Wann kommen Inflation und Währungsreform?

Wirtschaftsprofessor Christian Rieck über Warnsignale: Wann schwappt das Tomatenketchup aus der Flasche - wann schlägt die Hyperinflation brutal zu. Dann ist es zu spät. Einer Lehrstunde über die Zukunft unseres Geldes.

 

Lernen Sie spekulieren mit George Soros: Rechtzeitig erkennen, wann das Geld an Wert verliert und eine Währungsreform droht. Soros verdiente damit Milliarden – normale Bürger können sich nur vor Wertverlust schützen, wenn sie nicht zu lange warten.

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Kommentare ( 79 )

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79 Kommentare auf "Wann kommen Inflation und Währungsreform?"

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Inflation, das ist doch ein Begriff deren Wirkung nach den Erfahrungen zweier geldvernichtungen in D vergessen war.
Unsere Bundesbank hatte Werkzeuge entwickelt mit denen wir Geldentwertungstendenzen bekämpfen konnten.
Alles vergessen und die Bundesbank-Instrumente geschliffen.
Das was wir jetzt haben ist einer „träumenden“ Politik und ihrer Verantwortlichen zu verdanken.
Die Mahnungen von Sachverständigen wurden und werden von „Falschen Pharisaern“ als Verscgwörungstheorien verketzert.
Jetzt sind wir auf einen „Way of no return“, die Verschulder dieser Katastrophe retten sich mit Corona und die meisten Deutschen glauben es, was auch kein Wunder bei der „Aufklärung“ ist.

Die linke Propagandazeitung verbreitet neue virologische Erkenntnisse: Würden die Metzger ca. 60% Gehaltserhöhung bekommen, würde es vor Covid-19 schützen:

https://www.welt.de/wirtschaft/article210534305/Verbraucher-Der-Preis-des-Fleisches-was-bessere-Arbeitsbedingungen-die-Kunden-kosten.html

Gilt das für die restlichen Branchen genauso? Wieso nicht einfach Geld drucken und jedem 60% mehr geben?

Die Hyperinflation in Polen Ende der 1980er Jahre – jeder wollte weit mehr als den Durchschnittslohn verdienen, was natürlich rechnerisch nicht geht. Solange aber die Betriebe staatlich waren, haben die Geld verteilt – bis Balcerowicz (A) Betriebe privatisierte und (B) vier Nullen streichen musste – den neuen Zloty hat Polen bis heute.

Schöner und plausibler Beitrag. Nur muss man sich fragen, ob die Geldmenge in Relation zu den Realgütern derart ansteigen kann, ohne dass die Qualität der dafür erhaltenen Vermögenswerte bei der Zentralbank darunter leidet. Theoretisch mit Sicherheit. Praktisch habe ich da aber meine Zweifel. Und dann ist der Anstieg der Geldmenge in Relation zur Realgütermenge vielleicht nicht der Grund für Inflation, aber doch zumindest ein wichtiger Indikator.

Mit Freude etwas dazugelernt.

Pardon, Herr Professor: Zu viel Wissenschaft, zu viel Theorie, zu wenig Praxisbezug. Für mich als wirtschaftstheoretischen Laien scheint die Geldmenge absolut zweitrangig. Die Frage ist: Was kann ich mir, Geldmenge hin oder her, für mein Geld kaufen? Wenn z.B. ein Land ungefähr 10 oder mehr % der produktiven Bevölkerung Geldmittel ohne Gegenleistung zufliessen läßt, diese Geldmittel per Kreditaufnahme aufbringt, dann ist das völlig bedeutungslos, wenn die solcherart Alimentierten für das ihnen zugeschusterte Geld auch was kaufen können. In erster Linie: Nahrung, Kleidung, Unterkunft und Energie. Inflation entsteht, wenn die Grundbedürfnisse nicht mehr abgedeckt werden können. Wenn z.B. die Landwirtschaft daran… Mehr

Ebenso Pardon lieber Herr Ilbert.
Sie würfeln da einiges durcheinander. Damit mein Text nicht zu „wissenschaftlich“ wird, beziehe ich mich mal nur auf einen Ihrer Ansätze. Wenn ein Landwirt (nicht mal gehindert, sondern ganz freiwillig) sich entschließt, z.B. Eier nicht in Legebatterien für den Markt zu produzieren, dann ist sein höherer Erzeugerpreis keine Inflation.
Es ist also wichtig, daß man auch bei weniger „Wissenschaftlichkeit“ die dieser zugrunde liegenden theoretischen Grundlagen erst einmal korrekt verstanden hat.

Der Herr Professor redet von einer staatlich gelenkten Finanzwirtschaft, die zur Hyperinflation führen kann. Als Hobbywirtschaftler widerspreche ich dem und bitte deshalb im Vorhinein schon mal um Pardon.

Sie müssen bei mir nicht um Pardon nachfragen. Durch Ihren marktwirschaftlichen Ansatz des Erkennens einer Marktnische für den Bauern und die Verwechselung mit einer planwirtschaftlich aufgezwungenen „Produktionsmethode“ sind Sie bereits entschuldigt.

Ich glaube, wir kommen durchaus schnell auf einen Nenner.
Der wäre sicher, daß Marktwirtschaft jeder Planwirtschaft haushoch überlegen ist. Dazu muss sie nicht einmal mit dem Wieselwort „soziale“ aufgehübscht werden. Eine Marktwirtschaft ist per se sozial, das unterscheidet sie nämlich von dem Schwarzmarkt, den es in jeder Planwirtschaft mehr oder weniger stark gibt.
Insofern ist der derzeit „an sein Ende gekommene Kapitalismus“ Dummschwätzerei. Man müsste es schon korrekter ausdrücken als, „sich ihrem Ende inflationär nähernde staatsmonopolistische Finanz-Casino-Wirtschaft.

Au Weia, „Eine Marktwirtschaft ist per se sozial“ ? Das haben Sie aber nur aus Verbrauchersicht bewertet und dabei leider die Arbeitnehmersicht außen vor gelassen. Hier gibt es ja noch die Gewerkschaften, aber schauen Sie sich mal selbst bei uns zum Beispiel die Zustände im Gesundheitswesen an.

Meiner Meinung nach kommt es nur auf die Geldmenge an, die die Leute in der Tasche, in ihren Sichteinlagen zur Verfügung haben. Damit können sie etwas kaufen, solange das Produkt auch produziert wird. Ein Auto etwa, Lebensmittel, andere Konsumgüter. Das ist die Geldmenge M3, nur die. Erst wenn nichts mehr oder zu wenig produziert wird, nichts Käufliches mehr da ist in ausreichender Menge, dann ist Geld nichts mehr wert. Beispiel war die DDR, jeder hatte einen Job, ein Gehalt, aber es gab nichts zu kaufen – weil keiner etwas getan hat für sein Gehalt. Ähnlich jetzt der lockdown, die Leute… Mehr
„Beispiel war die DDR, jeder hatte einen Job, ein Gehalt, aber es gab nichts zu kaufen – weil keiner etwas getan hat für sein Gehalt.“ Typisches Vorurteil gegenüber den Menschen im Osten. Diese waren keineswegs fauler, sie haben genauso gearbeitet, wie im Westen. Das Problem waren zum einen das sozialistische, planwirtschaftliche System, was noch nie funktioniert hat und zum anderen die Startbedingungen. Der Osten durfte für den Westen die gemeinsame Kriegsschuld mitschultern, indem sich Russland an den Produktionsmitteln bediente. Der Westen erhielt zum Dank den Marshall-Plan. Damit war das wirtschaftliche Auseinanderdriften der beiden deutschen Länder vorprogrammiert. Beim Rest Ihres Kommentars… Mehr

@Prophet: Der Marshallplan wurde auch den anderen Europäern mehr im Osten angeboten – die lehnten aber ab, nach dem Motto: Selber groß, brauchen die Amis nicht. Hochmut kommt immer vor dem Fall. Der Preis war in der Tat bitter.

So siehts aus: https://www.welt.de/finanzen/article210512259/EZB-Direktorin-Isabel-Schnabel-Die-zusaetzlichen-Verluste-der-Sparer-sind-vernachlaessigbar.html
Auch der Griff in den Sparstrumpf kommt hinterrücks und zunächst unmerklich – und dann ist auf einmal gar nichts mehr da.

„Beispiel war die DDR, jeder hatte einen Job, ein Gehalt, aber es gab nichts zu kaufen – weil keiner etwas getan hat für sein Gehalt.“ Na, ein Dankeschön dafür. Ich versuche mal, Ihnen den Unterschied zu erklären: Stellen Sie sich je einen großen Haufen Sand vor, einer liegt im Westen, der andere liegt im Osten. Jeweils ein Arbeiter hat die Aufgabe, diesen zu verladen, einer hat einen Bagger und ist nach einer Stunde fertig. Der andere hat eine Schaufel und braucht einen ganzen Tag. Bitte: Wer hat denn nun mehr gearbeitet? Fazit: Es liegt am System. Oder glauben Sie wirklich… Mehr

Gehirnwäsche total, Zersetzung wie aus dem Lehrbuch, die 68er haben sich tatsächlich ihre „68er Jugend“ gezüchtet …

Sie können das Problem West-Ost an einem ganz simplen, allgemeingültigen Sachverhalt erläutern: in der Marktwirtschaft ist das Angebot größer als die Nachfrage, im Sozialismus ist es genau umgekehrt. Infolge der unbefriedigten Nachfrage verfügten die DDR-Bewohner über große Mengen wertlosen Geldes zum Umtausch, das nach dem Willen der SPD plötzlich eine niegekannte Kaufkraft erhielt und einen gewaltigen Nachfrageschub auslöste. Kohl hatte an einen Umtausch von etwa 4:1 gedacht, das permanente Quengeln der SPD aber ließ Waigel schließlich einknicken. Und da das „richtige“ Geld nun einmal reichlich da war, konnte man es auf der grünen Wiese für fahrenden Schrott oder im örtlichen… Mehr

„…verfügten die DDR-Bewohner über große Mengen wertlosen Geldes zum Umtausch.“
Da muss ich etwas verpasst haben, bei einem Gehalt von 1.100 MDN brutto (Mark der DDR) als Ing., Abteilungsleiter, Vater einer vierköpfigen Familie und ein Preis von 10 bis 30 Monatslöhnen aller Familienangehörigen für ein Auto. Ein Pfund Kaffee oder ein Paar Perlonstrümpfe kosteten schon mal den Tageslohn eines Arbeiters.
Aber das ist Schnee von gestern, der von heute ist die Ignoranz und der Wille das dritte Mal den Sozialismus in Deutschland zu installieren.

Reichen die Probleme noch nicht aus, muss es wieder der West-Ost-Zwist sein?

Die Süd-EU Länder bestellen Vermögenswerte und Infrastruktur bis die EZB kracht, wir schauen zu und sichern ab. Lass unsere deutschen Banken unisono doch alles Schlechte dieser Welt für die EZB aufkaufen, damit wir schneller sind als unsere EU Freunde und endlich ruh ist mit dem EURO. Merkel kann kann das.

Inflation ist Geldmengenvermehrung. Teuerung ist der Preisanstieg von Waren und sonstigen Assets. Teuerung ist eine Frage von Angebot von Nachfrage. Wir haben seit 2010 eine starke Teuerung (= galoppierende „Inflation“) von Assets (Aktien, Immobilien, etc.), weil diese Waren relativ knapp sind. Eine nennenswerte Teuerung der Waren des täglichen Bedarfs liegt dagegen bisher nicht vor, da es hier ein ausreichendes Angebot gibt und diese Waren zudem auch nicht als alternativer Wertspeicher angesehen werden. Erst wenn die Leute das Vertrauen ins Geld vollkommen verlieren und deshalb ihre Sparguthaben um jeden Preis schnell loswerden wollen, kommt es zur galoppierenden Teuerung bis hin zur… Mehr

Mehr als Verdoppellung der Preise seit dem €uro nicht nennenswert?
Wessen Lohn/Rente hat sich verdoppelt?

Das hängt vielleicht auch mit der Automatisierung der Produktion zusammen? Es kommt inzwischen soviel auch Naqhrungsmittel aus Fabriken, die laufen einfach weiter solange die LKWs an- und abfahren können.

Ein wirklich Klasse Beitrag der gern doppelt so lang sein darf, wenn Herr Rieck dafür halb so schnell spricht. Sehr gut erklärt, nur was ist schließlich zu tun, wenn man die bevorstehende Hyperinflation zu erkennen glaubt? Fremdwährungen, Immobilien, Gold?

Vielleicht ist er der Meinung, dass wer schnell spricht als besonders intelligent rüberkommt? Mein Tipp: Mit VLC Videoplayer abspielen und auf 80% Geschwindigkeit runtersetzen.
Bei den Lösungen drucksen die meisten dieser Experten rum…

Konkrete Handlungsempfehlungen kommen stets zu kurz – vielleicht, weil es keine für die breite Masse gibt? Gold – durch die Registrierungspflicht nicht mehr sonderlich attraktiv. Fremdwährungen – müsste ein großes Land sein und die USA drucken doch auch wie verrückt. Immobilien – das klingt für mich als Großstadtbewohner nach einem Plan: Die Stadt wird zusehends zum Shithole, vielleicht sollte man sich aufs Land verdrücken und noch ein paar Jahre im eigenen Haus genießen…

@ Horst
Das mit der Immobilie auf dem Land haben mittlerweile schon viele andere erkannt, da müssen Sie sich beeilen. Vor 10 Jahren gab es bei uns auf dem Land noch richtig schicke, fast neue Einfamilienhäuser für 100.000 EUR bis 150.000 TEUR und abgewohnte sanierungsbedürftige Häuser für wenige zehntausend Euro. Mittlerweile haben sich die Preise verdoppelt bis verdreifacht und man muss Glück oder Beziehungen haben, überhaupt an eins ranzukommen.

Ich finde für einen Laien recht gut erklärt.Es verwundert mich, dass die pure Menge des geschaffenen Geldes nicht der Auslöser für eine Inflation sein muss. Wenn ich es richtig verstehe könnten aber Spekulanten ,welche gegen den Euro oder ein Euroland wetten, gefährlich werden.Ich persönlich finde es eh krank wenn mit Spekulationen ohne echte Wertschöpfung Unsummen verdient werden können.Das halte ich für den größten und schwersten Fehler am Kapitalismus.

Erfolgreiche Spekulanten sind Leute, die früher als andere erkennen, dass ein Ungleichgewicht entstanden ist. Sie sind ein Regulativ. Ohne sie würden die Zentralbanken und der Staat noch ungenierter agieren und die Inflation wäre noch katastrophaler. Der Staat gäbe noch mehr Anleihen heraus, die er nie zurückzahlen kann, mit noch längeren Laufzeiten und die Zentralbanken würden kaufen ohne Ende. Und ist nicht jeder von uns ein Spekulant? Die einen tauschen Geld gegen Immobilien, andere gegen Aktien, wieder andere gegen Gold. Spekulation heißt nichts anderes als Risiken einzugehen. Was verhindert werden sollte, ist das diese Risiken abgewälzt werden können, wie es bei… Mehr

So krank wäre ich auch gerne mal, @Christian. Lieber krank spekulieren als gesund schuften, für paar Kröten. Soros konnte noch gewinnen gegen das britische Pfund – gegen den Euro, den US-Dollar dürfte er scheitern. Man sieht vielleicht: Ein großer Währungsraum hat auch viele Vorteile – wenn dann noch die wirtschaftlichen Verhältnisse über all vergleichbar sind, dann, ja dann hat Soros ausge … . Er hat es bekanntlich gleich gar nicht erst versucht.