Boris Palmer: „Ich bin kein Merkel-Fan“

Eigentlich dürfte es jemanden wie Boris Palmer gar nicht geben – einen Grünen mit Klarsicht und deutlicher Sprache. Roland Tichy, Wolfgang Herles und Oswald Metzger diskutieren mit ihm über Herles neues Buch „Die neurotische Nation“

 

Bei einem Italiener am Checkpoint Charlie trifft sich eine Runde „alter, weißer Männer“. Die ironische Formulierung wählt Boris Palmer, der grüne Oberbürgermeister von Tübingen, der ziemlich quer liegt zu seiner Partei in der Flüchtlingsfrage. Er diskutiert mit seinem früheren Parteifreund und ehemaligen Bundestagsabgeordneten Oswald Metzger, mit Herausgeber Roland Tichy und mit Wolfgang Herles. Dessen neues Buch ist der Anlass: „Die neurotische Nation.“

Wie funktioniert das neue Führungsduo bei den Grünen? Wie kann man das Phänomen erklären, dass es in so vielen Ländern eine Sehnsucht nach Führung gibt? Und warum führt der „Kampf gegen rechts“ dazu, dass in Deutschland niemand mehr über Tatsachen sprechen darf?

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Kommentare ( 101 )

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Gutes Format, und schön, daß Herr Palmer, anders als der „liberalkonservative“ Herr Merz, keine Berührungsängste mit Tichys Einblick hat. Was Herr Palmer sehr richtig feststellt, ist, daß wir es beim gegenwärtigen Zeitgeist und seinen Folgen keineswegs mit einer deutschen Spezialität zu tun haben. In Frankreich ist es teilweise schon schlimmer, in England ebenfalls. Ob das nun daran liergt, daß jedes Land so seine eigene Neurosen hat (die aber merkwürdigerweise alle ähnliche Folgen zeitigen), wie Herr Herles dafür hält, oder ob wir das mehr wie D. Murray sehen müssen und einen krankhaften Autoagressionstrieb in allen westlichen Gesellschaften diagnostizieren müssen – das… Mehr

Endlich mal wieder eine „Talkshow“, bei der das Zuhören uneingeschränkt Freude macht. Dieses Format sollte TE (in gleicher oder ähnlicher Besetzung) unbedingt wiederholen bzw. regelmäßig bringen.

Seien Sie mir nicht böse, aber genau dieses „Talkshow-Format“ finden wir doch überall!? Wir bilden einen Stuhlkreis, palavern brav um die wirklichen Probleme herum, ohne bitte das Gegenüber allzu stark zu brüskieren mit Wahrheiten (man will sich’s ja schließlich nicht verderben) , alle haben sich letztlich lieb – und herausgekommen ist nüscht. Vertane Zeit. Ich jedenfalls war schwer enttäuscht.

Im Grunde habe ich den Sinn dieser Veranstaltung nicht verstanden. Die drei Journalisten haben sich doch nur als Stichwortgeber für Palmer gesehen. Keine kritische Nachfrage zum Beispiel, als Palmer schlicht behauptete, man könne die meisten Migranten nicht mehr zurückschicken. Woher weiß er das?
Trotzdem ein interessantes Format auf TE, so ähnlich wie das Sommerinterview im ZDF. Wäre ausbaufähig…

Ich nehme an, Palmer meint das unter der gegebenen Rechtsprechung. Tatsächlich ist es praktisch beinah unmöglich, und nach Unterzeichnung des Migrations-Paktes wird es noch schwieriger, soll es doch dann keine Sammelabschiebungen mehr geben dürfen – warum eigentlich?
Aber man muß eben die Gesetze ändern, das wird schon bald die Not gebieten.

Alle meine Vorurteile gegen jegliche linksgrüne Ideologie oder besser Religion sind durch Hr. Palmer betätigt worden.

oh, Herr Herles, als Liebhaber Ihrer klaren Texte hat mich Ihre Vermischung von Neurose und Trauma ins Mark getroffen: sollte die nebulöse Vermischung von Begrifflichkeiten und ihre Verwendung nach eigenem Gutdünken tatsächlich auch Ihresgleichen bereits ergriffen haben? Bitte nicht!!

Neurose ist sicher kein Konzept der Verhaltenstherapie. Nur mal so nebenbei. Wer hats erfunden, Herr Herles? 😉

Ich zolle Boris Palmer wirklich Respekt für seine Arbeit als OB in Tübingen und dafür, daß er bei den Grünen fast als Einziger überhaupt noch die heutigen Probleme sieht und benennt, sich vehement für einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs einsetzt und nach Lösungen sucht, sprich – er im Gegensatz zum Rest in seiner Partei „noch alle Tassen im Schrank“ hat. Aber an einer Stelle würde ich ihn gerne fragen: Wieso bitte ist der „Kampf gegen Rechts“ denn grundsätzlich richtig? Das Deutsche Kaiserreich (1871) mit seiner konstitutionellen Monarchie war „rechts“. Bismarck war „rechts“, Stauffenberg war „rechts“, Adenauer war „rechts“. Hitler hingegen war Sozialist,… Mehr
Ich habe diese Veranstaltung nicht verstanden. Gleich drei (3) renommierte hochkarätige Journisten/Autoren treffen einen Grünen, weil der ein, zwei kritische Worte über die Bundeschefin geäußert hat? Damit er sich in seinem Grünsprech unwidersprochen gegen die AfD auslassen und Altbekanntes wiederholen kann? Zur Erinnerung: seine Partei hat die ganze illegale Migrationspolitik mitgetragen und unterstützt sie weiterhin. Mir scheint dieser Grüner ist ziemlich verwirrt, und man hätte ihm wenigstens erklären sollen: SEINE PARTEI WIRD WEITERHIN MERKELHÖRIG BLEIBEN UND DEN MIGRATIONSWAHNSINN WEITERBETREIBEN. Wenn ihm wirklich ernst ist mit seiner Kritik, sollte er das Richtige tun, d.h. unverzüglich zur AfD wechseln! So aber schade… Mehr

Palmer ist der Singvogel von der anderen Seite, den sich heute jede Partei leistet. Bosbach und Wagenknecht sind da andere Beispiel. Ist heute eine Frage der Diversität und Kundenbindung. Bunt eben, solange es handzahm bleibt. Palmer macht aber vor, das man als Grüner nicht unbedingt durchgedreht sein muß. Gute Erkenntnis.

Gespräche mit nicht der AfD angehörenden, die anschließend nicht zur AfD wechseln, sind „schade und umsonst“? Womit verwechseln Sie TE?

Liebe Redaktion, danke für diese Reaktion, Ihre Verteidigung ) Ich bin aber auf Ihrer Seite, deshalb meine Kritik, mein Unverständnis. Nochmals, sorry, daß alle Parteien außer der AfD eine falsche Migrationspolitik betreiben ist seit 3 Jahren bekannt – das wußten wir auch ohne diesen Grünen. Womit soll ich TE verwechselt haben außer als objektiven Journalismus? Mein Empfinden ist, daß es schade und umsonst war gleich mit 3 Repräsentanten einen Pronvinzpolitiker aufzuwerten, der die ungebrochen grünunterstützte Merkelmigration zwar kritisiert, aber politisch keine Konsequenzen zieht. Die Grünen unterstützen diese offene Grenzen-offene-Migration weiterhin. Wenn Palmer es wirklich ernst meint, dann müßte er doch… Mehr

TE ist nicht dazu da, irgendjemandem zum Austritt aus einer Partei oder Eintritt in eine zu bewegen oder zu befragen, warum jemand das tut oder nicht.

Natürlich ist TE nicht dazu da, sonst wäre es keine seriöse journalistische Plattform. Aber das brauchen Sie hier eigentlich nicht nochmals zu betonen. User „Deucide“ geht da, wie ich glaube, durchaus mit Ihnen konform. Er kritisiert nur die Inkonsequenz bei Palmer selbst, was ich ähnlich bewerte. Sein kritisches Argument, dass drei Spitzen-Journalisten einen im Grunde inkonsequenten Politiker, der um viele essenzielle Probleme herum laviert, unnötig puschen und aufwerten, steht weiter im Raum. Dazu sollte sich die Redaktion ggfs. äußern.

Sehr haben es sehr gut und sehr schön zusammengefaßt… Danke für diesen hilfreichen Beitrag!
Ja, es gibt bessere und wichtigere Beobachter des Zeitgeschehens als BP, die ein Interview mit TE verdient hätten.. Vielleicht das nächste Mal..

Natürlich nicht und so war es auch nicht gemeint, einverstanden, aber etwas kritisch-journalistischer hätte man die Widersprüche dieser Haltung doch beleuchten können… tat mir leid um die kostbare Zeit von Tichy, Herles, Metzger! … Hoffentlich haben sie nicht noch die Rechnung übernommen !

Der Andreas Hofer innerhalb der Partei und das er nicht schon längst in Mantua in Banden liegt ist nur dem Umstand zu verdanken, daß sie sich seinen Rauswurf nicht leisten können und somit verbleibt wenigstens noch ein einigermaßen Vernünftiger in der Partei, während sich die anderen in ihren marxistischen Träumen austoben und dabei auch nicht vor zersetzenden Maßnahmen zurückschrecken, natürlich unter dem grünen Mäntelchen der Barmherzigkeit, der Liebe zur Umwelt, dem Klima, was man nicht schützen kann und der Nächstenliebe für alle Armen dieser Welt, und das trägt Früchte bei einem Teil, insbesondere der weiblichen Wählerschaft und somit werden sich… Mehr
Unterschreibt GB den Pakt? Wenn ja war der Brexit umsonst. Ich habe Palmen jetzt zum ersten mal live gehört. Er hat Rationale Momente. Er scheint der intelligenteste von den Grünen zu sein. Aber, seine Aussagen kommen mir Schizophren vor. Habeck hasst Deutschland und findet Dänemark und die Dänische Kultur toll. Seine Söhne sind möchte gerne Dänen. Erm, ich dachte keiner darf mehr seine Kultur oder Nationalstaat behalten? ? Annalena ist …. da mache ich mich strafbar da ich Toastbrot mag. Cem ist wie KGE. Also verstehe ich Palmer nicht. Er sollte sich entscheiden für was er steht. Die Grüne Märchen… Mehr