Professor Werner J. Patzelt – Wie wir dem Diskurs das Lebenselixier entziehen

Der 1953 geborene Niederbayer beklagt die Schwäche der Streitkultur in allen Lagern, nicht zuletzt der Partei, der er angehört, der CDU. Im Gespräch mit Wolfgang Herles kommentiert er den linken Extremismus und die strategischen Schwächen der Kanzlerin.

 

Der seit 1991 an der TU Dresden lehrende Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt mischt sich gerne pointiert ein: Derzeit fühle die Linke ihre Vormacht schrumpfen, im Ergebnis zusammenbrechen. Linke Rezepte seien in den Grenznutzenbereich ihrer Anwendung gelangt.

Gegen dieses gefühlte Zusammenbrechen ihrer Hegemonie richtet sich nun, gerade im „Kampf gegen rechts“, ein heftiges Aufbegehren der Linken. Angetrieben wird es von der Vermutung, dass ohne linke Politik- und Kommunikationskontrolle ein schlechteres Deutschland entstünde.


Dieses Interview ist in der Ausgabe 09/2017 von Tichys Einblick Print erschienen.

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Kommentare

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  • Franky Lee

    Mich wundert, dass die Erschießung Benno Ohnesorgs durch einen Polizisten so wiedergegeben wird. Es ist doch zwischenzeitlich längst bekannt, dass der Polizist ein von der Stasi gelenkter Mann war, der diese Tat begann, um die Konfrontation gegen den Rechtsstaat weiter eskalieren zu lassen.

  • Michael Sander

    Ich muss sagen, dass ich mir von Prof. Patzelt etwas mehr substanzielle Kritik erwartet hätte.
    Im Grunde genommen ist er doch sehr auf Parteistaatslinie, wenn er den Parteieliten im Grunde genommen unterstellt, alles richtig zu machen und dies nur argumentativ nicht ausreichend zu vertreten.
    Da habe ich doch erhebliche Zweifel, dass der beschrittene Weg grundsätzlich richtig ist. Und auf gute Argumente für Merkels Weg warte ich seit Beginn der Euro Rettung vergebens. Es gibt schlicht und ergreifend keine.
    Auch die Herleitung der deutschen Konsenskultur aus den Erfahrungen des 30 jährigen Krieges ist schon etwas abenteuerlich. Für mich hat das viel profanere Gründe, die in der Funktionsweise des deutschen Parteienstaates begründet liegen. Dementsprechend sehe ich das auch nicht als eine Errungenschaft, sondern als eine Schwäche. Die gegenwärtige deutsche Konsenspolitik entzieht sich ja geradezu dem Diskurs und daher bildet sich ja auch kein wirklicher Konsens in der deutschen Gesellschaft, sondern nur ein Konsens zwischen den politischen Parteien. Das ist ein erheblicher Unterschied, denn die gegenwärtig im Bundestag vertretenen politischen Parteien bilden ja nur einen ganz schmalen Meinungskorridor ab.
    Insgesamt ein schwaches Bild, welches Herr Patzelt hier abliefert.

  • Martin Lederer

    Ich sah Patzelt mal mit dem linken Alpen-SZ-Chefideologen (dessen Namen ich vergessen habe) bei Phoenix. Seine Kernausage war: „Ich liege mit Ihnen auf einer Linie, ich denke nur, dass wir eine andere Taktik brauchen, um das erfolgreich durchzusetzen.“

    Ich würde das als Spiel „good cop, bad cop“ bezeichnen: Gleiches Ziel, nur andere Masche.