»Moderne Dieselmotoren sind Ozonkiller und Rußfilter.«

Die Regulierungsbehörden konzentrieren sich bei Abgasvorschriften lediglich auf NOx Emissionen. Sie unterscheiden nicht zwischen den beiden Stickstoffoxiden NO und NO2. Doch die weisen erhebliche Unterschiede auf, die bedeutsam für die Gesundheit sind.

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Die Vorschriften für Abgasemissionen von Dieselmotoren durch EU und deutsche Behörden haben in der vergangenen Dekade die Giftigkeit der Luft erhöht statt gesenkt, weil sie die falschen Schwerpunkte gesetzt haben. Statt der Gesundheit zu dienen, schaden sie ihr.

Zu diesen aufsehenerregenden Schlüssen kommen Prof. Dr. Paul Tavan und Dr. Robert Denschlag. Der Physikprofessor im Ruhestand und sein früherer Mitarbeiter haben in einer Studie den aktuellen Stand der Wissenschaft zur Zusammensetzung und Toxizität der Abgase moderner Dieselmotoren zusammengefasst. Anschließend analysierten sie den Einfluss der Abgase auf die Toxizität der Atemluft. Sie kommen zum Schluss, dass moderne Dieselmotoren sogar die Stadtluft reinigen können.

Ihre Kritik an dem derzeit geltenden Regelwerk der europäischen Abgasvorschriften: Die Regulierungsbehörden konzentrieren sich lediglich auf NOx Emissionen. Sie unterscheiden aber nicht zwischen den beiden Stickstoffoxiden NO und NO2. Doch die weisen erhebliche Unterschiede auf, die bedeutsam für die Gesundheit sind.

Während NO in den in der Stadtluft vorkommenden Konzentrationen als ungiftig angesehen werden kann, ist NO2 ein toxisches Reizgas.

»Merkwürdigerweise werden Atemluftgrenzwerte für NO2, Emissionsgrenzwerte aber für die Summe NOx = NO + NO2 formuliert, wodurch der wesentliche Unterschied zwischen NO und NO2 verwischt wird.«

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Die Behörden haben eine wichtige Eigenschaft der Emissionen moderner Dieselmotoren übersehen: »Sie befreien die Luft von hochtoxischem Ozon und senken somit die Ozonbelastung (sog. Sommersmog). Ferner wurde nicht zur Kenntnis genommen, dass solche Dieselmotoren die Stadtluft dank moderner Abgasnachbehandlung von krebserregenden Rußpartikeln aus Holzverbrennung, die vor allem im Winter in der angesaugten Luft schweben, befreien. Kommission und Parlament der EU haben schließlich den 2017 durch die US-Umweltbehörde erbrachten wissenschaftlichen Nachweis, dass von geringen NO2-Konzentrationen im Bereich von 40-100 μg/m3 keinerlei Gesundheitsgefahren ausgehen, ignoriert.
Stattdessen haben EU Kommission und EU Parlament an den Anfang des Jahrtausends in Bezug auf Stickoxid-Emissionen getroffenen und ursprünglich gut gemeinten Entscheidungen festgehalten. Dadurch wurde zum einen die Lufttoxizität durch die Erhöhung der Ozonbelastung vergrößert und zum anderen das Vermögen von Millionen von Autofahrern geschädigt.«

Denn die regulatorisch erzwungene Reduktion der Stickstoffoxid-Emissionen aufgrund der Katalysatoren und verbesserter Motorentechnik erhöht nachweislich den Ozongehalt der Atmosphäre. Das von Dieselmotoren fast ausschließlich emittierte Stickstoffmonoxid (NO) entgiftet gewissermaßen die Stadtluft vom gefährlichen Ozon. Das ist ein Reizgas und wirkt fünfmal stärker als NO2, wenn man die Grenzwerte beider Gase am Arbeitplatz als Referenz wählt.

Die Entgiftung funktioniert folgendermaßen: Das dem Auspuff entweichende Stickstoffmonoxid (NO) reagiert mit Ozon (O3) zu Stickstoffdioxid (NO2) und Luftsauerstoff (O2). Tagsüber kann sich dieser Prozess unter der Einwirkung der solaren UV-Strahlung auch zum Teil umkehren. Es entstehen dann erneut Stickstoffmonoxid und das zuvor aus der Atmosphäre entnommene Ozon. Sobald die Sonneneinstrahlung nachlässt, kehrt sich dieser Prozess um: Das photochemisch entstandene stark toxische Ozon verschwindet wieder und erzeugt dabei aus dem ungiftigen Stickstoffmonoxid das viel weniger toxische Stickstoffdioxid.

Aufgrund des beschriebene Prozesses können Stickoxide aus modernen Dieselmotoren aber nicht, wie häufig behauptet wird, die Quelle von hohen Ozon-(O3)-Konzentrationen in der Luft sein. Das Ozon entsteht vielmehr, vor allem an heißen Sommertagen, überall in der Biosphäre aus zerfallendem organischem Material und Luftsauerstoff unter der Einwirkung solarer UV-Strahlung.

Eine andere Quelle von Ozon in den unteren Atmosphärenschichten sind vertikale Turbulenzen. Diese transportieren Ozon aus der Ozonschicht der Stratosphäre ein atmosphärisches Stockwerk tiefer an die Erdoberfläche. Eine Folge aus dem oben beschriebenen Mechanismus ist, dass im Wald die Ozonkonzentration im Jahresmittel auch nachts noch auf relativ hohem Niveau oberhalb von 50 µg/Kubikmeter bleibt und tagsüber auf 70 µg/Kubikmeter ansteigt, weil dort der Eintrag an Stickstoffmonoxid aus Dieselmotoren entfällt.

In verkehrsreichen Städten dagegen variiert der Ozongehalt aufgrund des hohen Eintrags an Stickstoffmonoxid zwischen lediglich 20 µg/Kubikmeter (nachts) und 45 µg/Kubikmeter (tagsüber). Ein weiterer Beweis für die Bedeutung des oben beschriebenen Prozesses ist der weltweit in vielen Städten beobachtete Anstieg der Ozonkonzentration an Wochenenden. Dieser Anstieg folgt aus dem geringeren Verkehrsaufkommen und dem dadurch reduzierten Stickstoffmonoxid-Eintrag.

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Das bedeutet: Stadtluft ist im Hinblick auf das Reizgas Ozon vor allem im Sommer weniger toxisch als Landluft. Andererseits ist Stadtluft aber heutzutage im Winter vor allem durch Holzruß aus den Holzöfen, Kaminen und Pelletheizungen belastet, die in Städten 25 % des gesamten Feinstaubeintrages verursachen. Dieselmotoren geben aufgrund ihrer neuen Technologien praktisch keine anderen Stoffe außer Stickstoffmonoxid und CO2 mehr ab. Aus dem Auspuff kommt vor allem kein Dieselruß mehr, den halten die Partikelfilter wirksam zurück. Die Zeiten, da qualmende Rußwolken und unverbrannte Kohlenwasserstoffe aus dem Auspuff kamen, sind vorbei; moderne Dieselfahrzeuge sind nur noch in den Schlagzeilen »Stinker«.

Tavan und Denschlag folgern: »Diese Filtereigenschaft kommt der Stadtluft gerade im Winter zu gute, da die wieder in Mode gekommene Verfeuerung von Holz große Mengen sehr kleiner Rußpartikel freisetzt. Solche in der städtischen Ansaugluft schwebende Rußpartikel werden von Dieselmotoren angesaugt und dann durch Verbrennung, Katalyse und Filterung beseitigt.

Moderne Dieselmotoren emittieren spätestens seit 2009 (Eu-ro5-Norm) neben CO2 das ungiftige Stickstoffmonoxid NO und sonst fast nichts. Das den Auspuff verlassende NO wandelt sich in der Umgebungsluft in NO2 um, indem es dem hochtoxischen bodennahen Ozon (O3) ein Sauerstoffatom (O) entzieht und es so in Luftsauerstoff (O2) verwandelt. Bei der Erzeugung des vom EU-Atemluft-Grenzwert inkriminierten NO2 leistet das von Dieselmotoren emit-tierte NO also den nützlichen Dienst, das stark toxische Ozon durch das fünfmal weniger toxische NO2 zu ersetzen.

Sie formulieren sogar: »Plakativ ausgedrückt sind moderne Dieselmotoren also Rußfilter und Ozonkiller«.

Sie weisen anhand von Daten von Luftmeßstationen in Nordrhein-Westfalen nach, dass die Verringerung der NO-Emissionen seit 1984 zu einem starken Anstieg der mittleren Ozon-Konzentration insbesondere in urbanen Gebieten führen: »Hierdurch stieg die Toxizität der Atemluft dort effektiv an, obgleich ihr NO2-Gehalt abnahm. Die Emissionsregulation für NOx hat also das Gegenteil der beabsichtigten Gesundheitsfürsorge erreicht.«

»Der gültige EU-Grenzwert von 40 μg/m3 für NO2 in der Luft von Städten stammt aus Zeiten, in denen Dieselmotoren neben NOx noch große Mengen Ruß und andere Schadstoffe ausstießen. Man hoffte damals, mit der Reduktion von NOx die übrigen Schadstoffe zu beschränken. Heute aber wissen wir, dass die regulatorische Beschränkung der NOx Emissionen durch Motoren kontraproduktiv ist, da sie die Emission des Ozonkillers NO verringert und so die Toxizität der Luft erhöht.«

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»Zu Beginn des Jahrtausends war das Zusammentreffen von erhöhten NO2 Konzentrationen mit Gesundheitsschäden (»vorzeitigen Todesfällen«) nicht von der Hand zu weisen, weil damals gesundheitsschädliche Stoffe von Dieselmotoren immer gemeinsam mit NOx emittiert wurden. Dass auch in manchen heutigen epidemiologischen Studien (z.B. in einem kürzlich vom Bundesgesundheitsamt veröffentlichten Bericht) immer noch Gesundheitsschäden erhöhten NO2 Konzentrationen angelastet werden, widerspricht dem Stand der Wissenschaft.« Das hat nicht zuletzt die US-Umweltbehörde im August 2017 erneut festgestellt. Prof. Dr. Paul Tavan und Dr. Robert Denschlag fassen die für uns zum Teil sehr überraschenden Einsichten, die unser Studium verfügbarer Literatur zur Entwicklung der Dieselmotoren-Technik, der damit einhergehenden Änderungen der von ihnen emittierten Abgase sowie der daraus folgenden Wirkung auf die menschliche Gesundheit geliefert hat, folgendermaßen zusammen:

1. Dieselmotoren neuerer Technologie emittieren außer CO2 und NO fast nichts, insbesondere nicht mehr den gefährlichen Dieselruß.

2. Das durch den Auspuff abgegebene NO ist ein nützliches Gas, weil es durch Vernichtung von Ozon (O3) die Gesamttoxizität der Atemluft verringert, wie Langzeitmessungen aus Nordrhein-Westfalen eindeutig bestätigt haben.

3. Der Grund für diese positive Wirkung ist die Entgiftungsreaktion. Insbesondere wirken NOx-Emissionen (bei kleinen Beimischungen von NO2) nach den Daten eher schwach hemmend als, wie häufig behauptet, fördernd auf die photochemische Ozon-Produktion in verkehrsreichen Gebieten.

4. Dieselmotoren neuerer Technologie können den in der Stadtluft schwebenden Holzruß, der von den zunehmenden Holzöfen stammt, und den ebenfalls in der Luft schwebenden Dieselruß aus Motoren älterer Technologie ansaugen und rückstandslos verbrennen.

5. Die Regulierungsbemühungen der Behörden zur Luftreinhaltung waren in Bezug auf die Befreiung der Luft von Dieselruß erfolgreich. Sie haben aber bei oxidierenden Gasen wie O3 und NO2 das Gegenteil dessen bewirkt, was beabsichtigt war: Die Toxizität der Luft ist im Jahresmittel beträchtlich größer statt kleiner geworden.

Einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Lufttoxizität liefert also gegenwärtig die weitere Reduktion der NOx-Emissionen, die durch den Übergang zur Euro6_Norm erzwungen wird. Also müssen Nachrüstungen von Euro5 Dieselmotoren durch sogenannte SCR Katalysatoren als besonders gesundheitsschädlich angesehen werden.

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Kommentare ( 51 )

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51 Kommentare auf "»Moderne Dieselmotoren sind Ozonkiller und Rußfilter.«"

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Ein sehr informativer Beitrag! Der Ozonabbau durch NO war mir so nicht bekannt. Überhaupt scheint das mit den Stickoxiden und den verwandten Nitraten bzgl. der Gesundheit doch komplexer zu sein. Klar sind diese in hohen Konzentrationen geundheitsschädlich. Aber NO spielt auch als Signalmolekül im Körper eine wichtige Rolle. So kommt eine aktuelle Veröffentlichung Mol. Nutr. Food Res. 2016, 60, 67-78 zum Ergebnis, dass sich NO im Körper, das dort aus Nitrat gebildet wird, günstig in Bezug auf Diabeteserkrankungen, Übergewicht und die Blutgefäße auswirkt. Es wird sogar vermutet, dass sich NO sogar zur Behandlung entsprechnder Gesundheitsprobleme eignet. Insofern scheint die aktuelle… Mehr

Wenn mein Gedächtniss mich nicht täuscht, dann wurde das schon in den 80er, wo es um dem Katalysator ging, theoretisch nachgewiesen. Ich kann mich noch an die Sendungen im ARD/ZDF erinnern, wo uns die Molekülketten um die Ohren geworfen wurden. Das hat mir den Chemie Unterricht 1985 schmackhafter gemacht, wie unsere damalige Chemielehrerin.

Es darf nicht nur vermutet werden, dass NO zur Behandlung gesundheitlicher Probleme eingesetzt wird. Das ist bereits nachgewiesen, deshalb wurde es in den 1990er Jahren für die medizinische Behandlung zugelassen. Neugeborene mit Lungenversagen müssen es einatmen, genauso wie Patienten mit Herz- und Lungenproblemen und bei Operationen. Dadurch ist die Sterberate gesunken. Besuchen Sie mal Stickstoffmonoxid bei Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Stickstoffmonoxid Im Abschnitt Verwendung – Medizinisch können Sie es ausführlicher mit Quellenangabe lesen. Ebenso steht im Abschnitt Physiologische Anpassung, dass Bewohner im Hochland 10 mal mehr NO im Blut haben als Bewohner in Gebieten mit geringer Höhe über dem Meeresspiegel. Vergangene Woche haben… Mehr

Vielen Dank! Denken Sie nur an die wundersame Wandlung des Nitrats. Noch 2010 oder 2011 warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung vor Wintergemüse, das zu viel Nitrat enthalte. Gefährlich, gefährlich ( wandelt sich um in Nitrit, dann Nitrosamine ). Heute schlucken Sportler nitrathaltigen Rote Beete Saft zur Weitung der Blutgefäße und damit Leistungssteigerung. ( Viagra für Arme ). Soll auch günstig für Durchblutungsförderung bei Alten und Demenzkranken sein.

Herr Douglas, weil Sie die Nitrosamine erwähnten, hier noch etwas. Die sollen ja wirklich krebserregend sein. Jedes Jahr im Sommer werden in Berlin krebserregende Nitrosamine in der Umwelt verteilt. Wer macht das? Die Grünen. Die haben hier auf dem Spielplatz in der Nähe jeden Freitag immer irgendwelche Veranstaltungen gemacht. Dabei wurden Luftballons aufgeblasen und auch an Kleinkinder übergeben. Die haben die Luftballons manchmal auch wieder aufblasen müssen. Die Luftballons flogen auch weit nach oben und wurden so in der Umwelt verteilt. An den nächsten Tagen lagen hier noch welche auf den Straßen und Fußwegen. Manche sind sich noch weiter geflogen.… Mehr

Kommen Sie doch nicht mit Sachargumenten. Sie könnten heilsam gegen Krevs sein, dank DUH und Grünen würde man sie trotzdem verdammen. Die Dieselkrse findet auch nur in Deutschland statt, aber das liegt eben daran dass die Deutschen viel, viel klüger als der Rest der Welt sind.

Für Ozon gibt es noch eine Quelle. Das sind Blitze bei Gewittern. Blitze treten aber auch an anderer Stelle auf. Vor 100 Jahren wurde erkannt, dass durch die sehr kleinen Mikro-blitze von Straßenbahnen Ozon entsteht. Man hat es damals hoch gelobt, weil dadurch Bakterien in der Luft von Großstädten vernichtet werden. Das stand mal vor einigen Jahren in einer Zeitschrift von Bild der Wissenschaft oder Spektrum der Wissenschaft. Aber dann hat sich das mit dem Ozon geändert. Vor 10 Jahren kam in der Presse, dass Ozon zu Augenkrankheiten führen würde. Oh … was müssten dann die Grünen sagen und wen… Mehr

Stimmt. Und wie im Artikel erwähnt wird, ist der Ozongehalt der Luft im Wald besonders hoch. Bald wird die Deutsche Umwelthilfe gerichtlich durchsetzen, dass die Wälder gerodet werden müssen.

Vielen Dank für Ihre Zuschrift. In Heidelberg gab es vor 20, 30 Jahren Untersuchungen über Ozonerhöhung, wenn mehr Elektroautos auf den Straßen fahren. Mit teilweise drastischen Werten. Gut, es gibt bürstenlose Elektromotoren.

Im postfaktischen Zeitalter spielen wissenschaftliche Erkenntnisse nur insoweit eine entscheidende Rolle, wenn sie ins ideologische Weltbild der Linksgrünen passen. Das trifft auf transzendentale Fächer wie Gender-Gaga zu, auf faktenbasierte Fächer wie Chemie und Physik, die mit logischem Denken zu tun haben, eher nicht. Naturwissenschaften sind eben nichts für Loser.

Auch der „Wetter“-Kachelmann wußte in einem Ozon-Beitrag zu berichten, daß das lungenschädigende Ozon, besonders im Hochsommer, gerade in Innen- Städten in weitaus geringerem Maße vorhanden ist als im umliegenden „Grünland“. Kachelmann unterstellte, daß dieses Stadt-Ozon durch einen Luftaustausch mit dem Umland sich reduzierte. Unlogisch war daran nur, daß auch auf dem Lande die Ozon- werte unverändert hoch blieben, auch in der Nacht, und erst zum frühen Morgen sich zurückbildeten. Der Grund, warum ich stadtfern das tägliche Laufen auf den frühen Vormittag legte. Zum Feinstaub noch eine Anmerkung: als größte „Lungenkiller“ ist der Feinstaub in den modernen Heizkörpern anzusehen. Es mag… Mehr
Die Chemie der Ozonbildung und des Ozonabbaus ist komplex und involviert neben Stickoxiden auch Kohlenwasserstoffe, einschließlich solcher, die von der Vegetation produziert werden. Das ist seit vielen Jahren bekannt. Dazu gehört auch das von Ihnen berichtete Phänomen, dass in „Reinluftgebieten“ oft die Werte höher sind als in Städten, sowie der Tagesverlauf. Die Ozonwerte bleiben in diesen Gebieten hoch, weil dort kein NO zum Abbau produziert wird. Man unterscheidet zwischen lungengängigem Staub (Feinstaub, PM10, PM2,5) und gewöhnlichem Staub, der zu groß ist, um tief inhaliert zu werden. Letzteres dürfte für den Staub auf Heizkörpern zutreffen. Was man ggf. nach einer längeren… Mehr
Danke, Herr Douglas, dass Sie auf diesen Umstand aufmerksam machen. Die Ironie ist, dass es für Ozon viel bessere und plausiblere Daten über abträgliche gesundheitliche Wirkungen als für Stickstoffdioxid gibt. In einer großen internationalen Abschätzung aus dem Jahre 2013 wurde entsprechend Ozon nach Feinstaub als nächstwichtige Substanz gelistet und auf ihr Risiko hin analysiert, Stickstoffdioxid kam nicht vor. Es gab ab 1990 in D. eine Ozon-Hysterie, ohne dass ausreichende wissenschaftliche Daten vorlagen, erst später erschienen vermehrt Arbeiten zu Ozon. Dennoch wurden Straßen von sog. Aktivisten gesperrt, um gegen Ozon zu demonstrieren und sich auch sonst als lepusculus mentis furiosus zu… Mehr
Vielen Dank für ihre Zuschrift. Es ist immer wieder verblüffend, in wie vielen Bereichen grün ökologistisches Gedankengut Wissenschaft verdrängt hat. Oder anders: wie mit Umweltterror der „Kapitalismus“ zerstört werden soll. Und – ja- Leben zerstört wird. Man muß sich nur Lebenswege von Oberverantwortlichen wie Rainer Baake ansehen, der das Community Organizing bei den Radikalen in Amerika gelernt hat. Autovorstände werden derzeit teilweise recht heftig zur Verantwortung gezogen. Wer zieht Baake & Co zur Verantwortung? Es sind häufig dieselben Figuren, die in den Bürokratien jahrzehntelange ungestraft Millionen verpulvern: „Im Juni 1994 wurde die Autobahn bei Heilbronn gesperrt, die Produktion in Fabriken… Mehr
Danke für Ihre Antwort. Die nahezu vollständige Entkopplung des vorherrschenden publizistischen und politischen Milieus von der wissenschaftlichen Datenlage und dem wissenschaftlichen Denken ist etwas, das mich immer wieder beschäftigt. Ich verstehe es nicht, denn auch die bekannten Traditionen speziell des dt. Denkens sind keine echte Erklärung. Allerdings sehe ich zunehmend die Folgen des multiplen parareligiösen & religiösen Angriffs auf die Rationalität, und das bereits im akademischen, wissenschaftlichen Feld selbst. Es entsteht eine beängstigende Kombination von Misstrauen und Ablehnung (gegenüber allem, was nicht ins konformistische Vorurteil passt) und blinder Gläubigkeit (falls es passt). Im Grunde ein vormoderner, ein voraufklärerischer Typus. Gerne… Mehr

Die Erkenntnis steckt im Grunde bereits in der Luftreinhalterichtlinie Anhang VIII B. Anders als für NO2 müssen nämlich die Ozonmessstellen MINDESTENS 10 m von der Straße entfernt stehen, und je höher die Verkehrsdichte, desto weiter. Weil nämlich an der Straße das Ozon durch NO vernichtet wird. Das haben Herausgeber der Richtlinie schon vor zwanzig Jahren gewusst, seither aber still gehalten. wer weiß, wenn wir alle Elektro fahren müssen in den Städten NO-Sprenkler aufgestellt werden.

Danke. Das ist eben das Phänomenale im Mutterland der ökoreligiösen Romantik und des politischen Irrationalismus. Alles längst bekannt und beschrieben, aber mit System ignoriert, falls es nicht passt. So gab es vor ca. 25 Jahren einen Großversuch in BW, um in einer Stadt durch Verkehrssperrung an einem Wochenende die Ozonwerte zu reduzieren. Ohne nennenswerten Erfolg, denn der Eintransport der relevanten Substanzen per Wind aus der Umgebung dominierte. Das war allerdings voraussehbar.

Vielen Dank für Ihren interessanten Hinweis. Hier kommt der ideologische Charakter deutlich zum Vorschein. In Heidelberg wurde vor 20, 30 Jahren versucht, die Ozonerhöhung durch mehr Elektroautos ( Bürstenfeuer ) abzuschätzen. Gut, es gibt bürstenlose Elektromotoren.

Die Ozon-Messstelle steht in Stuttgart weder am Neckartor, noch sonstwo in der Mitte, sondern oben am Cannstatter Hintergrund.

Man erkennt hier genau die gleiche Eindimensionalität der Vorgehensweise wie bei der Energiewende.
Bei dieser ist es der alternativlose, ungehemmte Ausbau der „Erneuerbaren“ bei gleichzeitigem Abbau von Kernkraft und Kohle. Auch hier werden mehr Schäden fabriziert wie Nutzen erreicht. Landschaften, die Natur und die Gesundheit der Menschen werden ruiniert während die versprochene Senkung der CO2-Emissionen nicht erreicht wird.
Die Verantwortlichen für die Energiewende sind genauso wie die „Dieselverantwortlichen“ nicht in der Lage, Abhängigkeiten und technische Notwendigkeiten intellektuell zu verarbeiten. Wissenschaftlichkeit und technisches KnowHow wird durch Ideologie ersetzt, die durchgehalten wird bis zum großen Knall.

Wer zieht diese Verantwortlichen zur Verantwortung?

Die Städte, je mehr Dieselfahrzeuge desto besser, müssten die reinsten Luftkurorte sein, folgt man dem Artikel.

Warum kein Wort zur Umwandlung von NO und NO2 zusammen mit Feuchtigkeit in der Luft und/oder den Atemwegen in Salepetersäure (HNO3)?

3 * NO2 + H2O —› 2 * HNO3 + NO

In Anwesenheit von Luft wird NO zu NO2 oxidiert, so dass letztlich NO als auch das gesamte NO2 in Salpetersäure überführt wird:

4 * NO2 + O2 + 2 * H2O —› 4 * HNO3

Bitte werfen Sie einen Blick in die wissenschaftliche Literatur. Zu dem Thema wurden bereits vor 20, 30 Jahren Studien durchgeführt, sowohl experimentelle als auch epidemiologische. In diesen zeigte sich, dass der Säuregehalt inhalierter Partikel (nur so kann Salpetersäure in der Luft vorkommen) von untergeordneter Bedeutung oder gar nicht relevant ist.

Man braucht keine großartigen Studien, um zu wissen, dass Säure ätzend ist.

Je dauerhafter die Einwirkung auch kleiner Mengen, desto wahrscheinlicher, dass der Mechanismus der Zellreparatur irgendwann versagt.

Es geht nicht darum, ob Säure „ätzend“ ist, sondern darum, ob sie in den Umweltkonzentrationen messbare, relevante Effekte auslöst. Nicht „irgendwann“. Irgendwann ist auch Sauerstoff tödlich. Probieren Sie 100% 1 Tag lang. Das zu eruieren ist der Sinn von Studien. Nicht derjenige, ohne konkreten Zusammenhang Klippschülerwissen zur Chemie zu repetieren. Sie scheinen mit der Wissenschaft auf Kriegsfuß zu stehen.

@Lieber R.J., ich gehöre zu den Naturwissenschaftlern, die methodische Fehler in Studien anderer Leute entdecken können, wo sie z.B. etwas vernachlässigen oder einem Problem ausweichen, indem sie nur andere Aspekte in der Vordergrund stellen (z.B. nur Kurzzeiteffekte, wo es auf Langzeiteffekte mit kleinen Mengen ankommt – oder die Toxizität beantworten, obwohl es auf physikalische Zerstörungskraft ankommt), oder abstruse Vergleiche ziehen, wie z.B. mit Sauerstoff, der mit gänzlich verschiedenen Bedingungen verglichen wird. Gerade der Fatalismus, der darauf rausläuft, dass selbst die notwendigsten Dinge schädlich sind, gern schon mal getoppt damit, dass wir sowieso alle mal sterben müssen, zeigt umso mehr auf… Mehr
(a) Auch die epidemiologischen Analysen, in denen es um Langzeiteffekte ging, haben in der Regel keine spezifischen Effekte saurer Aerosole erkennen können. Das hat man vor 15, 20 Jahren geglaubt, heute nicht mehr. (b) Natürlich kann man aus dem (experimentellen) Fehlen von Kurzzeiteffekten bei hoher Belastung das Auftreten von Langzeiteffekten weniger wahrscheinlich machen; solche Daten liegen vor. Für einzelne Luftschadstoffe, z.B. für Ozon, wurden auch Toleranzeffekte beschrieben, d.h. die Reaktion lässt bei wiederholter Exposition nach. Dies ist aufgrund der unter (c) beschriebenen Verhältnisse auch für saure Aerosole ohne weiteres denkbar. (c) Das regulatorische Potential des Organismus gegenüber Säurebelastungen im mikroskopischen… Mehr

Was nützt die Wissenschaft wenn wir überflutet werden von der Grünen Religion. Da zählt keine wissenschaftliche Beweise. Und die Erde ist eine Scheibe.

Muß doch eine Scheibe sein, auf einer Kugel könnten keine Flugzeuge landen!