Container als Tausendsassa: Familienunternehmen ELA zeigt, wie es geht

Bauen für die Ewigkeit war Gestern. Die Welt von Morgen braucht viel schnelle Mobilität. Unter dem Begriff Industrie 4.0 können sich wenige Konkretes vorstellen. An den Einsatz von Robotern weit über die heutige Automatisierung hinaus und von 3-D-Druckern glauben viele nicht. Aber dieser Weg ist real und ihr Einsatz wird die Produktion vieler Dinge radikal verändern. Logistisch zeichnet sich ab, dass immer weniger in zentralen Fabriken hergestellt und dann von dort in die ganze Welt geliefert wird. Stattdessen wird Morgen immer mehr dort dezentral produziert, wo es JETZT UND SOFORT gebraucht und gewünscht wird.

Dafür braucht es Produktionsstätten und alles, was dazu gehört, auch JETZT UND SOFORT – aber nur für begrenzte Zeit. Es wird also nicht wie heute ein neues Werk errichtet, was selbst in China, dort wo keine deutschen Bauvorschriften alles endlos verlängern, bis zu einem Jahr dauert. Flexible und schnelle Lösungen bietet der Container, den viele nur als Behälter auf Eisenbahnen und Schiffen kennen. Aber Container können inzwischen viel mehr, ihr Einsatz ist beeindruckend vielfältig und hat mit unserer Vorstellung von ihnen nur noch wenig zu tun.

In Porto Amboim in Angola entstand ein Öl-Verlade- und Logistikstützpunkt. Auf Zeit brauchte es hier Büros, Besprechungsräume für Sachbearbeiter, Planer, Techniker und Ingenieure, Umkleide- und Sanitärräume für Facharbeiter und Personal, Speiseräume und Küche und sanitäre Einrichtungen: in 188 komplett möblierten ELA Containern mit Klima- und Heizanlage, Belüftungssystem, Brandmelde- und Löschsystem. Das alles wurde innerhalb von zwei Monaten fertiggestellt.

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Das urbane Dorf auf Zeit

Kitas, Schulen, Biblio- und Mediatheken, Behandlungs- und Verkaufsräume, Restaurants, Banken, Büros, Unterkünfte und Freizeiteinrichtungen für Mitarbeiter sowie der Einsatz in Katastrophengebieten machen die Bandbreite deutlich. Eine Kombination aus allem als urbanes Dorf mitten in der leeren kasachischen Steppe ist ebenso machbar wie die schnelle flächendeckende Verwirklichung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz im dicht besiedelten Deutschland. Das Dorf in der Steppe kann auch seine Kirche haben. In Kaliningrad steht eine Containerkirche, die ELA in seinem Miet-Center in Warschau konfektioniert hat. Nur das Spitzdach und sein Innenleben wurden am Ort realisiert.

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Der Komfort des Containerensembles wird modernsten Anforderungen der Isolierung, in sanitärer und klimatischer Hinsicht, gerecht. Elektroheizung oder Gasheizung und Klimatisierung mit allem Drum und Dran sind Standard. Mit den Container-Büros, die ich vor Jahren sah, hat das nichts mehr zu tun.

Global agierende Produzenten werden den Service von Unternehmen wie ELA immer häufiger in Anspruch nehmen. Alle Beteiligten profitieren, die zeitlich befristete Produktion und Dienstleistung vor Ort ist besser für die ökonomische Bilanz der Unternehmen und die ökologische insgesamt. Wo Arbeit zu den Menschen wandert, machen sich weniger Migranten selbst auf den Weg. Und um so manches befristete Projekt in Asien und Afrika wird sich Leben ansiedeln, das bleibt, wenn das mobile Dorf anderswo anders zusammengesetzt sein neues Leben beginnt.

Der Wohnungsmarkt von Morgen: Kleinst- und Größt-Wohnungen

In Asien ist es unübersehbar. In Megastädten wie Tokio-Yokohama wohnt die Masse in Hochhaus-Apartments, die uns wie Schuhschachteln vorkommen. Auf den Dächern stehen ganze Villen mit Gartenanlagen und Superlofts, in die ihre Bewohner im PKW-Lift nach oben fahren. Das Innenleben der Container, wie ELA sie liefert, liegt weit über dem Standard der meisten dieser Apartments. Ich kann mir gut vorstellen, dass es hier zu einer flexiblen Fusion des Knowhows kommt. Warum soll das Können von Unternehmen wie ELA Morgen nicht neue Wohn- und Arbeitsstätten-Lösungen für die wachsenden Megacities genau so entwickeln wie für das urbane Wanderdorf?

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