktionären und Bevölkerung, Stalin schüchterte potentielle Gegner mit willkürlichen Terrormassnahmen ein („Ärzteverschwörung“, Säuberungen der Rotarmee von „verräterischen“ Offizieren…). Motto: Schlage einen, diszipliniere viele. Die linke Mainstream-Elite praktiziert eine Art „Stalinismus light“, wie er in einem noch vorhandenen Rechtsstaat gerade eben so möglich ist – dabei… Mehr
Ich war im Dezember 1989 als Vertreter des DA mal ins Landratsamt Waldeck-Frankenberg gefahren, weil ich gehört hatte, daß das unser Partnerkreis werden wird. Landrat Bökemeier (SPD) war sehr nett. Aber es waren zufällig gerade drei SPD-Landtagsabgeordnete im Haus. Die habe ich angesichts der Lage im Osten auf die „Einheit der Demokraten“ angesprochen. Mit Zielrichung auf zukünftige Mehrheiten im Osten. Da bekam ich schon 89 die glatte Abfuhr. Wenig später war eine SPD-DGB-Delegation aus Fulda in Weimar. Die waren ganz heiß auf SED und FDGB. Von den Weimarer Sozialdemokraten der ersten Stunde hat das keiner verstanden. Die haben nur mit… Mehr

Sehr schön! Nur bei ca. 5:48 meinen n ist ein Fehler. Die AfD ist nicht gegen diesen Staat. Sie will ihn wieder herstellen, und zwar in gesetzesgemäß funktionierender Weise. Dies ist zur Zeit ja leider auf vielen Feldern nicht der mehr Fall.

Habe diese Sendung nur am Anfang gestreift, dann aber bemerkt, dass Herr Tichy mit in der Runde saß. Das veranlasste mich dann zu bleiben, was ich aber nur deshalb ertragen wollte, um zu wissen, wie die Legendenbildung bei dem besprochenen Thema sich fortentwickelt. Habe den Schalter für Emotionen bei mir auf „aus“ gestellt und war so in der Lage diesem niveaulosen Geschwätz mehrerer Teilnehmer wenigstens ohne mich aufzuregen zu folgen. Lediglich am Gesichtsausdruck des, mit Verlaub, einzigen ernst zu nehmenden Teilnehmer, Herrn Tichy, konnte ich ablesen, wie schwer es ihm fallen musste sich die steilen Thesen dieser „Intelektuellen“ anzuhören, ohne… Mehr