IDF-Sprecher Arye Sharuz Shalicar: „Das ist eine Riesenschweinerei“

Die israelische Armee steht tief in Gaza – was passiert jetzt? Sandro Serafin im Gespräch mit dem Sprecher der IDF, Arye Sharuz Shalicar, über die Ziele im Gazastreifen, neue Angriffe der Hisbollah und den bequemen Abstand der Deutschen zum Überfall vom 7. Oktober.

Screenprint: via X/aryeshalicar

Mehr als 100 Tage sind seit dem Hamas-Terrorangriff auf Israel mit 1.200 Toten vergangen. Die israelische Armee ist mit einer Bodenoperation tief in den Gazastreifen eingedrungen. Doch nach wie vor fliegen Raketen auf israelische Zivilisten. Und noch immer sind mehr als 130 Geiseln in den Händen der Islamisten.

Gleichzeitig feuert die Hisbollah-Terrormiliz aus dem Libanon täglich Geschosse nach Israel. Es droht ein weiterer Krieg. Für TE stellt Sandro Serafin Fragen an Arye Sharuz Shalicar, Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). Der Sohn iranischer Juden wurde 1977 in Göttingen geboren und wuchs in Berlin auf. 2001 wanderte er nach Israel aus.

Tichys Einblick: Herr Shalicar, der Krieg hat Sie als Sprecher der Reserve zurück in den Armee-Dienst geholt. Wie haben Sie die vergangenen gut 100 Tage erlebt?

Arye Sharuz Shalicar: Es ist eine sehr intensive Zeit, die in die Geschichte Israels und des jüdischen Volkes eingeht. Wegen des Ausmaßes der Katastrophe am 7. Oktober. Das war eine Art Kollektivmassaker. Jeder im Land ist mit jemandem verbunden, der entweder ermordet, evakuiert oder entführt wurde. Dieses Gefühl der kollektiven Ohnmacht hat das ganze Land auf den Kopf gestellt. Für mich persönlich ist jetzt daher umso mehr die Zeit, in der ich Einsatz zeigen muss und will. Weil ich fühle, dass ich es den Menschen, die ermordet wurden und die als Geiseln gehalten werden, schuldig bin – es hätten auch meine Kinder sein können.

Sie haben in dieser Zeit deutschen Medien viele Interviews gegeben. Zudem haben Sie Politiker wie Annalena Baerbock oder Markus Söder durch die zerstörten Ortschaften an der Grenze begleitet. Haben Sie den Eindruck, dass Medien und Politik wirklich verstehen, was dieser Krieg für Israel bedeutet?

Naja, Sie wissen, wie es ist: Wenn die Schlinge nicht um den eigenen Hals liegt, betrachtet man Dinge in der Regel aus einem gewissen Abstand. Erst wenn die Pistole auf Sie selbst zielt, fühlen Sie, was das bedeutet. Trotzdem glaube ich, dass sehr viele deutsche Politiker und Journalisten verstehen, was hier passiert ist. Allerdings verschwimmen leider in der Darstellung immer wieder Ursache und Wirkung – man relativiert sehr schnell. Nach dem Motto: Kann das denn nicht endlich mal aufhören.

Tatsächlich erleben wir teils, dass Politiker fast schon operative Tipps an die israelische Armee verteilen. Das Auswärtige Amt hat Ihnen persönlich Mitte November via X erklärt, was gut für Israels Sicherheit sei und was nicht. Wie kommt das bei Ihnen an?

(seufzt) Wie gesagt: Aus dem bequemen Abstand ist es immer sehr einfach, Ratschläge zu erteilen. Das machen nicht nur Deutsche, sondern viele weltweit. Teilweise weil sie wirklich helfen wollen. Manchmal entspringt es aber einer überheblichen Haltung, mit der sie nichts beitragen können. Dann gibt man einfach nur dummes Zeug von sich. Es ist von der Situation abhängig. In der Regel sind Ratschläge von Freunden herzlich willkommen, auch Kritik, wenn sie im Rahmen ist. Was ich persönlich aber überhaupt nicht tolerieren kann, ist, wenn man zum Beispiel das Massaker vom 7. Oktober mit unserer Reaktion im Gazastreifen gleichsetzt. Das ist der Anfang einer Täter-Opfer-Umkehr.

Schauen wir auf die aktuelle Lage: Das von der Regierung zu Beginn des Krieges ausgegebene Ziel lautet, die Hamas zu zerstören. Wie nah sind Sie diesem Ziel bereits gekommen?

Zerstören heißt nicht, dass man die letzte Rakete, den letzten der zehntausenden Terroristen, den letzten Tunnelschacht ausfindig macht. Es geht darum, die Kommandeure der Bataillone und Brigaden und einen Großteil der Terrorinfrastruktur so sehr außer Gefecht zu setzen, dass die Hamas nach dem Krieg den Gazastreifen nicht mehr regieren und nicht noch einmal ein derartiges Massaker anrichten kann. Man kann jetzt das halbvolle oder das halbleere Glas betonen. Halbleer bedeutet: Wir haben die Terrorchefs – von Jachja Sinwar bis Mohammed Deif – noch nicht gekriegt; 136 Geiseln sind noch gefangen; es werden immer noch Raketen geschossen; es gibt noch mehrere Bataillone der Hamas in Rafiach im Süden des Gazastreifens.

Was aber bedeutet dann halbvoll?

Wir haben fast 10.000 Terroristen erwischt, darunter etliche hochrangige Kommandeure; wir haben weit über 1.000 Tunneleingänge entdeckt und zerstören die Tunnel Schritt für Schritt; außerdem haben wir knapp 800 Raketenabschussanlagen zerstört. Jeden Tag wird das halbvolle Glas ein bisschen voller. Aber es ist ein Kampf, der Zeit braucht. Damit wir dieses Mal nicht auf halbem Weg stoppen und gleichzeitig palästinensische Zivilisten und die Geiseln schützen.

Mittlerweile hat die israelische Armee ihre Kräfte im Gazastreifen reduziert. Am Dienstag ging dann eine heftige Raketensalve auf Südisrael nieder – abgeschossen ausgerechnet von einem Ort, aus dem sich die Armee bereits wieder zurückgezogen hatte. Lässt sich Israel von der Weltgemeinschaft dazu drängen, seine Kriegsführung zu früh abzuschwächen?

Das ist eine gute Frage und da gibt es verschiedene Ansichten. Unser Fokus liegt mittlerweile im Zentrum und im Süden des Gazastreifens rund um Chan Junis. Deswegen haben wir einige Einheiten aus bestimmten Gebieten abgezogen, wo sich aber weiterhin Raketenabschussanlagen versteckt haben. Daher kam der Beschuss am Dienstag. Natürlich ist die Frage: Haben wir zu früh unsere Truppen aus bestimmten Gebieten abgezogen? Gleichzeitig kann man sich die Frage stellen: Wenn wir die Truppen da noch fünf Monate gelassen hätten, hätten wir dann jede Rakete gefunden? Vermutlich nicht.

Ein wichtiger Teil der Hamas-Strategie sind Tunnel. Das war auch immer bekannt. Trotzdem: Hat Sie das Ausmaß dieser gigantischen unterirdischen Infrastruktur nicht doch überrascht? Mitte Dezember hat man von einem vier Kilometer langen Tunnel in bis zu 50 Metern Tiefe erfahren…

Wir wussten, dass die Terroristen überall am Buddeln sind. Wir wussten, dass sie Krankenhäuser, Moscheen und Schulen missbrauchen. Das Ausmaß aber, dass wirklich alle Wohnflächen, die wir betreten haben, von Terroristen benutzt werden – das haben wir vielleicht unterschätzt. Das bekommt man erst mit, wenn man es sich mit eigenen Augen vor Ort anschaut. Hätten Sie mich vor dem 7. Oktober gefragt, hätte ich gesagt: In Chan Junis schießen sie eventuell aus jedem fünften Fenster. Am 7. Oktober wären wir vielleicht von jedem vierten Fenster ausgegangen. Einen Monat später: von jedem dritten Fenster. Mittlerweile verstehen wir, dass jedes Fenster in jedem Haus in ganz Chan Junis mit großer Wahrscheinlichkeit potentiell als Terror-Fenster benutzt wird. Das müssen Sie sich mal vorstellen!

Am Dienstag wurde bekannt, dass zwei weitere israealische Geiseln in Haft gestorben sind. Schwinden die Hoffnungen auf eine Rückkehr der verbliebenen Menschen allmählich?

Die zwei Geiseln sind getötet worden. Aber wir müssen optimistisch bleiben. Ohne militärischen Druck wird gar nichts passieren. Man hat mit radikalislamistischen Mördern, Vergewaltigern und Entführern einfach keine gemeinsame Sprache. Jeder Tag, der ohne gute Nachrichten vorübergeht, ist ein bitterer Tag. Auch weil das Rote Kreuz seit mehr als 100 Tagen keinen Einblick bekommen hat, wie es den Geiseln geht und was mit knapp 20 größtenteils jungen Frauen und zwei Kleinkindern angestellt wird. Ich kann natürlich nicht sagen, welche Erkenntnisse wir als Armee haben. Aber es ist davon auszugehen, dass die Terrorchefs die Geiseln als Sicherheitsgürtel um sich scharen, um sie im Fall der Fälle mit in den Abgrund zu reißen.

Nicht nur das Schicksal der Geiseln bringt Leid. Auch knapp 200 Soldaten sind seit Beginn der Bodenoperation bereits gefallen. Was macht das mit der Volksarmee IDF?

Es gibt jeden Tag Begräbnisse. Es ist traurig, es tut weh. Gleichzeitig verstehen wir durch das Ausmaß der Katastrophe am 7. Oktober: Das ist der Preis, den wir bezahlen müssen. Für die Geiseln, für die mehr als 1.000 ermordeten, für die mehr als 10.000 verwundeten Israelis. Die allermeisten Israelis verstehen, dass wir jetzt keine alten Sachen machen dürfen. Sonst wird es in wenigen Jahren wieder explodieren – dann eventuell noch schlimmer als jetzt.

Blicken wir noch auf den Norden Israels: Hier scheint alles auf einen Krieg mit der Hisbollah im Libanon hinauszulaufen. Die Terrormiliz ist deutlich besser ausgestattet als die Hamas: Besteht die Gefahr, dass der Krieg in Gaza rückblickend irgendwann wie ein vergleichsweise harmloses Vorspiel für die viel größere Eskalation im Libanon wirken wird?

Ja, das kann sein. Wir stehen seit mehr als drei Monaten unter Beschuss durch die Hisbollah. Wir reagieren mit null Toleranz, beschießen ihre Stellungen. Es gibt Tote auf beiden Seiten. Rund 100.000 Israelis aus dem unmittelbaren Grenzgebiet sind evakuiert und können nicht in ihre Häuser zurück – sie sind Flüchtlinge im eigenen Land, was medial leider kaum besprochen wird. Wir beobachten die Situation nicht nur, sondern haben bereits konkrete Maßnahmen in die Wege geleitet, um die unmittelbare Hisbollah-Gefahr weg von der Grenze zu schieben…

… wie es auch die UN-Resolution 1701 verlangt, laut der die Hisbollah nicht mit Waffen südlich des Litani-Flusses rund 30 Kilometer von der Grenze stehen darf.

Ja, sie tun es trotzdem. Und nichts passiert: null internationaler Aufschrei. Was man macht: beide Seiten zur Mäßigung aufzurufen. Das ist eine Riesenschweinerei.

Also kommt der Krieg im Norden?

Wir sagen seit Jahren: Falls die Hisbollah den Beschuss verstärken und gewisse rote Linien überschreiten sollte – dann ist sie schuld an einer hochproblematischen Situation, die entsteht. Das wird viele Israelis treffen. Insbesondere wird es aber den Libanon in eine ganz schwierige Situation versetzen: Die israelische Armee wird nicht die Zeit haben, langsam, besonnen und so präzise wie möglich vorzugehen, wenn die Hisbollah täglich tausende Präzisionsraketen mit hoher Sprengkraft abschießen und unser Raketenabwehrsystem durchbrechen sollte. Dann müssen wir schnell und hart sein: Dann wird der Libanon als Staat den Preis für das Abenteuer der Hisbollah zahlen.

Wir bedanken uns für das Gespräch!


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Kommentare ( 16 )

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Wellesz
1 Monat her

Der Libanon ist ein failed state, schon lange. Wer es ernsthaft duldet, dass ihn eine Terrororganisation stützt bzw. dass sein Staatsterritorium als Aufmarschgebiet genutzt wird, der hat – das mag jetzt hart klingen – keine Existenzberechtigung, der ist nicht besser als diese Terrororganisation.

Last edited 1 Monat her by Wellesz
Ralf Poehling
1 Monat her

Der Mann ist gut! Ein echter Patriot, der für sein Volk einsteht, auch wenn es enormen persönlichen Verzicht bedeutet. Also ein hochanständiger Kerl von genau der Sorte Mensch, die uns hier in Deutschland leider überall fehlt und die auch noch von der geblendeten Masse kritisch beäugt wird. Zitat:“Naja, Sie wissen, wie es ist: Wenn die Schlinge nicht um den eigenen Hals liegt, betrachtet man Dinge in der Regel aus einem gewissen Abstand. Erst wenn die Pistole auf Sie selbst zielt, fühlen Sie, was das bedeutet. Trotzdem glaube ich, dass sehr viele deutsche Politiker und Journalisten verstehen, was hier passiert ist.… Mehr

Nie Wieder
1 Monat her

Es wird auch hier unterschwellig das Selbstverteitigungsrecht Israels angesprochen, so weit so gut, was ist im Gegensatz dazu mit dem Selbstverteitigungsrecht Palästinas? Nun muß mir keiner kommen, das ich wohl den 7 Okt. gut finde. Nein ich will auf die grundsätzliche Frage hinaus und die besteht schon seit dem Völkerbund Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, es wurde damals mit Füßen getreten und wird es heute. GB hat mehr oder weniger die Verantwortung für den Staat Israel auf dem Gebiet Palästinas – warum war das notwendig? Und dann gibt es die UN Resolution 181 von glaub 1947 oder 1948. Der Staat Israel… Mehr

Zefixunsglands
1 Monat her
Antworten an  Nie Wieder

Sie machen einen kleinen Gedankenfehler. Palästina gibt es erst seit 1963, als es von Arrafat so genannt wurde. Zuvor war es britisches Mandat. Das Land hat niemals irgendwelchen Palästinensern gehört. Die Juden wurden 72 nach Christus von den Römern ( eine damalige Weltmacht ) vertrieben, ihre Tempel und Kulturgüter zerstört, das war ein Menschheitsverbrechen, wie der Holocaust. Den Juden wurde immer verweigert, von allen Besatzern, die diesen Landstrich beherrschten, ihr Land wieder zu übernehmen. Erst als die ersten Juden zurückkehrten und aus der Wüste ein blühendes Land schufen, waren plötzlich die sogenannten Palästinenzer da und stellten Ansprüche. N.m.M. gehört dieses… Mehr

Nathalie Nev
1 Monat her
Antworten an  Zefixunsglands

Sie verwechseln Religion und Politik, das Eine hat mit dem Andern nichts zu tun.

giesemann
1 Monat her

Der Gazastreifen hatte 1950 0,25 Mio. Einwohner, 1985 0,53 Mio., 2000 1,13 Mio., 2010 1,5 Mio., Ende 2018 eine Bevölkerungszahl von etwa 1,961 Millionen Menschen.[75] 2022 übersprang die Bevölkerungszahl die 2-Millionen-Schwelle.[76] Innerhalb des Gazastreifens gibt es große Unterschiede. 1,2 Millionen Menschen leben in Flüchtlingslagern, diese gehören nach Angaben der Vereinten Nationen zu den am dichtest besiedelten der Welt. Die Geburtenrate und das Bevölkerungswachstum gehören zu den höchsten weltweit.[81] Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 19 Jahre alt, und die Bevölkerungszahl verdoppelt sich bei der derzeitigen Wachstumsrate etwa alle 15 bis 20 Jahre. Die Lebenserwartung liegt bei 74,16 Jahren, für Männer bei 72,48 Jahren und für Frauen bei 75,95 Jahren.[81] Damit ist… Mehr

margit-kaestner
1 Monat her

In unseren Medien wird immer der „GENOZID“ an den Palestinensern erwähnt, wenn ich aber die Kampfaufrufe von wegen „FROM DE RIVER TO THE SEE lese, ist damit doch genau die , aus deren Sicht, an Israel gerichtet. Nicht nochmal, die westliche Welt sollte sich verstärkt für Israel einsetzen.

ekki
1 Monat her
Antworten an  margit-kaestner

wir unterstützen gleich beide seiten!
ich personlich würde keine unterstützen, ich empfinde beide führungen als hasserfüllt, irrational und dumm. beide schiessen sich in das eigene knie, israel verliert massiv an unterstützung vor allem junger menschen, schafft eine riesige neue hasswelle, zur hamas muss man hier wohl nichts sagen. mir tun die normalen menschen leid.

mileiisteinanderernamefuermeloni
1 Monat her

Schade, die Frage die mich interessiert hätte wurde nicht gestellt. Wie war es möglich, dass die Hamas aus dem militärisch stärksten kontrollierten Gebiet der Welt, am 7ten Oktober ungestört und ungehindert Israel angreifen konnte. Wo waren die üblichen Wachsoldateneinheiten?

ekki
1 Monat her

in israel wurde die frage schon gestellt. es gibt auf arte eine doku über die geheimdienste, die gaza überwachen, wobei auch wenig auf die technischen möglichkeiten gezeigt werden. es ist schwer zu glauben, dass von den vorbereitungen und den tatsächlichen durchbrüchen nichts mitbrkommen wurde. das ist unbequem. das angegriffene technofestival wurde kurzfristig an die gazagrenze verlegt, von dem viele soldaten abgezogen wurden. ich finde das alles seltsam.

Helfen.heilen.80
1 Monat her

Die Frage intoniert ein gewisses Gedankengebäude, man hört u.U. davon. Allerdings denke ich, dass es für Israel zu diesem Zeitpunkt verheerend wäre, sich von diesem rechts vs. links-struggle zerfasern zu lassen.
Nicht, dass diese Frage nicht ggf. eine Berechtigung haben könnte. Allerdings m.E. alles zu seiner Zeit. Man muss in dieser Situation damit rechnen, dass die Widersacher des Landes auf einen Moment der Schwäche warten, insofern wäre es m.E. klüger erst alle Kampfhandlungen zu Ende zu bringen und stabile sicherheitspolitische Zustände herzustellen.

Helfen.heilen.80
1 Monat her

Chaim Noll hat in der Zeitschrift „Cato Ausgabe 1/23“ seine ausführliche Recherche über die überraschenden, aber beträchtlichen finanziellen Hilfen Deutschlands an arabische Milieus im Nahen Osten in einem Artikel berichtet. In der deutschen Öffentlichkeit firmiert dieser Vorgang als „Entwicklungshilfe“. Anscheinend sickert dieses „Hilfsgeld“ noch bis zu einem gewissen „Transparenzlevel“ durch, und entzieht sich ab dort weitgehend der Nachverfolgbarkeit. Er beschreibt, dass diese Praxis in den muslimischen Verbänden vor Ort eine gut geübte Praxis sei. Ein ranghoher palästinensischer Funktionär wird mit seiner Behauptung zitiert, dass die „Geldgeber“ sich über den Weg des Geldes völlig im Klaren seien (Betonung: eine subjektive Einschätzung… Mehr

Last edited 1 Monat her by Helfen.heilen.80
Fatmah
1 Monat her

100.000 Israelis sind Flüchtlinge im eigenen Land und mir ist kein einziger bekannt, der nach Deutschland geflüchtet ist um es sich hier im Bürgergeld mit schicker Wohnung bequem zu machen und im dicken SUV herum zu cruisen.
Dafür rufen unsere Vertreter Israel „zur Mäßigung“ auf und überweisen hunderte Millionen Euro an die Hamas. Man stelle sich vor, dieselben würden Selenski zur Mäßigung aufrufen und Putin hunderte Millionen überweisen für humanitäre Zwecke.
Hier fällt mir nur Max Liebermann ein „ich kann gar nicht soviel fressen, wie kotzen könnte“.

ekki
1 Monat her
Antworten an  Fatmah

das stimmt, interessant, war mir noch nicht aufgefallen. ich denke, dass sie hilfe vom israelischen staat bekommen. der vergleich mit der ukraine hinkt meiner meinung nach, aber das würde hier zu weit führen.

TinaTobel
1 Monat her

Ermordete Familienmitglieder, ruinierte Existenzen, zerstörte Kibbuzim, rund 100.000 Flüchtlinge innerhalb Israels – Wie viel humanitäre Hilfe leistet die Bundesregierung, die doch sonst für alles und jedes in aller Welt Geld hat – eigentlich für die Zivilbevölkerung in Israel?

Last edited 1 Monat her by TinaTobel
Paprikakartoffel
1 Monat her
Antworten an  TinaTobel

Keine. Den Ungeist zu fördern, der dafür verantwortlich ist, hat Vorrang.