Öffentlich-rechtliche Frühsexualisierung: Die „Sendung mit der Maus“ ist jetzt LGBTQI

In ihrer letzten Folge erklärte die „Sendung mit der Maus“ ihren kleinen Zuschauern, was es mit dem Penis von Katja auf sich hat. Andere Kindersendungen lassen kleine Mädchen von Pubertätsblockern schwärmen. Der ÖRR ideologisiert nun schon Kinder im Vorschulalter.

IMAGO / Steinach
Aktuell besingt die LGTBQ-Community auf Twitter „Die Sendung mit der Maus“ mit Lobeshymnen. Grund: In ihrer letzten Sendung stellte das Kinderformat ihren kleinen Zuschauern eine Katja vor, die früher mal ein Erik war. Und das nicht genug: Erik war zwanzig Jahre obdachlos, ist nur mit einem kleinen Koffer durch die Lande gezogen, hat sich selbst als „Herumtreiber“ bezeichnet. Doch dann die große Wende: Die Sendung mit der Maus (und das Sozialamt, aber das ist ja nebensächlich) haben ihm geholfen, eine Wohnung zu bekommen – mit Badewanne, das war ihm ganz wichtig. Der Zottelbart wurde abrasiert, die Lumpenklamotten gegen schöne Second-Hand-Kleidung ausgetauscht, und voilà: Da stand der gestriegelte Erik – der dann aber lieber eine Katja sein wollte. Soweit das bunte Sonntagvormittag-Programm für Vier- bis Neunjährige.

Ich habe als Kind sehr gerne den Kinderkanal „KIKA“ geschaut. Meine Lieblingssendung war „Wissen macht Ah!“ – eine Wissenssendung für Kinder mit dem Motto „Fernsehen für Klugscheißer“ – also optimal für kleine Besserwisser-Gören, wie ich eine war. In der Serie behandelten ein etwas tollpatschiger Mann und eine frech-ironische Frau Fragen wie „Was ist eigentlich Fieber?“ und „Woher kommt das Sprichwort ‚Die Arschkarte ziehen‘?“. Ich habe keine Folge verpasst.

Doch nun – fast zwanzig Jahre später – muss ich beschämt feststellen, dass die wirklich wichtigen Themen – die Themen, die sich jedem Kind zwischen fünf und zehn Jahren geradezu aufdrängen und es nachts nicht schlafen lassen – offenbar damals an mir vorbeigegangen sind. Es ist geradezu rührend, wie viel Mühe sich „Die Sendung mit der Maus“ und der Rest des ÖRR heute geben, nicht nur den Wissensdurst der Kinder zu stillen, sondern ihnen auch „Einordnungshilfen“ und „Orientierung“ zu den wichtigen Themen des Zeitgeists geben. Ich kenne das ja selber nur aus den frühen Anfängen: Als ich klein war, folgte einer „Sendung mit der Maus“ zum Thema „Wie entsteht ein Bleistift?“ gern mal ein Beitrag von „PUR+“darüber, wie viele Regenwälder und Orang-Utan-Babys für solche Stifte sterben. Doch das ist immer noch nichts im Vergleich zu den berührenden Geschichten im aktuellen Kinderprogramm.

Die erwähnte „Maus“-Geschichte von Erik/Katja sah so aus: Die Moderatorin Siham El-Maimouni besucht ihn/sie zuhause – es öffnet ein erkennbarer biologischer Mann mit blonder Perücke die Tür. Die schmalen Lippen sind knallrot geschminkt, die großen Fingernägel in derselben Farbe lackiert. Körper, Gesicht und Stimme sind die eines Mannes. Gerade haben die Kinder noch Bilder vom herumstreifenden Zottel-Erik gesehen, jetzt wird ihnen die sesshafte, saubere Mascara-Katja vorgestellt – so wissen die Kinder gleich, mit wem sie sympathisieren sollen. Der ÖRR kümmert sich eben. Auf Bitte der Moderatorin erklärt Katja, was eine Transfrau ist: „Man wird geboren, mit männlichen Geschlechtsorganen, also mit einem Penis, aber weiß tief im Inneren genau: das ist man nicht. Ich bin eine Frau.“

Zusammen gucken sich El-Maimouni und Katja die neuen Frauensachen an: kurze Röcke, Glitzerpumps, Lipgloss im Bad. „Würdest du sagen, dass du eitel bist?“, fragt El-Maimouni. „Manchmal“, antwortet Katja grinsend. „Ich genieße es einfach, mich zurecht zu machen.“ Es werden Bilder von Katja eingeblendet, wie sie sich vor dem Spiegel anzieht und schminkt – die Stimme aus dem Off erklärt den Kindern: „Jeder soll sehen, dass sie eine Frau ist. Sie will genau so aussehen, wie sie sich fühlt.“

Doch damit nicht genug. Katja hat auch offiziell-behördlich ihren Namen und ihr Geschlecht ändern lassen. Den Kindern wird erklärt, wie Katja durch psychologische Begutachtung und einen Gerichtsbeschluss durchsetzen konnte, dass sie offiziell als Frau bezeichnet wird. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass Kinder im „Maus“-Alter noch nicht einmal genau wissen, was ein Personalausweis ist, aber das ist Korinthenkackerei. Selbst ihre Geburtsurkunde hat Katja anpassen lassen – dort steht jetzt, dass sie mit weiblichem Geschlecht und dem Namen Katja geboren wurde. „Es kann jetzt keiner mehr behaupten, dass ich ein Mann bin“, sagt die Transfrau mit trotzig-defensiver Stimme. „Ich zeige dem dann einfach den Beschluss vom Gericht und die Geburtsurkunde und da steht, dass ich weiblich bin und Katja heiße.“

Ich habe mich unmittelbar an meine Grundschulzeit erinnert gefühlt, in der uns in einer Sonderstunde mal Sozialarbeiter erklärt haben, dass wir verhindern könnten, gemobbt zu werden, indem wir klar und deutlich „Stopp, ich fühle mich gemobbt“ sagen. Denn so ist es ja auch im echten Leben: Wenn ich etwas verkünde, tritt es auch ein. Und wenn ich etwas so „fühle“, ist es sicher wahr – egal, was andere sagen. Und auch wenn die kleinen „Maus“-Zuschauer immer noch einen geschminkten Erik statt eine befreite Katja sehen, wissen sie gleich: Da müssen sie jetzt aber ihren Mund halten, denn Katja hat ja bestimmt, dass sie eine Frau ist – und das ist alles, was zählt. Dem Beitrag folgt ein Lied über eine Prinzessin, die ein Ritter sein will.

Sich umoperieren zu lassen, ist einfach nur superlustig und superschön

Die „Sendung mit der Maus“ ist übrigens nicht das einzige Jugendprogramm, das sich begeistert auf die Transgender-Themen stürzt. Auch meine früher heiß geliebte Kindernachrichtensendung „logo!“ und das Wissensmagazin „PUR+“ haben im letzten halben Jahr Beiträge über Transpersonen ausgestrahlt. Sie sind allerdings schlauer an das Thema herangegangen – anders als die „Maus“-Oldies, haben sie nicht irgendeinen verbrauchten Mann mit Frauenperücke gezeigt, sondern zwei vorpubertäre Jungs, die „als Mädchen geboren wurden“. Locker-flockig reden die Moderatoren mit den Kleinen darüber, wie es so ist, Hormone gespritzt zu bekommen, die verhindern, dass bei ihnen die weibliche Pubertät eintritt und ihnen Brüste und Hüftrundungen wachsen. Nur nebensächlich wird erwähnt, dass diese Veränderungen unwiderruflich sind – das hört sich schließlich ganz schön gruselig an.

Der kleine Nick erzählt stolz davon, wie sehr er sich darauf gefreut habe, dass seine Stimme durch das Testosteron tiefer wird und wie erfreulich schnell seine äußerliche Veränderung zum Jungen abgelaufen sei. „PUR+“-Moderator Eric Mayer resümiert munter: „Was möchte er tun, damit sein Körper noch männlicher wird? Will er sich dafür auch operieren lassen? Wie es in Nicks Leben nach unseren Dreharbeiten weitergegangen ist, erzählt er euch in einem Video.“ Was es allerdings genau bedeutet, „sich operieren zu lassen“ und wie es Menschen geht, die ihre Geschlechtsumwandlung später bereut haben, wird den Kindern nicht erklärt. Das ist ja auch echt zu düster für so ein Regenbogen-Programm. Stattdessen erklärt Mayer: Die Geschichte von Nick zeigt, „dass wir alles sein dürfen – Hauptsache, es geht uns gut dabei“. Süß, oder?

Und wir dürfen uns freuen: In Reaktion auf die Transgender-Sendung der „Maus“ wimmelt es auf Twitter nur von weiteren Themenwünschen der LGTBQ-Szene. Ein User wünscht sich: „Könntet ihr bitte auch zu nicht binären und agender Personen aufklären, bitte? Und klarstellen das [sic!] die Verwendung des alten Namens und falscher Pronomen für die Betroffen echt hart ist. Danke!“

— Mar (they/them) 💙💛 (@MarDiKrass) March 27, 2022

Wir dürfen uns also auf viele weitere LGTBQ-Sendungen im ÖRR-Kinderfernsehen freuen. Was ich mich nur frage: Guckt überhaupt noch irgendein Kind dieses Programm? Oder sind das nur verirrte links-grüne Gender-Kreuzritter*innen, die parallel twittern?

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