Unser Geld: Jetzt kommt die Schuldenmacherei

Die Europäische Zentralbank ist eine Gefangene ihrer eigenen Politik: Sie kann die Zinsen nicht mehr erhöhen, obwohl das dringend notwendig wäre. Jetzt sollen Wirtschaft und Arbeitsplätze wieder mit staatlicher Schuldenmacherei gerettet werden. Doch beide Maßnahmen zusammen können einen Inflationsschock auslösen.

 
Wenn durch Inflation das Vertrauen in die Währung kippt, droht der Euro zu scheitern. Die EZB glaubt, sie kann an der Inflation drehen wie an einem Heizkörper-Thermostat. Aber genau das wird nicht klappen, fürchtet der ehemalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank und Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute, Thomas Mayer: Inflationäre Prozesse sind praktisch unbeherrschbar.


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Kommentare ( 43 )

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43 Kommentare auf "Unser Geld: Jetzt kommt die Schuldenmacherei"

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Was wäre denn eigentlich wenn es DE genauso wie Österreich macht und 100jährige Staatsanleihen mit 0 Prozent ausgäbe? Wäre doch eine super Finanzierung für den Staat quasi zum Nulltarif und am Ende eine komfortable Entschuldung.

In einer stark abkühlenden Wirtschaft, wenn wir so weiter machen gehen wir nahtlos von der Rezession in eine Depression über, befürchte ich keine Inflation, sondern eine Deflation. Bestes Beispiel hierfür ist Japan, wo ca. 1990 die Finanz- und Immobilienblase platzte. Das wird hier auch passieren. Was die Geschichte noch realistischer macht, ist einmal die schon länger zu beobachtende Investitionsverweigerung in Deutschland im Bereich der Industrie bzw. deren Abwanderungstendenzen, sowie der private Geldabfluß ins Ausland, in vermeintliche stabilere Währungen als dem Euro. Wir werden auf längere Sicht keine Inflationstendenzen in Deutschland haben. Der Euro wird scheitern, wenn Deutschlands Wirtschaftskraft weiter abnimmt… Mehr

Ob Mut reicht? Brünning hatte auch Mut, er hielt die Staatsfinanzen eisern stabil- die Abpufferung erfolgte dann über den Arbeitsmarkt. Es zerriss die Weimarer Republik. Heute haben wir noch zusätzlich den subventionsgierigen Süden am Bein. Und wir delegieren immer mehr Kompetenzen in die Hinterzimmer von Brüssel. Zeitgleich wird der Historizismus immer mächtiger. Und der Irrationalismus tobt sich auf den Straßen aus.

Es geht in der Politik nicht um die Beherrschung inflrionärer Prozesse. Ziel von Politik ist die Beherrschung des Michels. Ob der nun arm ist oder nicht, ist irrelevant. Das gilt natürlich für John Doe oder Iwan Iwanowitch ebenso. Lediglich nach den Verheerungen zwischen 1914 und 1945 gab es eine Generation, die sich tatsächlich anderen Werten verpflichtet sag. Tempi passatu. Wir leben wieder in den Zeiten eines Ancien Regime. Und es müssen erst wieder Ströme von Blut die Äcker tränken, ehe es wieder – für eine erneut begrenzte Zeit – anders wird. So is’er, der homo sapiens sapiens. Aus den Schmerzen… Mehr

Ich glaube nicht, dass die besonders kritisierten Minuszinsen für Banken nicht korrigiert werden können – spätestens nach dem Ende der jetzigen Rezession. Künftig darf KEIN Zins unter Null fallen, nie wieder.

Bis dahin kann die EZB sicher den Freibetrag für Banken weiter erhöhen – der die Höhe der Strafzinsen relativiert.

Nun an Beispiel der Deutschen Bank sieht man sehr eindeutig, wie dessen Haupteinnahmequelle, die Kreditvergabe, immer weiter einbricht und die Bank dieses durch Entlassungen „kompensieren“ muß. Nur dieses führt leider immer weiter in dem Abgrund, da insbesondere für entlassende Arbeitnehmer große Summen an Abfindungen faellig werden, die die Bank sofort bilanzieren muß, Das heißt dann in Umkehrschluss, dass die Bank aufgrund einer verminderten Bilanzsumme nun weniger Kredite vergeb kann, da diese ja mit eigenen Kapital in einer gewissen Höhe „abgesichert“ werden muß. Ein Teufelskreislauf, der sich schon laenger in gesamten Bankenmarkt dreht und auch die EZB nicht durch „Freibetraege“ aufhalten… Mehr

Als Laie sehe ich das Problem nicht; wie auch bei TE oft festgestellt, sind wir bereits Pleite und der fiskalische Zusammenbruch ist nur eine Frage der Zeit, insofern lebt es sich fiskalisch doch ganz ungeniert und Schulden sind überhaupt kein Problem, da sie eh nicht zurück gezahlt werden.
Das Problem scheint mir eher darin zu liegen, daß anstatt Deutschland und meinetwegen die EU nun zukunftsicher zu sanieren, z.B. die Kernfusion zu verwirklichen, alles nur sinnlos oder kontraproduktiv verschwendet werden wird; Klima, Einwanderer, Umerziehung

^ Keinesfalls Pleite – mit 61% des BIP als Schulden kommt Deutschland fast schon wieder in die Rahmen der Maastrichter Kriterien zurück. In der jetzigen Rezession gibt es andere Prioritäten, danach kann man dieses eine Prozent schnell schaffen – und von den anderen Ländern fordern, dass sie folgen. Frankreich liegt knapp unter 100%, Italien über 130%, Griechenland über 180%. Kürzlich verlinkte ich irgendwo in einem der Threads die Meldung, laut der in einer Greifswalder Versuchsanlage die Kernfusion bereits 30 Minuten gehalten werden konnte – es kann sicherlich ohne Megaschulden weitergehen. Vielleicht sollte die Regierung im Klimapaket auf die Abwrackprämie 2.0… Mehr
Sie wissen aber schon, dass es diese Stabilitaetskriterien der 60% Staatsverschuldung von BİP nicht erst seit gestern gibt oder? Welches „neue“ Druckmittel wollen sie denn anwenden, um dieses von anderen Laendern einzufordern? Diese werden müde mit den Schultern zucken und notfalls mit dem Austritt aus der Euro-Zone oder gar EU drohen und Berlin und Brüssel werden brav einlenken. Es ist ja nicht so, dass nicht selbst Deutschland diese Stabilitaetskriterien schon gerissen hat, geschweige dann von anderen Mitgliedsstaaten. Dieses wurde dann zwar aus Brüssel „gerügt“ und mit Strafzahlungen gedroht, aber in Endeffekt wurde es dann einfach hingenommen. Zur Kernfusion: glauben sie… Mehr
Haben sie in Ihrer Rechnung alle „Sonderschulden“, Target II, Renten und Pensionen usw. mit aufgeführt? Wenn Ja, dann wäre es wirklich katastrophal und um im Beispiel der WG zu bleiben, dann wird es höchste Zeit sich bis zur Besinnungslosigkeit zu verschulden (denn ausziehen werden wir nicht), denn das die halbe EU nur von uns lebt ist wohl ein Fakt, ebenso, daß wir unsere Exporte in die EU über Target II selbst finanzieren und dabei noch die Empfängerstaaten subventionieren… Und natürlich technisch wäre alles sofort lösbar….das Problem des Planeten ist nicht die Knappheit der Güter, sondern Bad Governance und eine künstliche… Mehr