Widerstand aus Verstand: Wann Regeln gebrochen werden sollten

Sollen Sie sich ständig an Regeln halten, die sich andere ausgedacht haben? Vielleicht sollten Sie die Regeln einfach einmal brechen? Lernen Sie hier die guten von den schlechten Regeln zu unterscheiden.

 
Immer neue und immer genauere Regeln brechen über uns herein. Warum es manchmal besser ist, Regeln zu brechen – und nicht nur für den Regelbrecher, sondern für Alle. Spieltheoretiker Christian Rieck ist eigentlich ein „Regel-Professor“, der Regeln auf ihre Wirkung hin analysiert.

Mindestens ein genanntes Beispiel könnte für Unruhe sorgen.

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Kommentare ( 59 )

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59 Kommentare auf "Widerstand aus Verstand: Wann Regeln gebrochen werden sollten"

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Es gibt einen interessanten Persönlichkeitstest: 16personalities. Sicher nicht tiefenpsychologisch wertvoll, aber unterhaltsam. Bei mir kam „Architekt“ heraus. Das heißt u.a., dass Regeln und Hierarchien grundsätzlich nicht so mein Ding sind. Danach lebe ich eigentlich schon immer – sonst wäre ich im Mai 89 wohl nicht aus der DDR geflüchtet. Ich beachte Regeln, die ich für sinnvoll erachte und breche unsinnige Regeln – es sei denn, das Risiko für eine Bestrafung erscheint mir zu hoch. Eigentlich scheinen sich die meisten nicht immer an alle Regeln zu halten: ich kenne zumindest niemanden, der IMMER die Geschwindigkeitsbegrenzungen beachtet. Als gebürtiger Sachse sage ich… Mehr

Merkwürdig, gerade Architekten müssen in ihrem Beruf eine Unzahl von Regeln beachten, ich würde behaupten, das ist der Hauptteil ihrer Arbeit. Der Rest besteht zum großen Teil darin, daß sie darauf achten, daß andere am Bau beteiligte gleichfalls die Regeln beachten.

Als Architekt kann ich Ihnen nur recht geben. Ein Großteil unserer Arbeit besteht darin, die in der Planung befindlichen Gebäude, mit den bestehenden Gesetzen in Einklang zu bringen. Die Baugesetze sind aber notwendig. Gäbe es diese nicht, hätten wir weitaus mehr Bauschäden als bisher. Das sind aber keine Regeln, sondern sinnvolle Gesetze, meistens zu mindest. Beispiel: Die Realisierung des Berliner Flughafens scheitert nicht an den vorhanden Baugesetzen, sondern an den Beteiligten Baufirmen und der Bauaufsicht. Durch Schröders Liberalisierung des Arbeitsmarktes (Agenda 2010), tummeln sich viel zu viele Subunternehmer und Subsubunternemer aus nah und fern auf unseren Baustellen. Die Verantwortlichen für… Mehr

Versuchen Sie einfach den Test, er ist wirklich unterhaltsam. So wie ich es verstehe, meint man mit „Architekt“ nicht die Planer von Einfamilienreihenhäusern (das sind wohl eher Bauingenieure), sondern eher diejenigen, die hinter dem Guggenheim Museum oder dem Sydney Opera House stehen. Für die Regel-Flexibilität des Persönlichkeitsrecht-Typus sprechen auch die berühmten Beispiele, die man ausgewählt hat: u.a. Elon Musk, Arnold Schwarzenegger, Prof. Moriarty (Sherlock Holmes), Tywin Lannister u. Peter Baelish (beide GoT). Aber wie schon mehrfach betont: es ist mehr Unterhaltung als Psychologie.

Also Architekt im übertragenen Sinne. Jemand, der die Regeln lieber selbst erschafft, statt sich an die zu halten, die andere erschaffen haben.

Merkwürdig, gerade Architekten sind in ihrem Beruf sehr stark an eine Unzahl von Regeln ge

Regeln, die von Menschen gesetzt werden (es gibt auch andere), machen dann einen Sinn, wenn sie einem Zweck dienen. Akzeptiert man den Zweck sind sie gut, wenn nicht, dann nicht, genanntes Beispiel: Black ist beautiful als Regelbruch der white supremacy. Das Problem ist, das Regeln häufig nicht hinterfragt werden, sondern kritiklos übernommen werden, wie zum Beispiel in der Mode. Dabei dienen sie auch dort einem Zweck, nämlich der Signalisierung der Zugehörigkeit zu einem „hippen, modernen“ Milieu bzw. der Ausgrenzung aller Anderen. Könich, Wech, Berch aber auch Fluchhafen sind norddeutscher Dialekt, eine „tolerable“ Abweichung von der Standardhochsprache, weil sie den Sinn… Mehr

Ich glaube, bei Könich – König gibt es ein Nord-Süd Gefälle. Hier bei mir im Norden höre ich eigentlich nur „fertich“, „häufich“, „Hedwich“, „Essich“ und so weiter. Aber eine feste Regel dafür scheint mir überflüssich. Pardon: überflüssig.

Sehr schöner Beitrag! Es gibt Regeln, die machen Sinn. Deshalb ist das Befolgen dieser Regeln gut. Es gibt aber auch Regeln, die keinen Sinn (mehr) ergeben, aber von allen dennoch befolgt werden, nur weil es eben alle anderen auch tun und man einfach nicht aus der Reihe tanzen will, um sich die Diskussionen zu ersparen. Manchmal laufen wir also in das Problem hinein, dass alle bestimmte Regeln befolgen die nicht gut sind, nur weil eben alle anderen diese Regeln auch befolgen, deswegen nacheinander wie Lemminge von der Klippe springen und das auch noch toll finden, weil es eben alle anderen… Mehr

…Und jetzt ein König – Prost! 😉

Ich spreche Ihren Beispielsatz auch mit erkennbaren „-ig“ bei König. Würden Sie das aber auch bei dem Satz tun: „Der König ist tot; es lebe der König.“? Ich vermute, hier würden mehr Deutsche die „-ich“-Endung nutzen als in Ihrem Beispiel. Es hängt also vielleicht auch vom Kontext und hier von der Gewohnheit ab. Bei „richtig“ würde das Ergebnis wohl zugunsten der „-ich“-Endung ausfallen. Aber natürlich kann man das nicht einfach auf König übertragen – jedenfalls, wenn man deskriptiv argumentiert.

Die grundlegendste Frage ist doch, warum eine Regel besteht. Meist zur Disziplinierung, aber oft auch zur Reglementierung von Verhalten, dass eigentlich andere stört.

Das links-grüne Lager zelebriert jegliche Regelbrüche als „zivilen Ungehorsam“. Haben die ein Monopol darauf? Nein sie brechen für ihre Zwecke die Regeln, die sich von anderen zu erfüllen fordern.

Beispiel: sie übertreten Gesetze und stellen damit die Staatsmacht in Frage, aber GLEICHZEITIG soll der Staat als Umwelt-Diktator auftreten.

lieber Herr Rieck, nur wer ein Thema wirklich durchdrungen hat, kann so fliessend und logisch aufbauend darüber sprechen, Kompliment. Für mich ist es König (mit samftem g). Es wird Zeit daß die vernünftigen und liberal meinenden im Land sich wieder ein gemeinsames Sprachrohr verschaffen. Wer kennt die Atlas Initiative um Herrn Krall?

Um Regel brechen zu können, muss es überhaupt Regelbrecher geben.

Frage: Existieren die überhaupt in Deutschland?

Ich denke nicht.

Herr Prof. Rieck versucht hier womöglich, wissend oder unbewußt, den selektiven Umgang links-„liberal“ sein wollender politischer Eliten mit Regelverstößen – bei sich selbst wie beim für „Untertanen“ gehaltenen vermeintlich dummen „Stimmvieh“ – ideologisch zu untermauern. Regelbrecher werden nach dieser Denkweise von der Beamtokratie immer nur dann selektiv herausgegriffen und zur „Kasse“ gebeten, oder zur Rechenschaft gezogen, und damit „erzogen“ -also liks-„liberal“ genudgt, wenn es ins politische Weltbild passt. Gewalttätige multikriminelle linkradikale Hausbesetzerszenen, linksradikal vermummte Terroristenhorden haben – nach Ansicht von Prof. Rieck (?) – im Zweifel die Regel-Narrenfrweiheit, zum Wohle der Gesellschaft (!) – und Haß im Netz ist auch… Mehr