Unser Geld: Jetzt kommt die Schuldenmacherei

Die Europäische Zentralbank ist eine Gefangene ihrer eigenen Politik: Sie kann die Zinsen nicht mehr erhöhen, obwohl das dringend notwendig wäre. Jetzt sollen Wirtschaft und Arbeitsplätze wieder mit staatlicher Schuldenmacherei gerettet werden. Doch beide Maßnahmen zusammen können einen Inflationsschock auslösen.

 
Wenn durch Inflation das Vertrauen in die Währung kippt, droht der Euro zu scheitern. Die EZB glaubt, sie kann an der Inflation drehen wie an einem Heizkörper-Thermostat. Aber genau das wird nicht klappen, fürchtet der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute, Thomas Mayer: Inflationäre Prozesse sind praktisch unbeherrschbar.


Sehen Sie auch: 

Anzeige

Unterstützung
oder

Kommentare ( 43 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Andere bringen wir ungekürzt.
Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

----

43 Kommentare auf "Unser Geld: Jetzt kommt die Schuldenmacherei"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung

Wenn ich mich ums Zurückzahlen drücken könnte und mich nicht an Recht und Gesetz zu halten bräuchte (wie unser Staat), könnte ich mich auch mit Schuldenmacherei retten.

Herr Tichy stellt zwar die interessante Frage, warum Immobilienpreise steigen, die Preise für den Konsum aber nicht wesentlich. Herr Mayer antwortet sehr wolkig mit Globalisierung und Verlagerung der Wertschöpfung, also eher keine Antwort. Auch andere Experten haben diesen Sachverhalt für mich nicht plausibel erklären können. Langsam glaube ich, dass selbst die Experten keine Ahnung haben, warum das so ist. Die Bemerkung von Herrn Tichy, dass es doch egal sei, ob man sich 1 oder 2 Millionen leiht, da Geld nichts kostet, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Ohne Sicherheiten geht da gar nichts, egal ob 0% oder 10% Zinsen. Die Antwort… Mehr

Das ist sogar ganz einfach. Die Preise steigen dort, wo die (erhöhte) Nachfrage kurzfristig nicht gedeckt werden kann: Immobilien, Gold, Antiquitäten, Handwerkerpreise. Oder dort, wo kein echter Markt ist: kommunale Gebühren, Bankgebühren, Energiepreise. Alle anderen Märkte, wie Lebensmittel, Kleidung, Konsumgüter, usw. sind dank hoher Produktivität und globaler Produktion gesättigt. Dort findet ein Verdrängungswettbewerb statt, der den Anbietern nicht erlaubt die Preise nennenswert zu erhöhen. Im Automobilsektor, der zugehörigen Zulieferindustrie und Maschinenbau dürften die Preise momentan sogar nach unten rauschen.

Der globale „Kuchen“ besteht aus billigen Importen, sowohl von Arbeitskräften als auch Vorprodukten. Dazu kommen, dass die niedrigen Zinsen auch für Firmen die Kosten drücken.

Auch die Berechnugn der Inflation ist von Bedeutung: so dämpft der billige chinesische Fernseher, die teure deutsche Miete. Auch wird „hedonistisch“ gerechnet. Also mit Qualitätsverbesserung.

PS: wenn es ihnen keiner „erklären“ kann, dann „verstehen“ Sie vielleicht nichts von der Materie 😉

Ich sehe nicht, wie der Aufkauf von Anleihen durch die EZB – für die Banken ist es ein Assest Swap – einen Inflationsdruck erzeugt; das Zentralbankgeld verbleibt ja auf den EZB-Konten der Banken – von einer massiven Zunahme von Barabhebungen ist mir nichts bekannt – so daß dieses Geld garnicht in die Realwirtschaft eingeht. Allerdings sehe ich auch nicht, wie der Ankauf dieser Anleihen die Inflation ankurbeln soll, wie es die EZB ja angeblich intendiert. Die Geschäftsbanken der EURO-Zone sind derzeit sehr restriktiv mit der Kreditvergabe, andereseits, wenn die Wirtschaft von einer Rezession ausgeht, wird es auch eine noch geringe… Mehr
Deutschland wird erst zur Besinnung kommen, wenn das Geld in den Kassen zu Ende geht. Dieses Szenario kann bereits sehr schnell eintreten. Der wirtschaftliche Abschwung wird in den kommenden zehn Jahren zu einem sozialverträglichen Abbau von hunderttausenden gut bezahlter Arbeitsplätze führen. Ein 55-60 jähriger Facharbeiter in der Großindustrie kostet seinem Unternehmen etwa 100k€, wovon ca. die Hälfte als Steuern und Sozialabgaben in den Umverteilungsapparat fließen. Scheidet der Beschäftigte vorzeitig aus dem Unternehmen aus, fallen die 50k€ Staatseinnahmen sofort weg und das Sozialsystem muss im Gegenzug ca. 30-40k€ pro Jahr an Transferleistungen (Arbeitslosengeld, Rente) an dem ehemals Beschäftigten abführen. Somit resultiert… Mehr

Der „Facharbeiter“ kostet der Industrie vielleicht 100 k€, seine Wertschöpfung dürfte aber deutlich höher sein.

Wenn er ausscheidet, dann fehlt er nicht nur den Steuer- und Sozialkassen, sondern VOR ALLEM dem Unternehmen. Und qualifizieerter Nachwuchs ist rar. Sehr rar …

Da haben sie natürlich recht. Nur was nützt der bestausgebildeste und hochqualifizierteste Facharbeiter, wenn das Unternehmen aufgrund von Auftragseinbrüchen oder gar İnsolvenz nun dieses Personal entlassen muß? Denken sie nur mal an die anstehenden Entlassungswellen der deutschen Autoindustrie und deren Zulieferer. Wo und wie wollen sie dann diese gut qualifizierten Facharbeiter, die aber eben „Spezialisten“ sind, dann noch auf dem Arbeitsmarkt unterbringen? Wer dann noch 40 oder gar 45+ ist, der braucht sich doch gar nicht mehr bewerben oder gar noch umschulen lassen. Denn obwohl die İndustrie ja permanent „Facharbeitermangel“ schreit, hat man doch gerne in den letzten Jahrzehnten aeltere… Mehr
Super Gespräch! Herr Mayer hat alle Facetten der aktuellen Geldpolitik seit 2008 beleuchtet. Was für ihn als Volkswirt selbstverständlich ist, hat er jedoch nicht erklärt: steigen die Zinsen – Beispiel USA -, fallen die Aktien quasi „automatisch“, da die Anleger in sichere, gut verzinste Anleihen umschichten. Das funktioniert aber in beide Richtungen: fallende Zinsen -> steigende Aktien. Auch gut erklärt: nur ein externer (z.B. Ölpreis) Schock oder – derzeit viel gefährlicher – ein Ende der globalisierten Konkurrenz könnte die Inflation anheizen. Solange aber die jetzige Situation stabil bleibt, wäre es sogar möglich, die in Zukunft zu niedrigen Renten mit Zentralbankgeld… Mehr

Ich finde, es kamen leider nur wenige Aspekte in dem Gespräch vor. Ist nicht auch die einbrechende Wirtschaftskraft ein ganz entscheidender Punkt? Also nicht nur das Fiskalische und die Vermögensbewahrung sondern gerade die Frage, wie der Euro an Wert behalten kann, wenn Deutschland aktuell seine Produktionsfähigkeit und technische Potenz amputieren will? Wie soll der Außenwert des Euro erhalten bleiben, wenn man im Euro -Land immer weniger wertvolle Waren erwerben kann?

Es wird uns alle viel ärmer machen, in Zukunft nicht mehr in einem Industrieland zu leben.

Das Problem ist nur…wenn der Grüne Sozialismus in Deutschland und der EU sich weiter so austobt, dann wird es keine Staatseinnahmen mehr geben…in einer Kernenergie und CO2 Freien Gesellschaft wird es weder eine Wirtschaft noch Wissenschaft noch Fortschritt noch Innovationen, Wohlstand und ein Sozialsystem geben….der Mangel und die Armut des Marktfeindlichen Sozialistischen Funktionär-NGO System wird das Zepter übernehmen. Keine Marktwirtschaft Kein Wohlstand…kein CO2 und Kernenergie, kein Wohlstand und Macht. Der Sozialismus im Grünen Gewand erledigt sich selbst…nachdem er das Volk und EU erledigt hat.

Ergänzen möchte ich dass ohne CO2 es dann bald auch keine Bäume, Wiesen und
sonstige Pflanzen mehr geben wird.
Das CO2 der rot-grünen Buntgesellschaft in Form von Atemluft reicht für das
Wachstum von Pflanzen nicht aus. Dann geht noch nicht einmal Agrarwirtschaft.
Woher dann die Nahrung kommen soll würde ich Annalena und Robert gerne mal
fragen.

Darauf hoffen, dass wir den,/die intelligenten Politiker im rechten Moment haben ….

Die Hoffnung stirbt zuletzt! ?

und die sollen dann im Handumdrehen die Fehler der aktuellen links-grünen Dilletanten REPARIEREN???

Ich WETTE, dass das NICHT FUNKTIONIERT. Eine heftige Krise ist vorprogrammiert.

Mhh, ich bin mir nicht ganz sicher. Aber abgesehen davon, dass Deutschland doch ein sooo reiches Land ist und bestimmt noch ein paar Mrd € für Brüssel erübrigen kann, hat Schäuble nicht mal die von uns Deutschen ersparrten Billionen Euro in Brüssel als eine Art „Sicherheit“ hinterlegt? Oder sind -auch- diese hinterlegten „Sicherheiten“ schon längst aufgebraucht? Wir hätten NIE dieser Brüssel-EU beitreten und NIE unsere gute alte DM aufgeben dürfen. Hinzu nicht, als die Politiker auch schon damals nur davon Geschwätzt haben, dass ja alles so toll sei „weil wir mit dem Euro im Urlaub nie mehr Wechselkurse hätten und… Mehr
manfred_h Hat doch prima geklappt! Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich als Idiotin bezeichnet wurde, wenn ich darauf hingewiesen habe, dass die EU lediglich eine weitere Verwaltungsebene ist, die sehr kostenintensiv ist, aber dafür eine schöne, weit vom blöden Volk entfernte Spielwiese für abgehalfterte Politiker ist. Und wie oft mir gesagt wurde, das gerade Deutschland profitiere, und meine Hinweise auf die Target- Salden, oder dass das Anschmeißen der draghi’schen Druckerpresse zwangsläufig zu Inflation führen muss, mit dem Hochziehen der Augenbrauen quittiert wurde. Nun, ich lehne mich entspannt zurück, und bemühe mich intensiv, kein zu breites Grinsen… Mehr

Nun ist er einmal da,der große Schaden. Politiker plapperten schon zur Einführung des Euro nichts weiter als blahblah und niemals ist auf die Bedenken der Bürger und Gefahren, welche es bringt Europa zu egalisieren eingegangen worden,niemals wurde durchgespielt was passiert, wenn der Euro scheitert. Antwort war stets dass er nicht scheitert.(Ausnahme waren z.B. Professor Sinn, später dann Lucke) Es wurde einfach beschlossen – der Bürger hatte keine Wahl. Die fleischgewordene Alternativlosigkeit und was bis zum heutigen Tag daraus wurde ist bekannt.

Bitte nicht vergessen: prof. wilhem hankel „die eurolüge“.
Das buch erschien vor über 10 jahren!

es ist doch bisher
auch alles
gutgegangen!
( weil wir’s nicht besser kennen,
ist doch alles ok.
das bisschen
Nullzins, verweigerte Gehaltserhöhung:
was soll’s!)